Mieterstrom

  • Hallo,


    ich bin neu hier und hoffe es kann mir jemand weiterhelfen. Bin mir auch nicht sicher ob das Thema schon mal diskutiert wurde.


    Ich bin in der Planung eines Mehrfamilienhauses mit 5 Wohneinheiten. Das Haus soll ggf. ein KfW 40Plus Haus werden, somit wäre auch eine eigene Stromerzeugung verpflichtend. Für mich würde das bei 5 Wohneinheiten ein höherer Zuschuss von insgesamt 18.750 € bedeuten. Eine weitere Voraussetzung ist ein Stromspeicher und es dürfen maximal 60 Prozent ins Netz eingespeist werden, 40 Prozent müssen im Haus direkt verbraucht werden soweit ich das verstanden habe.


    Gut für die Einspeisung gibt es ja nun nicht mehr viel, deswegen finde ich einen Eigenverbrauch durch die Mieter an sich recht gut. Allerdings gibt es sehr viele Hürden, ich müsste z.B. als Stromlieferant registriert werden und sämtliche Pflichten übernehmen.

    Kann mir jemand sagen, welche Pflichten das genau sind? Falls der Strom nicht ausreicht müsste ich den zukaufen und die Abrechnung würde dann komplett über mich laufen (d.h. PV Strom + Netzstrom alles über mich). Ich weiß nicht ob sich der Aufwand lohnt. Allein die 18750 EUR sind schon verlockend.

    Der Strom für die Mieter muss dann logischerweise günstiger angeboten werden als vom Grundversorger (die sollen ja auch was davon haben). Zudem haben sie Wahlfreiheit, deswegen ist es ja auch in meinem Interesse ihnen ein gutes Angebot machen zu können.

    Die Frage ist, wie viel Cent würde ich wohl effektiv verlangen können bei dem aus der PV Anlage produzierten Strom? Und v.a. wie funktioniert das mit der Abrechnung? Man muss wohl Smart Meter installieren. Sind diese zuverlässig? Woher bekommt man das?

    Und zum Schluss. Ich habe auch etwas Angst wegen der Gewerbesteuer. Da hat sich wohl nun 2021 was geändert, aber so richtig hab ich das noch nicht verstanden.


    Vielleicht gibt es jemanden der etwas ähnliches bereits umgesetzt hat?

    Ich wäre für jede Antwort dankbar.

  • Lies Dir die FAQ von pflanze durch. Dann wird folgendes passieren:


    - Mieterstrom ad acta legen

    - Speicher vergessen

    - KfW40plus dennoch bauen

    - Alle Dächer und ggf. Balkone mit PV vollmachen

    - die grosse PV treibt die WP an, die Wärme auf die Mieter umzuverteilen stellt im Gegensatz zum Strom nämlich keinerlei Problem dar

    - die grosse PV refinanziert sich allein durch die Einspeisevergütung, Dein Gewinn ist der Eigenverbrauch

    - die kleinen Balkon-PV werden jeweils direkt an die Mieterzähler angeschlossen und drücken so den Eigenverbrauch der Mieter, allerdings ohne Einspeisevergütung, das Geld holst Du Dir über die Miete wieder rein


    Ich persönlich würde ja eher ein Passivhaus empfehlen. Die eingesparten Kosten für ein Heizsystem sind nämlich auch nicht unerheblich. Gerade bei geringen Verbräuchen z.B. bei KfW40 und besserer Bauweise, können die umgelegten Installationskosten der Heizungsanlage und deren ganzem Zubehör schnell mal mehr Kosten verursachen, als der Lifetime-Verbrauch der Anlage. Rechne Dir einfach mal aus, was eine FBH + Verrohrung + mehrere Wärmepumpen in den nächsten 50 Jahren an Kosten verursachen. Dazu addierst Du dann noch den Verbrauch. Diese schwindelerregende Zahl kann einem schonmal zum Nachdenken anregen... Lüftung brauchst Du heute sowieso, gerade bei MFH. Dämmung auch. Was kommt also bei Passivhaus also dazu? Nur dumme Dämmung in Form von einfacher Mehrstärke. Installationskosten sollten ja gleich bleiben... Statt der Heizung dann noch eine Luft-Luft-WP mit Kühlfunktion mit der Lüftung kombinieren. Und fertig ist das ökologisch (fast) perfekte Haus mit echtem Mehrwert für Dich und die Mieter. Welches noch dazu ziemlich zukunftssicher ist. Ohne Heizung kein Wartungs- und Austauschproblem...

    15,6kWp PV (Heckert Solar + Kostal)

    10,2kWh Batterie (BYD HVS)

    6kW Luft-WP (Dimplex LAK6IMR)

    50kWh E-Auto (ZOE Life)