Tipps für PV Planung DHH gesucht

  • Hallo PV-Community,


    bei der Suche über Informationen zur Photovoltaik bin ich auf dieses Forum gestoßen, hier gibt es ja etliche hilfreiche Erstinformationen - zunächst mal besten Dank hierfür!


    Nun habe ich mich auch registriert, da ich hoffe auch spezifischere Informationen oder Anregungen für mein Projekt zu finden:

    Für eine DHH in Mittelfranken überlege ich, ein Süddach sowie ein Flachdach mit PV auszurüsten, und möchte hier die ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit abschätzen und optimieren. Ich habe zwar einen naturwissenschaftlichen Hintergrund, bezüglich PV, Heiztechnik usw. aber Newbie und bin daher dankbar für alle Empfehlungen und Ratschläge hierzu.


    Meine Ausgangsbasis sieht so aus:

    Jahresverbrauch Haushaltsstrom 3.500kWh, zusätzlich 4.500kWh für Sole-Wasser Wärmepumpe.

    Meine Dachfläche mit Maßen, Neigung etc. ist unten dargestellt, Verschattung durch Bäume, Nachbarbauten etc. gibts nicht.

    Aufgrund des hier erworbenen Wissens würde ich nun die Anlage zunächst prinzipiell so groß wie möglich wählen, und auf einen Speicher verzichten.


    Ein erstes Angebot eines lokalen Solateurs habe ich eingeholt - 11,02 kWp für ca. 17k€ Netto mit Wechselrichter, Unterbau etc. und Installation & Verkabelung, also Komplettpaket.

    Als Jahresertrag wurden vom Verkäufer 9.500 kWh geschätzt. Diesen Wert habe ich mal mit einer Kalkulation vom hier empfohlenen PVGIS-Tool abgeglichen, hier kam ein Wert von 11.400 KWh raus.


    Das sieht für mich erstmal recht solide aus, bezüglich Preisleistungsverhältnis und der empfohlenen Komponenten bin ich aber blank.


    Daher wäre meine erste konkrete Frage:

    - Haltet ihr die Auslegung der Anlage prinzipiell für sinnvoll, und ist der Preisrahmen i.O.?


    Die zweite Frage zielt Richtung einer Wirtschaftlichkeitsrechnung:

    Da ich zwar meinen Jahresverbrauch kenne, aber nicht weiß wie der sich über die Monate bzw. Tage verteilt, kann ich derzeit noch überhaupt nicht abschätzen inwieweit ich hier meinen Eigenverbrauch abschätzen soll.

    Ich würde natürlich versuchen den Stromverbrauch mehr Richtung Tag zu verlegen was Waschmaschine usw. angeht, und die WP würde ich möglichst auch bevorzugt tagsüber laufen lassen.

    - Gibt es hier Faustregeln wie sich der nutzbare Eigenbedarf kalkulieren lässt, oder gibt es hier geeignete Tools zum Energiemonitoring um den aktuellen Verbrauch mal über ein paar Monate zeitlich genau aufgelöst zu verfolgen?


    Der Bau der PV-Anlage könnte sowieso frühestens im Herbst beginnen, da er mit einem Umbau am Haus kombiniert werden würde.

    Daher möchte ich die Zwischenzeit nutzen, um eine halbwegs solide Kosten/Nutzen-Rechnung auf die Beine zu stellen.


    Für alle konstruktiven Anregungen und Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar, falls noch Infos fehlen versuche ich natürlich nachzuliefern.


    Besten Dank und sonnige Grüße,

    Flixus


    _______________________


    Erstangebot Solarteur:


    SUNPOWER Photovoltaik-Anlage bestehend aus 29

    Stück schwarzen Performance 3 Modulen

    * Leistung pro Panel 380 Watt

    * Nennleistung: 11,02 kWp

    * Wirkungsgrad 19,4 %

    * monokristalline PERC Solarzellen

    * einzigartige Parallelschaltung im Modul

    * Zellen in Schindeltechnik

    * Garantie: 25 Jahre Vollgarantie

    * schwarzer Rahmen

    * Abmessung: 1690 x 1160 mm


    Wechselrichter passend zur Anlagengröße

    Fabrikat: SMA Solar AG Deutschland

    Herstellergarantie: 5 Jahre

    für Netzparallelbetrieb, trafolos, integrierter DC-Trenner,

    diverse Schnittstellen serienmäßig, hoher

    Wirkungsgrad,




  • für eine Doppehlaushälfte fehlt mir auf deinen Bildern die anderen Hälfte?

    (Abstand von der Brandwand nach LBO beachten)

    ist das auf der Nordseite eine große Gaube?

    falls ja, evtl. auch mit einplanen.

  • 1550€/kWp finde ich zu viel. Zumindest die Gaube auf dem Norddach sollte doch wirtschaftlich sein.

    4500 kWh für eine Sole-WP legt auch nahe, dass da noch reichlich Optimierungspotential ungenutzt ist. Hydraulischer Abgleich ok? Thermischer Abgleich OK? Auslegungsfehler (beliebt: Pufferspeicher!)

  • :danke:

    Danke jodl und MR42HH,


    die Gaube auf dem Norddach werde ich wie von euch vorgeschlagen noch in meine Betrachtungen einbeziehen (ca. 5,4m x 4,2m breit, ebenfalls 15°C).


    Die andere Hälfte des Doppelhauses liegt im Osten, da sollen eh keine Module an die Grenze da das Nachbarhaus etwas höher ist.


    Die Wärmepumpe ist definitiv optimierungsfähig bzw. bedürftig, ich versuche schon seit über einem Jahr da einen Techniker herzubekommen - das Thema werde ich jetzt auch wieder mit mehr Nachdruck aufnehmen!

