Anlage mit Speicher wird durch Finanzamt nachträglich aberkannt?!

  • Hallo,


    ich habe Mitte letzten Jahres eine Komplettanlage mit Speicher gekauft - die Rechnung beim zuständigen Finanzamt in Rheinland Pfalz eingereicht und die komplette Steuer der Gesamtrechnung für die Anlage inkl. dem Speicher erstattet bekommen.

    Nun hat das Finanzamt die Anschaffungskosten der Anlage um den Energiespeicher gekürzt (x EUR) - als Begründung dient der Energiespeicher lediglich der Speicherung des privat genutzten Stroms und nicht der Einspeisung ins Netz. Es handele sich somit um notwendiges Privatvermögen. Die Vorsteuer für den Speicher in Höhe von X EUR ist somit nicht abziehbar und wird ebenfalls korrigiert.


    Ich habe in den Regeln der bayerischen Gesetze diesen Satz gefunden:


    8. Erwerb eines Stromspeichers (Batterie)

    8.1 Photovoltaikanlage und Stromspeicher als einheitliches Zuordnungsobjekt

    Bei gleichzeitiger Anschaffung einer Photovoltaikanlage und eines Stromspeichers handelt es sich um ein einheitliches Zuordnungsobjekt. .....


    Leider hab ich für Rheinland Pfalz nichts Vergleichbares finden können - ich verstehe halt nicht, warum der Speicher mir nun als privates Vergnügen unterstellt und die Steuer für den Speicher nun mit der Einkommenssteuer verrechnet wird?!


    Vielleicht kann mir hier jemand helfen - hat der Finanzbeamte im letzten Jahr gepennt oder der Beamte in diesem Jahr nicht richtig gearbeitet :cursing:?

    oder umgekehrt - der Finanzbeamte, der das jetzt geprüft hat den Fehler vom letzten Jahr korrigiert?


    Gruß,

    Michael






  • Soweit ich mich erinnere kommt noch einiges dazu zu deinem Zitat der bayer. FA-Richtlinie.

    Gesetz ist das auch in Bayern nicht.


    Manch einer hat Glück und es rutscht bei seinem FA durch.

    Es hat keiner gepennt bei den mtl. VA rutscht einiges durch was bei der Jahreserklärung dann auffliegt.


    Du bist nicht der Erste der hier mit langem Gesicht aufschlägt.

    FA-Sachbearbeiter können langwierige Rückfragen stellen und hast du erstmal einen Merker wird man dir jedes Jahr auf den Zahn fühlen.


    Mit Steuerberater sind die Chancen oft besser, nur fressen dessen Kosten die Vorteile dann oft wieder auf.

    Suche mal im Forum nach Beiträgen von kpr der hat hier im Forum vor einiger Zeit schlagkräftige Argumente skizziert.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • Auch Finanzämter sind ja lernfähig, dauert bei denen zwar etwas länger, aber anscheinend gab es da eine gute Fortbildung.

    Aus meiner Sicht ist das eine legitime Betrachtung und eine logische Konsequenz.

    7 KWp PV, Bosswerk 4,6 KVA Hybrid Wechselrichter, 5 KWh Liontron LiFePO4 Speicher

    Plusenergiehaus, autark von März bis Oktober, mit Panasonic Aquarea Monoblock 5KW

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    Parke nicht auf unseren Wegen, www.weg.li macht es möglich.

  • mit Speicher kann eine PV Anlage steuerlich keine Gewinne erwirtschaften.

    Rechnet einfach selbst nach ob die Einnahmen die Ausgaben übersteigen.

    An den Verlusten hat das Finanzamt kein Interesse.

    Komplizierte Vorgänge immer dem faulsten Mitarbeiter geben. Er wird die einfachste Lösung finden!

  • Zuversteuernden Gewinn wird es wegen der 410er Grenze bei einer 6,5kWp-Anlage auch ohne Speicher kaum geben. :)


    Abschreibung eines Speichers in der EÜR wird wenn das FA nicht blind ist sowieso nicht akzeptiert.

    Interessant ist nur die Vorsteuererstattung für den Speicher, die wird häufig durch gewunken.


    Ich bin da allerdings auch Seppelpeters Ansicht das dies nichts mit dem Unternehmen STROM-Verkauf zu tun hat und daher

    nicht unter die USt-Erstattung fällt. Speicherbesitzer werden sowieso bestraft wegen der höhern ueWA. 8o

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • das wird nicht "unterstellt", sondern das wird so behandelt - weil es so ist.

    Das siehst du völlig falsch, der TS hat den Speicher sicher angeschafft um ihn ausschliesslich "netzdienlich" zu betreiben.

    Er tut das für die Allgemeinheit, also für dich und mich und ganz sicher nicht zu seinem Privatvergnügen. Und jetzt erwartet er natürlich von der Allgemeinheit (also auch von dir und mir), dass wir uns an seinen Bemühungen finanziell beteiligen das Netz zu stabilisieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten;)


    Edit: :ironie:Achtung, dieser Beitrag kann Spuren von Ironie enthalten

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Er tut das für die Allgemeinheit, also für dich und mich und ganz sicher nicht zu seinem Privatvergnügen. Und jetzt erwartet er natürlich von der Allgemeinheit (also auch von dir und mir), dass wir uns an seinen Bemühungen finanziell beteiligen das Netz zu stabilisieren und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten;)


    Smoker - dann kauf ich mir auch einen Speicher - ich will dir nur Gutes ! :lol::lol::lol:

    ab jetzt - Hyundai Kona 64 kWh - 150 kW

    Statt Klimastreik - egal wann - PV montieren fürs Klima ! FridayForMounting FFM :mrgreen:

    Wer mich zitieren mag - bitte ausschließlich Vollzitate !

    Für 2022 sind die Auftragsbücher bis Oktober voll !

  • oder umgekehrt - der Finanzbeamte, der das jetzt geprüft hat den Fehler vom letzten Jahr korrigiert?


    Aus meiner Sicht muss das so betrachtet werden:

    Zur Zuordenbarkeit muss ein Wirschaftsgut zu mindestens 10% gewerblich genutzt werden. Bei einer Rechnung über "1 Stück PV-Anlage mit Speicher" ist diese 10% Nutzung unbestritten gegeben.


    Hast du aber eine Rechnung (oder ein sonstiges Schriftstück) auf der die beiden Wirschaftsgüter getrennt geführt (und bewertet) werden, gibst du natürlich eine Steilvorlage, die gewerbliche Nutzung auch einzeln zu betrachten. Jetzt musst du jedem Wirtschaftsgut die 10% Nutzung nachweisen. Kannst du das nicht, ist keine Zuordnung möglich.

    Manche Dinge erscheinen zunächst kompliziert, sind aber langfristig recht einfach,

    versucht man jedoch es sich zunächst einfach zu machen, wirds langfristig kompliziert ....

  • vielen Dank für eure Antworten ;) natürlich tue ich das für die Allgemeinheit - ich schicke sogar meine Kinder in Jutesäcken auf die Fridays for Future Bewegung mit nem aktuellen iPhone 12 :P


    also die Anschaffung und die Rechnung beinhaltet die PV Anlage, die Montagekosten und auch den Speicher - nichts nachgekauft und nicht getrennt aufgeführt.


    Somit ist die Zuordnung doch eigentlich gegeben - und was ich an Strom ins Netz speise übersteigt auch die 10%.


    Es steht aber wohl so 3:1 für das Finanzamt, wenn ich die Antworten richtig herauslese


    Schade ||