Eine neue Anlage soll gebaut werden - Einladung zu einer möglichst lebhaften Diskussion :)

  • Es gibt Neuigkeiten. Netze BW hat uns huete schriftlich mitgeteilt, dass unser "Netzverknüpfungspunkt feststeht und bis 09.06.2021 reserviert ist". Soweit so gut dnek ich mir.


    Dann heißt es in dem Schreiben weiter:



    Jener §9 EEG 2017 sagt dazu:

    Zitat

    Bei Anlagen mit einer installierten Leistung von höchstens 30 Kilowatt können die Anlagenbetreiberinnen und -betreiber wählen, ob sie ihre Solaranlage ebenfalls mit einer Einrichtung zur ferngesteuerten Reduzierung der Einspeiseleistung bei Netzüberlastung (bspw. einem FRSE) ausstatten (§ 9 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. a EEG 2017) oder ob sie die maximale Wirkleistungseinspeisung ihrer Anlage am Verknüpfungspunkt mit dem Netz auf 70 Prozent der installierten Leistung begrenzen (§ 9 Abs. 2 Nr. 2 Buchst. b EEG 2017) .


    Der nächste Absatz in dem Schreiben der Netze BW lautet dann

    und somit geben Sie immerhin verschlüsselt den Hinweis, dass eine Begrenzung auf 70% nach §9 EEG 2017 möglich ist.


    Kundenfreundlich ist anders, aber interessant!


    Noch offen blieben meine Fragen nach Messkonzept hier im Thema und wer das festlegt, bzw ob mir dabei der Anlagenersteller hilft.

  • wieviel Kwp hat deine Anlage?


    unter 30 kwp 70% oder RSE

    über 30 kwp RSE

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!


    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!


  • Vielen Dank, Burgenlaender für Deine Rückmeldunjg, das ist schon klar. Wir planen unter 30KWp und mit weichen 70% bei 23,68 KWp.


    Als nächstes kommt jemand vom Anlagenbauer und macht eine Vor-Ort-Besichtigung und dann werden die Details gefixt.


    Dann wird sich auch entscheiden, wieviele Module wir aufs Schuppendach bekommen, 20,25, oder 30 und damit ergibt sich dann auch die Generatorenleistung, zwischen 16,28 KWp und 27,38 KWp. In letzterem Fall müsste ich die Netze-BW noch über die leicht gewachsene generatoren-Leistung informieren.

  • Es kann heute durchaus finanziell besser sein auch bei unter 30kwp einen RSE zu nehmen und damit auch bei kleineren Anlagen mit 100% zu fahren.

    das hängt vom Preis des RSE ab und von der Anlage selbst.


    ein reines Süd Dach mit 23 kwp wurde ich bei einem RSE Preis von 150 Euro immer mit RSE fahren und die 70 % damit eliminiren!


    einfach mal durchrechnen !

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  • Dan immer mit 70% .


    da kommst du eh kaum drüber!

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  • Vielleicht antizipiert dein VNB mit dem Schreiben auch schon mögliche Neuregelungen des geplanten EEG 2021 unter der Annahme, dass du nicht mehr 2020 ans Netz gehst.


    Wenn es so kommt, wie aktuell in Planung, wäre ja Steuerungstechnik (Hier kommt wohl aktuell nur RSE in Frage, so lange SMGW noch nicht ausgerollt) ab 15 kWp verpflichtend. Dann fällt zwar 70 % Deckelung, was in deiner Konstellation mit Ost/West aber evtl. wenig hilft. Habe ähnliche Konstellation und hoffe, dass es nicht so kommt ...


    Insofern wäre mal bis zur Beauftragung RSE ab, wie groß deine Anlage wird und wie dann die Gesetzeslage ist.


    Ich würde alkerdings dein NAB auf bis 30 kWp erweitern/korrigieren, dann hast du Ruhe. Es ist ja nicht verboten, dann kleiner zu bauen.

  • Nachdem ich im Thema"EEG 2021 Beschlussfassung Bundestag und Bundesrat 17.+18.12.2020" eine grob geschätzte Aussage zur Profitibalität meiner beauftragten Anlage abgegeben hatte, wurde ich von Bento gebeten, mal meine Rentabilitätsrechnung vorzustellen.


    Der Bitte will ich hier gerne nachkommen.


    Ich habe für die Abschätzung folgende Quellen und Tools verwendet sowie die die folgenden Annahmen zu Grunde gelegt:

