Förderung und Umsatzsteuer

  • Hallo zusammen,


    ich bin gerade dabei die erste Umsatzsteueranmeldung zu machen. Die Schlussrechnung (ca. 10%) wurde im November bezahlt. Vorher gab es zwei Abschläge (10%, 80%). Eine Vergütung gab es im November auch schon.


    Nun meine Fragen:

    1. Nachdem was ich gelesen habe, werden die Abschläge in den Monaten in denen Leistungserbringung und (Abschlags-)Rechnungsstellung erfolgt sind in die Umsatzsteuer genommen. Soweit korrekt?
    2. Nun habe ich erfreulicherweise eine Förderung für die Anlage von der Stadt erhalten :). Hier stehen zwei Möglichkeiten, wie man damit umgehen kann:
      1. "Förderungen zum Kauf einer eigenen Photovoltaikanlage können als Betriebseinnahme erfasst werden."
      2. "Alternativ dazu kann der Kaufpreis der Anlage entsprechend um die Summe der Förderungen gekürzt werden. Dann wird auch nur der geminderte Betrag steuerlich berücksichtigt."

    Option 2-1 verstehe ich so, dass ich die Förderung (2.000€) als Einnahme mit meinem pers. Steuersatz versteuern und dafür außerdem 16% Umsatzsteuer abführen muss. Dafür kann ich die komplette Umsatzsteuer der Anlage "ziehen".


    Option 2-2 verstehe ich so, dass ich den Netto-Betrag der Anlage um die erhaltene Förderung kurze und somit a) weniger Umsatzsteuer vom Kauf zurückerhalte und b) aber auf die Förderung keine Umsatzsteuer und keine Einkommensteuer zahlen muss.


    Daher sollte doch Option 2-2 besser sein (da keine Einkommensteuer auf die Förderung)? Oder muss ich die Summe dann trotzdem bei der Einkommensteuer angeben?


    Wenn ich mich für 2-2 entscheide: Wie verrechne ich das mit den Abschlagszahlungen? Die Förderung beträgt ja mehr als die Schlusszahlung. Also müsste ich auch die (zweite) Abschlagszahlung entsprechend bei der Berechnung der Umsatzsteuer kürzen?!


    Alles ziemlich verwirrend. Ich hoffe es kann jemand etwas Licht ins Dunkel bringen. Vielen Dank vorab!

  • Nein, das siehst du falsch:


    Eine Förderung ist immer ohne Umsatzsteuer - du brauchst auch keine Umsatzsteuer dafür bezahlen. Sie taucht in den Umsatzsteuer-Formularen.


    Konkret:

    Wenn du die Förderung als Einnahme deklarieren willst, dann musst du sie als "umsatzsteuerfreie EInnahme" verbuchen. Sie taucht damit in den Umsatzsteuer-Formularen nicht auf. In der EÜR wird sie in Zeile 15 eingetragen.


    Wählst du Option 2, ziehst du für die Abschreibungstabelle den Förderbetrag von den Nettoherstellungskosten deiner Anlage ab und schreibst den so verringerten Betrag über die gesamte Laufzeit ab. Auch hier kommt der Förderbetrag nicht bei der Umsatzsteuer vor.


    In beiden Fällen kannst du die volle Umsatzsteuer, die dir der Solarteur in Rechnung gestellt hat, als Vorsteuer geltend machen.


    Tipp:

    Ich würde Option 2 wählen.

    Bei Option 1 erhöht der gesamte Förderbetrag das Ergebnis eines einzigen Jahres: eine Gewinnsteigerung um 2000 €.

    Bei der Wahl von Nummer 2 verteilst du den Förderbetrag über die Laufzeit von 20 Jahren. Die Verringerung der Ausgaben durch die Förderung erfolgt so in Mini-Häppchen von ca 100 € pro Jahr.


    mfg

    Paulchen

    Windows-Programme für Buchführung und Steuererklärungen bei PV-Anlagen:

    Informationen unter https://www.pv-steuer.com

    Support für die PV-Steuer-Programme ausschließlich hier im Forum unter

    Finanzen / Steuern --> PV-Steuer-Programme - Fragen und Lösungen

    Bei Anfragen immer den Programmnamen und die verwendete Pr.-version angeben!

  • Super - besten Dank für die schnelle Antwort!

    Gedanklich war ich auch eher bei Option 2 (wenn auch aus falschem Grund) - das hast Du bestätigt.


    Woher weiß dann aber das FA, dass ich eine Förderung bekommen habe und nicht die Anlage nur anteilig ins Geschäftsvermögen übernehmen will? Spontan hätte ich jetzt gesagt ich lege beim Einreichen der Belege einen netten Brief dazu und erkläre das?