PV-Strom an fremde Mieter verkaufen, EEG-Umlage?

  • Um wieviel PVes denn? Bzw. wieviel Fläche ist dafür vorhanden?

    Ein Verpachten der Anlage ist an sich nicht gewünscht, da wir auch Ladesäulen von diesem Strom versorgen wollen.

    Und die Ladesäulen werden dann wieder (vorwiegend) vom Mieter genutzt? Spricht ganz klar für Verpachtung an den.


    Aber mal grundsätzlich - wenn sich die PV nicht rein aus der Einspeisevergütung rechnet, machst du was falsch. Da du das Forum schon gefunden hast, kann dir hier geholfen werden herauszufinden was falsch sein könnte.

    Daß eine PV 2021 keine 10-20% EK-Rendite bringt, ist hoffentlich klar. Ebenso, daß man dafür eher keine 100% Finanzierung mehr bekommt. Sollte das deine Vorstellung sein, dann wird es besser sein wo anders zu investieren.

  • Guten Morgen,


    nein, finanziert wird nix und die Renditeerwartungen sind, so denke ich auch realistisch. 5% wären völlig OK.


    Da der Verbrauch des Mieters bei ca. 16.000 kWh liegt und ich mal angenommen habe, dass wir 65% davon mit der PV-Anlage decken können, sollte die Anlage eine Leistung von 10.000 - 15.000 kWp haben. Eher 15.000 da die Ladesäulen ja noch dazu kommen.


    Auf das Dach passen deutlich mehr. Ich habe inzwischen auch hier gelesen: Dach immer voll mach! Wenn ich nun davon ausgehe, dass die Inbetriebnahme ca. Anfang nächsten Jahres wäre, könnte ich sicher kaum mehr als 7ct/kWh als Einspeisevergütung anrechnen.


    Bei einer 30kWp-Anlage denke ich, dass ich pro Jahr etwa 29.000 kWh erzeugen könnte. Bei Erstellungskosten von weniger als 1.000 € /kWp, mit Versicherung (300€), Wartung, Reparatur (je100€), wäre die Anlage dann mit der Einspeisevergütung bezahlt.


    Eine Rendite gibts dann erst, wenn der Mieter für seinen verbrauchten Strom mehr bezahlt.


    Der Punkt ist dann die EEG-Umlage. Soweit habt Ihr mich überzeugt. Da ist Pacht sicher die bessere Wahl.

  • Wenn ich nun die Anlage verpachte, bekommt ja der Mieter die Einspeisevergütung und spart den Strom, den er von der Anlage verbraucht.


    Bei seinem derzeitigen Verbrauch bedeutet das: 16.000 kWh / a. Wenn er davon 65% durch die Anlage decken kann wären das gut 10.000 kWh / a. Bei einem Bezugspreis von derzeit 23 ct / kWh, spart er also ca. 2.500 € / Jahr.


    Die 30 kWp-Anlage könnte etwa 29.000 kWh / a erzeugen. (vermutlich)


    Bleiben nach Abzug des Eigenverbrauchs noch 19.000 kWh / a. Wären dann etwa 1.330 € Einspeisevergütung.


    Summe für den Mieter: 3.830 € / a.


    Ist diese Rechnung so realistisch?

  • mit Versicherung (300€), Wartung, Reparatur (je100€),

    Für ne 30er-Anlage 500*20 => 10 Riesen zurücklegen halte ich für extrem übertrieben, klar gibts dann keine Rendite.

    Zum Mieter: Vertrag so gestalten dass du alle paar Jahre die Pacht anpasst um letztlich den Gewinn dynamisch abzugreifen - sofern gewünscht. Kann ja sein dass das alles Familie / linke, rechte Tasche ist nur mehrere Firmen. Rechnung überlass ich dem Forum.

    Bedenk auch, dass größere Anlage zu mehr Deckung führt.

  • Da der Verbrauch des Mieters bei ca. 16.000 kWh liegt und ich mal angenommen habe, dass wir 65% davon mit der PV-Anlage decken können, sollte die Anlage eine Leistung von 10.000 - 15.000 kWp haben.

    Ich glaube, da gehst du von völlig falschen Annahmen aus. Erzeugung und Verbrauch passen bei PV nicht so gut zusammen, daß man auch nur annähernd 100% selbst nutzen könnte. Nur als Beispiel - am Sonntag wird 1/7 des Stroms erzeugt verbaucht im Gewerbe (ohne Gastronomie) aber in aller Regel deutlich weniger. Ohne zusätzliche Maßnahmen sind 50% (der Erzeugung oder des Verbrauchs, je nachdem was niedriger ist) eher realistisch.

    Der Betreiber trägt das unternehmerische Risiko, der Verpächter hat mit Versicherung und Reparatur also nichts mehr am Hut. Deshalb beinhaltet eigentlich jeder Mietvertrag die Verpflichtung, daß sich der Mieter angemessen zu versichern hat.

    Gibt imo zwar noch keine Urteile, aber was anderes könnte bei PV durchaus als unerlaubte Umgehung der EEG-Umlage interpretiert werden.

  • Danke Euch. Das waren sehr gute Hinweise.


    So, werde ich also mit 50% Eigenverbrauch rechnen, die Versicherung trägt der Mieter und die "Angstrücklage" rechne ich etwas runter.


    Die Miete muß ich dann eben mit dem Mieter so verhandeln, dass es für mich paßt.


    Nochmal schönen Dank.