Mehrwertssteuer in 2020?

  • Hallo, ich habe das ganze Jahr vom Netzbetreiber die gleiche Pauschale, Einspeisevergütung bekommen. D.h. es wurde dort keine geringerer Mehrwertssteuersatz berücksichtigt. Wie mach ich das jetzt bei meiner Steuererklärung 2020? Kann mir da jemand helfen? Danke.

  • Du hast z. B. monatl. 119 € bekommen, 100 € netto plus 19 € USt? Dann hattest du 12 x 100 € = 1200 € Umsatz. Da du 12 x 19 € = 228 € USt bekommen hast gibst du den Umsatz von 1200 € bei 19 % an, damit du die 228 € erhaltene USt abführst. Behalten ist jedenfalls nicht.


    In der Abrechnung für 2020, die du 2021 bekommen wirst, wird dann wahrscheinlich das ganze Jahr 2020 mit 16 % USt berücksichtigt, da geht dann die Rechnerei los. Das was du zu viel an USt wird dann verrechnet. Die dann abzuführende oder zu viel erhaltene USt wird dann in der UStE 2021 gerade gezogen.

    • Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
    • Im Leben kann man immer neu anfangen, aber nie von vorne.
  • In der Abrechnung für 2020, die du 2021 bekommen wirst, wird dann wahrscheinlich das ganze Jahr 2020 mit 16 % USt berücksichtigt, da geht dann die Rechnerei los. Das was du zu viel an USt wird dann verrechnet. Die dann abzuführende oder zu viel erhaltene USt wird dann in der UStE 2021 gerade gezogen.


    Es ist zwar müßig zu raten, was in der Abrechnung des Netzbetreibers stehen wird, aber so geht es auf keinen Fall.


    1.) Die USt wird für das Jahr berechnet, in dem sie angefallen ist. Mit der UStE 2021 können keine Vorgänge des Jahres 2020 berücksichtigt werden.


    2.) Der ermäßigte Satz gilt vom 1.7 bis zum 31.12 2020, das ganze Jahr mit 16% abzurechnen ist nicht.


    3.) Es gibt Ausnahmen für regelmäßig wiederkehrende Zahlungen. Vielleicht hat der Netzbetreiber diese angewendet, Aber das erfährt man, wenn man die Abrechnung in Händen hat. Bis Ende Mai wird sich das geklärt haben, kein Grund jetzt mit den Hufen zu scharren.


    Gruß

  • 1.) Die USt wird für das Jahr berechnet, in dem sie angefallen ist. Mit der UStE 2021 können keine Vorgänge des Jahres 2020 berücksichtigt werden.

    Werden ja auch nicht. In der UStE 2021 wird die Abrechnung für 2020 berücksichtigt. Die wird wohl üblicherweise in 2021 erstellt. Es dürfte extrem schwer sein die Abrechnung 2020 in 2020 zu erstellen und das Geld zu überweisen.


    Der Regelfall bei PV-Betreibern ist die Versteuerung nach vereinnahmten Entgelten. Ein Steuerjahr der USt ist das Kalenderjahr. So ein Kalenderjahr geht vom 01.01. 00:00 Uhr bis 31.12. 24:00 Uhr. D. h. die in 2020 vereinnahmten Entgelte sind mit dem in der Abschlagrechnung ausgewiesenen Steuersatz zu deklarieren. Falsch ausgewiesene USt ist abzuführen.


    Ich werde das wohl mit einem Storno der Abschlagrechnung 2020 (bin noch nicht sicher) und einer Schlussrechnung 2020 lösen.


    2.) Der ermäßigte Satz gilt vom 1.7 bis zum 31.12 2020, das ganze Jahr mit 16% abzurechnen ist nicht.

    Da irrst du dich. Es ist der Steuersatz anzuwenden, der am Leistungsdatum gilt. Das Leistungsdatum bei der Einspeisung vom 01.01. bis 31.12.2020 ist der 31.12.2020 und am 31.12.2020 gilt ein Steuersatz von 16 %.

    • Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
    • Im Leben kann man immer neu anfangen, aber nie von vorne.
  • Ok, Nomenklatur: Die Umsatzsteuererklärung für das Jahr 2020 heißt UstE 2020, auch wenn sie im Jahr 2021 erstellt wird, da sind wir uns einig, oder?.


    In der Abrechnung 2020 wird es zwei Posten geben: a)Übersicht über die Zahlungen 2020 und b) Nachberechnung für 2020. Das erste ist Basis für meine UStE 2020, das zweite geht in 2021 ein.


    Wie ich des weiteren sagte, ist es irrelevant, welchen Satz der Netzbetreiber nimmt, vorausgesetzt ich führe die erhaltene USt gemäß a) korrekt ab. Ich wüßte nicht, was da zu stornieren wäre.


    Gruß