Hauskauf / Wertansatz PV-Anlage

  • Hallo zusammen,


    ich erwerbe demnächst ein Haus, auf dem eine PV-Anlage installiert ist. Da ich mit dem Thema bisher keine Berührungspunkte hatte, habe ich mich in den letzten Wochen ein bisschen eingelesen. Ein paar Punkte zur steuerlichen Behandlung sind mir aber noch nicht so ganz klar, vielleicht kann mir ja jemand helfen:


    Die Anlage ist von 2011 und hat eine Größe von ca. 12 kWp, Einspeisevergütung von 28,71ct / kWh läuft noch bis Ende 2031. Damalige Anschaffungskosten ca. 36.000 €.

    Die PV-Anlage wird zusammen mit dem Haus verkauft, im Kaufvertrag wird die Anlage aber separat angegeben. Leider bin ich mit dem Verkäufer noch nicht einig, zu welchem Wert die Anlage im Vertrag angesetzt werden soll. Wenn man die zu erwartende Vergütung betrachtet, bin ich m.E. bei einem Restwert von locker über 20.000 €, das geben zumindest entsprechende Faustformeln her (z.B. wird des Öfteren eine Formel von Rode zitiert).


    Laut Argumentation des Verkäufers würde das Finanzamt aber einen solche hohen Wert nicht akzeptieren, da er schon hohe Abschreibungen vorgenommen hat, dass die Anlage für ihn nur noch einen Restwert von deutlich unter 10.000 € hat.


    Meine Fragen:

    - Bin ich tatsächlich an die schon getätigten Abschreibungen des Verkäufers gebunden und muss dann seinen Restwert übernehmen? Ich hätte eher erwartet, dass ich einen Anschaffungspreis ansetzen kann, der auch die zukünftigen Vergütungen berücksichtigt. Im Zweifel müsste der Verkäufer dann zwar einen Veräußerungsgewinn versteuern, aber das kann doch nicht mein Problem sein, oder?

    - Kann es überhaupt stimmen, dass er in weniger als 10 Jahren und damit ca. der Hälfte der Nutzungsdauer bereits über 3/4 des Anschaffungspreises abgeschrieben hat?

    - Wenn ich seinen Preisvorschlag akzeptiere, hätte ich nach meinem Verständnis eine höhere Steuern auf die Vergütung zu zahlen. Hinzu käme ja auch, dass für die PV-Anlage keine Grunderwerbsteuer zu zahlen wäre. Weiß jemand, wie das mit den Maklerkosten ist, wird die PV-Anlage hier in die Bemessung einbezogen?


    Vielen Dank schonmal für eure fachkundigen Antworten.


    Viele Grüße!

  • Die bereits getätigten Abschreibungen haben nur auf das steuerliche Ergebnis des Verkäufers Einfluss.

    Du erwirbst die PV-Anlage zu einem angemessenen Preis (Wert nach Rode hast du ja schon genannt) und schreibst die Anlage über die Rest(EEG)laufzeit ab. Dabei kannst du auch wieder die Sonderabschreibung nutzen.


    Da ihr beide (Verkäufer und Du) ja quasi "zwei Geschäfte in einem" macht kann man sich natürlich schon auf ein Konstrukt einigen dass für beide Seiten Vorteile hat.

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • Normalerweise freut man sich als Käufer über einen niedrigen Preis. Im Einkauf liegt der Gewinn.

    • Der Jammer bei den Weltverbesserern ist, daß sie nicht bei sich selber anfangen.
    • Im Leben kann man immer neu anfangen, aber nie von vorne.
  • In diesem Fall wäre natürlich ein höherer Preis PV-Anlage bei gleichzeitiger Senkung des Hauspreises für den Käufer vorteilhaft, der Verkäufer hat vermutlich genau das gegenteilige Interesse!

    Also (ehrlich) miteinander sprechen und Lösung finden!

    Servus
    Toni


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