neuer Wechselrichter wegen umstieg auf Wärmepumpe

  • Hallo,

    ich werde mir 2021 eine neue Heizung zulegen und zwar eine Wärmepumpe Viessmann Vitocal 200s Typ AWB-M-E-AC 201 D16.

    Die Heizung ist laut meinem Installateur für mein Haus die beste Lösung.

    Auf dem Dach habe ich eine 13kwp Anlage aus 2011 mit Eigenverbrauch. Wechselrichter ( Sunny Tripower STP12000TL-10)

    Macht es Sinn sich einen neuen Wechselrichter zuzulegen, der mit der WP kommunizieren kann (SG-Ready)?

    Oder reicht es, wenn man die WP so programmiert, das Sie sich nur Nachmittags einschaltet?

    Als Warmwasserspeicher bekomme ich einen Vitocel 120-E 600l.

    Ich möchte so Viel wie möglich aus meiner PV Anlage selbst verbrauchen.

    Was gibt es sonst für Möglichkeiten für eine Kommunikation zwischen Wechselrichter und WP?

    Vielen Dank für die Hilfe

    Wolfgang

  • Deswegen einen neuen WR anzuschaffen macht wenig Sinn. Einfach die Heizzeiten in die PV-Zeiten legen ist einfach und relativ effektiv. Allein deswegen, weil es mittags wäremer ist als früh - und somit ist schon mal mehr Wärme zum Pumpen in der Luft enthalten... Der "kostenlose"PV-Strom" kommt dann noch obendrauf.


    Die Wärmepumpe würde ich dringend empfehlen zu hinterfragen. Geh mal ins HTD-Forum dazu. Im Regelfall empfehlen Heizungsinstallateure das, was schnell installiert ist, auf jeden Fall die Bude IMMER und bereits mit Standardeinstellungen warm macht und ihm den größten Gewinn verspricht. Die Reihenfolge kannst Du gern ändern - es ändert aber ncihts am Ergebnis: Die WP ist meist überdimensioniert und läuft ineffektiv im Standardmodus.


    Nur mal einige Fragen:

    - Was ist jetzt installiert?

    - Leistung der Anlage?

    - Wie hoch ist der Energieverbrauch jetzt?

    - Wieviel Tage Heizbedarf im Jahr?


    Damit könnte man schon mal überprüfen, ob die WP zum jetzigen Heizbedarf passt. Dann hast Du aber noch nichts optimiert...


    Ich empfehle daher DRINGENDST, die aktuelle Heizsaison zum optimieren des vorhandenen Systems zu nutzen und DANACH dann die WP anzuschaffen. Das spart bares Geld beim Kauf UND beim Betrieb der Anlage.


    Mir wurde z.B. eine 12kW-Anlage angeboten, auf meinen Druck/Nachfrage hin, dann vom Installateur auf 9kW reduziert. Nach Unterschrift unter Haftungsfreistellung wurde dann eine 6kW-WP installiert. Und das funktioniert... Ich kannte aber meinen tatsächlichen Heizbedarf aufgrund Ermittlung im Vorfeld genau und konnte das dann ruhigen Gewissens auch machen...

  • Moinsen,

    Im Regelfall empfehlen Heizungsinstallateure das, was schnell installiert ist, auf jeden Fall die Bude IMMER warm macht und ihm den größten Gewinn verspricht. Die Reihenfolge kannst Du gern ändern - es ändert aber ncihts am Ergebnis: Die WP ist meist überdimensioniert.

    Grossartiges Zitat des Monats!


    Gruß, Andreas

    Andreas Witt
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    Am Dorfplatz 7, 24214 Neudorf
    Tel.: +49 151 44 555 285
    info@pvservice.net
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    Dienstleistungen rund um Photovoltaik: Wartung, Repowering, Datenlogging, Direktvermarktung & Redispatch 2.0, Anlagenplanung und -Neubau, Huawei Wechselrichter, Zubehör und PV- Komponenten

  • Nur mal einige Fragen:

    - Was ist jetzt installiert?

    - Leistung der Anlage?

    - Wie hoch ist der Energieverbrauch jetzt?

    - Wieviel Tage Heizbedarf im Jahr?

    Hallo Ronny1976

    Das mit dem Hinweis auf das HTD Forum werde ich noch machen. Danke dafür.

    Meine jetzige Heizung ist eine Viessman Vitola biferral RN VBR22.

    Leistung der Anlage sind 22KW.

