Wärmepumpe statt Gasheizung - Was kann man falsch machen?

  • .Mit einem iSFP (individuellen Sanierungsfahrplan) bekommt man noch 5% mehr Förderung. Der Plan selber wird mit bis zu 80%, max. 1300€ gefördert.

    Mein Energieberater meint er kommt damit hin.

    Wie unglaublich grosszuegig...

    Sprich knapp 1650€ für den Plan, davon dann 1300€ Förderung abziehen.

    Als Ergebnis hast du sicher eine Menge schönes buntes Papier bekommen.


    Und dein Energieberater seinen neuen Tesla...


    Haftet dein Energieberater eigentlich auch in irgendeiner Form für seine Vorschläge und die daraus resultierenden (eintretenten oder nicht eintretenden) Ergebnisse?


    aber er nimmt natürlich das ganze Haus auf und das Ding soll wohl 20 oder 30 Jahre gültig sein für weitere Förderunge bzw. Maßnahmen.

    ...und was willst du in 20 oder 30 Jahren mit den heutigen Erkenntnissen noch anfangen? Da gibt es vielleicht das ENEV 2040, EEG 2040, EeWärmeG2040 und die entsprechenden europäischen Richtlinien und Verordnungen, die jetzt noch keiner kennt.

  • Warum so etwas (Passivhaus) ausschließen? Ergebnisoffene Gedankenspiele kann man ja spielen - gerade während der Planung MUSS man dies geradezu.

    Ich habe mich 2008 daz entschieden, soweit wie vertretbar in Richtung Passivhaus zu kommen. Das Endergebnis wird bei knapp über 30kWh/m² anno liegen. Ein sehr sportliches Ziel damals. Heute ärgere ich mich, den letzten Schritt nicht auch noch getan zu haben. Heute ist Dach und Fassade gedämmt und fit für min. die nächsten 25 Jahre. Da fasse ich bestimmt nicht mehr hin, das möge dann die nächste Generation tun.


    Immer daran denken: die Sanierung von heute sind die Unterhaltskosten von morgen!


    2008 hat mein Haus ca. 3000Liter Heizöl verballert. Dazu kamen ca. 2500kWh Strom und ca. 3500 Liter Benzin.

    Würde mit heutigen Kosten ca. 8400€ an jährlichen Gesamtkosten bedeuten. Heute: 750€ Einnahmen stehen 750€ Ausgaben gegenüber. +/- X€ selbstverständlich. Heizung, Haushaltsstrom und Mobilität sind damit abgedeckt. Die Einnahmen sind für die nächsten 20 Jahre fixiert, die Ausgaben werden sich selbstverständlich erhöhen - wenn sich diese dann in 20 Jahren verdoppelt haben sollten, kann ich vermutlich immer noch vor Lachen nicht einschlafen...


    Natürlich hat das alles viel Geld gekostet. Knapp 100.000€ in Summe. Nicht vergessen darf man aber, dass die letzte Sanierung Anfang der 90er Jahre erfolgte und in keinster Weise energetische Maßnahmen beinhaltete. Dach und Fassade waren also sowieso verschlissen und sanierungsbedürftig, ergo Sowieso-Kosten. Dito die alte Ölheizung. Die reinen Mehrkosten für die Ertüchtigung auf den jetzigen Standard schätze ich mit 20.000€ für die Dämmung ein. Dies mit den eingesparten Heizkosten zu erwirtschaften sollte ein leichtes sein. Die PV mit 30.000€ wird sich über die gesparten Stromkosten von ca. 1500€ aktuell im Jahr refinanzieren. Die 750€ Einspeisevergütung betrachte ich als Bonbon obendrauf. Hinzu kommt der Komfortgewinn.


    Türen und Fenster sind aktuell noch die alten aus 1992 drin - das wird jetzt im Nachgang sukzessive angegangen. Immer, wenn ich sowieso einen Raum neu vorrichten will, werden in diesem Zuge auch die Fenster mit ausgetauscht. So verteilt sich auch das auf die nächsten 5-6 Jahre und wird vermutlich aus dem laufenden Etat zu stemmen sein.


