Erdwärmepumpe, Solarthermie, PV+Akku sinnvoll kombinieren: Solarthermie lassen oder durch PV ersetzen?; wie intelligent sollte alles integriert sein?

  • Hallo zusammen,


    mein erster Beitrag im Forum... seid gnädig zu mir. ;)

    Ich habe schon einiges hier gelesen und bin überwältigt von dem geballten Fachwissen, aber exakt meine Fragestellung fand ich noch nicht.


    Ich plane, dieses Jahr unsere Ölheizung durch eine Erdwärmepumpe (Sole-Wasser, Erdbohrung) zu ersetzen, habe schon Solarthermie und PV und Akku im Haus und suche nun eine sinnvolle Kombination für die Zukunft. Kernfrage ist: Solarthermie lassen, evtl. sogar ausbauen (größerer Speicher, evtl. Röhrenkollektoren?) oder runter und alles voller PV legen?


    Die Eckdaten:

    • EFH, 100 qm EG, DG ebenfalls ca. 100 qm Grundfläche (selbst ausgebaut, aber schräg), Keller unbeheizt und nicht gedämmt, FBH (EG+DG), Niedrigenergiehaus (laut Plan: 60 kWh/(m^2*a)), aktuell 1.350 Liter Heizöl pro Jahr (im Schnitt der letzten 6 Jahre; wir mögen es gerne warm :)) für Heizung und WW, wobei knapp 6 m^2 Solarthermie (Flachkollektoren) ca. von Mai - Sept. das WW alleine schaffen (selten heizt Öl etwas zu); im Winter muss natürlich die Ölheizung auch WW erwärmen. Dazu Trinkwasserspeicher 300 L - alles 21 Jahre alt.
    • Außerdem inzwischen 14,4 kWp PV (4,6 kWp aus 2010 Westsüdwest, 9,8 kWp aus 2020 Ostnordost) und Speicher (E3DC S10E Blackline) mit 19 kWh (aus 2020). Wir leben in NRW, bekommen vermutlich knapp 900 kWh pro installiertem kWp produziert (alte Anlage: 975 kWh/kWp, neue ist noch kein Jahr alt, deshalb keine Erfahrung, aber Ostnordostseite, deshalb wohl geringer) - also etwa 13.000 kW PV-Produktion. Eigenverbrauch bisher ca. 5.000 kWh (dank Corona dieses Jahr deutlich höher), Wärmepumpe könnte ca. 2.700-3.400 kWh benötigen (13.500 / JAZ mit 4 <= JAZ <= 5?), vielleicht auch weniger bei guter Auslegung, oder mehr, wenn die Solarthermie entfällt.

    Plan: Austausch der Ölheizung mit BEG WG Förderung (45%) durch WP - und was sonst noch sinnvoll ist. Konkret gefällt mir aktuell NIBE S1155PC-6 sehr gut.


    Ich denke, ich werde mich zwischen 2 Haupt-Szenarien unterscheiden:

    • Entweder schmeiße ich die Solarthermie (6 qm) vom Dach und lege das Dach mit PV-Modulen voll (ca. 7 qm mehr, 4 Module à 355 W = 1,42 kWp, müsste noch an vorhandenen String passen).
    • Oder ich lasse die Solarthermie drauf (evtl. rüste ich mit 30% Förderung sogar noch auf Röhrenkollektoren auf?) und nehme einen großen WW-Pufferspeicher, so dass die WP ca. 5-6 Monate wenig zum WW beitragen muss.

    Im Haus leben und duschen 4 Erwachsene.


    Wir haben einen großen Tankraum, der ja nun nicht mehr benötigt wird; somit habe ich Platz im Keller. Erst dachte ich, mehr als 300 Liter Wasserspeicher wäre nicht sinnvoll wegen Legionellen; nun habe ich von Hygienespeichern gehört, bei denen das Wasser beim Durchfluss erhitzt wird - keine Legionellengefahr. Frischwassermodul kostet extra Strom beim Zapfen, da hört sich Hygienespeicher besser an. Weil wir Platz haben, könnte der Speicher ruhig groß ausfallen und auch mal 2 bewölkte Tage überbrücken, oder evtl. sogar Heizwärme zwischenspeichern. Der alte Trinkwasserspeicher ist nicht WP-geeignet (zu geringe Wärmetauscherfläche), er wird also sowieso ausgetauscht. Die Preisunterschiede zwischen z.B. 600 und 1.000 Liter fand ich gar nicht so riesig. Wenn ich Solarthermie behalte, wird in jedem Fall die Technik im Keller ausgetauscht (ich habe z.B. noch keine modulierende Umwälzpumpe).


