PV auf Walmdach in L-Form

  • Hallo zusammen,


    wir bauen dieses Jahr ein EFH (Baustart war im September) und sind nun dabei uns mit dem Thema PV auseinanderzusetzen. Hierbei sind wir jedoch auf einige grundlegende Fragen gestoßen, bei denen ihr uns hoffentlich weiterhelfen könnt ;)


    Nachfolgend aber erst einmal einige Informationen zu unserem Bauvorhaben:

    • Walmdach in L-Form (wohl ziemlich ungünstig für PV, geht aber leider nicht anders)
    • Dachausrichtung Süd-West (Wenn ich auf den Bauplänen die West-Ost-Linie nehme, hat die Dachfläche mit den 12 Modulen (Süd-Westen) einen Winkel hierzu von 35 Grad)
    • Die Nord-West-Dachfläche fällt für PV aufgrund einer geplanten Loggia wohl weg
    • Das Dach soll mit einem Flachziegel versehen werden
    • Derzeit geplante Dachneigung 20 Grad
    • Heizsystem: Luft-Wasser-Wärmepumpe
    • Wohnfläche 175 m² plus Keller.


    Wir haben das Dach in SketchUp aufgezeichnet und als Anhang beigefügt. Ein Lageplan zur Orientierung wurde ebenfalls hochgeladen.


    Fragen:

    • Die beiden kleinen nach Süd-Osten ausgerichteten Dachflächen haben wir mit 3 bzw. 4 Modulen bestückt. Macht dies Sinn?
    • Würde es auch Sinn ergeben die beiden nach Nord-Osten ausgerichteten Dachflächen auch mit Modulen zu bestücken (wobei dort auch nicht sonderlich viel Fläche ist)?


    Was haltet ihr von der Belegung?


    Über Unterstützung und Anmerkungen würden wir sehr freuen.


    Gruß


    Matze

  • Wer zwingt Euch, so ein unsinniges Haus zu bauen und Euch dafür auch noch (vermutlich) ziemlich lange dafür zu verschulden? Lass mich raten: Heizung ist auch drin? Gasbüchse mit Solarthermie vielleicht noch?


    Sinnvoll bauen sieht anders aus, das hast Du offenbar auch schon bemerkt. Und dennoch wird an so einem unsinnigen Bau festgehalten und 20-25Jahre ein Riesenknüppel dafür abgezahlt.


    Mein Rat:

    Pläne wegwerfen. Architekt zur Tür rausjagen. Ein Jahr Zeit nehmen. Neu und RICHTIG planen.


    Das was man hier sieht ist ein neu gebauter Altbau. Einfach nur Murks - den du in 15-20 Jahren teuer sanieren musst. Dann ist Deine Gasbüchse nämlich kaputt und eine neue wirst Du Dir dann hoffentlich/vermutlich nicht mehr einbauen dürfen.


    Sorry. Harte Worte - aber wenn ich mir diesen Murks ansehe schwillt mir der Kamm. Merkt man das?

  • Hallo,


    der Keller steht schon. Neu planen ist also zu spät...

    Als Heizung wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe ohne Pufferspeicher eingebaut (siehe oben).


    Eigentlich wollte ich auch nur über PV diskutieren. Der Rest ist eh hinfällig, da es nicht mehr geändert werden kann.


    Gruß


    Matze

  • Ronny1976


    Na das sind aber harte Worte. Er muss doch darin glücklich werden. Schönheit ist subjektiv. Deine Meinung darfst du haben, aber evtl. sollte man etwas diplomatischer auf den Fragesteller eingehen.


    Bei deinem verwinkelten Dach wird es mit PV in einer ordentlichen Größe (weil man auch im Herbst und Winter Strom erzeugen möchte) schwer.


    Suche hier im Forum mal nach;


    Der FAQ von pflanze


    Walmdach und Solaredge


    Damit kommst du ein kleines Stück weiter.


    Zum Schluss: ich würde dein Haus gerne mal sehen, wenn es fertig ist. Dann wüsste ich, ob ronny1976 Recht hat oder nicht.

    Brav auf das Forum gehört - DAS DACH IST VOLL - Walmdach alle Seiten plus Carport mit 21,78 KWp an einem Solar Edge 17K und 69 P370 Optimierern


    Der zweimillionste Beitrag war meiner :saint::evil:

  • Das hast du trotz des ungünstigen Daches schon gut vorbereitet. natürlich solltest du die NO-Flächen auch belegen. Geht auf SO mit versetztem Aufbau vielleicht eines mehr in die zweite Reihe? Du darfst den First ruhig wenige cm mit benutzen.


    Vom System her ist sowieso Solaredge gesetzt, dann kannst du auch noch neben der Loggia voll machen. Du wirst jedes Wp brauchen können.


    Wer zwingt euch zu dieser Dachform? Ich hoffe, ihr kommt nie in die Situation, den Dachboden mal ausbauen zu müssen.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Es geht doch nicht darum, ob mir das gefällt oder nicht.


    Es geht darum:

    - man baut sich in 2020 kein Haus mehr, was eine Heizung benötigt. Punkt.

    - man baut sich kein Haus mit Walmdach wenn man PV-drauf machen will. Punkt.


    Völlig absurd wird es wenn man sich eine Stromheizung einbaut UND deshalb auf die PV angewiesen ist UND sich dann dennoch so ein unmögliches Dach aufs Haus setzt.


