Erweiterung Bestandsanlage

  • Hallo zusammen,


    ich plane die Erweiterung meiner bestehenden PV-Anlage inklusive Einbau einer Wallbox, Anschaffung eines Batteriespeichers, Umbau des Zählerschranks auf Kaskade um zukünftig auch die Luft-Wasser-Wärmepumpe mit PV zu versorgen. Die WB wird auch auf den unterbrechbaren Zähler gehängt. Ist auch soweit alles schon mit dem Netzbetreiber geklärt, geht alles. Mit meinem zukünftigen Elektroauto werde ich so 30.000 km im Jahr fahren (Ich bin im Außendienst tätig).


    Meine Anlage sieht so aus:

    Inbetriebnahme: April 2014

    Anlagenleistung: 7,54 kWp

    Abregelung hart eingestellt auf 70%

    Wechselrichter: SMA STP 6000TL-20

    Module: 29x Solarfabrik Premium poly 260Wp aufgeteilt auf 2 Strings, vermutlich hälftig.

    Dachneigung: 38°

    Dachausrichtung: Süd, Azimut 17°

    Ein Sunny Home Manager ist nicht verbaut

    Anlagenstandort: Raum Mannheim


    Die Anlage läuft richtig gut. Produziert im Jahr so um die 8.000 bis 8.200kWh.


    Aufgrund eines städtischen Förderprogramms, bei dem es 1.800 € für PV und Batterie gibt, habe ich nun gerechnet und möchte nun noch eine kleine Anlage auf das Norddach packen. Das hätte auch den Charme, dass die Mehrwertsteuer für den Batteriespeicher abzugsfähig wird (Finanzamt hat das schon bestätigt). Die Anlage macht natürlich nur bedingt Sinn, da ich aber sonst die Förderung nicht bekomme und die MwSt nicht ansetzen kann, habe ich mich entschieden diese zu realisieren. Man muss dazu sagen, dass ich auch nicht der absolute Renditejäger bin. Mir ist bewusst, dass sich die Gesamtrentabilität meiner Anlage verschlechtert, wenn ich was ändere. Das ist für mich aber zweitrangig.


    Geplant ist auf dem Norddach nun Folgendes:

    8x Heckert Solar NeMo 2.0 60M 330W = 2,64 kWp, wobei man denke ich beim Norddach nur ca. 60%, also rund 1,6 kWp annehmen kann.


    Jetzt zu meinem Problem Nr. 1: AC- oder DC-Speicher?

    Mir ist klar, dass ich bei DC-Speicher alles ändern muss. Ich habe aber auch festgestellt, dass sich preislich da nicht viel tut. Ich habe ein Angebot über die Ergänzung der Bestandsanlage mit WR für die kleine Anlage von SMA, Batterie-WR von SMA und Batterie von BYD. Preislich nahezu gleichauf, ca. 300€ teurer, liegt mir ein Angebot für einen 8kW RCT Hybridwechselrichter mit RCT-Batterie vor. In diesem Falle tendiere ich dann doch zur DC-Lösung. Oder sehe ich da was falsch?


    Jetzt zu meinem Problem Nr. 2: Wie kombiniere ich die WR?

    Am jetzigen WR ist unbefriedigend, dass er nur 6kW Leistung bringt, aber nun die Abregelung dynamisch erfolgen könnte und damit ja mehr Ertrag möglich wäre (In der Spitze die 7,54kW). Gleichzeitig möchte ich natürlich die Bestandsanlage, weil viel größer auf der DC-Seite einbinden.


    Ich sehe nun folgende Möglichkeiten:

    1. Der 6kW SMA bleibt. Die Nordanlage wird mit einem 2,0kW SMA angeschlossen. (Das ist das Angebot mit SMA und AC-Speicher)

    2. Der 6kW SMA wird ersetzt durch einen 8kW RCT Hybrid-WR. Für die Nordanlage wird der alte 6kW SMA verwendet. Hier sieht mein Solateur das Problem des WR-Wirkungsgrades, die Nordanlage wäre für den 6kW-WR viel zu klein und somit würde hier viel Ertrag verloren gehen.

