PV Anlage/Speicher für Waldhütte / Komponentenbewertung

  • Liebe Experten,


    (vorab: ich bin wohl deutlich der Kategorie "Anfänger" zuzuordnen und daher bin ich super dankbar für jede Hilfestellung.)

    Ich habe die Coronazeit genutzt um die Waldhütte meines Urgroßvaters wieder instand zu setzten. Es besteht kein Landstrom. Bisher wurde etwas 12 Volt Licht per mitgebrachter Autobatterie betrieben oder der alte stinkende Inverter-Generator wurde angeschmissen. Das war nicht nur nervig sondern auch recht laut. Kühlschrank (leider defekt) und Herd wurden über Gas betrieben.

    Daher überlege ich jetzt mit meinen jungen Jahren meinen ersten Wurf Richtung Solarenergie zu machen und immer unabhängiger von dem Stromgenerator zu werden. Bisher geplant sind folgende Komponenten:


    - 3 x 335 Watt Solarmodule
    - Laderegler: Victron MPPT 150/35
    - Wechselrichter: Victron Multiplus II 48/3000/35 GX (auch wegen der geringen Eigenleistung)
    - Batterie: 1x Pylontech US3000
    - Victron Interface MK3-USB

    - Kleinkram und Kabel


    Die Verbraucher halten sich Stand heute noch recht in Grenzen (Licht in 5 Räumen, Tauchpumpe, eine Kühlbox, Handy/Ladegeräte/Kleinkram) aber ein paar Dinge wären nach der Renovierung und mit Zeit/Geld iwann denkbar (z.B. Hybrid Pelletofen). Die Dachfläche ist leider etwas begrenzt (im Winter muss dann wohl zumindest stundenweise das Aggregat unterstützen und die Batterie laden).

    Zu meinen Fragen an die Expertenrunde:

    1) Haltet ihr es für absoluten Quatsch ein 48V System mit permanenten Wechselrichter (auch wegen Eigenverbrauch und Verlust) in diesem Umfeld aufzubauen? Sollte ich lieber bei 12 oder 24 bleiben und einiges direkt ohne Wechselrichter betreiben und die Komponenten grundlegend ändern?


    2) Falls nein: Wie beurteilt ihr meine erste Zusammenstellung? Habe ich wichtige Komponenten vergessen? Passen die Komponenten zueinander?

    3) In Kombination Multiplus und Pylontech bin ich auf die teure Multiplus GX Variante zwangsweise angewiesen, richtig?! Könnte ich bei einem 24V z.B. auf dieses ESS verzichten?

    Leider ist nach der Renovierung der Geldbeutel etwas knapp. Dennoch darf man ja davon träumen auch später noch ein paar Dinge im Umfang auszubauen. Hier geht es mir vor allem um einen sauberen Start, der etwas das Budget im Auge hat und bei dem ich einiges lernen kann. (Das was ich kann, mache ich auch gerne selber. Leider kann ich aber bereits ausschließen, dass ich in der Lage bin die günstigen China Kracher selber zusammenzubauen.)


    Ich hatte auch schon bereits Kontakt zu einem befreundeten Elektroniker, der aber schnell deutlich machte, dass er nur wenig Ahnung im Solarbereich hat. Daher wende ich mich nun an euch. Über eine erste Einschätzung und einen Rat in Richtung PV-Neuling wäre ich euch sehr dankbar.
    :danke:


    Liebe Grüße
    Niklas

  • Das klingt nach einem schönen Thema für e-zepp  pezibaer  schlossschenke und weitere ... sorry für die Einladung.


    Achtung Insel-Laie ... mehr PV wenn möglich.

    Ist da wenigstens auf der wenig PV gut Sonne drauf?

    Die Mitte nehmen, mit 24V..... :juggle:


    Mit Victron ist das nicht günstig, aber gut.

    7 KWp PV an 5 KVA Hybrid WR speisen einen 10 KWh Speicher

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  • Vielen Dank für die ersten Infos. Die geplante Seite ist relativ schattenfrei, 30Grad Dachneigung und süd-östlich (aber mehr Süden als Osten:)). Aber leider ist das Hüttendach nicht all zu groß und hat auch keinen Vorplatz oder ähnliches. Ich müsste aber noch einmal genau abmessen.

    Verstehe, und dann zwei 12Volt Batterien verwenden und Wechselrichter und Laderegler anpassen? Gibt es für die Batterie eine erste Empfehlung mit guten Preis/Leistungsverhältnis?

    Bei Victron fand ich besonders auch den geringen Eigenverbrauch des Wechselrichters interessant (besonders dann wenn man ausschließlich ein 230 Volt-Netz aufbaut)? Gibt es hier denn was vergleichbares?

    Wahrscheinlich wäre dann auch darüber nachzudenken, ob man auch einen 24 Volt Kreis aufbaut?! Also Für Licht und sonstige 24V Verbraucher. Am Ende könnte man dann nur auch Probleme bekommen wenn ich z.B. weitere 220V Geräte (wie z.B. den Pelletofen) anschließen möchte. Zwei Kreisläufe wären natürlich wieder mit Installationsaufwand verbunden.

    Die Ideen überschlagen sich in weiteren Fragen - sorry.

  • Hallo Niklas,


    was sind das für Module? Gibt es ein Datenblatt?

    Kurze Prüfung, ob 3 Moduel in Reihe an den LR passen.

    Leerlaufspannung bei - 10°C ermitteln.

