• Hi Leute,


    habt ihr zu Beginn der PV Anlage eigentlich auch negative EÜRs gehabt?

    Meine erste steht dieses Jahr an, und überschlagen bin ich durch die fast 100% Finanzierung im Verlustbereich:


    # Einnahmen:

    VNB Netto: 1000,-

    Eigenverbrauch/Sachentnahme: 400,-

    > Gesamt Betriebseinnahmen: ca 1400,-


    # Ausgaben:

    Afa: 1050,-

    Schuldzins: 400,-

    Versicherung: 70,-

    Steuertool: 40,-

    > Gesamtausgaben: ca 1560,-


    Frage: bekomme ich da nicht Probleme mit dem FA wegen der MwSt Erstattung, wenn des Unternehmen gar nicht profitabel ist? Insbesondere, da wir ja alle nach 5J zur KUR wechseln wollen?


    Oder sieht das FA die gesamten 20J Laufzeit, da natürlich nach ca 10J der Schuldzins gegen 0 geht und die Anlage dann fortan im Plus ist, und in Summe doch bilanziert profitabel ist?


    Danke

  • USt und ESt sind immer getrennt zu betrachten.


    USt: Was der Unternehmer braucht entscheidet der Unternehmer und solange er bei der Regelbesteuerung bleibt kann er die Vorsteuer ziehen. Das hat nichts mit Verlusten in der EÜR zutun. Die gekauften Sachen müssen natürlich für das Unternehmen sein und nicht für die Freundin. Beim Speicher sind Spitzfindigkeiten zu beachten ob anerkannt oder nicht.


    ESt: Wenn das FA den Eindruck hat das dieses Unternehmen nie Gewinn abwirft verlangt es von dir eine Prognose.

    Kannst du damit nicht vorrechnen das wenigstens 1 € Gewinn in 20 Jahren erwirtschaftet wird verweigert es dir den Verlustabzug der in den ersten Jahren eines Unternehmens durch aus vorkommen kann. Im ersten Jahr gibt es Verluste bei PV auch häufig, ab dem zweiten Jahr dann meistens immer gleiche Ergebnisse also positiv oder dauerhaft negativ. Negativ läuft dann unter dem Stichwort Liebhaberei. Dann wird der Steuervorteil aus dem Verlusten auch rückwirkend zurück verlangt.


    P.S.: Gib deine Anlagengröße, Speicher in deinem Avatar an dann kann man näher an deinem Fall diskutieren. ;)

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • Viele Unternehmen machen am Anfang Verluste, das ist ganz normal 😉 nur wenn's nach ein paar Jahren immer noch so ist, wird das Finanzamt schon mal genauer hinschauen.

  • Ja, durch Sonderabschreibung sogar erheblich.


    MwSt-Erstattung und KUR sind USt-Gehirn! :)


    Es sollte in der GesamtPROGNOSE über 20 Jahre ein positives (> 0 EUR) Ergebnis rauskommen.

    Manche Dinge erscheinen zunächst kompliziert, sind aber langfristig recht einfach,

    versucht man jedoch es sich zunächst einfach zu machen, wirds langfristig kompliziert ....

  • Wenn man vergisst, beispielsweise die Schuldzinsen anzugeben, ist das doch rechtlich nicht zu beanspruchen, oder?

    Je 4,65 kWp im Norden, Süden und Westen, 4,34 kWp im Osten auf dem Dach mit 25 ° DN, 4,56 kWp aufgeständert auf 15 °

    Kostal Plenticore 8.5 und Kostal Plenticore 10.0 mit BYD HVS 10,2 kWh

    Plus-Energie-Haus mit Gas-Heizung

  • Wenn man vergisst, beispielsweise die Schuldzinsen anzugeben, ist das doch rechtlich nicht zu beanspruchen, oder?

    Wieso solltest du auf die Gewinnminderung durch die Zinsen verzichten wollen?

    Manche Dinge erscheinen zunächst kompliziert, sind aber langfristig recht einfach,

    versucht man jedoch es sich zunächst einfach zu machen, wirds langfristig kompliziert ....

  • Wenn man vergisst, beispielsweise die Schuldzinsen anzugeben

    Du denkst komplett falsch.

    Warum willst du die Schuldzinsen nicht angeben? Du würdest dann evtl. ein positives Ergebnis deklarieren und müsstest evtl. versteuern.


    Attestiert dir das FA mangelnde Gewinnerzielungsabicht (Liebhaberei) brauchst du in Zukunft keine EÜR mehr zu machen.


    Wie oben beschrieben hat das nichts mit der MWSt-Erstattung/USt zu tun.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • Ich hatte irgendwo gelesen, dass der Vorsteuerabzug auch zurückverlangt werden kann, wenn keine Gewinne erwirtschaftet werden. Das ist dann also falsch?

    Je 4,65 kWp im Norden, Süden und Westen, 4,34 kWp im Osten auf dem Dach mit 25 ° DN, 4,56 kWp aufgeständert auf 15 °

    Kostal Plenticore 8.5 und Kostal Plenticore 10.0 mit BYD HVS 10,2 kWh

    Plus-Energie-Haus mit Gas-Heizung

  • Prinzipiell ja,... die Vorsteuer-Erstattung hängt am Umsatz, nicht am Gewinn. Hab noch von keinem Unternehmen gehört, wo nach ner Insolvenz die Erstattung zurückgefordert wurde.

    Etwas anders sieht es ev. aus, wenn von Anfang an klar war, das der Laden unrechtmäßig gegründet wurde,... sozusagen als Steuersparmodel. Deswegen ja die Prüfung auf Liebhaberei und der ev. Vorbehalt bei den Steuererstattungen.


    membersound ne ganz wichtige Ausgabe/Einnahme hast übrigens vergessen aufzuzählen... die gezahlte MWSt/Vorsteuer! Klassischer Fehler wenn es Anfangs Ärger mit dem FA gibt, weil einer der beiden Posten in der EÜR fehlt...


    Ansonsten hast du nächstes Jahr kein Steuertool und durch die Tilgung werden die Zinsen ja auch weniger... in 3-4 Jahren solltest doch so schon in der Gewinnzone sein, oder?

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Danke für eure Ausführungen! Wenn also die MwSt Erstattung gar nichts mit der Gewinnprognose des Unternehmens zu tun hat, erübrigen sich meine weiteren Frage.


    Klar, mit den Jahren wird die Tilgung geringer, und mit Wechsel in die KUR hab ich ja auch wieder weniger Abgaben und damit etwas mehr Gewinn. Denke also nicht, dass auf 20J gesehen die Wirtschaftlichkeit in Frage gestellt wird.