Planung Effizienzhaus mit PV u. Wärmepumpe

  • Hallo Forum,


    wir gerade dabei unser Gebäude gebaut in den 60er Jahren mit ca. 250m² (ohne Dachboden) nach Effizienzstandard zu sanieren.

    Hierbei hat uns der Energieberater eine Luft-Wasser Wärmepumpe mit PV Anlage (18KW) bilanziert, da kam dann KFW55 Standard raus.

    Auf einen Heizungsbauer haben wir uns noch nicht festlegen können.

    Heizungsbauer 1 möchte keine WP verbauen > Argument im Winter keine Sonne, WP rödelt und treibt den Stromverbrauch in die Höhe, deshalb nur Pellet oder Gas in Verbindung mit Solarthermie. Heizungsbauer 2 verbaut eine Weishaupt Wärmepumpe WWP LS 13-B oder eine LS 16-B wenn später Dach mit ca. 100m² ausgebaut werden soll. Und der dritte macht nur Wärmepumpe mit Pellet Hybrid, Anbindung PV möglich.

    Gas Hybrid wäre vielleicht auch noch möglich allerdings weiß ich nicht ob sich das negativ auf die Bilanzierung auswirkt wg. Co2 Ausstoß.

    Welche Heizung sollte man auswählen? Reicht die Wärmepumpe allein aus bei moderatem Verbrauch?

    Wie viel KW sollte die PV auf dem Dach haben, es wären ca. 100m² verfügbar? Ausrichtung leicht Süd- Ost.

    Ein paar PV Angebote habe ich auch schon bekommen, aber noch nicht alle beisammen.

    Bitte um eure Meinungen, vielen Dank!

  • Bei Sanierung Trockenbau Fußbodenheizung rein oder sehr große Heizkörper und den Rücklauf auf unter 40 °C zu bringen. Dann läuft das mit der lwwp. Empfehlen würde ich dir aber eine propan wp von z.b. Wolf, Vaillant, lambda, evtl. bald Bosch.

    Pv so viel wir nur irgend möglich (Modulleistung > 370wp). Dann macht das auch im Winter Spaß.

  • Hallo Sanierer21,

    ein tolles Projekt und ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz!


    Ich habe gerade mein EFH BJ 1991 (beheizte Wohnfläche 180 qm) mit viel Aufwand auf KFW-100-Effizienzhaus energetisch renoviert. Bin ehrlich gesagt etwas überrascht, dass Du bei einem deutlich älteren Haus KFW-55 erreichen wirst. Wie auch immer, schön für Dich.


    Ich habe sehr viel recherchiert und mich beraten lassen und habe schliesslich meine Gasheizung rausgeschmissen und durch eine modulierende WP (Inverter-WP) ersetzt; Sole-Erdwärme 2*110 m tief und eine PV-Anlage mit 15 kWp auf dem Dach.


    Die PV-Anlage geht hoffentlich in den nächsten Tagen ans Netz; insofern habe ich bzgl. des Zusammenspiels der verschiedenen Komponenten noch keine Erfahrungswerte.


    Der Wirkungsgrad einer WP ist um so besser je geringer die Temperaturfdifferenz zwischen der Wärmeenergiequelle (Luft, Erdwärme) und der Vorlauftemperatur der Heizung ist. Insofern wäre, wie schon geschrieben, Fußbodenheizung oder Radiatorenheizung mit niederiger VL anzustreben. Auch das Konzept für die Warmwasser-Bereitung sollte gut durchdacht sein. Je besser ein Haus isoliert ist, um so mehr fällt der Anteil der WW-Bereitung ins Gewicht.


    Ich hoffe doch, Dein Energieberater hat Dich auf die diversen Fördermöglichkeiten hingewiesen. Bei meinem Projekt gab es folgende Zuschüsse:


    Dämm-Massnahmen: 27,5 % KFW-Bank

    Ersetzen der Gasheizung durch umweltfreundliche HZG: 35 % BAFA


    Daneben gibt es länderspezifische und kommunale Förderungmassnahmen:

    Niedersachsen: PV-Anlage + Dachisolierung (seit Anfang 2021)


    Viel Erfolg bei Deinem Projekt!


    Siggi

  • Das Dach mit PV Voll machen, beide seiten, egal wieviel da drauf geht

    bei 50 kwp kannste evtl dann mal ans aufhören denken.


    30 kw max Einspeiseleistung mit einem Huawei 30 M3 KTL


    Die WP als Luft Wasser Wärmepumpe über Fussbodenheizung.


    du wirst im Winter selbstverständlich Netzbezug durch die WP haben, da du aber auch viel Strom Verkaufst weil du im sommer volles Programm erzeugen und einspeisen tust , lässt sich das Verschmerzen.