    • Hilfreichste Antwort

    Die Angebote Anlage ist zu teuer, und die Belegung meiner Meinung nach optimierungswürdig - die angebotene Versteingung eine kleine Katastrophe.


    Fragen zur Wirtschaftlichkeit können wir gern erarbeiten wenn realistische Angebote vorliegen und die Anlage technisch durchoptimiert würde. Klar sein sollte dir dass du mit deinem Großverbraucher und aufkommenden E-Mobilitat alles aus den Dachflachen rausholen solltest - denn DAS ist ökonomisch und ökologisch sinnVOLL.

    Ich plane stehts alle sinnvollen Flächen die sich durch Einspeisevergütung decken mit ein - der so maximieren Vorteil beim Eigenverbrsuch ist schwer bestimmbar und sollte meiner Auffassung nach (auch weil steuergünstig) in der Tasche des Betreibers bleiben.

    Gaube auf dem Norddach ca. 5,4m x 4,2m breit

    also 12 Module (4 Spalten a 3 Zeilen).


    Süd gehört deutlich dichter belegt - min 12 links der Gaube plus über der Gaube 2 Module Quer. Mit der Gaube erhält man so EINEN langen String. Verschattung am Vormittag wird vom WR ausgeregelt und der (Nach)mittagsertrag ist durch die sinnVOLLe Belegung höher. Die Gaube wird trotz abweichender Dachneigung in den String integriert - der WR suchst steht's den besten Betriebspunkt und kann das Missmatch weitest gehend ausregeln.


    Die SAT auf Süd stört und ist nicht nur reparaturfreundlicher an der Fassade oder Garage aufgehoben.


    Die aufgeständerte Garage bietet 2*8er Strings die am dreiphasigen WR kaum laufen werden - insb bei zusätzlicher Verschattung und Parallelschaltung :rolleyes: der kurzen Stringelchen. Daher wird ein zusätzlicher einphasiger WR oder SE für die Gesamtanlage nötig wenn man die Garage nicht flach belegt und beispielsweise (als 12er String) parallel zur Nordgaube packt.


    Gruß Flo

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Besten Dank für die Rückmeldung und die Bewertung Flo,

    auch wenn ich die Details der kritisierten Verstringung mangels Fachwissen noch nicht nachvollziehen kann, leuchtet es mir ein dass das Süddach dichter belegt werden sollte.


    Die SAT auf Süd stört und ist nicht nur reparaturfreundlicher an der Fassade oder Garage aufgehoben.

    => Die Sat-Schüssel kann auf jeden Fall weg, ist sozusagen ein Relikt der Vergangenheit.

    Die aufgeständerte Garage bietet 2*8er Strings die am dreiphasigen WR kaum laufen werden - insb bei zusätzlicher Verschattung und Parallelschaltung :rolleyes: der kurzen Stringelchen. Daher wird ein zusätzlicher einphasiger WR oder SE für die Gesamtanlage nötig wenn man die Garage nicht flach belegt und beispielsweise (als 12er String) parallel zur Nordgaube packt.

    => Verstehe ich das richtig, dass auf dem Flachdach demnach eine flache Belegung vorzuziehen wäre?

    Oder doch mit der 2x8 Aufständerung, und einem zusätzlichem WR oder SE?


    Und vielleicht auch als Frage an dich sowie an die Community - welche Empfehlungen könnt ihr geben, um die erwähnte technische Optimierung der Anlage hinzubekommen? Macht es eurer Meinung nach Sinn, jetzt schon Angebote von Solarteuren z.B. über die "Angebot Suche" einzuholen, oder ist es zielführender hier selber tiefer in die Technik einzusteigen?


    Danke und Grüße,

    Flixus

  • Verstehe ich das richtig, dass auf dem Flachdach demnach eine flache Belegung vorzuziehen wäre?

    Oder doch mit der 2x8 Aufständerung, und einem zusätzlichem WR oder SE?

    Genau richtig. 12 Module sind schattenarm unterzubringen und mit Nord parallel zu schalten. Hin und wieder muss man Mal schrubben - idealerweise im Regen. Gibt beliebteste Hobbys aber so käme man mit einem WR aus.

    Und für geschätzt 30-50€ pro Waschung machen manche Menschen "schlimmeres" durch.

    zielführender hier selber tiefer in die Technik einzusteigen

    Der Solateurs ist dein Geschäftspartner (PV ist ein Gewerbe) da sollte man wissen in was man investiert.

    Achtung Schattentheoretiker!

  • oder ist es zielführender hier selber tiefer in die Technik einzusteigen?

    Ja, du solltest wissen und verstehen, was auf dein Dach montiert werden soll.


    lg

    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • Ich gebe dir schon Recht citystromer - wenn ich einen Vorschlag vorliegen habe, kann und will ich schon verstehen was es damit auf sich hat, insbesondere welche Vor- und Nachteile sich daraus ergeben.


    Bestes Beispiel wie von Flo/Green_pirate genannt Verständerung vs. Flachaufbau.

    Verstehe ich jetzt so, dass der Flachaufbau einen höheren Aufwand bedeutet, aber dafür schattenarmen und damit effektiver ist - dann kann ich mir entscheiden was mir wichtiger ist (für n Fuffi putz ich gern mal, Danke für den Tipp).


    Aber die Expertise muss doch eigentlich beim Solarteur liegen, da muss ich doch einen technischen ausgereiften Vorschlag bekommen können?


    Vielleicht sollte ich einfach mal über die Angebot Suche hier im Forum schauen, um mehrere Konzepte bzw. Angebote miteinander vergleichen zu können.


    Besten Dank an euch alle für die rege Beteiligung und die guten Beiträge bisher :thumbup:


    VG

    Flixus