Steuerbare Verbrauchseinrichtungen Gesetz (SteuVerG)

  • Mit dem Referentenentwurf fürs neue Steuerbare Verbrauchseinrichtungen Gesetz (SteuVerG) kommen neue Fragen auf Betreiber von Wärmepumpen, PV-Speichern und E-Autos zu.


    BMWi: Gesetz zur zügigen und sicheren Integration steuerbarer Verbrauchseinrichtungen in die Verteilernetze ...


    Referentenentwurf SteuVerG


    Gruß Thorsten

    Ost-West mit je 15 Modulen zu 330 W, Standort Nürnberg

  • :thumbdown: 23 €/a Brutto zzgl. zu den POG pro zusätzlichem Zählpunkt bei iMSys. (Ok, es ist "fairer" als die feste Gesamt-POG − trotzdem eine Preiserhöhung, obwohl die POGs eigentlich bis 2027 fest sein hätten sollen...)


    :thumbup: "Für kleinere Verbraucher bis 10.000 kWh wird die Abrechnung über einen einzigen Zähler ermöglicht. Damit entfällt hier die Notwendigkeit für einen separaten Zähler für den steuerbaren Verbrauch, welcher oft mit hohem Umrüstungsaufwand verbunden ist"


    :thumbup:Grundpreisfreie Tarife für "vollflexible Anschlüsse"

  • Ich muss gerade zum Referentenentwurf Stellung nehmen.

    Daher frage ich mich ob es nicht das Ende der Zählerkaskade ist?

    So wie ich das gerade lese, sollen Wärmepumpen verpflichtend schaltbar sein. Aber im Verbindungen mit eine PV Anlage macht das keinen Sinn. Im Gegenteil, der Netzbetreiber schaltet ab und dann speist die PV voll ein.


    Und was ist wenn die WP so ausgelegt ist, dass sie 24 h durchlaufen kann? Nach einer Abregung muss sie die Wärmelücke wieder auffangen.


    Es gibt zudem viele Letztverbraucher welche die WP direkt am Haushaltsstrom betreiben ohne Schalteinrichtung. Was wird damit?


    Grüße

    Christian

    13,4 kWp Vier-Seiten-Walmdach, SMA
    8,8 kWp warten auf das EEG 2023

  • So wie ich das gerade lese, sollen Wärmepumpen verpflichtend schaltbar sein.

    Genau genommen alle "Ladepunkte für Elektromobile, Wärmepumpen, Nachtspeicherheizungen und Anlagen zur Speicherung elektrischer Energie mit einer Bemessungsleistung über 3,7 Kilowatt, die an ein Elektrizitätsversorgungsnetz der allgemeinen Versorgung angeschlossen sind und hieraus Elektrizität entnehmen können" mit Inbetriebnahme-Datum ab Inkrafttreten des Gesetzes. (§ 14a Abs. 1 und § 3 Nr. 30a)


    Unter 3,7 kW ist Opt-In. (§ 14a Abs. 11)


    Bestand-stVE nach altem § 14a (außer Nachtspeicherheizungen) nehmen innerhalb von drei Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes mit der bereits vorhandenen Steuerungstechnik am neuen § 14a teil. (§118 Absatz 18)


    Aber im Verbindungen mit eine PV Anlage macht das keinen Sinn.

    Was Sinn macht ist doch dem BMWi egal. Jeder Pfurz soll gefälligst messbar und fernsteuerbar werden:


    Aus dem EEG 2021 folgt (ab entsprechender BSI Markterklärung), dass, wenn eine stVE nach § 14a vorhanden ist, die PV fernsteuerbar sein muss (Alle Bestandsanlagen vor 2021, und Neuanlagen ab 2021 mit IBN nach Markterklärung).


    Aus dem vorliegenden Entwurf folgt, dass für alle stVE (ab entsprechender BSI Markterklärung − Bestand bis dahin hat dann 5 Jahre zum Nachrüsten) über das iMSys jederzeit der Ist-Verbrauch abrufbar und der Verbrauch stufenweise, sobald technisch möglich stufenlos, "ferngesteuert auf die vereinbarte unbedingte Anschlussleistung" reduziert werden kann. Bis dahin reicht RSE. (§ 14a Abs. 6 und 7)

  • Danke für die schnelle Antwort.

    Nun ja, noch ist es ein Entwurf, daher ja auch die Anhörung.

    Noch kann eingegriffen werden.


    Steuerbar heißt Null ode Eins? Oder Regelbar?


    Bei Ladeeinrichtungen macht es ja Sinn, denn dann kann und sollte der Netzbetreiber die Leistung ggf. drosseln können aber WP?

    Da ist es dann ggf. Einfach nur kalt. Oder du e PV drückt voll ins Netz statt damit Warmwasser zu machen.


    Ein Anreiz wird für den Letztverbraucher ja nicht gesetzt, es ist ein Zwang die WP regelbar zu machen. Meine Läuft derzeit mit 480 Watt Leistungsaufnahme, mehr nicht. Wo muss denn da ne Spitze gekappt werden?

