Planungshilfe bzw. "Beratung" für PV-Anlage PLZ 668XX

  • Sehr geehrte Foren-Gemeinde,


    kürzlich bin ich durch Zufall wieder über vielversprechende Youtube-Hochglanz-Werbevideo-Anzeigen gestolpert und dadurch auf den Trichter gekommen, mich für eine Photovoltaik-Anlage zu interessieren.


    Dabei handelte es sich um äußert schmackhaft dargestellte Pachtmodelle diverser Anbieter, welche - ihr kennt Sie wohl alle - mit vermeintlich niedrigen Preisen (ab 39 Euro monatlich etc.) "ködern". Bei genauerer Betrachtung/Planung stellt sich dann jedoch meistens heraus, dass man am Ende tatsächlich wohl ehr so im Bereich von 150+ Euro monatlich liegen wird, und das dann mal +/- 20 Jahre = utopisch hoher Preis.


    Scheint mir dann doch nicht mehr so ganz vorteilhaft zu sein...


    Ich muss dazu sagen, ich bin absoluter Laie, aber habe nun dennoch überlegt evtl. dran zu bleiben und zu schauen ob ich nicht möglicherweise mit irgend einer preiswert finanzierten Anlage (ggf. mittels KFW-Darlehnen falls es sowas noch gibt?) irgendwie doch einen tatsächlichen finanziellen Vorteil (+ ggf. geringfügiger Autarkie-Mehrwert) im Vergleich zum Ist-Zustand erzielen könnte.


    Es handelt sich bei dem Objekt um ein zweistöckiges Eigenheim bestehend aus aus zwei getrennten Haushalten/Wohnungen, stehend in der Südwest-Pfalz PLZ 668XX.


    Die beiden zur Verfügung stehenden Dachflächen (gleichschenkliges Satteldach) betragen jeweils 15 x 7 m, wovon

    - eine Richtung Nordwest ausgerichtet ist (2x Dachfenster, Rest unbebaut) sowie

    - eine Richtung Südost Ausrichtung (1x Dachfenster, Dachstieg für Schornstein und 8x Module für Solarthermie, Rest unbebaut).

    - Neigung jeweils 32 Grad.

    - Die Dachbedeckung besteht aus Betonpfannen (17 Jahre alt)


    Haushalt 1. Stock = +/- 4000 kWh Jahresverbrauch

    Haushalt 2. Stock = +/- 3000 kWh Jahresverbrauch


    Ich habe jetzt schon einiges hier gelesen, und wenn man sich eigenständig auf die Suche (google) begibt, stolpert man relativ häufig hier über das Forum, deshalb würde ich mich sehr freuen wenn einer der "Cracks" bei Freizeit mir einmal einen Vorschlag aus seiner Sicht unterbreiten könnte, ob und was sich da wie überhaupt lohnen könnte?


    Ich hatte die Vorstellung ggf. zwei getrennte Systeme (je Haushalt) zu installieren, entsprechend in der Größe zur Deckung des jeweiligen Grundstrombedarfs und ggf. Überschüsse einspeisen, oder was würde da überhaupt Sinn machen auch aus finanzieller Sicht?


    In beiden Wohnungen/Etagen befindet sich jeweils zudem eine neue (2019) 3,5 kW Daikin Split-Klimaanlage("Wärmepumpe") (SEER 6,4 und SCOP 4,0) jeweils im größten Raum (ca. 40+% der Raum-/Gesamtwohnfläche) welche aktuell eigentlich nur zum Kühlen an äußerst heißen Sommertagen genutzt wurde/wird, ggf. könnte man die dann auch zum "günstigen" Heizen nutzen in Kombination mit einer zukünftigen Photovoltaik-Anlage falls das irgendwie Sinn macht? (geheizt wird ansonsten bisher mittels Fußbodenheizung und daran angeschlossene Solarthermie und ebenfalls angeschlossenem Pelletheizofen)


    Danke im Voraus für jeglichen Input.


    Noch zur Info der Nebengebäude: Hinter dem Haus befindet sich noch ein angebautes Carport welches jedoch statisch absolut ungeeignet ist) und das Gebäude links neben dem Haus ist eine 4-fach Garage mit Flachdach welche aber - zumindest im Ist-Zustand - ebenfalls statisch keine weitere Aufbauten tragen kann.


  • Willkommen hier im Forum. Hier wird dir gerne geholfen aber einiges musst du selber machen.

    Schau dir bitte zuerst die FAQ von pflanze an. Danach lässt du den Ertrag von pvgis für die Nordseite berechnen.


    Jetzt nimmst du dir Mal ein Blatt Papier und versuchst möglichst viele Standard Module mit 1,7 x 1 m auf das südliche Dach und ggf. Das nördliche Dach zu bekommen.

    Schwer zu erkennen was da alles auf deinem Dach ist aber gerade bei Süd sollte alles weg was da noch unbedingt sein muss. Wie alt ist die Solarthermie?


    Sind die beiden Wohnungen von euch genutzt oder an fremde vermietet? Falls sie von euch genutzt werden solltet ihr die Anschlüsse zusammen legen lassen. Für die Abrechnung könnt ihr dann immer noch einen Hutschienen Zähler dazwischen hängen. Die 2 getrennten PV Anlagen wurden alles unnötig teuer und kompliziert machen.



    Klar kannst du über die Split Klimageräte auch heizen. Die machen halt nur Krach. Wenn du an die anderen Gebäude sowieso dran willst, Leg auch gleich PV mit drauf, sonst würde ich davon die Finger lassen.

  • Ich hatte die Vorstellung ggf. zwei getrennte Systeme (je Haushalt) zu installieren, entsprechend in der Größe zur Deckung des jeweiligen Grundstrombedarfs und ggf. Überschüsse einspeisen, oder was würde da überhaupt Sinn machen auch aus finanzieller Sicht?