    Gas oder Öl oder Pellets sind alles Kostenfresser auf die Jahre.

    Wartung 1x im Jahr

    Schornsteinfeger 1-2 mal im Jahr

    Pellets einkaufen, Gaspreise gehen durch die Decke.

    die co2 bepreisung kommt


    mach es jetzt und mach es gleich mit einmal voll.

    in 5 Jahren wirst Du darüber dankbar sein keinen Schornstein mehr im Haus zu haben

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!


    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!


  • Danke für die Antworten und Tipps!

    Ich habe hierzu ein paar Rückfragen:

    Wie viel KW sollte die PV auf dem Dach haben, es wären ca. 100m² verfügbar?

    Das lässt sich am einfachsten beantworten: 25 kWp oder noch mehr, wenn's geht auf NW.

    > Ich glaube auf die Südseite gehen vielleicht max. 20KW drauf, warum auch noch auf NW seite zusätzlich? Das bringt doch nicht den gewünschten Ertrag, abgesehen von den Kosten.


    Bei Sanierung Trockenbau Fußbodenheizung rein oder sehr große Heizkörper und den Rücklauf auf unter 40 °C zu bringen. Dann läuft das mit der lwwp. Empfehlen würde ich dir aber eine propan wp von z.b. Wolf, Vaillant, lambda, evtl. bald Bosch.

    Pv so viel wir nur irgend möglich (Modulleistung > 370wp). Dann macht das auch im Winter Spaß.

    > Wir planen alles nur Fußbodenheizung da wir bereits den alten Boden entkernt haben, man sieht nur noch Rohbetonboden. Bisher wurde nur mit Ölöfen und Holzöfen beheizt. Ich habe mich auch über eine Deckenheizung erkundigt, allerdings denke ich wird es höhere Kosten verursachen ca. 40€ m² nur Deckenmodule. Außerdem benötigen wir sowieso Estrich da könnte man die Rohre auch im Boden legen. Die Wärme von der Decke soll angeblich besser sein als vom Boden, Strahlungswärme statt Konvektionswärme > angenehmer? > Weniger Luftumwälzung usw.. Ich wäre schon froh über eine Zentralheizung. ;(

    Warum empfiehlst Du eine Propan WP? Welche Vorteile haben die ggü. normalen WPs? Hinzu kommt das nicht jeder Heizungsbauer allmögliche Fabrikate verbaut nur die was die Vertragspartner sind.



    Wenn du auf KfW55 sanierst, sind die angegebenen WP zu groß. Hybrid ist Blödsinn. Gas + Solarthermie ist grober Unfug.

    Der Energieberater hat laut Berechnung 9KW rausbekommen. Allerdings nur auf die 250 qm.

    Dem Heizungsbauer sagte ich falls später Dachausbau geschieht dann wären da noch 100 qm mehr. Vielleicht hat er deshalb mehr Leistung berechnet. Die frage ist ob man die Dimensionierung der Heizung gleich mit potentiellem Dach was ggf. Jahre später kommen könnte (Kinder usw.) machen sollte oder nicht?



    Hallo Siggi,


    es werden umfangreiche Maßnahmen vorgenommen, Aufdachdämmung, Fassadendämmung, neue Fenster, Kellerdeckendämmung, Perimeterdämmung, Lüftungsanlage usw. Die Förderung geht über KFW und die Heizung möchte ich über BAFA beantragen.




    Warum beide Seiten mit PV voll machen, macht das überhaupt Sinn? Außerdem wird bei der Nordseite der Ertrag schlecht sein, abgesehen von den Kosten.

    Wird die WP als alleinige Heizung uns nicht die Haare vom Kopf fressen? Warum möchte der Heizungsbauer1 keine WP verbauen und setzt auf Pellets mit Solarthermie. Die Solarthermie kostet jenseits 10k, da könnte man doch lieber PV dafür verbauen. Solar im Winter zu wenig im Sommer zu viel, und die überschüssige Energie im Sommer kann nicht gespeichert werden.

    Den Schornsteinfeger werden wir eh nicht los weil wir noch den Kamin benötigen und ggf. unseren Holzofen bei extremen Temperaturen oder einfach aus Behaglichkeit beibehalten wollen. Ggf. müssen wir den Kamin sanieren aber da muss man noch mit dem Schorni reden.

    Aber ich denke nicht das Pellets durch die Decke schießen da die Pellets regional verfügbar sind, wir haben 2x Pelletwerke in der Nähe.

