Stromspeicher, Infrarotheizung, Ladesäule uvm.

  • Hallo zusammen,


    mich beschäftigen seit einigen Monaten diverse Themen, bei denen ich mich aufgrund der komplexeren Zusammenhänge schwer tue, weshalb ich mir gerne einige Meinungen einholen möchte.


    Folgende Situation:

    Wir wohnen in einem Haus von 1970, welches wir 2015 kernsaniert haben (Isolierung Hohlschicht und Betondecke, neue Fenster, usw). 2018 habe ich in Eigenleistung eine PV-Anlage von 9,76kWp auf das Dach gebaut, die Fläche damit maximal ausgenutzt. Jetzt im Herbst werden wir unsere Auffahrt erneuern und in dem Zuge zwei 11kW Ladepunkte installieren (aktuell ein Hybrid Fahrzeug im Bestand, als Firmenwagen).


    Für nächstes Jahr steht eine erneute, größere Investition an und ich überlege gerade, wie die am besten aussieht und hoffe hier auf Erfahrungsberichte und Meinungen:

    Die Öl-Heizung von 1989 soll ersetzt werden. Ich spiele mit dem Gedanken, in den Räumen jeweils Infrarot Heizkörper zu installieren (Investition ca. 3.500-4.000€) und Warmwasser ebenfalls über Strom und einen Speicher separat laufen zu lassen. In diesem Zusammenhang wäre eine weitere Idee, einen Batteriespeicher anzuschaffen. Ich kann im Prinzip den erzeugten Strom dann in das Auto laden und an meinen Arbeitgeber verkaufen, WW aufbereiten und die Räume beheizen, wobei man natürlich gerade im Winter mit den 10kWp dann vorne und hinten nicht hinkommt.


    Hier ein paar Fragen, die mir dazu durch den Kopf gehen:

    - Ich würde mir die Anschaffung einer neuen Heizung sparen und bräuchte nur die elektrisch betriebenen Infrarot-Heizköper, die ich an den Decken installieren kann (Zuleitungen kann ich von oben direkt legen, da OG aktuell noch nicht ausgebaut, ist für 22/23 geplant). Eine Gasleitung für eine alternative Gasheizung liegt zwar aktuell an der Straße, aber noch nicht im Haus.

    - wie groß sollte man einen Energiespeicher bei so einem hohen Energiebedarf wählen? Im Winter würde dieser vermutlich nicht mehr voll werden.

    - Ich hörte von Cloudspeicherlösungen für Strom. Lohnen die sich bei so einem hohen Bedarf?

    - gibt es vielleicht sonstige Gedanken zu diesem Thema, die ich mir machen sollte?


    Rahmendaten:

    Ich habe in 2020 einen Verbrauch von 3,53MWh, davon 1,92MWh aus dem Netz, 1,60MWh über Eigenversorgung (45% Autarkie). 8,60MWh wurden darüber hinaus eingespeist (16% Eigenverbrauchsquote)


    Ich bin gespannt und freue mich auf alle Reaktionen, die mich in den Überlegungen voran bringen. Vielen Dank!

  • - wenn kein Passivhaus Standard, keine 1 zu 1 Direktstromheizung!
    (ich werfe meine gerade raus und lasse eine WP installieren inkl. generellen Rohrsystem Verlegung, da bisher nichts da war)

    => lass Dir erst einmal einen Wärmemengenzähler jetzt einbauen und versuche die Vorlauftemperatur so niedrig wie möglich zu bekommen => Heizsaison nutzen um die unteren Limits Deines Hauses zu erkunden => Raumweise Heizalstberechnung

    Nächstes Frühjahr dann Heizflächen optimieren und anhand der Heizlastberechnung Auslegung definieren sowie einbau einer Wärmepumpe

    Glaub mir, es wird sich besser anfühlen als die punktuelle Beheizung per Strom 1 zu 1!

    Mehr dazu dann im Haustechnikdialog Forum!


    Stromspeicher, erstrecht nun als Einzelmaßnahme auf eine 9,76 kWp Anlage...nope ;) Rechne Dir aus, was Deine kW aus dem Speicher in Vollkosten Rechnung kostet...da kannst Du viel aus dem Netz ziehen.


    Warmwasser kannst Dir gerne eine BWWP anschaffen...ist sinnvoll...würde ich aber eventuell rauslassen, wenn Du eh eine WP einbauen lässt.


    Vergiss Cloud gedöhns...das kostet nur.

