"Balkon-PV" als Starteranlage

  • @NE


    Ich habe selbst aktuell noch eine Anlage (Erweiterung ist im Aufbau), die grob Richtung O/W ausgerichtet ist. Als WR nutze ich EINEN AEConversion INV 500-90. Auf jeder Dachhälfte habe ich rd. 500 Wp Module montiert und die Modulpaare sind über eine Schottky-Diode parallel verschaltet. Ich weiß, dass viele hier von einer solchen Konfiguration abraten.


    Mein Wechselrichter wird mit zwei Computerlüftern etwas gekühlt und auch die Schottky-Diode mit ihrem Kühlkörper besitzt ebenfalls einen Lüfter. Die Lüfter betreibe ich der Einfachheit wegen über ein kleines Solarmodul mit Ausrichtung nach Süden, so dass hier besonders in der Mittagshitze für Kühlung gesorgt ist.


    Das ganze läuft jetzt seit 7 Jahr völlig problemlos. Bevor ich die Lüfter montiert hatte, wurde es dem WR oft warm und er musste die Leistung drosseln.


    Ich würde Dir aber in keinem Fall mehr zum AEConversion INV 500-90 raten (obwohl der klasse ist / Näheres siehe nächster Abschnitt). Als ich meine Anlage angemeldet habe, gab es noch keine 600VA Grenze bzw. war es noch ein schweres Unterfangen eine Guerilla-Anlage überhaupt offiziell anzumelden. Ich war der bei unserem Netzbetreiber der erste, der eine Anmeldung durchgezogen hat. Wenn Du nicht vor der Bürokratie zurückschreckst, zieh es am besten wirklich durch. Je mehr von solchen Anlagen genehmigt sind, desto höher die Chance, dass sich am Ende auch "etwas zögerliche Menschen" trauen so eine Anlage ans Balkongeländer zu schrauben ;)


    In Deinem Fall würde ich tendenziell bei einer Doppelbelegung des WR einen AEConversion INV 250-45 sowie einen AEConversion INV 350-90 nehmen und dort insgesamt drei Module pro Himmelsrichtung verbauen. Mit diesen WR kommst Du zwar nicht auf die maximal möglichen 600 VA, aber die Teile sind nach meinem subjektiven Empfinden aufgrund ihrer Gehäuse in Form von großen Kühlkörpern am ehesten dazu geeignet hier den ganzen Tag Strom zu liefern. Diese WR sind vielleicht etwas urtümlich, aber irgendwo vermutlich ähnlich robust wie ein Panzer, sofern man die Kühlrippen nutzt und für zusätzliche Luft sorgt.


    Nachtrag:

    Mein jährlicher Ertrag liegt hier übrigens bei rund 750 kWh, weil die Westseite eigentlich schon NW ist und es hier auch noch Verschattungen gibt. Im Idealfall sollte daher auch rd. 1200 kWh möglich sein, wenn man pro Himmelsrichtung 600 Wp verbaut.

  • Hat sich für dich die Belegung beider Dachseiten gelohnt ?


    Oder rentiert sich das ehr nicht gegenüber den modulkosten ?.....

  • Hat sich für dich die Belegung beider Dachseiten gelohnt ?


    Oder rentiert sich das ehr nicht gegenüber den modulkosten ?.....


    Jetzt kommt die böse Frage nach der Wirtschaftlichkeit :cursing:


    Ich fürchte, dass sich das ganze tendenziell schneller amortisieren wird als geplant. Als ich die Anlage in ihrer aktuellen Form fertig hatte, ging ich noch von einer Amortisationszeit von etwas über 10 Jahren aus. Jetzt bezahle ich im Schnitt rund 23 Cent pro kWh incl. Zählergebühren und abzüglich der jeweiligen Preisnachlässe (wechsele jährlich den Stromversorger). Ich spare jetzt also einen Teil des immer teurer werdenden Stroms und muss damit leben, dass die Micro-PV aktuell nur rund 1/6 unseres Stromverbrauchs deckt. Dies ist auch der Grund, warum ich die Anlage aktuell erweitere (unter Beibehaltung der 600 VA-Schwachsinnsgrenze).


