Steuerbares Wechselrichterladegerät für Heimspeicher?

  • Hallo zusammen!

    Folgende Situation, aufgrund Umbaus meines Elektrofahrzeuges auf neue Akkus ist bei mir derzeit ein 96V 30S LiFePo4 System frei geworden, wovon ich gerne etwa die Hälfte der Zellen für einen Heimspeicher in Verbindung mit einem bereits vorhandenen 5kW PV - Wechselrichter nutzen möchte. Sprich ich könnte die Zellen zu einem 24V, oder auch 3 einzelnen 12V - Systemen verknüpfen.
    Da die meisten speicherfähigen Wechselrichter namhafter Hersteller nicht für Akkus mit derart niedrigen Spannungen ausgelegt sind (alles was man findet, ist dieser "China - WR"), bleibt mir ohnehin keine andere Wahl, als ein externes System auf der Wechselspannungsseite aufzubauen. Meine ursprüngliche Idee ging in Richtung eines 24V Packs, mit 3 oder 6 parallel geschalteten Ladegeräten, sowie netzfähigen Wechselrichtern, die von einer zentralen Steuerung relativ simpel je nach Bedarf zu- und weggeschaltet würden. Um eine Gesamtleistung von zumindest >2000W zu erreichen, wird das dann aber doch relativ teuer; da man die Elektronik ja unnötigerweise doppelt beschafft.

    Somit schaute ich mich noch nach Geräten um, die bidirektional funktionieren, wobei es hier offenbar relativ wenig gibt. Ein Gerät, dass technisch alle Voraussetzungen erfüllte, wäre der Victron MultiPlus, wobei ich hierbei aus den Datenblättern nicht so ganz schlau werde, ob sich jene für diesen Anwendungsfall richtig konfigurieren lassen; sind sie doch wohl primär für Insellösungen auf Yachten usw. gedacht. Es würde also wohl ständig vom Netz nachgeladen - unabhängig von der PV - Leistung - , bis bei einem Stromausfall endlich auf die Akkus zurückgegriffen würde => nicht ganz mein Ziel ;)
    Hat jemand Erfahrung mit den Geräten? Gibt es eine Möglichkeit, diese extern zu steuern? Die AC - Verbraucher erst durch den Heimspeicher schleifen zu müssen, ist ja in einer Hausverdrahtung ohnehin nicht ganz Sinn der Sache.


    Bitte sagt mir, dass ich nicht auf meine allerletzte Lösung zurückgreifen muss, und einen gebrauchten rotierenden Umformer verbauen muss. Da muss es doch in der heutigen Zeit irgend eine passende oder zumindest anpassbare Leistungselektronik geben :/


    Vielen Dank im Voraus und Viele Grüße,

    Sebastian

  • Ich bin gerade dabei, mir einen mobilen Speicher mit 24 V Systemspannung in unser Womo zu verbauen.

    Dieser rundum bidirektionale WR; MUST, PH18-2024 kann das, leistet rund 2 kW. Die Steuerung im Mobil ist jedoch etwas umständlich, weil die "Umschaltung" von Import zu Export über eine USB-Schnittstelle erfolgen muss.

    Ich denke für deinen stationären Zweck wäre ein reiner Batterie-WR wie z.B. die SolarInvert: https://solarinvert.de/produkte/wechselrichter.html besser geeignet, weil sie für kundenspezifische Spannungen (auch 96V) angeboten werden.

    Ich hatte 2018 ein 1200 W-Gerät getestet; Bi-direktionale Wechselrichter

    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Das weiss ich nicht. Voltronic hatte einen im Angebot, konnte ihn aber nicht liefern. Ich hatte ihn sogar im Marktplatz gesucht.

    Nun, kopiert werden ja auch unsere Schweizer Uhren und der Emmentaler Käse... Grüsse aus dem echten Emmental.

    MUST hatte schlussendlich den Hybriden für mich extra hergestellt.

    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Der Victron MP2 kann alles was man in Richtung Netzparallelem Speicher oder auch als Insel wünschen kann. Wenn du einen Victron Zähler im Zählerkasten einbaust regelt er bei passend Konfiguration alle 3 Phasen saldierend auf Null. Es entstehen, genug PV und Akku vorausgesetzt keine Stromkosten mehr.


    Dazu brauchst du:


    -victron MP2 3 oder 5 KW ( Spannung gibt es 24 oder 48 Volt

    -Victron GX ( kann bei Kenntnissen auch ein Raspi sein)

    - Victron ( Carlo Gavazzi ) EM24 als Zähler


    Und diverse Kabel ( meinst normale UTP Kabel)


    Das Ganze ist ziemlich einfach zu realisieren.


    Spannungen sind in weiten Grenzen einstellbar. Bei 48 Volt Victron von 40 bis 65 Volt. Ladeleistung und Einspeiseleistung regelbar. Nulleinspeisung sowie Steuerung von einigen Wechselrichtern ( z.B. Fronius ) möglich.