    Ich plane mit 6 kW Heizleistung für 1.350 L Heizöl und denke, dass ich einen Heizstab für die wenigen sehr kalten Tage zusätzlich brauche. (Soweit ok?) Es gab hier im Forum viele Diskussionen dazu, dass WP häufig zu groß dimensioniert werden. Durchschnittstemperatur bei uns im Januar ist 1,3° C, Minimum laut Klimatabellen -1,1° (laut climate-data-org). Wir hatten auch schon mal -15° C, aber nie lange.


    Da ich PV und Akku/Hauskraftwerk (E3DC) habe, finde ich den Gedanken reizvoll, einen Heizstab intelligent (SG ready?) anzusteuern. Aber ich fürchte, dass das eher eine Anwendung für den Sommer und für Leute ohne Solarthermie ist. Oder scheint im kalten Winter auch so stark die Sonne, dass der Akku voll ist und PV-Überschuss für den Heizstab übrig bleibt? Ich kann es mir kaum vorstellen, wollte Euch aber doch fragen. Ich denke, mein Akku ist zu groß dafür...


    Dass im Winter auch mal die Sonne scheint und man dann evtl. die Wärmepumpe mit PV-Strom laufen lässt, statt ihn im Akku zu speichern, denke ich schon eher. Das könnte also sinnvoll sein. Welche Erfahrungen habt Ihr mit SG-ready-Ansteuerung von Wärmepumpen? Ich las schon, dass E3DC und NIBE scheinbar gut zusammenarbeiten.


    Wegen besserer Möglichkeiten zur späteren Integration und ganzheitlicher Steuerung tendiere ich zur S-Serie von NIBE.


    Weitere Gedanken, die meine Planung beeinflussen:

    • In 10 Jahren sind die 20 PV-Module mit je 230 W Westsüdwest 20 Jahre alt und ich könnte sie durch leistungsstärkere ersetzen. Wenn ich also noch ein wenig warte, kann ich später immer noch bei der PV-Leistung aufrüsten, damit mehr Strom für die Wärmepumpe und das dann evtl. vorhandene Elektroauto da ist. Dann muss die Solarthermie jetzt nicht dafür weichen.
    • Ich will keine Autarkie um jeden Preis, finde aber den Gedanken reizvoll, netzdienlich unterwegs zu sein. (Wenn alle so denken, bleibt uns vielleicht der große Blackout erspart?) Mein PV-Speicher hilft dabei im Sommer - im Winter bisher aber zu wenig. Die Wärmepumpe mit Heizstrom ist aus verschiedenen Gründen uninteressant (las ich hier im Forum: spart nichts, WP muss überdimensioniert werden, Sperrzeiten). Ohne Regelung ist die WP eher eine Belastung für's Netz. Ich hoffe, unsere Netzbetreiber haben das Problem auf dem Schirm und ich kann guten Gewissens CO2-arm planen. Weil die Netzbetreiber aber Wirtschaftsunternehmen sind und nicht Daseinsvorsorge, sondern Gewinnmaximierung betreiben ... bin ich mir da nicht ganz sicher.
    • Auch deshalb: Es klingt noch verrückt, aber das war PV vor 20 Jahren auch: Ich liebäugele mit dem Gedanken, wenn es preislich erschwinglicher wird, im Sommer Überschuss-PV-Strom zu Wasserstoff zu synthetisieren und in Gasflaschen zu speichern (HPS Picea o.ä.) und im Winter wieder zu verstromen. Da könnte man 1.500 kWh Strom und ungefähr das gleiche an Wärme (wird in der Brennstoffzelle in Form von warmer Luft frei) speichern - vielleicht zukünftig auch mehr, wenn bessere Speicher entwickelt werden. - Auch dafür wäre im Tankraum wohl noch Platz.