    Eine Steuererklärung für eine "richtige PV" ist für jemanden vom Fach kein Hexenwerk, aber ich kann nachvollziehen, dass Du es vorziehst hier keine EÜR mit UStE erstellen zu wollen. Der Grund, warum ich jetzt aber unter den 600 VA bleiben möchte, waren die Anmeldeformalitäten. Für eine Einspeiseanlage müsste ein Elektriker bei uns 9 Formulare ausfüllen, wo neben meiner Schuhgröße auch die Augenfarbe meiner Großmutter abgefragt wird. Also selbst wenn ich die Anlage fix und fertig anklemme, würde es mich nicht wundern, wenn ich hier am Ende einen ganzen Batzen dafür bezahlen muss, dass sich ein Elektriker durch die Formulare kämpft. Ich schätze grob, dass die eigentliche Abnahme der Anlage vielleicht maximal eine Stunde Zeit benötigen würde. Lass den Elektriker aber Mal mindestens drei Stunden mit den Formularen + Recherche und den Rückfragen des Netzbetreibers beschäftigt sein und dann kommt hier ein Betrag heraus, den ich mit 8 Cent Einspeisevergütung nicht so schnell wieder hereinholen werde. Davon abgesehen musst Du dann noch einen Elektriker finden, der einen solche "Kleinstanlage" überhaupt betreuen möchte.


    Der Tipp von vielen hier, die entweder zu einer richtig großen Anlage raten oder der Tipp der anderen, die eine 600VA Anlage empfehlen, sind wohl beide in Ordnung. Alles was dazwischen liegt, dürfte tatsächlich unwirtschaftlich sein. Begehe aber nicht den Fehler die Stromkosten wie viele mit 30 Cent pro bezogener Kilowattstunde oder mehr zu kalkulieren. Wenn die Anlage sich wirtschaftlich rentieren soll, wäre es doch genauso bescheuert, wenn man umgekehrt einen Strompreis von 30 Cent incl. Zählerkosten akzeptieren würde. Die kaufen anderen teilweise den Strom für 8 Cent ab und wollen dann 30 Cent vom Endkunden. Also solltest Du auch hier mit spitzem Bleistift rechnen ;)


    Nachtrag:

    Ich weiß nicht, ob dies für Dich in Frage kommt, aber gerade für eine kleine Anlage kann man auch günstig an Gebrauchtmodule kommen. Und selbst die AEConversion INV 250-45 werden oft gebraucht angeboten. Den INV 350-90 wirst Du dagegen kaum gebraucht finden.

  • Jetzt kommt die böse Frage nach der Wirtschaftlichkeit :cursing:


    Ich fürchte, dass sich das ganze tendenziell schneller amortisieren wird als geplant. Als ich die Anlage in ihrer aktuellen Form fertig hatte, ging ich noch von einer Amortisationszeit von etwas über 10 Jahren aus. Jetzt bezahle ich im Schnitt rund 23 Cent pro kWh incl. Zählergebühren und abzüglich der jeweiligen Preisnachlässe (wechsele jährlich den Stromversorger). Ich spare jetzt also einen Teil des immer teurer werdenden Stroms und muss damit leben, dass die Micro-PV aktuell nur rund 1/6 unseres Stromverbrauchs deckt. Dies ist auch der Grund, warum ich die Anlage aktuell erweitere (unter Beibehaltung der 600 VA-Schwachsinnsgrenze).


    8 Cent Einspeisevergütung nicht so schnell wieder hereinholen werde. Davon abgesehen musst Du dann noch einen Elektriker finden, der einen solche "Kleinstanlage" überhaupt betreuen möchte.

    Genau, die Preiserhöhungen kalkulieren viele Leute nicht ein.

    Wenn die Anlage erweitert wird, kann man einen erheblichen größeren Anteil des Stroms selbst verbrauchen, weil die Anlage viel längere Zeit 600W erzeugt. Und wenn die Bedingungen schlechter sind (bedeckter Himmel) erzeugt die Anlage um den erweiterten Betrag mehr und ebenfalls länger Strom. Bei den Modulpreisen sollte man da nicht zögern.

    Aus dieser Studie kann man ersehen, wie hoch der monatliche Ertrag war und wie lange "Durststrecken" es gibt.