    13,4 kWp Vier-Seiten-Walmdach, SMA
    8,8 kWp warten auf das EEG 2023

  • Steuerbar heißt Null ode Eins? Oder Regelbar?

    Damit haben sich die Gerichte und letztendlich der BGH jahrelang im Kontext des EEG beschäftigt (BGH Az.: XIII ZR 5/19 vom 14. Januar 2020):

    Zitat von BGH Az.: XIII ZR 5/19

    Eine technische Einrichtung, die dem Netzbetreiber nur das ferngesteuerte Abschalten einer Anlage zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien ermöglicht, genügt nicht der technischen Vorgabe des § 6 Abs. 1 Nr. 1 EEG 2012, eine solche Anlage mit einer Einrichtung auszustatten, mit der der Netzbetreiber die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung jederzeit ferngesteuert reduzieren kann.

    Ich sehe keinen Grund, wieso "stufenweise" oder "stufenlos" "ferngesteuert reduzieren" i.S.d. EnWG dann Aus/Ein erlauben würde. Tatsächlich hat der Gesetzgeber im EEG 2021 explizit auf das BGH-Urteil reagiert, und für Bestandsanlagen in § 100 Abs. 4 Satz 2 Nr. 3 EEG 2021 rückwirkend das einfache "abschalten" als ausreichend erlaubt. Wenn der Gesetzgeber also hier im EnWG auch das einfache abschalten zulässig machen will, muss er das explizit rein schreiben. Für Bestands-stVE hat er das (§118 Absatz 18 oben schon genannt) implizit gemacht, da dort die "vorhandene Steuerungstechnik" ausreicht.


    Wo muss denn da ne Spitze gekappt werden?

    Bei all deinen Nachbarn, die sich vom Heizungsbauer riesige Wärmepumpen andrehen haben lassen, die dann andauernd takten. Es geht afaik auch eher um die bspw. 50 Berufspendler, die nach Schichtende im Dorf am selben Trafo ihr E-Auto an die 11 kW Wallbox hängen, und dann plötzlich ein paar hundert kW Spitzen lokal entstehen.

  • Ich bin ja auch der Meinung, dass eine Kappung/Reduzierung der Leistung eher im Ladebereich Anwendung finden sollte.

    Es wäre aber besser dies als Anreiz über die Netzentgelte zu machen. Willst du voll Laden, dann zahle dafür ich erlaube es dir, solange das Netz stabil ist. B

    Ansonsten darf ich die Leistung begrenzen, im Gegenzug für geringere NNE.


    Aber so lange PV im Spiel ist, in Verbindung mit einer WP oder auch wenn im Wesentlichen mit PV geladen wird macht es keinen Sinn die Leistung pauschal zu reduzieren. Dann drückt PV voll ins Netz und belastet zusätzlich.

    Mir konnte auch noch kein Netzbetreiber erklären, warum 14-16 Uhr die WP abgeschaltet werden soll. Vor allem nicht im Sommer.


    Besten Dank für die Diskussion!

    13,4 kWp Vier-Seiten-Walmdach, SMA
    8,8 kWp warten auf das EEG 2023

  • Es kann ja jeder wählen, wieviel Leistung man bedingt und unbedingt haben will. Es steht nirgends das man nicht alles unbedingt haben kann, wird sogar in der Erklärung erwähnt.

    Zitat


    Die Zusammensetzung von bedingter und unbedingter Entnahmeleistung sowie die Gesamtentnahmeleistung an der Entnahmestelle sind daher zwischen Netzbetreiber und Anschlussnehmer zu vereinbaren. Auf Wunsch des Anschlussnehmers kann auch ausschließlich bedingte oder unbedingte Anschlussleistung vereinbart werden. Damit trifft der Anschlussnehmer die Entscheidung über die Höhe der Anschlussleistung und welche bedingte und unbedingte Anschlussleistung er am Netzanschluss benötigt, die Anteile werden nicht durch den Netzbetreiber vorgegeben. Der Anschlussnehmer kann sich auch gegen eine Teilnahme an der Spitzenglättung entscheiden, wenn er für seine steuerbare Verbrauchseinrichtung ausschließlich unbedingte Leistung bestellt. Davon unberührt gelten jedoch auch bei der Bestellung unbedingter Leistung die Ausstattungsverpflichtungen nach §14a Absätzen 6 und 7.

    Und ich wüsste auch nicht warum die Kaskade damit hinfällig wäre, es wird weiterhin von der Entnahmeleistung aus dem Netz gesprochen. Klar kann man dann nicht mehr so einfach die WP direkt vom Netzbetreiber steuern lassen, sondern man benötigt dann ein eigenes Energiemanagementsystem das die Steuerbefehle des Netzbetreibers ausführt.


    Und auch das stumpfe Abschalten zu festen Uhrzeiten wird auf 3 Jahre befristet, danach darf nur noch bei Netzüberlastung geschaltet werden. Das hat mich bisher auch davon abgehalten meine WP schaltbar zu machen. Das wird wahrscheinlich bisher so gemacht, weil es am billigsten ist, ein Signal an alle im Netz.