Rechenbeispiel Senec Cloud

  • Hallo,


    ich bin beim Recherchieren hier auf das Forum gestoßen, daher auch mein erster Beitrag heute.

    Derzeit bin ich noch in der Planungsphase für eine PV-Anlage auf unserem Dach und bin über einen Bekannten auch auf die Firma Senec gestoßen. Das Cloudangebot von denen leuchtet mir allerdings noch nicht ganz ein.

    Ich habe mir die Paketpreise mal angeschaut und das auf die einzelne Kilowattstunde runtergerechnet ( Monatsgebühr x 12 / Paketgröße ).


    Basispaket 1000

    Hier kostet die Kilowattstunde dann 19,2 Cent, beim Paket 1500 dann 16,8 Cent, Paket 2000 dann 15,6 Cent.....usw....bei Paket 4000 dann 13,2 Cent. Dies setzt aber voraus, das man die Menge dann auch komplett verbraucht. Sollte ich beispielsweise von dem 1000er Paket nur 500 kWh verbrauchen, kostet mich diese dann schon 38,4 Cent !!! Sollte ich beim 2000 Paket nur 1650 kWh verbrauchen, kostet mich diese 18,9 Cent statt 15,6 Cent.


    Wenn ich statt Cloud jetzt die 1000 kWh übers Jahr verteilt ins Netz einspeise, erhalte ich hierfür 8,16 Cent ( Stand Januar 2021 ). Die selbe Menge müsste ich dann ja wieder im Lauf des Jahres zukaufen, statt sie aus der Cloud zu beziehen,

    Laut check24 liegt der aktuelle Preis pro Kilowattstunde ( Ökostrom , Grundgebühr und Boni mit einkalkuliert ) bei ca. 26,5 Cent / KWh im 1. Jahr bei Abnahme von 1000 kWh) . Wenn man jährlich den Anbieter wechselt, klappt das derzeit ja noch ganz gut mit den Boni und den dadurch vergünstigten Preisen.


    Basispaket 1000


    26,5 Cent / kWh - 8,16 Cent (Einspeisevergütung) = 18,34 Cent / kWh im Vergleich zu 19,2 Cent der Cloudlösung ( aber nur bei kompletter Abnahme der 1000 kWh, sonst wird es teurer, siehe oben ).


    Basispaket 1500

    Check24 Preisvergleich 26,0 Cent / kWh - 8,16 Cent = 17,84 Cent / kWh im Vergleich zu 16,8 Cent der Cloudlösung ( aber nur bei kompletter Abnahme der 1500 kWh, sonst wird es teurer, siehe oben ).



    Basispaket 2000

    Check24 Preisvergleich 24,5 Cent / kWh - 8,16 Cent = 16,34 Cent / kWh im Vergleich zu 15,6 Cent der Cloudlösung ( aber nur bei kompletter Abnahme der 2000 kWh, sonst wird es teurer, siehe oben ).


    Zusammenfassend würde ich sagen, daß sich das Basispaket 1000 derzeit überhaupt nicht lohnt. Ab dem 2000 Paket kann es günstiger sein als das externe Zukaufen. Sobald man die kWh im Paket aber nicht voll abruft, kann sich die Rechnung schon wieder recht schnell umkehren und ins Minus führen. Hier federt die Best-Paket Plus-Abrechnung das Minus zwar etwas ab, weil man in das nächst niedrigere Paket fällt, aber dann steigt der Preis pro kWh ja wieder und sobald mein Cloudverbrauch nicht mehr exakt im 500er Raster liegt, wirkt es sich zusätzlich negativ auf den Preis aus.


    Paket 1500, ungünstigste Auslastung bei 1101 kWh = 22,88 Cent, beste Auslastung bei 1500 kWh = 16,8 Cent

    Paket 2000 = 19,49 - 15,6 Cent

    Paket 2500 = 17,70 - 14,8 Cent

    Paket 3000 = 16,60 - 14,4 Cent


    Sollte ich sicher sein, mindestens 3500 KwH / Jahr in die Cloud einspeisen zu können ( Basispaket 3500 ) und mindestens 3101 kWh später wieder aus der Cloud zu verbrauchen, rechnet es sich auf jeden Fall.