    Mein konkreten Fragen:

    • Mein Bauch sagt mir, ich soll die Solarthermie behalten. Was denkt Ihr?
    • Falls ich Solarthermie behalte und auf 7 qm Röhrenkollektoren aufrüste: Wie groß sollte der Pufferspeicher sein?
    • Kann ich den Speicher auch zur Heizungsunterstützung nehmen? Wie groß sollte er dann sein? Platz ist vorhanden, weil Tankraum frei wird.
    • Wie läuft in einem solchen Fall die Steuerung der Heizung? Kann das die WP alleine steuern?
    • Welche Anschlüsse bräuchte dann der Speicher? Sicher 2 Wärmetauscher (Solar, WP) zum Heizen; evtl. noch einen für die WW-Entnahme? Oder macht das die WP? Ich sollte doch, wenn ich einen externen Speicher habe, keinen WW-Speicher in der WP mehr brauchen, also eine 1155 statt einer 1255 sollte reichen, richtig?
    • Was haltet Ihr von Hygienespeichern? Wie muss man die dimensionieren? Platz hätten wir ja, Aufpreise für größere Volumen sind m. M. n. nicht so riesig. Vielleicht a) für 6 qm Flachkollektoren, b) für 7 qm Röhrenkollektoren, z.B. CDC-20. Ziel auch hier: Vorrangig WW-Bereitung, aber falls möglich auch Heizungsunterstützung. Wenn diese das Legionellen-Problem lösen und ich Platz habe, könnte ich doch einen richtig dicken Speicher nehmen, oder?
    • Lohnt sich SG ready für die Wärmepumpe? Welche Erfahrungen habt Ihr? Was kostet das? Wie gut läuft es? Wie störungsanfällig ist es?
    • Gibt es neben SG ready proprietäre Aspekte, auf die ich achten sollte (z.B. proprietäre Erweiterungen / Protokolle, die sinnvoll sind)? Speziell mit E3DC? Wie gut vertragen sich E3DC und NIBE?
    • Lohnt sich ein Heizstab für mich? Ich denke: Ja, ich brauche einen für die ganz kalten Tage, damit ich die 6-kW-WP nehmen kann, die dann meistens sehr effizient läuft.
    • Lohnt es sich, den Heizstab intelligent mit dem Hauskraftwerk zu koppeln (SG-ready etc.?) Ich denke: Nein, denn: Wenn Solarthermie bleibt, dann brauche ich im Sommer keine Wärme und im Winter habe ich keinen PV-Überschuss. Falls die Wärmepumpe im Winter das warme Wasser macht, tut sie das auch mit einem COP>1 (vermutlich sogar um die 3), macht das also immer effizienter als jeder Heizstab... => Vermutlich sollte der Heizstab nur dann zum Einsatz kommen, wenn es für die WP alleine zu kalt ist. Das kann die WP alleine entscheiden, eine darüber hinaus gehende intelligente Kopplung und Steuerung braucht es da nicht. (Oder hab ich hier einen Denkfehler?) Heißt also konkret: Ich nehme den Heizstab von der WP und keinen von E3DC.
    • Bonusfrage: Für wie hoch haltet Ihr die Chancen, dass EFH zukünftig selbst Wasserstoff elektrolysieren? Oder kaufen die großen Energieversorger die kleinen Start-ups weg, bevor diese gefährlich werden? Damit diese Frage nicht zu sehr ausufert, sollten wir vielleicht vor allem Argumente austauschen und nicht nur Meinungen.

    Danke im Voraus und viele Grüße

    Volker

  • Zitat
    Mein Bauch sagt mir, ich soll die Solarthermie behalten. Was denkt Ihr?

    Wegen 1.5 kWp mehr PV würde ich die drauflassen. Ausser du hast Spass am Umbau, dann kannst du die natürlich demontieren. Mehr Thermie würde ich eher nicht empfehlen, da im Winter sehr wenig ertrag und wenn es eh schon bis Februar reicht ist doch gut so wie es ist.