  • Naja der steuerliche Teil sei mal dahin gestellt, mich stört der zählerplatzwechel.


    Meine Überlegung ist halt die Anlage doch ehr nur auf eine Seite zu setzen, also hab ich entweder von 6-14 Uhr Sonne ( Mitte Juni, West ) oder von 14-20 Uhr ( Mitte Juni, Ost ).


    Wenn ich jetzt noch anfange 2 wechselrichter zu verschalten, nebenbei war mir nicht bewusst dass das geht und ich unter den 600VA bleibe, hab ich wieder Mehrkosten wegen mehr Hardware.


    Gebrauchte Module hatte ich mal geguckt, beim WR, dem Haupt Verschleißteil möchte ich ungern auf gebrauchtes zurückgreifen ....


  • Oft wird hier auch der WR von Growatt empfohlen. Der maximale Eingangsstrom darf hier 13 A betragen und die maximale Spannung geht bis 500 V. Wenn Dich zwei WR stören, wäre dies vielleicht eine Option für Dich.


    Meine Idee auf gebrauchte Teile zurückzugreifen war die Idee, dass ein AEConversion mit etwas Lüftung im Grund fast unverwüstlich sein müsste. Und bei der Suche nach so einem zusätzlichen WR bin ich auf gebrauchte Module gestoßen. Pro Modul habe ich dann rd. 50 EUR bezahlt. Natürlich muss man die Restnutzungsdauer mit dem Preis in Relation setzen, aber wenn ich am Ende nur 1/4 des Neupreises bezahle und 2/3 der Restnutzungsdauer bekomme, warum nicht.


    Was mich aber bei der Idee mit den gebrauchten Teil dann am Ende richtig überzeugt hat, war die Idee, hier eine Form des direkten Recylings praktizieren zu können. Die Module für meine Erweiterung stammen aus einer abgebauten Anlage, die aufgrund des Defekts einzelner Module komplett erneuert wurde. Bei Solarstrom geht es doch um Umweltschutz. Und was gäbe es besseres als Müll zu vermeiden bzw. hier Teile wiederzuverwerten, die sonst vorzeitig entsorgt würden.


    Das mit Deinem Zählerplatzwechsel verstehe ich nicht so recht. Du brauchst einen Zähler mit Rücklaufsperre und je nach Verdrahtung würde auch ein einfacher 16A Sicherungsautomat für rund 3 EUR genügen, um einen Wechselrichter anzuschließen. Solltest Du einen zusätzlichen Stromzähler für die Hutschiene montieren wollen, brauchst Du also insgesamt maximal 2-3 Plätze auf der Hutschiene. Umgekehrt kannst Du aber auch einfach zusätzliches Zeug in einer Unterverteilung unterbringen.

  • Der WR von Growatt ist für 4 Module auch nicht nutzbar, da der 600er nur Max 1050wp aushält. Alle größeren werden von meinen Energieversorger trotz drosselung abgelehnt.

    Du siehst, alles irgendwie nicht einfach, weshalb ich doch drüber nachdenke, nur 2 Module auf eine Seite zu setzen......



    Auch aufgrund des Energieversorgers ist die Erneuerung des zählerschrank so aufwendig, mein Elektriker hat sich in die pflichtvorgaben eingelesen und meinte, man müsse hier wohl in Schrank in zusätzlichem Inhalt ( Sicherungen und rcd wurden bereits erneuert) ca 2500€ investieren, um PV zu realisieren.

  • Moin,


    ich bin für eine Überbelegung mit dem YC600, je ein Ost und ein Westmodul parallel an einen MPPT. Kühler Ort für den WR mit der Möglichkeit einen passive und/oder aktive Kühlung nachzurüsten. Allerdings würde ich neue Module nehmen, für maximalen Ertrag bei schlechten Bedingungen werden die mehr Wattage machen werden ;)

    Ich habe ca. 1000€ für vier 325er JA-Solar (mittlerweile billiger), einen YC600, Kabellage und Second-Hand-Montagematerial für zwei Doppelaufständerungen inkl. Erdung bezahlt.

    Alles in eine Verteilerdose und viel Spaß beim „ernten“...anmelden muss jeder für sich entscheiden.