  • Das Problem mit den Infrarotheizungen ist halt das die nur dann warm werden wenn der Strom fliesst. Ansonnsten ist es in der Regel kalt im Raum weil ja die Wände/Boden etc. eher kühl bleiben und Wärme braucht man meist wenn's draussen stürmt, regnet oder schneit und keine oder nur wenig PV zu Verfügung steht. Da nützt auch eine grosse Batterie nix, weil die gar nicht voll wird in den Monaten wo Du am meisten Heizung brauchst. Das heisst, Du kaufst den Heizstrom weitestgehend zu... Wieviel Heizenergie (Öl Liter) hast Du denn als Jahresverbrauch? Energiegehalt 1 Liter Heizöl entspricht in etwa 10kWh Strom.

    Disclaimer: Alles was ich Schreibe widerspiegelt lediglich meine persönliche Meinung und erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit.

  • danke für die superschnelle Reaktion.


    Wir haben leider keine Fußbodenheizung im Haus, daher müsste es ja schon eine Hocheffizienz Wärmepumpenheizung sein, oder? Für die hohen Anschaffungskosten kann ich lange Strom einkaufen.


    Auf einen Batteriespeicher gibt es ja aktuell 40% Förderung in NDS. Wenn ich mir jetzt ausrechne, dass ich dann Nachts den Strom aus dem Speicher in das Auto lade (10kWh Batterie) und an meinen Arbeitgeber verkaufe und dafür 30ct/kWh bekomme, dann amortisiert er sich rechnerisch durchaus schnell.


    Heizöl benötigen wir etwa 1500L pro Jahr

  • 15000kWh Heizenergie klingt super. Nach Schweizer Formel solltest Du mit 5kW Heizleistung gut auskommen.


    Panasonic

    Wolf Cha

    Usw. Ansehen. Alles andere wird Bullshit in Sauce.


    Wirf Dein Stammtischwissen über Bord und baue eine vernünftige Heizung ein und schaffe Dir ein BEV an.

    15,6kWp PV (Heckert Solar + Kostal)

    12,8kWh Batterie (BYD HVS)

    6kW Luft-WP (Dimplex LAK6IMR)

    50kWh E-Auto (ZOE Life)

  • Heizöl benötigen wir etwa 1500L pro Jahr

    Dann reicht höchstwahrscheinlich eine 5kW WP. Die kostet <3000€. Eventuell müssen noch einige Heizkörper gegen größere Modelle ausgetauscht werden.


    Mit IR-Heizung wären das 12000kWh Strom, mit WP nur 3000kWh.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Heizöl benötigen wir etwa 1500L pro Jahr

    Dann reicht höchstwahrscheinlich eine 5kW WP. Die kostet <3000€. Eventuell müssen noch einige Heizkörper gegen größere Modelle ausgetauscht werden.


    Mit IR-Heizung wären das 12000kWh Strom, mit WP nur 3000kWh.

    Das klingt plausibel. Ich müsste die WP größer dimensionieren da wir oben noch 3 Räume in 2022/2023 dazu bekommen. Dann eventuell doch eine WP Heizung und ein Batteriespeicher für WP und Auto. Da wir keine Fußbodenheizung haben, dachte ich immer die Vorlauftemperatur wäre da so entscheidend.

    Hat jemand mal ein paar Links bzw. Typen von passenden Heizungen, dass ich mich etwas umschauen kann?

  • Wenn du beim Ausbau vernünftig dämmst, wird sich die Heizlast kaum noch erhöhen. Da darf man gerne mehr verbauen, als nach EnEV gefordert ist.


    Gut und günstig ist Panasonic, kann man selber einbauen, wenn man handwerklich ein bisschen was drauf hat. Diese hier liefert bis 7kW.

    Ist man eher auf Heizungsbauer angewiesen, bietet sich die Wolf CHA-07 an.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Gut und günstig ist Panasonic, kann man selber einbauen, wenn man handwerklich ein bisschen was drauf hat. Diese hier liefert bis 7kW.

    das trifft auf mich zu, würde ich behaupten. Lohnt sich der Einbau auch, wenn man dann auf die Förderung verzichtet oder gibt es Möglichkeiten, diese trotzdem zu erhalten? Der Gesetzgeber setzt ja viel daran, dass die alte Ölheizung raus kommt :).

  • Wir haben leider keine Fußbodenheizung im Haus, daher müsste es ja schon eine Hocheffizienz Wärmepumpenheizung sein, oder? Für die hohen Anschaffungskosten kann ich lange Strom einkaufen.

    bitte lies aufmerksam, was gepostet wird.

    Ich schrob oben bereits, jetzt den reellen Wärmebedarf ermitteln -> minimal Einstellungen herausfinden => Wärmebedarf raumweise errechnen (lassen) und dann Heizflächen optimieren.


    Zu Deutsch....moderne große (sogar überdimensionierte) Heizkörper verwenden...dann klappts auch mit der WP.