  • Wenn ihr eh noch einen Holzofen plant, nehmt doch gleich einen mit Wassertasche und macht die WP kleiner. Wie Du ja gesagt hast, zieht die Wärmepumpe ordentlich Strom im tiefsten Winter wenn die Temperatur unter -10°C fällt. Evlt läuft auch dann noch ein Heizstab mit. Das passiert aber im Grunde tatsächlich nur wenige Stunden im Jahr. Daher - wie Du ja schon gesagt hast, in den paar Tagen den Kamin anmachen und mit Wassertasche die Heizung zusätzlich unterstützen, bzw. Brauchwasser machen. Damit hast Du die schlimmsten Peaks im Stromverbrauch der WP abrasiert und den Rest der Zeit bist Du mit Fußbodenheizung auf jeden Fall dann im grünen Bereich. Wärmepumpe bewusst kleiner machen um dich zu "zwingen" in den ganz kalten Tagen Feuer zu machen. Sonst ist man sich eh zu bequem und nimmt den hohen Stormverbrauch einfach in Kauf - nicht aber, wenn es wirklich kühler wird ;-)


    Nordwest würde Dich zumindest im Winter, wenn die Sonne eh nicht wirklich scheint durch die indirekte Strahlung autarker machen - gerade wenn die WP Strom zieht. Aber bei DN40 und keinem richtigen NW - eher NNW würde ich mir das auch eher nochmal überlegen. Tendenziell würde ich eher etwas mehr Geld für 400 Wp Module auf der Südseite verwenden. Vielleicht sogar etwas an der Fassade / als Balkongeländer falls vorhanden anbringen statt auf die Nordseite zu gehen? Heutzutage gibt es ja einige interessante Ansätze auch für Fassaden ;-)


    In der Regel sind die Propan WP der neueste technische Stand und am effizientesten. Dazu kommt aufgrund der thermodynamischen Eigenschaften, dass der Verschleiß in der Mechanik geringer ist als bei den Hochdruck Kältemitteln wie R32 oder R410A). Diese synthetischen Kältemittel werden mehr und mehr vom Markt verbannt aufgrund ihres Treibhauspotentials. Propan ist hier ganz sicher die Zukunft. Die Wolf CHA Monoblock Wärmepumpe hat hierbei sehr gute Kennwerte und ist auch sonst Technisch gut gerüstet.


    Hier findest Du die aktuellen Wärmepumpen in einer schönen Excel Liste sortierbar:


    https://lambda-wp.at/wp-conten…nlagenliste-03_07_20.xlsx


    Da kannst Du schauen und auch sortieren. Sortiere idealerweise nach der Effizienz bei A2/W35 oder A7/W35 (der Hauptarbeitsbereich der wp). Dort sieht man das Wolf, Lambda, Vaillant, Novelan, alpha innotec etc. mit ihren Propan Geräten ganz oben mit dabei sind.

  • Wie groß ist das zum Haus gehörende Grundstück?

    Über eine WP mit Flächenkollektor könnte man nämlich auch nachdenken, weil die auch bei sehr niedrigen Außentemperaturen deutlich bessere Arbeitszahlen als eine LWWP liefert.

    Rechne Dir mal aus, was die Nordseite mit der Südseite zusammen bringt (PVGIS). Das multilpzierst Du mit 20 und der Einspeisevergütung in Euro. Jede Anlage, die pro kWp unter dem Preis liegt, rechnet sich!


    Wenn nochmal 100qm hinzukommen, dann sollte eine WP mit 14kW dicke reichen und Du hast immer reichlich Warmwasser!

    BTW:

    Euer Warmwasserspeicher hat hoffentlich ein Frischwassermodul?!? Dann entfällt die regelmäßige Aufheizung über 55°C wegen Legionellen gänzlich und die WP erreicht bessere Arbeitszahlen.

  • Hallo Julez,

    danke für die Liste, aber ich sehe da nirgends das die mit Propan laufen.
    Muss ich da explicit das Modell recherchieren?

    Laut Liste ist die Lambda ganz oben bei A2/W35 allerdings ist die Nilan bei A-7/W35 viel besser als bei A2/W35 ggü. der Lambda. Sollte man da nicht immer nach A-7 sortieren? Nilan scheint ein dänischer Hersteller zu sein.

    Das bringt mir wahrscheinlich wenig wenn der Heizungsbauer diese Marken nicht verbaut.

    Den Holzofen zusätzlich anschüren ist nur optional, ich würde da nicht mit einer festen kontinuierlichen Beheizung rechnen. Zumal wenn mehrere Parteien im Gebäude sind, OG wir und EG die Eltern wird kniffelig. Eine Wasserleitung in den späteren vorgesehenen Bereich würde ich aber schon machen lassen. Dann könnte man sich immer noch so einen Wasserofen anschaffen.