    Pro Jahr verbrauche ich ca. 1900 Liter Heizöl

    Wir haben ca. 200m2 Wohnfläche, wobei im Winter nur das Bad (22Grad) und drei weitere Zimmer im Keller (19Grad) beheizt werden.

    Im Wohnzimmer verwenden wir einen Holzofen der den oberen Bereich des Hauses wärmt.

    Ursprünglich ist es ein Zweifamilienhaus incl. Appartement. Welches wir aber nicht vermieten. Jedoch kann es sein, das wir später einmal die untere Wohnung und das Appartement vermieten.

    Im Sommer ist die Heizung bis auf Warmwasser aus.


    Gruß

    Wolfgang

  • Du brauchst wegen WP sicher keinen neuen WR.

    Da muss auch nichts mit der WP kommunizieren.

    PV Ertrag hat man im Sommer viel und im Winter eh immer zu wenig.

    Ich liege im Dezember aktuell bei 100% EV Quote, auch mit einer 5 Mal so großen PV würde sich daran nichts ändern.


    Mit Zeitprogrammen kann man das meiste sehr gut und kostenlos regeln.


    Zum Plan:

    Eine WP von Viessmann würde auf meiner Favoritenliste nicht unbedingt sehr weit oben stehen, das Modell erscheint mir sehr groß gewählt. Wenn da kein Pallast von Haus steht, passt da irgendwas nicht. Das solltest Du im Forum HTD klären.


    Wozu soll der 600l WW Speicher gut sein, oder ist das ein Heizungspuffer?
    WP mit Puffer ist eher blöde.


    Einem Installateur der die Worte in den Mund nimmt "Die Heizung ist laut meinem Installateur für mein Haus die beste Lösung." würde ich nicht trauen. Wie oft hat er das schon eingebaut? Was kostet das? Welche Alternativen hat er aufgezeigt? … oder verkauft er einfach das, was er immer macht, ohne Plan, Sinn und Verstand.

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

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  • Oder reicht es, wenn man die WP so programmiert, das Sie sich nur Nachmittags einschaltet?

    Hä? Den rest des Tages willst du frieren? Wenn man effizient Wärme pumpen will, dann wird die WP möglichst knapp ausgelegt und läuft modulierend 24/7.


    AWB-M-E-AC 201 D16

    Lass mich raten, das ist die größte WP der Baureihe (ja, 11 kW), die auf ein 150 m² Haus losgelassen wird. Nun, die Stromrechnung zahlst ja du, nicht der HB.


    Als Warmwasserspeicher bekomme ich einen Vitocel 120-E 600l.

    Passt, wenn schon große WP, dann gleich noch ein riesiges Wasserfaß zur Energievernichtung dazu. Herzlichen Glückwunsch zur HB-Wahl.


    Dieser Betrag kann :ironie: enthalten.

    • Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
    • Im Leben kann man immer neu anfangen, aber nie von vorne.
  • Hat die jetzige Anlage einen automatischen Betriebsstundenzähler? Meist ist der im Menü irgendwo versteckt... War auch bei meiner alten Buderus-Anlage so. Den mal täglich aufschreiben und dazu die Außentemperatur.


    Ideal ausgelegt wäre Deine jetzige 22kW-Anlage, wenn sie 24h am Tag läuft wenn es -15°C hat. Wird nicht so sein...


    Mal als Rechenansatz:

    Du brauchst 1900Liter Heizöl im Jahr, Heizwert = 11,5kWh/Liter: 2000Liter x 11,5kWh/Liter = 23.000kWh/anno Heizbedarf.


    23.000kWh/anno ./. 200 Heiztage im Jahr = 115kWh/Tag = 4,8kWh im Durchschnitt. Angeboten wurde Dir eine 16kW-Wärmepumpe...


    Leider hat es im Winter auch mal tiefere Temperaturen, wie Durchschnitt. Von daher ist die o.g. Zahl nur informativ...


    Ich habe bei mir folgendes gemacht:

    - an bestimmten Tagen (wenn im Schnitt 7°C, 2°C,-7° Außentemperatur herrschten) den Ofen NICHT eingeheizt, alle Räume dauerhaft auf 20°C heizen

    - Brennerlaufzeiten am Start und Ende der Laufzeiten aufschreiben


    Rechnen: 22kW leistet Dein Brenner. Läuft bei der genannten Außentemperatur 12h von 24h braucht Dein Haus bei dieser Durchschnittstemperatur eben 11kWh an Heizleistung. Das machst Du möglichst an Tagen ohne Sonne und das gern auch mehrmals um die Ergebnisse zu überprüfen. Anhand dieser tatsächlich ermittelten Daten kannst Du dann die Wärmepumpe richtig auslegen.