    Und Nein, das ist keine Meinung, das sind belegbare Fakten. Auf ein Satteldach passen nunmal mehr Paneele bei weniger Schieneneinsatz. Und das ohne SolarEdge. Und keine Heizung verursacht keine Invest-Kosten, keine laufenden Kosten und auch keinen späteren Sanierungskosten. Das Geld, was Du an der Stelle sparst (FBH + Wärmepumpe + Installation) kannst Du sinnvoller in Dämmung und bessere Fenster/Türen investieren UND vermutlich vom Rest noch die PV bezahlen. Überleg einfach mal: Du baust jetzt ein kfW55-Haus, welches max. 55kWh/m²a an Heizenergie benötigt. Bis zum Passivhaus fehlt da nicht viel, das geht bei 15kWh/m²a per Definition los. Und für die 40kWh/m²a willst Du Dir extra für 25.000-50.000€ ein Heizsystem einbauen? Die Wohraumlüftung brauchst Du bei beiden Bauweisen. Dämmung dito. Also ist der Unterschied nur in etwas mehr Dämmstoff zu suchen.


    In Deinem Fall: Du benötigst 9625kWh max. Heizenergie im Jahr. Mit einer vernünftigen Wärmepumpe benötigst Du dafür max. 3000kWh Strom. Und das für die nächsten Jahrzehnte:

    Anschaffung 25.000€

    Verbrauch 20Jahre 18.000€

    Austausch nach 20Jahren 25.000€

    Verbrauch weitere 20Jahre 18.000€


    86.000€ in Summe!

    Wieviel Dämmung wird man für 86.000€ kaufen können? Vermutlich kannst Du damit das ganze Haus vollstopfen!!!



    Noch mal mein Rat:

    Planung überarbeiten. Ziel: Passivhaus auf vorhandenem Keller.

    Planung überarbeiten. Ziel: PV-taugliches Dach für E-Mobilität und perspektivisch weiter steigendem Stromverbrauch.

    Planung überarbeiten. Ziel: Kaminofen mit Bärenfell + SplitKlima mit Heizfunktion (Irgendwohin muss ja das ganze gesparte Geld für die Heizung. Also Kinder in die Welt setzen und in den Urlaub fahren.)

  • Auf das Dreieck SO passen sicher nur 1+3 und nicht 1+2+3?


    NO wuerde ich mitnehmen, gerade weil ihr so wenig nutzbare Flaeche habt. Im Neubau, wenn das Geruest eh schon/noch steht und eh PV drauf gemacht wird, sind die Grenzkosten fuer die paar zusaetzlichen Module sehr gering.


    Kommt vielleicht noch eine Garage oder Carport dazu?

  • Hallo zusammen,


    vielen Dank erst einmal für die vielen Beiträge :) und sorry das ich mich jetzt erst melde, aber ich war Freitag und Samstag spontan mit Anschütten beschäftigt.


    1. Auf Süd-Ost kann kein Satteldach gesetzt werden bzw. kann vielleicht schon, aber dann würde die Optik schon arg leiden.
    2. Auf Süd-Ost passt eventuell noch ein Modul mehr drauf. Habe das mal in den neuen Entwürfen angepasst.
    3. Ich habe absolut überhaupt keine Ahnung was bei dem/n Wechselrichter(n) zu beachten ist. Was ist der Vorteil von dem System von Solaredge? Ich habe mal ein wenig recherchiert, aber den Unterschied zu anderen Systemen nicht so richtig verstanden
    4. Ich habe bereits ein Angebot von einem Solateur vorliegen. Ich habe das einmal beigefügt. Geht das aus eurer Sicht grob in die richtige Richtung? Falls ja würde ich die Zusammenarbeit mit dem Solateur intensivieren... Bei dem Angebot sind bisher die Nord-Ost-Dachflächen nicht belegt.
    5. Ich habe mal die Nord-Ost-Dachflächen mit Modulen bestückt und beigefügt. Ich habe die Module hierbei im Süd-Westen mal hochkant eingefügt. Bleibt aber bei 12 Modulen.


    Vielen Dank für eure Hilfe :)


    Gruß


    Matze

  • String: n Module in Reihe geschaltet

    Stringspannung = Summe der Einzelspannungen

    Stringstrom = Strom des schwaechsten Moduls im String

    Modulspannung: vorwiegend von Modul abhaengig (s. Datenblatt), temperaturabhaengig (kaelter = hoeher)

    Modulstrom: einstrahlungsabhaengig, also insbesondere vom Winkel, in dem das direkte Licht aufs Modul trifft

    MPPT (maximum power point tracker): "sucht" den besten Arbeitspunkt (Spannung/Stromstaerke) eines Strings fuer die hoechstmoegliche Leistung

    Stringwechselrichter: schliesst einen oder mehrere Strings an m MPPTs an


    Fuer jeden MPPT des WR gibt es einen bestimmten Spannungsbereich, daher muessen mindestens x und maximal y Module an einen String. Das ist gut, wenn man groessere Flaechen belegt, die gleich ausgerichtet sind. Viele unterschiedliche und insbesondere kleine Flaechen bekommt man halt an einem normalen String-WR schlecht unter, da a) 4 Module viel zu wenig fuer einen String/MPPT sind und b) man nur eine begrenzte Zahl an MPPT hat.


    SolarEdge hat DC-DC Wandler ("Optimierer") an jedem Modul, die die MPPT Funktion auf Modulbasis uebernehmen und dafuer sorgen, dass die Eingangsspannung am WR konstant ist. Hier kann man unterschiedliche Ausrichtungen mischen und daher hat man insbesondere bei einem Dach mit mehreren kleineren und unterschiedlich ausgerichteten Flaechen Vorteile.