    Ich bereue bis heute nicht, damals einen kleinen Altbau auf großem Grundstück gekauft zu haben. Wenn ich meine Kollegen und ehemaligen Mitschüler mit Ihren damaligen Neubauten ansehe: 50-75% abbezahlt und die ersten Sanierungen stehen jetzt an. Müßig zu erwähnen, welcher Standard im Jahr 2000-2010 meist gebaut wurde - und welche Unterhaltskosten dort heute dran hängen. Da die Kredite noch laufen, ist an energetische Sanierung weder zu denken, noch zieht das niemand ob der erst 20 Jahre alten Dächer/Fassaden ernsthaft in Erwägung. Dazu kommen die meist erheblich kleineren Grundstücke in irgendwelchen anonymen EFH-Siedlungen. Ein Anbau für den flügge gewordenen Nachwus? Meist mangels Grundstück nicht möglich. Ein bezahlbares Haus und Grundstück in der Nähe zu finden? Meist schwer bis unmöglich. Bei mir ist noch Platz für zwei EFH auf dem Grundstück... Platz für Tochter und Sohn - aber erstmal sollen beide Ihre Ausbildung beenden und einen vernünftigen Job finden.


    Man baut nie für die jetzige Situation nach jetzigen Standards - immer versuchen 10-20 Jahre in die Zukunft zu schauen! Mindestens. DAS ist das Geheimnis...

    15,6kWp PV (Heckert Solar + Kostal)

    10,2kWh Batterie (BYD HVS)

    6kW Luft-WP (Dimplex LAK6IMR)

    50kWh E-Auto (ZOE Life)

  • Bei mir ist noch Platz für zwei EFH auf dem Grundstück... Platz für Tochter und Sohn

    ^^ ich mag dich ja wirklich, Ronny, und ich hätte selbst gerne ein größeres Grundstück, aber hast du da die Rechnung nicht ohne den Wirt gemacht? Welche Kinder wollen denn zu den Eltern in den Garten ziehen? Irgendwann haben die einen "vernünftigen Job" und besuchen dich wenn du Glück hast an Weihnachten.

  • Wir reden hier von jeweils zwei möglichen Grundstücken mit 800m². Die kostenlos zu vergeben wären. Und ich bin Handwerker mit der B-Währung in der Tasche (Beziehungen). Ein auch nicht unwesentlicher Faktor heute...


    Wer sagt denn, dass ich dann noch groß zu Hause sein werde? Ich will raus! Reisen! Entweder zu Fuß oder halt mit einem WoMo. Was halt in 10-15 Jahren noch geht... Zu Hause soll dann ein Tiny oder kleiner Bungalow als Heimathafen dienen.


    Noch ist ja Zeit (5-10Jahre) - und wenn keiner will, wird das Haus und Grundstück eben verkauft.


    Übrigens: wer noch erträgliche Grundstückspreise sucht, sollte mal in den Osten schauen.

    Bodenrichtwert bei uns 15€/m², tatsächlicher Verkaufspreis zwischen 30-40€/m² für baureifes Land.

    25km bis Chemnitz, 50km bis Leipzig. Bahn in beide Richtungen in wenigen Autominuten erreichbar...

    Mit dem Rad brauche ich hingegen 1,5h bis Chemnitz-City - ein E-Bike verweigere ich noch.

    15,6kWp PV (Heckert Solar + Kostal)

    10,2kWh Batterie (BYD HVS)

    6kW Luft-WP (Dimplex LAK6IMR)

    50kWh E-Auto (ZOE Life)

  • Hier wird die Empfehlung gegeben ein nicht mal 20 Jahre altes Haus in den Passivstandard zu heben?!? Wenn das Gebäude damals auf dem aktuellen Stand war, reden wir von höchstens 800€ Einsparungen pro Jahr.