    Zitat
    Falls ich Solarthermie behalte und auf 7 qm Röhrenkollektoren aufrüste: Wie groß sollte der Pufferspeicher sein?

    Würde ich nicht tun.


    Zitat
    Kann ich den Speicher auch zur Heizungsunterstützung nehmen? Wie groß sollte er dann sein? Platz ist vorhanden, weil Tankraum frei wird.

    Es gibt Speicher für die Heizung und für WW und eben noch diese Kombispeicher/Hygienespeicher. Je nachdem welchen du hast, kannst du ihn natürlich weiter nutzen wie bisher auch.


    Zitat
    Wie läuft in einem solchen Fall die Steuerung der Heizung? Kann das die WP alleine steuern?

    Steuerung ist in der WP integriert und die kann WW und Heizung regeln. Sowohl Temp. als auch Durchfluss.


    Zitat
    Welche Anschlüsse bräuchte dann der Speicher? Sicher 2 Wärmetauscher (Solar, WP) zum Heizen; evtl. noch einen für die WW-Entnahme? Oder macht das die WP? Ich sollte doch, wenn ich einen externen Speicher habe, keinen WW-Speicher in der WP mehr brauchen, also eine 1155 statt einer 1255 sollte reichen, richtig?Was haltet Ihr von Hygienespeichern? Wie muss man die dimensionieren? Platz hätten wir ja, Aufpreise für größere Volumen sind m. M. n. nicht so riesig. Vielleicht a) für 6 qm Flachkollektoren, b) für 7 qm Röhrenkollektoren, z.B. CDC-20. Ziel auch hier: Vorrangig WW-Bereitung, aber falls möglich auch Heizungsunterstützung. Wenn diese das Legionellen-Problem lösen und ich Platz habe, könnte ich doch einen richtig dicken Speicher nehmen, oder?

    Zeige mal deine bisherige Variante. Bilder und Hydraulikplan und Beschreibung wie es installiert ist. Welche Heizkurve ist momentan eingestellt? Heizkörper oder FBH ?


    Hygienespeicher mit WP ist Nonsens! Das Wellrohr im Speicher zur Erwärmung des WW braucht eine heiße Umgebung, damit das Wasser entsprechend warm wird. Je nach Speichergröße entsprechend viel Wasser und das möglichst >50-55°C. Diese Temperaturen mag eine WP eher weniger und entsprechend schlecht ist der COP mit etwa 2,5. Auch eine Frischwasserstation macht da eher wenig Sinn, ich würde einen 300l WW-SPeicher nehmen und gut. Aber wie ist es bisher?

    Es gibt ensprechende Legionellenprogramme in der Steuerung, alles kein Thema. Wenn der Speicher alle paar Tage geleert wird, kann man sich das eh sparen weil das Wasser ja ständig erneuert wird.


    Zitat
    Lohnt sich SG ready für die Wärmepumpe? Welche Erfahrungen habt Ihr? Was kostet das? Wie gut läuft es? Wie störungsanfällig ist es?

    SG Ready ist eher Schnee von gestern. Neuerdings gibt es Smart Grid wo man Temperaturen und Programme ändern kann. So kannst du Tagsüber mehr Vorlauf geben oder WW Überheizen oder oder oder.


    Zitat
    Gibt es neben SG ready proprietäre Aspekte, auf die ich achten sollte (z.B. proprietäre Erweiterungen / Protokolle, die sinnvoll sind)? Speziell mit E3DC? Wie gut vertragen sich E3DC und NIBE?

    Smart grid sind standardisierte Schnittstellen. Du brauchst eine externe Steuerung oder einen schaltbaren Kontakt und programmierst entsprechend die gewünschte Funktion. Vorher im Handbuch des jeweiligen Gerätes lesen, wie es umgesetzt ist.

    Beispielsweise mit einem RasPi über Modbus TCP Einspeiseleisung auslesen und dann WW und Vorlauf um 2°C erhöhen. Wenn nun eine Wolke kommt oder Geschirrspüler und Waschmaschine laufen und wenig oder nichts eingespeist wird, nimmst das wieder zurück.