    > 480 € / 3101 kWh = 15,48 Cent

    > 480 € / 3500 kWh = 13,71 Cent


    Sollte die abgerufene Menge aus der Cloud übrigens größer als die in die Cloud eingespeiste Menge sein, werden 27 Cent / kWh berechnet.


    Fairer wäre es, wenn keine monatliche Grundgebühr berechnet werden würde, sondern ein fixer Preis pro genutzter kWh aus der Cloud ( in Abhängigkeit von der benötigten Paketgröße ).


    Ein Vorteil der Cloud könnte beim häufigen Laden eines E-Autos an einer externen Ladesäule entstehen, weil hier die Preise für die kWh bei 29 Cent liegen.

    Hier fällt zwar 4,95 / Monat Grundgebühr für Cloud to go an, im 4000 Paket bei perfekter Auslastung meines Paketkontingentes beträgt der Preis beim Tanken dann aber nur 13,2 Cent / kWh + 1,5 Cent / kWh Grundgebühr = 14,7 Cent / kWh ( mit den oben genannten Risiken der Preiserhöhung ).


    Daher tendiere ich derzeit eher zu einem größeren Speicher um den Verbrauch in der sonnenreichen Jahreszeit möglichst komplett 24 h / Tag abdecken zu können und nur in den Wintermonaten externen Strom bei einem frei zu wählenden Anbieter zukaufen zu müssen.


    Mich würde mal interessieren, wie ihr das seht und ob ich hier evtl. auch noch ne Denk- / Rechenfehler mit drinn habe.


    Grüße

  • daß dich die aus dem Speicher entnommene Energie mehr kostet als die aus dem Netz bezogene weißt du aber schon ?

    Falls nein, dann solltest du deine Berechnungen vielleicht auch noch auf dieses Thema ausdehnen

  • Hi Jodl,


    so genau weiß ich das noch nicht, bin noch in der ersten Informationsphase und lese hier fleißig im Forum.

    Gibt es denn überhaupt Konstellationen, wo sich ein Speicher derzeit halbwegs rechnet ?


    Mir ging es auch erstmal nur um die ( schwierig zu erzielende ) Rentabilität der Cloudlösung und die sehe ich aufgrund der obigen Rechenbeispiele derzeit nicht. Wollte nur sicher sein, ob ich hier nichts übersehen habe und ggf. anderen Interessierten die Rechnung mal "präsentieren", daher meine Threaderöffnung.

    Nach dem Stöbern hier im Forum scheint auch die Installation eines Speichers zumindest fragwürdig zu sein. Hier in Niedersachsen ist die 40 % Förderung aber evtl. ne Argument dafür. Ich werde hierzu aber mal einen weiteren Thread aufmachen und mein Projekt vorstellen, sobald ich mich weiter eingelesen habe.


    Grüße

  • Ost/West Dach mit kleiner zusätzlichen Nord/Südbelegung... Huawei-Kaskade mit 5KTL-M1 (135) + 17KTL-M0 (135) + Dongle 118 + DTSU-666H 250A.

  • Bei mir beträgt die Differenz zwischen Einspeisevergütung und Strompreis 16,5 ct/kWh welchen Sinn dann die Cloudlösung machen soll die mir Senec angeboten hat erschließt sich mir auch nicht.


    Paket 4000 43,95 p. Monat -> 527,40 € für 4000 kWh -> 13,185 ct/kWh kostet das "Zwischenspeichern" in der Cloud

    "Ersparnis" durch die Cloud 3,315 ct/kWh -> bei 4000 kWh -> 132,6 € p.a.

    132,6 € * 20 Jahre (wobei ich nicht glaube das der Speicher so lange hält) -> 2652 € "Ersparnis"

    Der Speicher selbst könnte ca. 2000 kWh p.a. speichern also 2000 kWh * 16,5 ct/kWh = 330 € "Ersparnis" p.a.

    bzw. über 20 Jahre insgesamt 6600 € "Ersparnis"

    Also insgesamt eine "Ersparnis" von 9252 € nach 20 Jahren

    Dafür soll ich 15.000 € für den 10 kWh Speicher investieren -> nach 20 Jahren also ein dickes Minus von 5748 €!!!!