    3. Der 6kW SMA wird ersetzt durch einen 8kW RCT Hybrid-WR. Für die Nordanlage wird ein 2,0 kW SMA verwendet. Das würde dann das Angebot von RCT nochmal um 600€ teurer machen. Dafür hätte man die Südanlage optimal ausgenutzt und die Batterieladung erfolgte DC-seitig.

    4. Man hängt einen String vom 6kW SMA auf einen 4kW RCT-Hybrid-WR um. Dafür klemmt man die neue Nordanlage auf den alten SMA 6kW.

    5. Man hängt einen String vom 6kW SMA auf einen 6kW RCT-Hybrid-WR um. Auf den 6kW RCT-Hybrid-WR wird noch die neue Nord-Anlage aufgeklemmt.


    Der Netzbetreiber würde übrigens bei allen Varianten mitspielen, auch das ist schon geklärt.


    Eure Meinung würde mich hierzu sehr interessieren.

  • Was kostet dich die Speicherkapazität je kWh unterm Strich?

  • Beim RCT sind das 730€ pro kWh nutzbare Kapazität ohne MwSt. Bei BYD 530€. Dafür ist das Gesamtangebot an anderer Stelle wieder teurer.

  • = trotz Steuergeldern für dich ein kräftiges Minus.

  • Hallo Pflanze,


    danke für deine Rückmeldungen. Man muss hier im Forum nicht lange lesen um heraus zu finden, dass du ein glühender Batteriegegner bist. Ich gebe zu, die Rendite bei Batteriespeichern ist nicht berauschend und sie verschlechtert die Gesamtrentabilität der Anlage. Warum da jetzt aber ein kräftiges Minus stehen soll, das kann ich nicht nachvollziehen. Klar kann man auch seine PV Anlage möglichst groß machen und damit den Eigenverbrauch steigern, bei mir ist leider das Dach zu Ende, ich müsste jetzt ein weiteres Dach errichten...


    Sich bei einer Anlage zwischen 10 und 20 TEUR jetzt die ganze Zeit um die höchste Renditen Gedanken zu machen, das ist meiner Meinung nach wenig sinnvoll. Wer Rendite will, der muss an den Aktienmarkt.


    Ich wollte allerdings in diesem Thread auch keine Batteriespeicherdiskussion vom Zaun brechen, meine Frage geht eher in Richtung der Wechselrichter. Vielleicht kannst du mir hier deine Einschätzung mitteilen, würde mich freuen.

  • Warum da jetzt aber ein kräftiges Minus stehen soll, das kann ich nicht nachvollziehen.

    Dann zeig doch mal deine Rechnung.



    DC ist natürlich grundsätzlich effizienter. Deshalb alles umzubauen und Strom aus der Bestandsanlage, der deutlich höher vergütet wird, einzuspeichern und zu vernichten ergibt wenig Sinn.

  • Ich habe jetzt auch nochmal überschlagen und es macht tatsächlich wenig Sinn in meinem Fall auf DC zu wechseln.


    Ich schätze mal die Ladeverluste beim AC System sind ca. 6 bis 8 % größer als bei DC. Dann könnte man grob überschlagen:

    Ladezyklen/Jahr: 200

    Speichergröße: 5kWh

    Nutzugszeit: 20 Jahre

    Produktionskosten PV-Strom: 0,10ct/kWh

    Ladeverluste durch ungünstigeres DC-System: 7%

    200 x 5 x 7% x 0,10 € x 20 = 140 € (was bereits optimistisch gerechnet ist, kann man also vernachlässigen)


    Auch der Austausch des bestehenden WR um die Anlage bei voller Sonne noch besser auszunutzen kann man im Prinzip vergessen. Ich bin meine Tagesdiagramme der Jahre 2020 und 2019 mal durchgegangen.


    In 2020 komme ich überschlägig auf 80 kWh zusätzlichem Ertrag. Im Jahr 2019 komme ich sogar nur auf 60 kWh. Etwa die Hälfte davon bekomme ich sowieso raus, da die harte Abregelung rausfliegen kann und ich dann die vollen 6kW des SMA-WR nutzen kann. Aber selbst wenn nicht, selbst 70kWh pro x 0,134ct sind nur 9,38 € / Jahr. Auf 20 Jahre gesehen auch wieder nur magere 187,60 €. Kann man auch vernachlässigen.


