254V Überspannung im Ortsnetz, wie lange Ertragsausfall hinnehmen?

  • Heute hatten wir über Stunden auf einer Phase im Ortsnetz 254V.

    Zwei neuere meiner 5 Wechselrichter haben gemäß VDE4105 dann die Einspeisung unterbrochen, dooferweise auch die interne Akkuladung.


    Wenn das öfters passiert, wer haftet denn dann für den Ertragsausfall.


    Der Netzbetreiber sagte am Störungstelefon: "das ist halt so, wenn die Sonne scheint, es kalt ist und wenig Strom entnommen wird, steigt die Spannung"


    Muss der VNB nicht ein "ordentliches" Netz zur Verfügung stellen, notfalls einen RONT (regelbarer Ortsnetztrafo) installieren?

  • sind die Anlagen schon auf 70% gedrosselt worden?

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • sind die Anlagen schon auf 70% gedrosselt worden?

    meine 26 kWp Altanlagen = Volleinspeiser sind sowohl von VDE4105 als auch von 70% befreit (da aus 2004/2006)

    Die neue 9,9 kWh Anlage Ost/West mit 10 kWh Akku hat 70% fest (das praktisch nie erreicht wird)

    Ähnlich dürfte es bei allen anderen Anlagen sein, die an diesem Ortstrafo hängen: manche mit, andere ohne 70%


    Zur Klarstellung: es ist kein Problem an meinem HAK, sondern der VNB hat heute am Ortstrafo > 250V gemessen

  • Zur Klarstellung: es ist kein Problem an meinem HAK, sondern der VNB hat heute am Ortstrafo > 250V gemessen

    Wenn dir der VNB schon die Daten für die unzulässige und über Stunden andauernde Überschreitung der Spannung geliefert hat dann hast du jetzt doch alle Karten in der Hand:

    - Rechtsanwalt beauftragen

    - Deine Beweise übergeben (musst ja irgendwas vom VNB bekommen haben)

    - Ertragsausfall einklagen.


    Ohne irgendwelche Beweise wird's natürlich schwierig.... :-?

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • 254 V liegt über den 253 V maximal erlaubte Netzspannung nach DIN EN 50160. Somit ist der Netzbetreiber nach dem EnWG schon zum Netzausbau verpflichtet.


    Unabhängig davon ist er auch nach § 11 EEG spätestens i.V.m einem Verlangen (von dir gestellt) nach § 12 EEG zum Netzausbau verpflichtet, insofern wirtschaftlich zumutbar. Spätestens durch dieses Verlangen kannst du dann nach § 13 EEG Schadensersatz verlangen. Das ist alles EEG 2017/2021 − weiß nicht wie es in den älteren EEGs aussieht, müsste man nachschlagen, ob die Altanlage vielleicht sogar besser Ansprüche hat. Am besten alle Ansprüche nach dem jeweiligen EEG geltend machen, um mit allen Anlagen rechtssicher zu sein.



    IMHO kann man bei so hoher Spannung auch größere Geschütze auffahren, wie schon vorgeschlagen.


    Wenn deine Wechselrichter noch Scheinleistung über haben, und nicht mit cos phi 0,9 laufen, könntest du damit "beihelfen" die Netzspannung ein bisschen niedriger zu halten. Dazu bist du afaik nicht verpflichtet, ist aber vielleicht in deinem Interesse.



    Wenn ihr jetzt schon 254 V habt, wie soll es dann in 3 Monaten im Hochsommer aussehen?

  • 254 V liegt über den 253 V maximal erlaubte Netzspannung nach DIN EN 50160. Somit ist der Netzbetreiber nach dem EnWG schon zum Netzausbau verpflichtet.



    Wenn ihr jetzt schon 254 V habt, wie soll es dann in 3 Monaten im Hochsommer aussehen?

    Solange es bei 1-2 Tage bleibt, mach ich da kein Faß auf. Meine alten Volleinspeiser mit > 50 ct/Kwh liefen ja durch, nur 2 Felder die auf 2 alten kleinen Kaco waren, die ich durch einen Plenticore 7 ersetzt habe, haben abgeschaltet.


    Ich frag mich, ob ich nicht einfach den NA Schutz im Plenticore auf 10 Min Wert 255V hochsetze und den Anfahrwert ebenso?

    Zumindest habe ich damals cosphi auf 1 gesetzt, so wie es in den ollen Kaco ja auch war.


    Im Sommer dürfte das kaum auftreten, da wegen Hitze die Anlage weniger liefert.


    Ich will/kann mit dem VNB besser keinen Streit anfangen, da die mir erlaubt haben 36 kWp am HAK anzuklemmen, immer schön betonend, daß sie ja nur zu 30 kWp verpflichtet wären.


    Klar könnte ich ein Einspeisemanagement installieren, welches alle Anlagen auf 30 KVA begrenzt und dann bis 67% mehr kWp installieren (das lässt die VDE4105:2018 ja zu), das wären dann sogar 50 kWp. Aber das mit so unterschiedlichen WR umzusetzen wird eher teuer...

  • Ich will/kann mit dem VNB besser keinen Streit anfangen, da die mir erlaubt haben 36 kWp am HAK anzuklemmen, immer schön betonend, daß sie ja nur zu 30 kWp verpflichtet wären.

    Sie sind solange zu NVP==HAK verpflichtet, soweit es keinen technisch und gesamtwirtschaftlich günstigeren NVP an anderer Stelle gibt.

    Bis =30 kWp gilt der HAK automatisch als günstigster NVP. Darüber kann der HAK trotzdem günstigster NVP sein.


    https://www.clearingstelle-eeg…/haeufige-rechtsfrage/164



    Wenn zwischen ONT und deinen Anlagen nur 254/250 = 101,6% => 1,6% Spannunghub liegen, wird Q(U) oder cos phi 0,9 wohl auch nicht wirklich was richten können... Weiter beobachten, wenn es weiterhin grenzwertig ist würde ich versuchen, bei einem Netzplaner durchzukommen, anstelle des "Supports".