  • Wie oft bist du in der Hütte, zu welcher Jahreszeit und wie lange?

    Winterbetrieb ist meist am kritischten, geringe Einstrahltung, niedriger Sonnenstand (DEZ 20° Süd).

    Da noch mal drauf schauen, wie weit die nächsten Bäume weg stehen, ob es da nicht doch Verschattungen gibt.

    Das Aggregat noch nicht einmotten, könnte noch hilfreich sein.

  • Das ganze Jahr über, in der Regel wird die Hütte wohl jedes zweite Wochenende (Fr.-So.) und vllt im Jahr so 4 x eine Woche Urlaub durch die Familie bewohnt.

    Ja du könntest Recht haben, in weiterer Entfernung stehen ein paar Fichten, die die untergehende Sonne schneller abschneiden. Absolut - mit ETWAS Aggregat kann ich im Notfall auch noch gut leben. Natürlich wäre es nur schön, dass man in möglichst kurzer Aggregat-Zeit die Batterie wieder etwas gefüllt bekommt. Daher dachte ich tendenziell, dass eine höhere Spannung hierbei etwas helfen kann (neben den ganzen anderen Qualitätswerten natürlich).

    Gibt es denn was Pylontech vergleichbares auch im 24V Segment?


    Mir wurden Q Cells angeboten. Mit 3 in Reihe sollte ich dann ja eig. hinkommen oder...

  • Ganz jährig durchgehend beheizt/temperiert? Wenn nicht verabschiede dich von der Idee Pylontech wie auch LI. Blei rulez bei Kälte, Winter und unbeheizten Objekten.

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Ne, es gibt keine durchgehende Beheizung. Also die Dämmung ist ganz ordentlich und wenn wir in kalten Tagen ankommen bringt der Holzofen relativ schnell Wärme in die Hütte, die sich dann auch über Nacht bei so mind. 5 Grad im Minimum hält. Aber klar: meinen Erfahrungen der letzten zwei Jahre zeigt auch, dass die Zuleitung des Regenwassers zumindest zwei Mal bei Ankunft auch im Innenbereich gefroren war.

    Ich hatte es auch schon kurz auf dem Schirm und dachte grob dass ich ja bei Minusgraden (zumindest lt. Datenblatt) wenn überhaupt noch für z.B. Licht leicht entladen kann und dass man mit dem Zuladeprozess und der Belastung der Batterie erst im deutlichen Plusbereich beginnt (bzw. dachte ich dass das vom BMS übernommen wird oder einstellbar ist). Bei Abfahrt könnte man die Batterie natürlich auch vom Wechselrichter trennen, wenn das iwie helfen sollte. Aber klar, wenn man drüber nachdenkt: gut ist die Kälte bestimmt nicht für die Batterie. Vielen Dank daher für den Hinweis pezibaer .

    Ich will mich auch nicht nur auf die LifePo4 Batterien einschießen. Ich sah nur die (vermeintlichen) Vorteile in diesem Teil-Inselbetrieb mit kurzperiodischen Ladungen (auch durch Stromaggregat) und Entladungen.

    Hast du pezibaer konkrete Batterien im Kopf, die du mir empfehlen könntest.

  • Ganz schwer zu dem Zeitpunkt zu sagen weil man sich mal dazu den ganzen Verbrauch die lage für den WInterbetrieb im Detail den du hast anschauen müsste um hier die Auslegung zu berechnen. Exakte WH pro Tag bei nutzung .. udn auch wenn niemand dort ist. Ausrichtung der MOdule. Mit 3 MOdulen bist du wirklichs eher klein für WInter. Weil nur unter der Annahme du nimmst Blei dann muß da natürlich Rund laufen sonst wird Blei unter Mangelladung Kaputt, ist das System nicht im Bereich Mangelladung läuft das Jahre. Genau das wird ja den meisten zum Problem mit Blei das dies eben nicht Rund läuft im Winter weil falsch bemessen. Allgemein ist das mit 3 Modulen und auch Winter schon meist oft Knapp, was nicht heißt das es bei dir auch kann sein muß. Hängt sehr viel von der effektiven Nutzung ab. Ich weiß an dem Punkt eine sehr unbefriedigende Antwort.

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    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

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    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Ich hätte noch die Frage nach dem ungefähren Standort (PLZ)?

    Um das Ganze jetzt mal abzurunden, sollten wir einfach wieder mal abschätzen, wie hoch der Verbrauch pro Tag wäre, wenn die Familie in der Hütte ist. Ja, ich weiß, das ich einigen Leuten damit auf die Nerven gehe, viel zu akademisch und nicht praxistauglich. ;( Trotzdem ist ein Überschlag von Verbrauch und Erzeugung schon wichtig.

    Man kann da leicht erkennen, ob man auf dem richtigen Weg ist oder weit daneben liegt.

    Es ist völlig klar, das PV nicht dafür geeignet ist, einen Akku ideal zu laden. Dafür fehlt es an der Tages- und jahreszeitlichen Konstanz der Einstrahlung. Allerdings immer noch besser als immer den Generator in Bewegung zu setzen.

    Für den Betrieb im Sommer dürfte eigentlich alles in trockenen Tüchern sein, da reicht 1 kWp aus, wenn der Verbrauch am WE um die 5 kWh (Fr - So) beträgt und nach dem WE ca 10 Tage zum Aufladen Zeit sind.

    Jetzt die Preisfrage: Wie hoch wäre der Verbrauch im Winter an einem WE?