    1. Energie-Ertragsermittlung für EFH mit Nebengebäuden steht in 69231 Rauenberg
      1. Dachneigung des EFH 36°, Ddachneigung des Norddachs auf dem Schuppen 15°
      2. Azimut Ostdach: -85°, Westdach 95°, Norddach -175°
      3. Ertragsabschätzung mit Hilfe von PVGIS, Eingabe für alle drei Dachflächen von Standort, DN, Azimuth, "free-standing" und 10% Verlust
      4. IBN geplant für Feb 2021, Vergütung knapp 21 Jahre (20 Jahre und 11 Monate)
      5. Erwartete Erträge in KWh/KWp und Jahr:
        • Haus Ost: 913,58 KWh/KWp
        • Haus West: 878,46 KWh/KWp
        • Schuppen Nord: 810,58 KWh/KWp
      6. Für den Gesamtertrag habe ich nicht einfach den Jahresertrag mit 20 oder 21 multipliziert sondern ich habe angenommen, dass die module im installationsjahr 2021 die spezifizierte Leistung erbringen und dann in der Folge die Leistung nachlässt entsprechend der Leistungsgarantie der Module. Diese lautet für die von mir beauftragten "IBC MonoSol 370 OS9-HC" 80% nach 25 Jahren. Dies ergibt über die Laufzeit von IBN Jahr plus 20 Jahre einen Ertrag von 19,32 * Jahresertrag
        • Haus Ost: 19,32 * 913,58 KWh/KWp = 17.650,37 KWh/KWp
        • Haus West: 19,32 * 878,46 KWh/KWp = 16.971,85 KWh/KWp
        • Schuppen Nord: 19,32 * 810,58 KWh/KWp = 15.660,41 KWh/KWp
    2. Abschätzung der Einnahmen
      1. Einspeisevergütung geschätzt auf Basis von Zahlen der Bundesnetzagentur (deren Seite geht gerade nicht richtig,hier der Link zur verwendeten Excel-Tabelle) für die Erträge aus den ersten 10 KWp > 8,01 Ct/KWh und darüber 7,79 Ct/KWh
      2. Geplante Anlagengröße: Ost 8,14 KWp, West 8,14 KWp, Nord 7,4 KWp
        Gesamt 23,68 KWP mit einer garantierten Einspeisevergütung von 7,883 Ct/KWh
      3. Damit ergeben sich die folgenden zu erwartenden Einnahmen bei Volleinspeisung
        • Haus Ost: 17.650,37 KWh/KWp * 8,14 KWp * 7,883 Ct/KWh = 11.325,82 EUR
        • Haus West: 16.971,85 KWh/KWp * 8,14 KWp * 7,883 Ct/KWh = 10.890,43 EUR
        • Schuppen Nord: 15.660,41 KWh/KWp * 7,4 KWp * 7,883 Ct/KWh= 9.135,37 EUR
        • Summen
          • Energie-Ertrag: 143.673,98 KWh (Ost) + 138.150,84 KWh (West) + 115.887,00 KWh (Nord) = 397.711,81 KWh
          • Einnahmen: 397.711,81 KWh * 7,883 Ct/KWh = 31.351,62 EUR
          • Einnahmen pro KWp: 31.351,62 EUR / 23,68 KWp = 1.323,97 EUR / KWp
    3. Investitions-Kosten
      1. Ost-West-Anlage auf dem Haus: 17.217 EUR für 16,28 KWp entspricht 1.057,56 EUR / KWp
      2. Nord-Anlage auf dem Schuppen zusätzlich: 6.878 EUR für 7,40 KWp entspricht 929,46 EUR / KWp
      3. Gesamt-Kosten: 17.217 EUR + 6.878 EUR = 24.095,00 EUR
    4. Einige weitere Kennzahlen
      1. Erwartete Kosten pro erzeugter KWh: 24.095,00 EUR / 397.711,81 KWh = 6,058 Ct / KWh
      2. Vereinfachte Rendite: 7,883 Ct / KWh - 6,058 Ct / KWh / 6,058 Ct/KWh = 30,13%!
      3. Erwarteter Überschuss bezogen auf die Investition: (31,351,62 EUR - 24.095,00 EUR) / 24.095,00 EUR = 30,12 %
      4. Erwarteter Überschuss: 7.256,62 EUR!

    Damit habe ich in dem oben verlinkten Beitrag den Überschuss mit 18%17% deutlich unterschätzt und er ist in Wirklichkeit fast doppelt so hoch!


    Natürlilch kann man jetzt einige Aspekte an der Rechnung und Abschätzung kritisieren

    1. Nicht berücksichtigte Betriebskosten verschlechtern mein Ergebnis 👎
    2. Fehlende Schattenanalyse verschlechtert potentiell das Ergebin👎
    3. Keine Finanzierungskosten berücksichtigt, potentielle Verschlechterung 👎
    4. Kein Eigenverbrauch berücksichtigt, das wird mein Ergebnis massiv steigern 👍
    5. Den Leistungsverlust der Module habe ich vermutlich überschätzt, das verbessert tendentiell mein Ergebnis 👍

    Unterm Strich rechnet sich die Anlage massiv und wie so oft: der Gewinn liegt im Einkauf! An den Dächern und am Ertrag kann ich wenig ändern, außer SINNvoll belegen. Aber im Einkauf spielt die Musik. Ich habe Angebote für das Haus alleine zwischen 1.057,56 EUR / KWp (bei 16,28 KWp) und 1.309,094 €/KWp (bei nur 14,04 KWp).

  • PV gibts noch immer geschenkt, den Gewinn (je nach Anlagengröße und steuerlichen Verhältnissen) gratis dazu. Ich verlinke deine Rechnung in den FAQ.