Neue PV Anlage auf Reihenhaus mit

  • Hallo zusammen,

    meine Frau und ich haben uns ein Reihenhaus von der "Deutsche Reihenhaus" gekauft, welches wir im nächsten Jahr beziehen werden.

    Das Dach eignet sich hervorragend für eine PV Anlage und besteht aus einem Satteldach mit 35° Neigung und einer Ausrichtung nach OSO und WNW. Es gibt keine Hindernisse oder Bäume die Schatten auf das Dach werfen und so gibt es Tagsüber eine sehr gute Einstrahlung.


    In der ersten Planung lassen sich mit beiden Dachflächen zusammen ca 11kWp installieren.

    Es handelt sich auch um keine Realteilung sodass zum Nachbarn kein Abstand bezüglich Brandschutz installiert werden muss.

    Als Inspiration hat mir dazu der Baublog http://siward.de/?p=255 gedient. Auch dort ist eine PV-Anlage auf so einem Reihenhaus installiert.


    Nun aber zu den Herausforderungen.

    Die gesamte Anlage wird von von einem BHKW Anbieter versorgt. Von diesem habe ich nun folgende Antworten erhalten "...Kundenanlage nach § 3 Nr. 24a EnWG und ist nicht an das öffentliche Netz angeschlossen. Nach Rücksprache mit diversen Verbänden/Fachleuten (VBEW, BDEW) bzgl. dieser Anlagenkonstellation müssen wir dieses Konzept nun leider doch als aktuell nicht rechtskonform bezeichnen, da die Möglichkeit bestünde, dass sich der in der Kundenanlage überschüssige BHKW-Strom (vergütet nach KWKG) und der bei Ihnen überschüssige PV-Strom am Netzübergabepunkt vermischen könnte."


    Mir wurden dann drei Varianten genannt.


    Variante 1:

    Sie gewährleisten mit einem EnFluRi (Rückflussverhinderer), dass kein PV-Strom am Netz-Übergabezähler ankommt, sondern nur in unserer Kundenanlage verbleibt. --> Dann betreiben Sie aber eine Belieferung an Dritte(also an uns) und müssten nach unserer Rechtsauffassung EEG-Umlage für jede an uns verkaufte kWh Strom an den ÜNB abführen. Alternativ muss gewährleistet werden, dass der PV-Strom lediglich in Ihrem Reihenhaus verbleibt und NICHT in die Kundenanlage gelangt. Hierzu könnte ein wohnungseigener Stromspeicher sowie eine Rückflussverhinderung verbaut werden.

    Variante 2:

    Die PV-Anlage von Ihnen wird komplett aus unserer Kundenanlage herausgenommen und erhält auf Ihre Kosten einen separaten Netz-Einspeisepunkt.

    Variante 3:

    Sie statten die Zähler als RLM-Zähler aus, um eine kaufmännisch bilanzielle Weiterleitung gewährleisten zu können. Dies würde dann aber für alle Abnahmestellen innerhalb der Kundenanlage gelten; diese Lösung ist denkbar unrealistisch.



    Wir sind eine dreiköpfige Familie (Baby) mit einem derzeitigen Jahresverbrauch von 1300kWh. Ja der Verbrauch ist sehr gering, wird aber im Haus sicherlich steigen da wir mit einem Elektroauto unterwegs sind und dies dann zukünftig zu Hause laden. Plus vermehrtes Homeoffice gehe ich also eher von 3000-4000kWh Jahresverbrauch aus.


    Meine Fragen sind daher ob es sich überhaupt noch lohnt eine Anlage zu montieren. Bzw. sind die Vorschläge überhaupt rechtens? Solche Anlagen bei genau diesem Anbieter sind ja bereits aktiv und werden über EEG abgerechnet. Oder sollte ich einfach eine Guerilla PV Anlage mit 1-2 kWp selbst installieren und wie bereits jetzt mit meinen Balkonkraftwerken weiter machen?

    Ich danke euch für Anregungen.

    Viele Grüße

    Philipp




  • erst mal den rechtlichen Status prüfen

    wer ist denn der Netzbetreiber ?

    irgendwer muß das ja sein, und dieser ist verpflichtet den Strom aus Erneuerbaren Energien abzunehmen und zu vergüten.

