EEG 2021 - Was schreibe ich meinem Abgeordneten?

  • Hi,


    ich bin gerade dabei mich über das EEG 2021 schlau zu machen. Auf YouTube und von einigen Verbänden wird ja ordentlich gewettert und hier im Forum gibt es ja auch heiße Diskussionen in EEG 2021 - Gesetzesentwurf der Bundesregierung.

    Deshalb möchte ich mal an die Abgeordneten meines Wahlkreises schreiben. Aus meiner Sicht als Betreiber von knapp 10kWp, bald vielleicht auch knapp 20kWp, wären es folgende Punkte:

    • Pflichteinbau intelligenter Messsysteme ist völlig überzogen. Die Erzeugung von PV-Anlagen kann (über viele Anlagen gemittelt) einfach anhand der installierten Peak-Leistung und dem aktuellen Wetter geschätzt werden. Der Netzbetreiber hat die Möglichkeit am Trafo im Niederspannungsnetz die aktuelle Last/Einspeisung (in Summe) zu messen. Dem Netzbetreiber sollte das Recht eingeräumt werden, auf eigene Kosten eine intelligente Messeinrichtung zu installieren, so dass er diese Schätzung mit Hilfe einiger gemessenen Referenzanlagen untermauern kann. Dann würde er aus wirtschaftlicher Sicht entscheiden, wo solche Messsysteme eingebaut werden sollten. Den Betreiben und der Volkswirtschaft blieben dadurch unnötige Kosten erspart.
    • Alle aktuellen Wechselrichter stellen die aktuelle Einspeisung als Messgröße bereit, viele sind über Online-Portale der Hersteller vom Kunden ablesbar. Man könnte auch die Hersteller verpflichten, diese Messdaten (regional geclustert) den Netzbetreibern zur Verfügung zu stellen, so dass sie daraus die aktuelle Einspeisung bestimmen können. Es handelt sich dabei nicht um geeichten Messungen. Diese Daten werden aber auch nicht zu Abrechnungszwecken verwendet und sind für den Betrieb des Netzes ausreichend.
    • Die geplanten jährlichen Zubauzahlen und das Ziel von 65% erneuerbaren in 2030 sind völlig unambitioniert. Technisch könnte man wesentlich mehr zubauen, wenn es denn politisch gewollt wäre. Gerade PV ist in der Bevölkerung gut akzeptiert und es gibt bei weitem genug Dächer auf denen PV-Anlagen installiert werden könnten.
    • Entfall EEG-Umlage sollte auf 30 kWp angehoben werden, da 20 kWp eine willkürliche Grenze ist. Bei 30 kWp ändern sich einige weitere Dinge und es ist sinnvoll diese Grenzen zu vereinheitlichen.

    Jetzt will ich an die armen Abgeordneten keinen Nonsense schreiben. Sind die von mir formulierten Punkte richtig? Habe ich etwas wichtiges (für Anlagenbetreiber < 20 - 30 kWp) vergessen?


    Vielleicht wird daraus ja eine Vorlage, die auch von anderen Personen genutzt wird um ihren Abgeordneten auf die Füße zu treten. Ich sehe das als den einzigen Weg in den Gesetzgebungsprozess eingreifen zu können. Eine wirkliche Lobby haben wir ja nicht ...

    8,26 kWp, 28xHeckert NeMo 2.0 black 295W + Froinius Symo 8.2-3. 35° Dachneigung, 20° Ost.

    2019: 1152 kWh/kWp, 2020: 1175 kWh/kWp

  • Pflichteinbau intelligenter Messsysteme

    Kommt auch nach aktueller Rechtslage, nur eben spaeter. Gut, die Grenze wird abgesenkt. Hier wuerde ich dennoch nicht argumentieren dass iMS unnoetig sind (dafuer ist es zu spaet bzw. das waere ein anderes Thema) sondern dass man sich schon auf einen Ablauf fuer den Rollout geeinigt hat und die ganze Infrastruktur ueberhaupt nicht da ist, das jetzt in einer Hauruck Aktion zu machen.



    Bei Punkt 2 hast du einen Datenschutzproblematik. Da man sich da bisher auch auf keinen Standard geeinigt hat, muesste man ihn erst schaffen und jeder WR-Hersteller ihn implementieren, was grossen Aufwand bedeutet. Ich halte das aber auch fuer absolut unnoetig fuer das, was am Ende dabei rauskommt. Da waere wohl am Ende sogar das iMS noch sinnvoller. Wuerde den ganzen Punkt streichen.