    Läuft bei mir schon länger sehr stabil und wartungsfrei.


    Vielleicht hilft es Dir !


    Jens

  • Eigenartig, als ich Victron (Schweiz) anfragte, hatten sie kein Gerät, welches meine Anforderungen erfüllen konnte:

    24VDC, Bi, MPP-Tracker, Einspeisefähig....

    Aber wahrscheinlich würde dem TS ein reiner Batterie-WR genügen als AC-Speicher.

    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Mpp Tracker sind bis auf den RS-6000 extern. Das ist mit Absicht so, da das Gesamte System modular ist. Man fängt mit einem MP2 an .... Kann dann auf 3 Phasen erweitern und wenn die Leistung nicht reicht mehrere parallel betreiben.


    Man kann das halt seinen Bedürfnissen anpassen. Ich bin auch erst mit einem Mp2 angefangen. Allerdings wegen der Kabeldurchschnitte gleich mit 48 Volt.


    Jens

  • Danke einmal für eure Antworten! Das heißt in der Konstellation kann ich auch mit nur einphasigem Multiplus auf Saldo 0 regeln? 3kW Schieflast wären ja noch erlaubt.


    Muss ich die Verbraucher auf der verwendeten Phase dann dennoch durch den Batteriewechselrichter schleifen und ist es egal, wenn der Lastfluss dann in die Gegenrichtung stattfindet, weil beispielsweise auf einer anderen Phase eine Belastung erfolgt?


    Eleganter wäre natürlich, das ganze dreiphasig aufzubauen, wobei da erwähntes Gerät etwas teuer käme - sind die MultiPlus I dessen auch fähig? Dann würden ja 3x800W auch reichen.

    Viele Grüße,

    Sebastian

  • ja ... man muss nur beachten, dass der MP auf L1 gebaut wird (die interne Regellogic funktioniert sonst nicht). Kompensieren natürlich nur bis zur maximalen Last des MP. Auch der 5000er geht noch, da er unter den magischen 4,6 kW Schieflast liegt.


    Der MP1 geht grundsätzlich (vom hören sagen) auch. Da er aber keine zweites Relais eingebaut hat, hat er auch keine VDE4105. Somit muss ein externes Anti Island Device bei Netzparallelbetrieb vorgeschaltet werden. Wenn es wirklich nur um Unterstützung geht, würde ich immer wieder auf einen einphasigen MP2 gehen. Aufbauen, einschalten, konfigurieren und vergessen. Man kann bei entsprechenden Kenntnissen aber auch prima basteln und seine eigenen Steueralgorithmen vorgeben. Je nach Fähigkeit also ....


    Der MP2 muss dabei nur auf AC-IN geschaltet werden. Die Lasten müssen NICHT durch den Wechselrichter geleitet werden. AC-IN ist Bidirectional. Wenn Du möchtest geht es auch am AC-OUT. Der MP2 bringt einen 50 Ampere STS Schalter mit, der in ca 20 mSek auf Notstrom umschalten kann. Dann natürlich für für Geräte hinter dem MP2. Wie gesagt: von der Flexiblität her nicht zu überbieten (oder ich habe die Alternativen noch nicht gefunden). Des weiteren gibt es einen weiteren AC-Out, den man steuern kann (an oder aus). Hier könnte man z.b. eine Therme anschließen, welche bei Notstrombetrieb aus dem Netz genommen wird und erst bei Rückkehr des Netzes wieder zugeschaltet wird etc.


    Man kann also: Eigenverbrauch optimieren, braucht dazu keine grösseren Umbauten vornehmen, überschüssige Solarleistung in der Battier speichern, beinahe beliebige Batterien anschliessen (Blei, LiION, LIfepo4, LTO) und das zu einem relativ moderaten Preis.


    Jens

  • Herzlichen Dank für deine Ausführungen.

    Der MP1 geht grundsätzlich (vom hören sagen) auch. Da er aber keine zweites Relais eingebaut hat, hat er auch keine VDE4105. Somit muss ein externes Anti Island Device bei Netzparallelbetrieb vorgeschaltet werden. ...


    Der MP2 bringt einen 50 Ampere STS Schalter mit, der in ca 20 mSek auf Notstrom umschalten kann. Dann natürlich für für Geräte hinter dem MP2.

    Eine Frage bleibt mir noch bezüglich des Inselbetriebs, wenn ich nun doch AC out nutze, um eine Phase notversorgen zu können, reicht dann die Ab/Umschaltung von L1+N aus? Zum Zeitpunkt der Wiederkehr des Netzstromes wäre ja dann der Neutralleiter gegenüber L2 und L3 unzulässigerweise unterbrochen, bzw. nur über den Umweg der Nullung verbunden, sofern nicht ab dem WR ein getrennter Neutralleiter geführt wird - was beim Anschluss dreiphasiger Geräte problematisch würde.

    Ich denke um hier sauber zu sein, bräuchte es dennoch eine extra dreiphasige Netzabtrennung.