    Zitat
    Lohnt sich ein Heizstab für mich? Ich denke: Ja, ich brauche einen für die ganz kalten Tage, damit ich die 6-kW-WP nehmen kann, die dann meistens sehr effizient läuft.

    In der WP ist auch ein Heizstab, da würde ich keinen zweiten verbauen. Dantenblatt anschauen unter elektr. Zuheizung.


    Zitat
    Lohnt es sich, den Heizstab intelligent mit dem Hauskraftwerk zu koppeln (SG-ready etc.?) Ich denke: Nein, denn: Wenn Solarthermie bleibt, dann brauche ich im Sommer keine Wärme und im Winter habe ich keinen PV-Überschuss. Falls die Wärmepumpe im Winter das warme Wasser macht, tut sie das auch mit einem COP>1 (vermutlich sogar um die 3), macht das also immer effizienter als jeder Heizstab... => Vermutlich sollte der Heizstab nur dann zum Einsatz kommen, wenn es für die WP alleine zu kalt ist. Das kann die WP alleine entscheiden, eine darüber hinaus gehende intelligente Kopplung und Steuerung braucht es da nicht. (Oder hab ich hier einen Denkfehler?) Heißt also konkret: Ich nehme den Heizstab von der WP und keinen von E3DC.

    Lohnt nicht!


    Zitat
    Bonusfrage: Für wie hoch haltet Ihr die Chancen, dass EFH zukünftig selbst Wasserstoff elektrolysieren? Oder kaufen die großen Energieversorger die kleinen Start-ups weg, bevor diese gefährlich werden? Damit diese Frage nicht zu sehr ausufert, sollten wir vielleicht vor allem Argumente austauschen und nicht nur Meinungen.

    Diese kleinen Startups verschwinden selber mit der Zeit, weil zu wenig Leute Ihrer "tollen" Produkte kaufen. Lass dir ein Angebot machen und rechne mal nach ob es sich für dich lohnt.

  • Hallo Sepplxxx123,


    danke für Dein ausführliches Feedback!


    Zitat

    Zeige mal deine bisherige Variante. Bilder und Hydraulikplan und Beschreibung wie es installiert ist. Welche Heizkurve ist momentan eingestellt? Heizkörper oder FBH ?

    Bisher nutze ich die Solarthermie nur zur Brauchwassererwärmung, nicht zur Heizungsunterstützung (also keine Heizkurve). Ich habe einen 290 Liter Trinkwasserspeicher (d.h., das Wasser im Speicher kommt später aus dem Hahn oder der Dusche, Legionellen sind potenziell ein Problem, deswegen heizt die Ölheizung ihn auf 55°) von Nau mit zwei Wärmetauschern: Am unteren heizt die Solarthermie, am oberen heizt die Ölheizung). Der obere Wärmetauscher hat aber vermutlich zu wenig Oberfläche, um mit der geringeren Temperaturdifferenz der Wärmepumpe klarzukommen. Kesseltemperatur bei Boilerladung sind ca. 80° (und dann lädt er auch etwas mehr als 55° in den Boiler); bei der WP erwarte ich 50°.


    Ganz unten am Speicher ist der Zufluss Kaltwasser, ganz oben der Abfluss Warmwasser (mit Temperaturbegrenzer auf 60°) zu den Abnehmern, in der Mitte Rückfluss der Zirkulationsleitung. Die Zirkulationspumpe läuft nur auf Tastendruck zeitgesteuert 10 Minuten, wenn wir in der Küche spülen wollen.


    Meine aktuelle (20 Jahre alte) Solarsteuerung misst die Temperatur am Kollektor und im Speicher (in der Mitte) und bei einer Temperaturdifferenz von 6° oder mehr schaltet die Umwälzpumpe ein, die die Wärme vom Dach in den Speicher pumpt. Die Umwälzpumpe kann aber nur ein oder aus, nicht modulierend. Das würde ich auf jeden Fall modernisieren.


    Zitat

    Es gibt ensprechende Legionellenprogramme in der Steuerung, alles kein Thema. Wenn der Speicher alle paar Tage geleert wird, kann man sich das eh sparen weil das Wasser ja ständig erneuert wird.