  • Aubrey: 15 T€ für 10 kw ist echt ganz schon viel. Mir wurden 5 KW für rd. 8 ,8 T€ angeboten + Aufpreis für 2,5 kw für rd. 1,7 T€ macht für 10 kw = 12,2 T€.


    Aber jetzt noch kurz zu den Rechenbeispielen:

    Zwei Punkte müssen noch bei der Rechnerrei berücksichtigt werden

    1. Man wird von Senec beim Cloud 3.0 immer (nachträglich) in die optimale Cloud-Lösung reingepackt. So kann zumindest nicht bei einem Verbrauch > 1.000 kw/h passieren, dass man das Volumen nicht ausnutzt.


    2. In den Rechnungen wurde immer vergessen, dass in der Cloud-Gebühr auch schon die Grundgebühr enthalten ist. Beispiel beim CloudPaket 1000 bei einer Punktlandung im Verbrauch:

    Kosten= 12 x 15,95 EUR + Einspeisevergütung (z.B. 0,0816 EUR) x 1000 = 273,00 EUR/Jahr.

    Lt. Verivox finde ich zur Zeit als günstigsten Tarif (ohne Berücksichtigung von Bonus) einen Preis von 367,52 EUR/Jahr. Das macht bereits eine Ersparnis von 96,12 EUR/Jahr aus. (Mit Bonus sind es 329,94 und die Ersparnis nur 56,94 EUR).


    Bei 4000er-Paket komme ich auf 12x43,95+4000*0,0816=853,80; lt. Verivox: 1.094,52 EUR = 240,72 EUR / Jahr. Macht auf 20 Jahre bereits 4.814,40 EUR aus zzgl. Ersparnis durch den zusätzlichen Autakiegrad zwischen ohne Batterie und 5 kwh-Batterie (dies würde bei mir ca. 1.650 kw/h x 0,20 = 330,00 EUR im Jahr ausmachen).

    So käme ich bei dieser Rechnung auf eine Ersparnis pro Jahr von 570,72 EUR/Jahr; die 5 kw-Batterie (rd. 8 T€, da ich ansonsten ja noch den Wechselrichter brauche) rentiert sich dann nach ca. 14 Jahren (Bei mir würde aber zZ noch das 2000er-Paket ausreichen, es sei denn, es gibt ein Elektroauto.


    Ob sich dafür aber der Akku lohnt, muss man dann wohl individuell berechnen.


    Wer aber bereits einen Senec-Akku hat, für den lohn sich die Cloud-Lösung eigentlich immer.


    Was mich ein wenig stört ist, dass in den Paketen nicht klar und deutlich darauf hingewiesen wird, dass man neben der Cloud-Gebühr zusätzlich auch die Einspeisevergütung in Höhe der entsprechenden Rücklieferung zahlt. Stattdessen wird auf der Rechnung nur die CloudGebühr als Rechnungsbetrag ausgewiesen und verschönigend dargestellt, dass man für die Mehreinspeisung (Einspeisung ./. Rücklieferung) ein Guthaben ausgezahlt bekommt. Tatsächlich hat man aber unterjährig durch Abtretung der Einspeisevergütung eine Menge Vorausgezahlt, vor allem, wenn man deutlich mehr einspeist, als man verbrauchen kann.


    Gruß

    Micha

  • MichaHidd

    Die Grundgebühr ist in meinen Strompreisberechnungen immer mit drin, also in den Kosten pro kWh enthalten.


    Ich denke mehr al 200 Vollzyklen p.a. wirst du mit einem Speicher nicht hinbekommen also 5kWh*200 = 1000kWh, also in deiner Berechnung dann nur 200 statt 330 € "Ersparnis" p.a. damit verschiebt sich die Amortisation dann auf über 18 Jahre und auch nur dann wenn nichts kaputt geht.


    Wo steht eigentlich wie sich die monatlichen Kosten für die Cloud entwickeln? Der Preis ist doch nicht für 20 Jahre fix, dann ist die Rechnung sowieso hinfällig.