    Und dann nimmst Du eine Nummer kleiner... Erstens, weil Du aktuell ja auch nicht alle Räume heizt. Zweitens, weil Du einen Ofen zur Spitzenlastabdeckung hast. Das heißt: Du legst die WP so aus, dass Sie bei -2°C bereits zu 100% ausgereizt ist. Wenn es dann mal kälter ist, heißt es: Ofen füttern, Türen auf.


    Wen Du alles richtig machen willst, lässt Du Dir jetzt schnell noch einen Heizkreismischer vom Installateur einbauen (falls nicht schon vorhanden). An dem stellst Du die Vorlauftemperatur ein - aktuell liefert Dein Öler min. 45°C, weiter runter kommst Du mit dem nicht. Ziel ist eine max. Vorlauftemperatur von 30°C bei -7°C Außentemperatur. Wirst Du sicher nicht schaffen, aber 35°C ist besser als 45°C. Wenn das nciht geht, stellst Du die Vorlauftemperatur an der Heizungssteuerung jetzt schon mal auf max. 45°C ein. Ich vermute, die steht noch auf 60°C.


    Wenn Du die Vorlauftemperatur max. abgesenkt hast und dannach die Messungen machst, ist es wirklich aussagekräftig.


    Versuche, mit der jetzigen Heizung, das spätere WP-Verhalten nachzustellen und dabei den Verbrauch des Hauses zu ermittlen. Dann weißt Du, was Du an Leistung brauchst. Bisher raten nur alle Beteiligten. Inkl. Installateur. Und dann befasse Dich mit der Sanierung des Hauses: Dämmung, wenn Du sowieso die Fassade neu machst. Dachdämmung, wenn Du sowieso am Dach arbeitest. usw.


    Ich hoffe, Dir ist klar, dass Deine 13kWp-PV nicht ausreichen, um den Hunger der WP zu stillen? Meine 6kW-WP zieht bei aktuellen 0°C Außentemperaturen im Schnitt 10-15kW am Tag an Leistung ab. Ich versuche diesen Bedarf durch Steuerungskniffe weitgehend in die PV-Zeiten zu legen. Klappt aber eben auch nur zu 2/3 - und dann fehlt oftmals die Sonne auf meiner 7kWp-PV. Aktuell kommen z.B. bei mittlerer Bewölkung nur 390W vom Dach und das Haus braucht 1250W mit WP. Auch von daher ist es sinnvoll, die WP relativ klein auszulegen. Umso kleiner diese ausgelegt ist, umso weiter kann sie runtermodulieren und z.B. schon mit wenig PV-Strom sinnvoll was anfangen.

  • Hat die jetzige Anlage einen automatischen Betriebsstundenzähler?

    Das war für mich jetzt Gedankenerleuchtung :idea:

    .... den schreibe ich ja schon jahrelang auf.


    Am Tag im Schnitt zwischen 0,5h im Sommer und 3,1h im Winter.

    3,1h x 22kw Öler = 68,2 kWh

    68,2 kWh / 24h = 2,84 kW


    viel weniger als ich dachte ...

  • Verheerend. Wer hat denn das Ding verbrochen? Oder ist der Verbrauch durch Modernisierungsmaßnahmen mittlerweile soweit gesunken?


    Kannst Du eine kleinere Düse einbauen? Dann wird aus 10fach überdimensioniert nur noch 7fach...

    Ich hatte meinen Öler damit vo 21kW auf 14kW gedrosselt. Weiter runter ging nicht, dann hatte ich Kondensation im Brennraum. Tatsächlicher Bedarf waren 5,6kW.

  • Modernisierungsmaßnahmen eigentlich nur minimalst (stellenweise 1-2cm "Innendämmung" mit Gipskarton oder ähnlichen, Schrägen im Obergeschoss sind relativ gut gedämmt, jetzt erst gesehen als ich eine verblendete Wand wegen Abluft Küche geöffnet habe, aber da wird sowieso kaum geheizt)


    Geplant wurde das wohl nie, beruhte wohl auf dem GK20 Holzofen (20kW) der nach Projektunterlagen zur Mitheizung von Keller und Garage geeignet gewesen wäre.

    Alles mein Vater damals zusammen "gebastelt"