PV Planung, Speicher, Planspiele

  • Servus an das Forum,

    ich plane momentan den Neubau eines Einfamilienhauses in 52224. Das geplante Satteldach hat voraussichtlich eine Neigung von 33 Grad und eine Süd-West bzw Nord-Ost Ausrichtung. Verschattung ist kein Thema. Das Haus wird mit WP geplant. Den Stromverbrauch schätze ich auf 7-8000kwh für WP und sonstigen Verbrauch.


    Zunächst habe ich mit einem Speicher geplant. Nach etwas Recherche scheint dies aber gar nicht die wirtschaftlichste Variante zu sein. Dazu habe ich mal eine Rechnung aufgemacht. Hierzu habe ich ein Onlinetool zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit genutzt. Verbrauch 8000 kwh, 0,3€ Netzbezug und 0,07€ für die Einspeisung.


    Variante 1

    9KWP Anlage + 7KW Speicher

    Jährliche Produktion: 8627 kwh

    45% Netzbezug zu 0,3€ = 1080€

    49% Einspeisung zu 0,07€ = 295€

    = 785€ Energiekosten


    Variante 2

    20KWP Anlage ohne Speicher

    Produktion: 19733 kwh

    63% Netzbezug = 1517€

    85% Einspeisung = 1174€

    = 342€ Energiekosten


    Also klarer Sieg für die Variante ohne Speicher, ohne jetzt zusätzlich die Investitionskosten gegengerechnet zu haben. Diese werden sich aber bei den beiden Varianten wahrscheinlich nicht groß unterscheiden.

    Jetzt können solche Onlinetools aber ja nicht alle Parameter erfassen. So wird vor allem spät Abends, bis in die frühen Morgenstunden bei mir viel Strom benötigt.


    Macht hier ein Speicher vielleicht doch Sinn?

    Vor allem im Hinblick auf steigende Strompreise und sinkende Vergütung.


    Wie würdet ihr meine Anlage planen und dimensionieren?

    Einfach das ganze Dach (Süd-West) voll machen? Oder gar Nordseite mitnutzen?

    Das Haus wird vermutlich im Spätsommer 2021 bezugsfertig.


    Vielen Dank und beste Grüße

  • Speicher: Wird das KfW40+? Sonst macht Speicher noch keinen Sinn, schon gar nicht mit WP


    Größe: Gute Seite ganz voll, Gegenseite je nach PVGIS-Prognose. Dabei Politik (EEG-Novelle) im Auge behalten.


    Vor allem im Hinblick auf steigende Strompreise und sinkende Vergütung.

    steigende Strompreise sind reine Spekulation und eher unwahrscheinlich, und die Vergütung bleibt vom Tag der Inbetriebnahme an konstant.

  • Dass Speicher momentan noch defizitaer sind, hast du richtig erkannt. Das Dach komplett voll zu machen wird sinnvoll sein. Wenn es ein Neubau ist, kannst du Kosten sparen; die PV fruehzeitig mit planen und Arbeiten zusammenlegen.


    Ich rechne PV gerne so, dass sie sich bereits ueber die Einspeiseverguetung komplett selbst zahlt. Das ist einfach, da die 20 Jahre lang fest ist. Entwicklung der Strompreise, Eigenverbrauchsanteil usw. ist alles spekulativ. In aller Regel geht das auf und ueber den Eigenverbrauch spart man dann "nur" noch zusaetzlich Geld. Die Verbraucher in den Tag zu legen, Luft haben fuer ein BEV usw. sind dann das Sahnehaeubchen.

    Mit unterschiedlichen Ausrichtungen hast du den Ertrag mehr ueber den Tag verteilt (Nordost ist natuerlich deutlich frueher dran als Suedwest) und auch guten Puffer bei bedecktem Himmel - da ist die Ausrichtung im Grunde eh egal.


    Gib mal beide Flaechen bei PVGIS ein: Anleitung PVGIS, Ertragsprognose


    Und nenne die genauen Abmessungen. Der voraussichtliche Ertrag laesst sich relativ gut bestimmen.

  • Das Haus wird in KfW 55 Standard gebaut. Und der Stromverbrauch von 7-8000 war auf den Gesamtverbrauch WP + sonstigen Verbrauch bezogen. Momentan verbrauche ich ohne WP ca. 4500 kwh.

    PVGIS rechnet bei 20kwp auf der Süd-West Seite einen Ertrag von 19000kwh aus.

    Auf der Nord-ost Seite wären es immerhin noch 13000 kwh. wobei ich 20kwp wahrscheinlich kaum auf eine Dachhälfte bekommen werde. Sehr interessant auf jeden Fall!

  • 650 kWh/kWp/Jahr sind doch weniger als ich erwartet haette bei der Neigung. Wuerde man mal 8 Cent/kWh Verguetung ansetzen braechte das in 20 Jahren 1.040€ /kWp. Das kWp darf im Bau also weniger als das kosten, im Neubau und bei der Gesamtanlagengroesse sollte das gut machbar sein.

  • 650 kWh/kWp/Jahr sind doch weniger als ich erwartet haette bei der Neigung.

    Die 650 beziehen sich aber nur auf die Nord-Ost Seite, richtig? Auf der Süd-West Seite wäre man ja schon bei 950 kwh/kwp/Jahr. Wären 800 bei Ausschöpfung beider Seiten. Geht man auf 100% Süd-West und weniger als das volle Dach auf der Nord-Ost Seite würde sich die Quote ja nochmals verbessern.

  • Belegungsplan? Ja, NO teilweise nutzen zB einen vollen String kann eine gute Lösung sein. 650 sind kein Knaller aber du freust dich im Winter!