    Sparen ist die Devise!

    Koste es was es wolle!

  • Ich denke auch, dass man hier die Kirche im Dorf lassen sollte.

    9,975 kWp
    35 * 285W LG - Solaredge - SE9K
    davon 26 Module SW und 9 Module NO

    e-Golf 300 - go-e Charger 22 kW an CEE16 Rot

    Lädt dynamisch mit PV Strom - MODBUS - NodeRed Eigenentwicklung


    TS CSMAF 0,56 1,17 2,44 3,60 4,06 4,00 3,96 3,43 2,51 1,59 0,76 0,48

    MS CSMAF 17,38 36,14 75,59 111,58 125,91 123,91 122,61 106,27 77,79 49,15 23,49 14,82

  • Es redet niemand davon, dass jetzt und sofort alles anzugehen. Aber die Potentiale und Möglichkeiten zu kennen, sollte doch hilfreich sein. BEVOR irgendwelche Arbeiten doppelt und dreifach und ohne Sinn und Verstand in Angriff genommen werden. Und ein 20 Jahre altes Haus ist nun mal "reif" für die ersten Sanierungsarbeiten.


    Bestes Beispiel ist die Heizung: auch 20 Jahre alt - und damit am Ende der Lebensdauer. Wenn die mal aussteigt, wird das im Winter passieren. 100%ig. Spätestens dann sollte man einen Plan B haben. Genaugenommen sollte man diesem WorstCase eigentlich zuvor kommen. Indem mann die Möglichkeiten einer WP bereits im Vorfeld vernünftig sondiert und auch die Kosten mal grob ermittelt.


    Dito Dach und Fassade: Wenn PV drauf soll könnte man in dem Zuge sicher auch mal über eine Aufsparrendämmung nachdenken. Schließlich soll die PV ja nicht wieder in 10 Jahren runter. Gerüste stehen auch schon. Dacheindeckung auch noch fit? An der Fassade gibt es sicherlich auch mal was zu tun nach 20 Jahren. Könnte man ja nutzen diese "Gelegenheit". Gerüst steht ja sowieso schon. Bevor man sich die nächsten 20 Jahre wieder drüber ärgert...


    Es geht vielmehr darum, in die Zukunft zu schauen und die Weichen schon im Voraus zu stellen. Und wenn in 10-20 Jahren ein Verkauf ansteht, kann die Überlegung auch dahin gehen, dass ein dann aktuelles Haus sicher leichter und besser an den Mann zu bekommen ist, als ein Haus mit Sanierungsstau. Das erreicht man aber leider nicht, wenn man immer alles und reflexhaft erstmal ablehnt... Zunächst muss man erstmal das Potential und die Kosten kennen. Nur dann kann man eine objektive Entscheidung treffen und nicht nur aus dem Bauch heraus schießen.

    15,6kWp PV (Heckert Solar + Kostal)

    10,2kWh Batterie (BYD HVS)

    6kW Luft-WP (Dimplex LAK6IMR)

    50kWh E-Auto (ZOE Life)

  • Da vergleichst Du Äpfel mit Birnen und schießt mit Deinen Ansichten imho doch ziemlich über's Ziel hinaus.


    Ein Bekannter wohnt in einem Haus von 1968 und hat Heizkosten von rund 110€ im Monat. Selbst wenn sich seine Kosten verdoppeln, lohnt ein Aufwerten in Deine vorgeschlagene Richtung nicht.

    Der wird sich eher eine Luftpuste vor's Haus stellen und am Dach das Nötigste machen, als die verklinkerte Fassade abreißen zu lassen um dann über einen Bauantrag die Dachfläche mit allen damit verbundenen Maßnahmen vergrößern zu müssen und danach wieder neu zu Verklinkern.

    Deine ausgegebenen 100.000€ holst Du nur mit Schönrechnerei wieder rein (E-Auto) - vorausgesetzt sie waren ausschließlich für die Dämmung des Gebäudes von Nöten.