Kostal Piko Startfehler

  • Hallo PV-Kommunity,

    Ich habe einen Kostal Piko 5.5 der ersten Generation seit 2010 in Betrieb.

    Nun fängt er an Probleme zu machen, er startet tageweise nicht mehr, bleibt trotz DC-Spannung 400V - auf Status aus.

    Er fährt nach einem Hard-Reset (Sicherung raus / rein nach 1 minute) - wieder hoch. Auch wenn ich die DC-Trennstelle (die Platine innen) mit einem Föhn leicht erwärme - startet er auch. (Vermutung gealterter Elko)

    Also mit 99% liegt der Fehler auf der DC-Trennstelle ! Durch meine Recherche im Internet - ein bekannter Fehler! Was mir jedoch durchwegs auffällt sind die ~52000kwh auf der Uhr bei denen wo der gleiche Fehler auftritt.

    Daraus ergeben sich 2 Fragen an Euch!

    1. Wieviel kwh hatte eurer Kostal Piko Inverter auf der Uhr wo dieser Fehler auftrat?

    2. Hat schon jemand - diese DC Trennstelle (Board 100 488 33 03) repariert bzw. getauscht - und woher wurde diese Platine bezogen?

    Zur Sicherheit hänge ich ein Foto von der Platine an.

    LG

    Smi

  • Antwort auf Ersatzteilanfrage von Kostal:

    herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

    Ihr Wunsch nach einer kostengünstigen Lösung ist durchaus verständlich und nachvollziehbar, dennoch müssen wir weiterhin den Versand einzelner Platinen zur Selbstmontage ablehnen.

    Die Leiterplatten werden auf stromführenden Bolzen montiert und bedingen eine Montage mit einem definierten Drehmoment. Auch eine Hochspannungsprüfung der Leiterplatten kann bei einer Reparatur im Feld nicht gewährleistet werden.

    Die Platinen können nur unter Berücksichtigung der Kompatibilitäten weiterer Baugruppen und Komponenten ausgewählt und verbaut werden, auch dies kann durch den Installateur nicht sichergestellt werden.

    Wir bitten Sie um Ihr Verständnis, dass wir unserer Qualitätspolitik und unseren Standards den Vorrang geben müssen, damit wir unseren Kunden auch in Zukunft qualitative und sichere Produkte anbieten können.

  • Hier findest die Schaltpläne und Diagramme zum Piko:

    http://stan.wex.pl/


    Ich habe dasselbe Problem. Scheint eine Krankheit dieser Teile zu sein (schon mehrere Posts dazu hier im Board).


    Die Internetseite mit den Schaltplänen hatte ich gestern erst entdeckt. Gerade habe ich dann auch die Kiste mal aufgeschraubt und ging auf Fehlersuche und wurde auch fündig (denke ich).


    Auf der Platine für die DC Anschaltung (DC Trennstelle) hat sich eine Diode D10 "rausgelötet".

    Auch scheint es ein Problem mit dem Kondensator C4 (gleich rechts neben D10) zu geben, dieser wurde im Schaltplan (Polenseite) rot markiert...


    smigel1 Auf deinem Bild erkennt man die Diode leider nicht. Kannst du mal gucken ob das bei dir der gleiche Fehler ist. Ist die Diode noch da? Wenn ja, kannst du mir ein Bild der Diode machen, wegen den Daten.

  • Super danke.


    Dann ist doch schon mal sicher das die Diode wirklich da hin gehört....


    smigel1 Ist die Diode bei dir noch fest verlötet. Wie sieht es mit C4 aus?


    Mach ich mich mal auf die Suche nach dem Bauteil.


    Ein Fehler (C4 / D10) an dieser Stelle passt auch ins Fehlerbild. Das gehört zur 6V bzw. 9V Spannungsversorgung für die Relais die die DC Spannung freischalten (wenn ich den Plan richtig lese).

    PV: 12kWp (37x 325W Sonnenkraftwerk full black), WR: ABB PVI-12.5-TL-OUTD-FS

  • Hi Attila, Ja Diode D10 noch fest. C4 ist mir suspekt ich hoffe das 10MF steht für Mirco Farad (10µF/16V) - werden diesen durch einen gewöhnlichen Elko ersetzen - mal schauen. Mit dem Plan sollte der Fehler schnell gefunden und behoben sein.

  • Den Plan habe ich gerade mal überfflogen.

    Die Diode D10 ist eine Snubberdiode und gehört zum Netzteil mit dem Trafo L2.

    Sie schützt den Transistor T2.

    Warum lötet sich eine Schutzdiode aus?

    Dafür gibt es im Wesentlichen zwei Gründe.

    Entweder gibt es auf der Sekundärseite des Trafos eine Unterbrechung, direkt im Bereich der Dioden (D6, D7, D11, D14) oder aber der Trafokern ist gebrochen sodass die Streuinduktivität steigt.

    Ich glaube dass der Autor den Trafo im Verdacht hat, denn er hat ihn geöffnet und abgewickelt.*

    Das betroffene Netzteil stellt eine hohe Gleichspannung zur Verfügung welche vor dem Anschalten des Strings den Eingang einem Selbsttest unterzieht. Diese Spannung wird dafür durch die Dioden D15, D16 und D18 direkt auf die Ausgänge des DC Trennboards gegeben.


    *Der Luftspalt des Trafos welcher die Streuinduktivität bestimmt beträgt laut seinen Angaben 0,2mm.

    Bruch spielt da bei Verguss keine Rolle.

    Überschläge in der Wicklung belasten den Schalter T2, aber eher nicht die Schutzdiode.


    Gibt es auch Text zu seiner Seite?

  • Das ist, wenn korrekt gemessen, ein klarer Bauteilausfall.

    Das IC ist ein (NCP1)200D1 https://www.onsemi.com/pdf/datasheet/ncp1200-d.pdf

    Der Kondensator C4 entspricht dem C5 im Referenzdesign. und ist ein Stützkondensator für die Eigenversorgung.


    Ich weiß nicht ob das Schaltbild korrekt aufgenommen wurde, denn mich stört der nicht vorhandene current feedback obwohl ein sense Widerstand verbaut ist, Rückführung wäre auf Pin 3, da hängt aber nicht wirklich was dran.

  • Zu meiner vermissten Diode D10 finde ich unter der Bezeichnung nichts.


    Hat da jemand eine Idee was für eine das sein kann?

    PV: 12kWp (37x 325W Sonnenkraftwerk full black), WR: ABB PVI-12.5-TL-OUTD-FS