  • Das ganze ist in Nauen in der Nähe von Berlin. Der Netzbetreiber dort ist die E.DIS Netz. Der Versorger auf dem Grundstück ist die OVE https://www.ove.de


    Von der OVE kam die Aussage das die einzelnen Objekte nicht an das öffentliche Netz angeschlossen sind. Daher kann mein erzeugter Strom nicht vergütet werden da nicht klar ist ob dieser nun über deren KWK Anlage entstanden ist oder über die PV-Anlage.

  • Rückflussverhinderung

    Gibt es technisch nicht. Strom-Ventil, allenfalls über Spannungsunterschiede ginge das vlt. Gemeint wird sog. Nulleinspeisung sein. Ökologisch traurig.

    Das ist alles eine Frage des MK. Hängen mehrere Häuser am selben Kabel das zum BHKW geht? Ist das als echter Mieterstrom umgesetzt? Wenn ja kann mittels simpler Kaskadenmessung zuerst PV-Strom verbraucht werden. Aus wirtschaftlichen Gründen wird aber die Gesellschaft bevorzugt ihren BHKW-Strom primär verkaufen wollen.

    Dass sie 3 "Optionen" nennen ist ein gutes Zeichen.

    Erzähl uns mehr über die Technik.

  • M.E. ist eine kaufmännisch bilanzielle Durchleitung auch ohne RLM möglich. Alles, was dein Haus verlässt, hast du eingespeist. Punkt. Wo der Strom physikalisch hinfließt ist irrelevant. Du verkaufst auch keinen Strom an die Nachbarn deswegen, du bekommst ja auch kein Geld von denen. Am Übergabepunkt von BHKW ans öffentliche Netz wird durch Differenzbildung mit deinem Einspeisezähler der korrekte Wert ermitelt. Ist aber schon eine sehr spezielle Situation und mein Beitrag ist keine Rechtsberatung.


    Wie kommt man auf die Idee, im Neubau so einen Mist zu realisieren? So bist du wahrscheinlich auf ewig von der Verbrennung von womöglich fossilen Energieträgern angewiesen, wird in deinem Namen CO2 emittiert, du kannst keinen Ökostrom wählen, hast vermutlich auch noch einen Anschlusszwang an die fossile Nahwärme, kannst keine WP einbauen, zahlst ziemlich sicher mehr, und womöglich wird dieser Unsinn auch noch mit Steuergeld gefördert.

  • Von der OVE kam die Aussage das die einzelnen Objekte nicht an das öffentliche Netz angeschlossen sind

    Wie kann dann EDIS der Netzbetreiber sein, wenn euer Netz im Prinzip ne Insel ist (sein soll)?


    und an einem Zähler/Meßkonzept kann es wohl nicht scheitern.


    Ich würde da erstmal überprüfen lassen, ob dieser Zwang (keine freie EVU Wahl zu haben) rechtens ist.

    Gruß PV-Express


    Mit ZOE Z.E. 40 Beruflich unterwegs

    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • Dazu müsste man das MK umdrehen. Mit klassischem Mieterstrom braucht es dafür sonst min 2 RLM. 1 am 2RZ des TE, 1 am ÜZ.

    Weil sich PV mit Verbrennung mischt und im Mischbereich Verbrauch (Nachbar) angeschlossen ist.

    Das ist das Thema n:n Erzeugung und Verbrauch. 1:n geht ohne RLM, n:1 auch. Habe dazu in FAQ Teil 2 geschrieben bei den MK.

  • Vertragsfreiheit ?

    er hat es ja so gekauft

  • Auf Lebzeit? Wenn die morgen auf 50ct je kWh aufschlagen muss man dass dann hinnehmen?


    Würde da einfach mal via RA das Prüfen lassen und auch in die EU Gesetze ein Blick werfen.

    Die Antwort des Versorgers würde ich jedenfalls nicht gerade so glauben.


    Der TS kann aber bestimmt mehr dazu sagen. Vertragsinhalte usw.

    Gruß PV-Express


    Mit ZOE Z.E. 40 Beruflich unterwegs

    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012