    Ok, das spräche dann doch wieder für einen 300 Liter Trinkwasserspeicher - also wie bisher, nur 20 Jahre jünger und mit besserem Wärmetauscher (mehr Oberfläche) für die WP. Ich lasse die Flachkollektoren auf dem Dach und freue mich, dass sie da sind. Heizungsunterstützung kann ich vermutlich eh nicht viel erwarten, und eigentlich ist das ja auch Aufgabe der Wärmepumpe.


    Zitat


    SG Ready ist eher Schnee von gestern. Neuerdings gibt es Smart Grid wo man Temperaturen und Programme ändern kann. So kannst du Tagsüber mehr Vorlauf geben oder WW Überheizen oder oder oder.


    Das klingt ja sinnvoll. Mein PV-Akku holt sich per Internet auch eine Wetterprognose und lädt, wenn im Sommer sehr viel Sonne erwartet wird, den Akku verzögert erst mittags, um eine Abregelung (70%) zu vermeiden - dann wird vormittags eingespeist und mittags der Akku geladen. So ähnlich stelle ich mir das bei der Wärmepumpe auch vor: Die kann mit Wettervorhersage vorausschauend heizen. Deshalb denke ich an die S-Serie von NIBE. Oder alternativ kann man sicher auch manuell in die Steuerung eingreifen.


    Danke und viele Grüße

    Volker

  • Ist die Solarthermie auch 21 Jahre alt?


    1000 l Hygiene speicher würde ich nehmen. Da hat man genug Spielraum/pufferzeit und kann die Wärmepumpe dann im Frühling/herbst nur bei sonne/licht laufen lassen

    Elektromobile: Renault ZOE ZE40 Car Sharing und Pedelec

    • ST abbauen, bei Kleinanzeigen verkaufen.
    • Max. mit PV belegen.
    • WW-Speicher so klein wie möglich. (vier Personen, 300 l sollte reichen).
    • WW-Temp. so niedrig wie möglich.
    • WP so klein wie möglich, Heizstabeinsatz an den wenigen wirklich kalten Tagen alle 10 Jahre machen dich nicht arm.

    Legionellen sind bei einem 300 l Speicher kein Thema. der Wasserinhalt ist in spätestens 2 - 3 Tagen ausgetauscht.

    • Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
    • Im Leben kann man immer neu anfangen, aber nie von vorne.
  • Ist die Solarthermie auch 21 Jahre alt?


    1000 l Hygiene speicher würde ich nehmen. Da hat man genug Spielraum/pufferzeit und kann die Wärmepumpe dann im Frühling/herbst nur bei sonne/licht laufen lassen

    Ja, Solarthermie ist auch 21 Jahre alt. Der Speicher auch. Die Anode habe ich mal gewechselt, aber auch nicht so richtig regelmäßig... deshalb der Gedanke, ihn auch zu wechseln - vor allem auch mit besseren Tauschern drin. Ok, also ist mein Gedanke doch nicht so abwegig. :)


    Auch Dir danke für das Feedback. Das ist die zweite Option - die meinem Bauchgefühl am ehesten gefällt.

    • ST abbauen, bei Kleinanzeigen verkaufen.
    • Max. mit PV belegen.
    • WW-Speicher so klein wie möglich. (vier Personen, 300 l sollte reichen).
    • WW-Temp. so niedrig wie möglich.
    • WP so klein wie möglich, Heizstabeinsatz an den wenigen wirklich kalten Tagen alle 10 Jahre machen dich nicht arm.

    Legionellen sind bei einem 300 l Speicher kein Thema. der Wasserinhalt ist in spätestens 2 - 3 Tagen ausgetauscht.

    Danke für das Feedback. Interessant, dass auch in diesem Forum beide Meinungen vertreten sind - dann ist die Abwägung ja wahrscheinlich doch nicht so einfach. Ja, genau, das ist das eine Extrem: Ich nehme ST runter, setze voll auf PV und WP und zahle im Winter ein wenig für den Strom, bin zwar nicht besonders "netzdienlich", aber wirtschaftlich unterwegs (in laufenden Kosten, nach den Anfangsinvestitionen) und ziemlich CO2-arm. Zur PV-Lösung passt ein "kleiner" 300-Liter-Speicher, vor Legionellen muss ich eher keine Angst haben. Fast genau so lief es ja die letzten 21 Jahre auch (300-Liter-Speicher), lediglich hat die Ölheizung ihn etwas heißer aufgeladen.

