Halbinsel zum Eigenverbrauchoptimierung und Grundlastversorgung

  • Hallo,


    ich habe kürzlich eine PV-Anlage (Ost/Süd/West) mit 11,1kWp errichten lassen.

    Die Anlage verfügt über einen kleinen Stromspeicher (Fronius Gen24 10 + BYD HVS 5.1kWh).

    Alles läuft soweit ganz gut.


    Als Ergänzung dazu möchte ich langfristig auch die Nordseite des Daches (22DN, passt etwa 5-6kWp drauf) mit Modulen "verkleiden" und dies samt 4-5kWh Speicher als Halb-Insel zu Grundlastabdeckung und als "Hobby-Backup" nutzen.

    Grundlast liegt bei etwa 200Wh und besteht aus:

    - kleinen Server + Netzwerkkram + IP-Kameras

    - Gartenbeleuchtung

    - Außenküche (Kühlschrank)


    Zusätzlich sollte diese Hobby-Anlage mein Eigenverbraucht "optimieren" und als zusatzlast zuschaltbar sein.

    Der Aufbau sollte in 2 Phasen erfolgen:


    1 Phase

    - 1 phasiger Hybridwechelsrichter + Speicher

    - Regelung zu Lastabhängiger Zuschaltung zu der bestehende PV-Anlage (AC-Seitig)

    - Stromversorgung von o.g. Grundlast über separaten Unterverteiler (Insel)


    2 Phase

    - PV-Module auf dem Nord-Dach



    Ich habe es so aufgeteilt, da ich momentan mit der Effizienz der Module auf der Nordseite mittelmäßig zufrieden bin und die Hoffnung habe, dass in kommenden 5 Jahren die Effizienz hier noch steigt (in letzten 10 Jahre ist es um ca. 30% gestiegen).


    Nach bisheriger Recherche wäre die o.g. Inselanlage mit folgenden Komponente bassieren:


    - Victron Multiplus 48/3000

    - CCGX

    - LiFePO4 Speicher 48V - ca. 4-5kWh hier bin ich noch unsicher...

    - später noch MPPT-Regler


    Ich werde sehr dankbar für ein paar Vorschläge hinsichtlich Komponentenauswahl.

    Mir ist klar, dass diese Lösung nicht unbedingt der "Wirtschaftlichkeit" beiträgt - ich betrachte es eher als eine Art "Hobby" und ich find die Gedanke sich immer mehr von der Netzversorgung zu trennen als meine Hauptmotivation.


    Besten Dank!


    Gruß


    Slawek

  • Warum verwendet ihr immer noch separate Laderegler, wenn die günstigen Hybrid-WR inzwischen alles intus haben?

    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Ich verwende einen separaten Victron Laderegler da dieser bei schlechten Lichtverhälnissen einen viel höheren Wirkungsgrad hat als der verbaute Laderegler in meinem Hybridwechselrichter.

    Ausserdem kann ich so auch geringere PV Spannungen (120V) nutzen.

  • Warum verwendet ihr immer noch separate Laderegler, wenn die günstigen Hybrid-WR inzwischen alles intus haben?

    Weshalb verwendest du hochwertige Löffel und Gabeln, wenn der günstige Göffel beides kann? Größe und Anzahl lassen sich individuell anpassen.


    Beides funktioniert eigenständig und beides funktioniert gut (in der Regel sogar besser).

    Wenn man je ein Glas Honig und ein Glas Marmelade hat, dafür nur ein Glas Essiggurken, dann machen zwei Löffel und eine Gabel mehr Sinn als ein einzelner Göffel. Außerdem soll es Fälle geben, in welchen man unterschiedliche Größen benötigt. Beim Göffel hat man hier unter Umständen ein Problem. Während der Gabel-Teil des Göffels gleich alle Essiggurken auf einmal aufspießt, passt der Löffel-Teil gar nicht erst ins Marmeladenglas.


    Die Hybriden haben sicherlich ihre Daseinsberechtigung und sind an mancher Stelle sinnvoll, aber sie sind keine Lösung für alles.

    Als Besteck zum Pappteller sind sie natürlich tauglich. :mrgreen:


    Grisu69 hat bereits ein vernünftiges Beispiel geliefert und es gibt viele weitere.


    Gruß


    schlossschenke

  • Hallo Slawek,


    leider sind weder zwei getrennte Speichersysteme (Phase 1), noch das Norddach für die Insel (Phase 2) sonderlich sinnvoll.

    Regelung zu Lastabhängiger Zuschaltung zu der bestehende PV-Anlage (AC-Seitig)

    Spätestens jetzt ist das Inselsystem auch keine Insel mehr und die Sinnhaftigkeit zweier Speichersysteme ist komplett dahin. Es wäre mehr als ratsam sich für eine Lösung zu entscheiden und diese bei PV und Speicher entsprechend zu erweitern.

    Sowohl Victron als auch Fronius bieten hier die Möglichkeit der Regelung über ein Energy-Meter und die Einbindung eines zusätzlichen netzgekoppelten Wechselrichters.


    Mir ist klar, dass diese Lösung nicht unbedingt der "Wirtschaftlichkeit" beiträgt

    Um die geht es mir gar nicht. Das Konzept als solches ist einfach nicht sinnvoll.



    Gruß


    schlossschenke

  • Hallo,


    danke für die Kommentare.


    Ich lasse momentan meine "Halbinsel-Idee" aufs Eis.


    Da ich bereits einen Hybridwechselrichter samt Stromspeicher habe, werde ich evtl. nur den DC-Speicher in kommenden Monaten erweitern. Und das nur wenn die Preise für die 2.56kWh Erweiterungs-Module fallen, was momentan nicht der Fall ist.

    Momentan liefert meine PV-Anlage zwischen 15-70kWh am Tag. In der jetzigen Wetterlage komme ich mit bestehenden 5.1kWh bis etwa 1Uhr in der Nacht klar - leider es ist kalt und meine Wärmepumpe braucht strom. Nun sobald diese ausgeschaltet wird, werde ich schnell Strom-Autark.

    Allerdings - um eine Nacht im Winter komplett "Autark" zu überstehen breuche ich etwa 20kWh Speicher - das kann man mit Sicherheit kaufen - nur wie soll es voll gemacht werden, wenn die PV-Anlage in Winter vielleicht 5kWh insgesamt am Tag liefert?

    Ich glaube, dass einzige was realistisch bei dieser Geschichte bleibt, ist die zusätliche Sicherheit, die durch PV-Point und den netzunabhängigen Betrieb meiner PV-Anlage (dank Fronius Gen24) vorhanden ist. Ob man es je brauchen wird will sich nach dem Abschalten der letzten Kohlekraftwärken zeigen.


    Grüsse


    Slawek