    Egal, was du machst, Hauptsache du machst etwas - viel Erfolg dabei! ;)

    Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand auch ansetzt: jeden Tag kommt jemand und marschiert erhobenen Hauptes drunter her!

  • Du siehst, alles irgendwie nicht einfach, weshalb ich doch drüber nachdenke, nur 2 Module auf eine Seite zu setzen......


    Ich sehe nur, dass es für Dich nicht einfach ist ;) Vielleicht ist es so gesehen wirklich besser für Dich, wenn Du Dich auf zwei Module beschränkst oder vielleicht sogar lediglich nur in einen Ökostromtarif wechselst und PV ganz sein lässt.


    Auch wenn´s vermutlich sinnlos ist, ein letzter Versuch. Wir haben auf dem Planeten Erde eine Sonne. Wenn die Sonne im Osten scheint, kann sie nicht gleichzeitig im Westen scheinen. Wenn 2 Module mit z.B. 600 Wp in Richtung Osten verbaut sind und 600 Wp in Richtung Westen, wirst Du schwerlich 1050 Wp aus den Modulen ziehen können, weshalb der WR nie überlastet werden könnte.


    Das eigentliche Problem ist aber ein anderes bzw. praktisches. Die Module werden tendenziell auf Höchstleistung und Haltbarkeit getrimmt, aber nicht alle Hersteller legen hier den gleichen Augenmerk auf die Qualität der Sperrdioden in den Modulen. Wenn also die Sonne aus dem Osten auf die Module scheint, würden die Module auf der Westseite im Schatten liegen (Spannung W niedriger als O und daher Stromfluss) und im Zweifel so lange zum Verbraucher mutieren, bis sie schön durchgebraten sind. Dieser Punkt ist nicht einfach, weil es hierfür aus meiner Sicht keine kommerzielle saubere Lösung gibt oder nur Dioden in Plastikgehäusen, denen ich persönlich nicht trauen würde. Dennoch bedeutet dies nicht, dass es unmöglich wäre eine Schottky-Diode in passender Größe auf einen Kühlkörper zu schrauben.


    Wegen Deinem Zählerplatz gibt es hier wohl zwei Optionen. Entweder ist ein Zählertausch kein Problem und man könnte auch noch einen zusätzlichen Sicherungsautomat für die PV im Zählerschrank unterbringen. Ist dies nicht der Fall, bleibt Dir nur ein Ökostromtarif und keine PV als Option. Irgendwann wird aber wohl auch bei Dir der Zähler zwangsgewechselt (Eichfrist) und spätestens dann wird Dir vermutlich der Netzbetreiber offerieren, dass Du Dein vermutlich vorhandenes Wirrwarr im Zählerschrank in Ordnung bringen lassen musst oder zur Wiederherstellung der Netzsicherheit zwangsabgeschaltet wirst. In diesem Moment würde Dein Stromverbrauch dann sogar gegen Null tendieren.


    Sorry, dass ich das jetzt so direkt und unverblümt sagen musste, aber irgendwie verstehe ich nicht so recht, wo Dein Problem liegt.

  • Der WR von Growatt ist für 4 Module auch nicht nutzbar, da der 600er nur Max 1050wp aushält. Alle größeren werden von meinen Energieversorger trotz drosselung abgelehnt.

    Du siehst, alles irgendwie nicht einfach, weshalb ich doch drüber nachdenke, nur 2 Module auf eine Seite zu setzen......

    Die Aussage verstehe ich nicht, es gehen doch 4 Module mit bis 260 W.

    Ich habe die Kombination seit einer Woche bei am laufen:


    Der Growatt 600 mit 4 gebrauchten Module a 240 W. Module liegen bei mir quer auf dem Garagendach in Richtung Süden leicht angeschrägt. Raum Hannover / Braunschweig.

    Mein schlechtestes Tagesergebnis - wie exakt die App das nun darstellt - war am Aufbautag, mit 1,8kWh für den verbleibenden Resttag. Danach immer zwischen 2,8 und 3,2. Heute habe ich um h 16:15 bereits 3,5 erreicht, bisheriger Bestwert.


    Die Anmeldung klappte ohne Probleme in wenigen Minuten per interaktiven PDF. Der Sachbearbeiter hat innerhalb von 30 Minuten geantwortet. Großes Kino !