  • Mein Bauch sagt mir, ich soll die Solarthermie behalten. Was denkt Ihr?


    Ich stand vor derselben Frage, und die richtige Entscheidung ist ganz klar, die ST abzubauen. Die Kombination mit WP macht energetisch gar keinen Sinn, da du mit dem auf der selben Fläche geernteten PV-Ertrag mittels der WP mehr und länger im Jahr WW machen kannst und zudem die Überschüsse anderweitig verwenden oder verkaufen. Zudem ist die ST mit 21 Jahren (genau gleich alt wie meine) weitgehend am Ende ihrer Lebenserwartung und ist auch nicht standardmäßig in das Nibegerät integrierbar.


    Kann ich den Speicher auch zur Heizungsunterstützung nehmen? Wie groß sollte er dann sein? Platz ist vorhanden, weil Tankraum frei wird.

    Speicher nur für WW, je nach Personenzahl und Bedarf so 200-500 l


    Lohnt sich ein Heizstab für mich? Ich denke: Ja, ich brauche einen für die ganz kalten Tage, damit ich die 6-kW-WP nehmen kann, die dann meistens sehr effizient läuft.

    Der ist doch in der WP schon mit drin. Der Betrieb mit PV-Strom ist jedoch sowohl illusorisch als auch unnötig. Du hast doch eine WP!

    Für wie hoch haltet Ihr die Chancen, dass EFH zukünftig selbst Wasserstoff elektrolysieren?

    Boah, sollen wir dieses Fass aufmachen? Nur meine Meinung: Ein paar Spinner werden das vielleicht machen, energetisch oder gar ökonomisch sinnvoll wird das zu 0.00% sein, auch in Zukunft. Es gibt keinerlei Notwendigkeit solche Anlagen so kleinteilig aufzubauen, und die werden von den Kosten und der Effizienz her niemals mit Großanlagen mithalten können. Im Eigenheim (und im privaten PKW) hat Wasserstoff nichts verloren und auch gar keine Chance.


    Oder kaufen die großen Energieversorger die kleinen Start-ups weg, bevor diese gefährlich werden? Damit diese Frage nicht zu sehr ausufert, sollten wir vielleicht vor allem Argumente austauschen und nicht nur Meinungen.

    Nein, denn die werden nicht gefährlich (s.o.). Aber du bist schon witzig, du fragst am Anfang explizit nach Meinungen und möchtest dann am Ende doch keine. Zu dieser Diskussion darf ich dich aber vllt besser auf den Wasserstoffthread verweisen

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

    • Entweder schmeiße ich die Solarthermie (6 qm) vom Dach und lege das Dach mit PV-Modulen voll (ca. 7 qm mehr, 4 Module à 355 W = 1,42 kWp, müsste noch an vorhandenen String passen)

    Guck dir mal an wie viel Platz um deine Solarthermiekollektoren noch ist.
    Meine 3 waren "so gut" gesetzt, dass meine PV durch den Wegfall der ST um 8 Module größer ausgefallen ist.

    Ich habe es nicht bereut und stelle mich jetzt deutlich besser.

    Muss aber gestehen, dass nur 3 Personen im Haus leben und die ST nur für WW war.

    Wobei ich auch nicht von einem nennenswerten Nutzen von ST für Heizung halte.


    Selbst wenn es bei dir auf der Wärmeseite auf +-0 rausläuft, mit dem Strom kannst du auch was anfangen wenn es mal keinen Wärmebedarf gibt.

  • Stand vor einem Jahr auch vor der Frage und habe die Solarthermie gegen PV-Module getauscht. Das war bei mir nach 20 Jahren auch die richtige Entscheidung. In beiden Modulen war Unmengen an toten Wespen (wer erkennt so was schon, wenn die auf dem Dach sind). ==> beide Flachkollektoren waren mittlerweile irgendwo undicht und hätten wohl eh bald ersetzt werden müssen.