Fronius Wallbox Watt Pilot

  • Das die Regelung etwas grob ist habe ich auch gedacht, aber soweit ich das sehe sieht die Norm derzeit nur 1A Schritte vor.


    Ich weiß, dass viele Autos und Wallboxen das feiner regeln, dann außerhalb der Norm. An für sich nicht schlimm. aber ggf. mit einem erhöhten Risiko, dass sich etwas aufhängt, abstürzt der sonst etwas schief geht...

  • Hat sich schon jemand überlegt, was zukünftig 3-ph. Laden aus dem Netz bis 11 kW, bei leistungsbezogenen Netzentgelten in NE7-nicht gemessen, an Mehrkosten verursacht ?

    Ist das in Oberösterreich schon so? D.h. Wenn man eine Wallbox beantragt wird keine einmalige Leistungserweiterung (z.B. von 4kW auf 11kW) verrechnet sondern eine zusätzliche jährliche Gebühr?

  • Für mich bleibt noch die Frage offen ob ich den Wattpiloten ohne weitere Fronius-Geräte selbst über APIs steuern kann.

    Für mich auch, speziell ob die Fronius dann auch mit der OpenWB als ersten Ladepunkt kompatibel ist. Die GOE ist ja wohl 1a über API angebunden. Daher warte ich erstmal die ersten Auslieferungen und Tests ab. Mit der Förderzusage für den 2 Ladepunkt habe ich ja jetzt noch. ca. 8 Monate Zeit...

  • Hat sich schon jemand überlegt, was zukünftig 3-ph. Laden aus dem Netz bis 11 kW, bei leistungsbezogenen Netzentgelten in NE7-nicht gemessen, an Mehrkosten verursacht ?

    Ist das in Oberösterreich schon so? D.h. Wenn man eine Wallbox beantragt wird keine einmalige Leistungserweiterung (z.B. von 4kW auf 11kW) verrechnet sondern eine zusätzliche jährliche Gebühr?

    Nein, mir ist nichts bekannt, dass es aktuell in A eine Anmeldepflicht bei Installation einer Heimladestation bis 22 kW für einen Haushalt und auch eine Zahlung eines zusätzlichen Netzbereitstellungsentgeltes gibt.

    Ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Anmeldepflicht vielleicht noch kommt, vor allem wenn es im Netz eng wird.

    In A sind die Haushalte ca. 3 - 4 Mio. in NE7 nicht leistungsgemessen.


    Wenn man eine Netzanschlussleistung eines durchschnittlichen Haushaltes von 4 kW-Gesamt (=Summe aller 3 Phasen lt. Auskunft NetzOÖ) gekauft hat, so sind diese meist mit 25 A je Phase in der NZHS abgesichert.


    D. h. aktuell könnte man sogar 5,75 kW je Phase belasten (Gesamt ca. 17 kW), obwohl man nur 4 kW Anschlussleistung gekauft hat ohne eine leistungsabhängige Komponente zu bezahlen.

    Lt. Netzbetreiber löst erst ab 7 - 8 kW je Phase über einen längeren Zeitraum der Schutzschalter aus.


    Wenn in den nächsten Jahren auch die Leistungsmessung für die aktuell noch nicht leistungsgemessenen Haushalte in NE7 kommt, dann würde die gemessene Leistungskomponente als Entgelt in den neuen Netz-Tarifen 2.1. in den Netzgebühren bei Überschreitung der 4 kW z. B. auf 11 kW durchschlagen.


    Vorschlag der E-Control, Bsp.: OÖ, Preisbasis 2019, Euro 24,-- incl. Mwst je kW Jahresmittelwert der 12-Monats-Viertel-Stunden-Höchstwerte zuzüglich eines linearen Leistungs-Arbeitspreises je kWh.


    Positionspapier der E-Control, Jänner 2021

    Tarife 2.1 - www.e-control.at (e-control.at)

  • Danke für Deinen Hinweis, den ich sehr interessant und wertvoll finde.


    Kleiner Schönheitsfehler für mich bei Deinem Rechenbeispiel: wer kann schon Strom kaufen, und nur die Energie bezahlen? Die Netzgebühren muss man auch immer mit rechnen, also macht die o.g. Berechnung IMO keinen Sinn für die Praxis.


    Für 162 € bekommt man bei Awattar yearly mit brutto ca. 0,16 €/kWh "all inclusive" rd. 1.000 kWh Strom.


    Diese Energiemenge sollte die Diskussionsgrundlage sein. Da kann dann jeder entscheiden, ob es ihm das wert ist, anstatt mit max. rd. 4 kW mit bis zu 11 kW zuhause laden zu können. Was IMO nur Sinn macht, wenn man öfters untertags nach Hause kommt, und in z.B. ca. 2 h für ca. 100 km nachladen können will, um danach gleich wieder wegfahren zu können. Sowas kommt bei mir manchmal vor (Büro zuhause).


    Oder für echte Vielfahrer, denen über Nacht mit effektiv ca. 3,5 kW x 10 h = 35 kWh nachladen zu wenig ist, weil sie täglich mehr verfahren.


    Oder wenn das Laden über Nacht nicht geklappt hat, oder man vergessen hat den Stecker am EV einzustecken (ist bei uns in den letzten Jahren schon öfters passiert). Dann "pressierts" auch ziemlich und man ist froh, wenn man in möglichst kurzer Zeit maximal nachladen kann.


    Alle anderen bekommen über Nacht eben ca. 35 kWh "in den Tank" und können damit - je nach EV-Modell - ca. 120 bis 240 km täglich verfahren. Sollte für die meisten reichen.