    Holzweg.


    Bitte lies - mehrfach als "Gold wert" gelobt - FAQ - wertvolle Informationen zu PV-Anlagengröße, Stromspeicher, Wirtschaftlichkeit, Eigenverbrauch, Optimierung, Simulation, erwartbarer Ernte, Auslegung, Wärmepumpe, rechtlichen und steuerlichen Grundlagen, Netzanschlussbegehren zwecks EEG-Vergütung uvm

    Für unabhängige Beratung stell bitte Luftbild, Maße, Dachneigung, Belegungsplan, sonstige Dächer, Garagen, Carports, Foto Zählerschrank (falls fehlend und Bundesland falls kein freistehendes Gebäude) usw. ein.

    Bei Gedanken an Speichersystem lies bitte BEIDE Einträge in Stromspeicher, Akkus und Cloud-Anbieter


    Wie die Kollegen sagen: Bei dir rentiert sich bediseitig sinnVOLLE Belegung.


    Pellets und ST gehen in den Puffer - > der auf die FBH geht? Ist ein weiterer Verbrenner vorhanden?

  • So, danke erstmal chrisss83, Bernie_HD und pflanze.


    chrisss83

    Ich habs jetzt mal mit dem Programm PV*SOL versucht bestmöglich nachzustellen.


    Dabei habe ich Dummy-Platten mit Standard-Größe 1,66x1m gewählt und 300 Wp je Platte gewählt (ist 300 Wp überhaupt ein realistischer Wert?)


    26x Stück SüdOst-Seite

    32x Stück NordWest-Seite

    (Total = 58x Stück a 300 Wp mit 17,4 kWp?)


    Die Solarthermie ist ebenfalls 17 Jahre alt genau wie das gesamte Gebäude und ich hatte eigentlich nicht die Absicht die zu entfernen :) Kaminstieg muss ich lassen, Dachfenster ebenfalls und weiter unten sind beidseitig Schneebremsen montiert.


    Damit es erstmal überschaubar bleibt und ich die Haushalte Abrechnungstechnisch nicht zusammenlegen muss, rechne ich die Anlage mal komplett nur zum ersten Haupthaushalt mit 4000 kWh Jahresverbrauch.



    Bernie_HD

    Danke, ich habs nun nochmal selbst ganz genau nachgerechnet mit dem PVGIS an dem exakten Standort:

    SüdOst = 1028.02

    NordWest = 708.48



    pflanze

    Pellets und ST gehen in einen SolvisMax Schichten-Pufferspeicher und von da aus in die FHB, so wird das gesamte Gebäude geheizt, sonst kein weiterer Verbrenner etc.




    Meine Frage ist nun, wie teuer würde sowas werden wie im Beispiel, solch eine komplette Anlage inkl. Montage, damit ich mir mal ausrechnen kann ob sich das überhaupt lohnt und wieviel Jahre ich da zum Breakeven bräuchte? Zumal ich die Anlage dann ja finanzieren würde (geht scheinbar über die KFW ab 1,03% (KFW - Erneuerbare Energien – Standard - Der Förderkredit für Strom und Wärme)


    Danke im Voraus.











  • Das rentiert sich, aber Süd sollte etwas mehr gehen trotz Schneefang.zB neben ST quer testen. Nord obere Reihe eines mehr. Am Fenster auch eines.

    Strom an Mieter im Wissen gesehen? es würde bei 2 Zählern bleiben.

    20 kWp sollten für max 22.000 zu machen sein.

  • So, ich habs jetzt nochmal ein wenig verändert um auf 20 kWp zu kommen, und zwar habe ich jetzt erstmal geschaut was es für Module auf dem Markt gibt, unter anderen anhand der Angebotssektion hier im Forum, dabei habe ich ein Modul vom Typ Hyundai mit 400 wP gefunden (HiE-S400VG).


    Davon habe ich jetzt die ganzen Werte und Maße ins Programm übernommen und damit komme ich jetzt mit genau 50 größeren Platten auf exakt 20 kWp.


    Die Platten selbst kosten im Internet "nur" 156,96 brutto je Stück, dh. ca. 7850 Euro zus. + der vom Programm beispielhaft gewählte Wechselrichter Fronius 17.5-3-m ca. 2500 Euro (gibt es da evtl. noch bessere/haltbarere und ggf. auch noch preiswertere Alternativen?)


    Wieviel Aufpreis muss man hier noch für die Montage und Anschluss einkalkulieren?

    Ich habe auf mehreren Seiten gelesen dass mit ca. 150 Euro je kWp zu rechnen ist, das wären dann ca. 3000 Euro?


    Dann vielleicht noch 1000 Euro für den Zähler und Anschluss?


    Dann wäre ich mit meiner Milchmädchenrechnung "lediglich" bei 14350 Euro, also sagen wir "nur" +/- 15k brutto für diese 20 kWp Anlage? kann sowas sein?


    Danke im Voraus :)



  • Durchstöber doch Mal den Angebotsthread im Bereich deiner PLZ. Es kommt halt auch drauf an wie dein Zählerschrank aussieht und was da gemacht werden muss.


    Dein Preis ist aber sicherlich etwas niedrig. Das wird deutlich teurer oder du hast richtig Glück.

  • gerdpv08 ,ich halte Deine Schätzung für zu niedrig! Ich glaube nicht, dass Du ohne weiteres jemanden findest, der die Montage für und mit von Dir selbst beschafftem Material macht.


    Ich komme bspw bei gut 23 KWp auf 24.095,- EUR, aber alles aus einer Hand, Arbeit und Material und da ist zum nächsten Anbieter dann ein ordentlicher Abstand!