    Für eine Neuanlage ist das sicher ok, wenn man diese Aspekte berücksichtigt. Aber an einer Bestandsanlage rumzuschrauben ist nicht sinnvoll.

  • Bei meiner Anlage (Nov. 2019) habe ich mich ebenfalls mit der Frage der Erweiterung beschäftigt.

    Auf das Dach passen so ca. 10-12 Module.


    Voraus schicken möchte ich, dass ich kein Elektrotechniker, Ingenieur o.ä. bin, sondern nur fachlich interessierter Laie.

    Für technische Fragen, Vergleichbarkeit der Systeme und Zulässigkeit keinerlei Obligo.

    Ich habe nur mal die Anlagendaten und die Datenblätter deines und meines WR verglichen. Soweit der Disclaimer.


    Meine Anlage

    Bisher installiert sind seit Nov. 2019 31 Heckert Module mit 320 W = 9,92 kWP auf einem Süddach mit 40% Neigung

    Es arbeitet ein Solaredge WR SE9K. 2020 hat die Anlage 10.900 kWh erzeugt, war aber überdurchschnittlich sonnig.


    lt. Datenblatt hat der WR bei einer AC Nennleistung von 9000W eine DC Eingangsleistung von max. 12150 W.

    Meinen Solarteur habe ich gefragt, wieviel zusätzliche Module der WR noch könnte.

    Er kam für die Erweiterung auf 11 Module mit je 320 W, also DC der bisherigen Anlage + Erweiterung wären 13440 W.

    Damit liegt er für die Eingangsleistung mit ca. 10 % über dem Datenblatt.

    Die DC/AC Überdimensionierung liegt im Berechnungsbeispiel des Solarteurs bei 152 % (habe ich vorliegen).


    Jetzt wage ich folgende These: SMA rechnet deutlich konservativer als SE.

    Bei 6000 W AC Nennleistung steht bei deinem WR eine maximale DC Eingangsleistung von 6125 W = 102 %.


    Deine Anlage

    Ich übertrage die Toleranzen von SE auf deine Anlage:


    Rechnet man die DC-Leistung deiner Anlage mit 7500 W alt und 1600 W neu (nach deinem Abschlag Norddach)

    bist du bei 9100 W, also bei einer DC/AC Überdimensionierung von 151,67 %

    Das entspricht dem rechnerischen Ergebnis bei meiner Anlagenerweiterung.

    Deshalb stellt sich die Frage, welche Toleranz dein Sunny von SMA hier hat.


    Kann man deine Erweiterung auf den bisherigen WR legen, ergeben sich für dich folgende Alternativen,

    (da du ja bei einem AC-System bleiben willst):


    (1) Der alte WR kann das und macht das einige/viele Jahre mit.

    Dann hast du die Investition in den 2. WR und höhere Verluste durch den Betrieb von 2 WR eingespart.


    (2) Der WR sagt sorry, nicht mein Ding.

    Dann nimmst du die ersparten Anschaffungskosten für den 2. WR als Anzahlung auf den einen neuen größeren WR

    mit 7500 oder 8000 W AC-Leistung und hast einen neuen WR mit Garantie, der von den Daten her optimal passt.


    Gute Ideen und viel Erfolg.


    ;)8)

  • Die Grundidee ist echt gut, danke für den Hinweis! Ich werde meinen Anbieter direkt mal nach den stillen Reserven der WR fragen.


    Leider scheitert die Sache an einem anderen Punkt. Sowohl der SMA-WR als auch der RCT-WR haben nur zwei Eingänge. Ich habe aber drei Kreise anzuschließen: 2 Kreise auf dem Süddach und 1 Kreis auf dem Norddach.


    In der Beschreibung von RCT steht: "Zwei unabhängige MPP-Regler, parallelschaltbar"


    Da wird nichts draus oder habe ich da einen Denkfehler?