    Und wenn die heimische 11 kW oder 22 kW Wallbox echtes Lastmanagement unterstützt (wie z.B. die Keba), können wir den Netzbezug ja auf 3,7 kW begrenzen, und bei genügend PV-Überschuss auf bis zu 11 kW rauf fahren lassen.


    In Kombi mit PV-Anlagen machen die 11/22 kW Wallboxen also schon Sinn, ohne PV wohl nur für die ganz Eiligen oder Vielfahrer.


    LG Julius

  • Danke für Deine Ausführungen und den Link zum E-Control Papier! Sehr spannende Sache.


    Und am Ende volkswirtschaftlich betrachtet natürlich sehr sinnvoll, weil nur so ein Maximum an Netzentlastung und Ausbaugeschwindigkeit der EE umsetzbar ist.


    Mit Zuckerbrot (günstige Energietarife bei geringer Netzbelastung) und Peitsche (hohe Energietarife bei starker Netzbelastung und zusätzliche Leistungs-Gebühren bei zu hohem Netzbezug) trifft man die Anwender am Geldbörserl, und nur dann wird großflächig reagiert.


    Und dann hat Österreich ja das ambitionierte Ziel, bis 2030 die Atom- und Kohlestrom-Importe aus Deutschland & Tschechien abzustellen, und sich nahezu zu 100 % selbst mit Ökostrom zu versorgen. Ist ein großes Ziel, also muss man auch jetzt die Weichen dafür stellen.


    Sehr gespannt bin ich schon auf die Erweiterung der Zuckerbrot-Komponente, wonach auch auf der untersten Netzebene alleine das Vorhalten von Regelleistung vergütet werden soll. Wenn also auch unsere EVs und stationären Batterien zur Stabilisierung des Netzes herangezogen werden, wirds so richtig interessant. Technisch und wirtschaftlich...


    Ciao Julius

  • Um zur Sache selbst vielleicht einen zweckdienlichen Hinweis liefern zu können, möchte ich hier zum Thema statisches vs. dynamisches Lastmanagement eine Auskunft des go-e Supports zitieren. Betrifft also das Grundgerät von go-e, könnte bei Fronius anders/besser sein:


    "Beim statischen Lastmanagement können Sie mehrere go-e Charger in einer Lastmanagement Gruppe zusammenfassen und einen maximalen gemeinsamen Gesamtstrom einstellen. Dabei kann die Priorität der Charger frei gewählt werden, wodurch der Strom entweder gleichmäßig aufgeteilt wird, oder die Charger eben nacheinander laden.


    Um das statische Lastmanagement zu nutzen, wird eine aktive Internetverbindung benötigt.


    Ein dynamisches Lastmanagement, bzw. eine direkte Strombegrenzung oder ein PV-Lastmanagement, welche auch andere Geräte im Haushalt berücksichtigt, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht"


    Wobei ich "... gibt es zum jetztigen Zeitpunkt nicht" frei so interpretiere, daß es in Zukunft kommen wird.


    LG Julius

  • juliusb

    Kleiner Schönheitsfehler für mich bei Deinem Rechenbeispiel: wer kann schon Strom kaufen, und nur die Energie bezahlen? Die Netzgebühren muss man auch immer mit rechnen, also macht die o.g. Berechnung IMO keinen Sinn für die Praxis.

    Für 162 € bekommt man bei Awattar yearly mit brutto ca. 0,16 €/kWh "all inclusive" rd. 1.000 kWh Strom.



    Meine Absicht war, nur die Mehrkosten (Unterschied laden bis 4 kW versus Laden mit 11 kW) aufzuzeigen.

    Und um diese vermiedenen Mehrkosten durch laden bis 4 kW kann man die Energie kaufen.


    Die nicht vermeidbaren Netzkosten bis 4 kW (netzdienliches laden) wirst du auf jeden Fall haben, daher wurden diese bei der Betrachtung außer Acht gelassen.


    Weil du hier Awattar ansprichst, Bezug von Energie zu niedrigen oder negativen Börsenpreisen:


    Wie hoch darf der Börsen-Strompreis (Break Eaven-point) maximal sein, um bei Tarife 2.1 zukünftig nicht von den leistungsbezogenen Netzgebühren kompensiert (neutralisiert) zu werden ?

  • juliusb

    Und dann hat Österreich ja das ambitionierte Ziel, bis 2030 die Atom- und Kohlestrom-Importe aus Deutschland & Tschechien abzustellen, und sich nahezu zu 100 % selbst mit Ökostrom zu versorgen. Ist ein großes Ziel, also muss man auch jetzt die Weichen dafür stellen.


    Aber auch nur bilanziell (mathematisch) und nicht real !


    Aber zu diesem Thema passt sehr gut das Webinar der E-Control:

    Mobilität der Zukunft: Energie- und Verkehrswende – Partner oder Konkurrenten?

    Online-Fachtagung Mobilität - www.e-control.at (e-control.at)

  • juliusb

    Ein dynamisches Lastmanagement, bzw. eine direkte Strombegrenzung oder ein PV-Lastmanagement, welche auch andere Geräte im Haushalt berücksichtigt, gibt es zum jetzigen Zeitpunkt nicht"


    Wobei ich "... gibt es zum jetztigen Zeitpunkt nicht" frei so interpretiere, daß es in Zukunft kommen wird.


    Dynamisches Lastmanagement kann man ja schon heute durchführen und wird von zahlreichen Energiemanagementsystemen schon unterstützt.


    Die Ladestation braucht nur die Info vom Zählpunkt, durch 3-ph. Wandlermessung, wieviel, durch Vorgabe von Parametern wie Höhe, Priorität etc., entweder vom Überschuss oder vom Bezug verwendet werden darf.