  • glaub doch nicht, daß dein Bundestagsabgeordneter so einen Brief überhaupt zu Gesicht bekommen wird.

    so etwas sortiert ein Büromitarbeiter aus, und schreibt dir irgendeine Standardantwort zurück.

    Die meisten Abgeordneten, vermute ich mal, haben zu dem Thema weder eine Meinung, noch eine Ahnung worum es überhaupt genau geht.

    Sondern sagen bestenfalls das weiter, was ihnen von ihrer Fraktion dazu gesagt wird.

  • glaub doch nicht, daß dein Bundestagsabgeordneter so einen Brief überhaupt zu Gesicht bekommen wird.

    so etwas sortiert ein Büromitarbeiter aus, und schreibt dir irgendeine Standardantwort zurück.

    Die meisten Abgeordneten, vermute ich mal, haben zu dem Thema weder eine Meinung, noch eine Ahnung worum es überhaupt genau geht.

    Sondern sagen bestenfalls das weiter, was ihnen von ihrer Fraktion dazu gesagt wird.

    Das stimmt nicht, das schätzt du die Abgeordneten falsch ein.


    Abgesehen von den Abgeordneten, die auch noch aus anderen Gründen stark in der Öffentlichkeit stehen (Parteivorsitz oder so), sind die Abgeordneten schon erreichbar. Auf Mails habe ich schon Antworten direkt vom Abgeordneten bekommen. Und Wahlkreisabgeordnete haben oft eine Bürgersprechstunde zu der jeder hingehen kann.

  • das schätze ich nicht, das weiß ich.

    natürlich sind de Abgeordneten "erreichbar" - dafür haben sie ja ihre Mitarbeiter

    natürlich kriegst du eine Antwort, auch per mail - "direkt vom Abgeordneten" mag es auch geben, halte ich aber für eher unwahrscheinlich. außerdem, wie willst du das feststellen? ob das nicht auch sein Büro schreibt

    Bürgersprechstunde halte ich für geeignet, da muß er sich wenigstens anhören was der Bürger sagt. Weiter geht es dann wahrscheinlich, wie oben geschrieben.

  • Der Wechselrichter kennt die Einspeisung gar nicht. Von daher ist der Ansatz unbrauchbar.

    @soerling: Wenn er sie doch kennt, dann muss entweder der Verbrauch oder die Einspeisung gemessen und dem WR übermittlet werden. Das ist möglich aber nicht obligatorisch.

  • Der Wechselrichter kennt die Einspeisung gar nicht. Von daher ist der Ansatz unbrauchbar.

    Der Wechselrichter kennt die Erzeugung. Und die sollte den Netzbetreiber (vielleicht) interessieren. Für den Verbrauch im Privathaushalt hat er seine schon immer verwendeten Lastprofile. Außerdem sind die paar kW Leistung, die ein Privathaushalt aus dem Netz zieht doch ein Witz gegenüber den großen Verbrauchern.


    Die iMS sind absolutes Overengineering bei den typischen Einfamilienhäusern. Minimaler Nutzen bei maximalem Aufwand. Ungefähr so wie wenn jeder Autofahrer seine geplanten Fahrstrecken kostenpflichtig übermitteln muss, damit die Tankstellen ihre Vorratshaltung optimieren können.

    Es gibt Ausnahmen, aber die sind verbrauchsseitig. Wer mit Strom heizt und sein Auto mit 22 kW laden will der erzeugt "untypische" Lasten im Netz. Aber ich habe gehört, dass es auch dafür bereits seit langem Lösungen geben soll. :)


    Die Netzbetreiber sollen gerne dort iMS installieren, wo es für sie einen nutzen ergibt. Wenn sie die Kosten dafür selbst tragen müssen, wird definitiv eine kostenoptimale Lösung gefunden werden.

    Wenn aber jeder zwangsweise so ein Ding bekommt und bezahlen muss, dann wird es einfach nur teurer.


    Ok, genug aufgeregt. Ich streiche diese Punkte, weil der Zug eh schon abgefahren ist. Bleibt also nur

    • EEG Umlage Befreiung auf 30 kWp anheben
    • 65% Erneuerbare in 2030 ist nicht sehr ambitioniert und der geplante Zubau eigentlich zu wenig.
    • Post-EEG Kleinanlagen lassen sich nicht wirtschaftlich weiterbetreiben, da die Vergütung gering ist, gleichzeitig aber ein iMS installiert werden muss.

    Gibt es sonst keine Kritikpunkte an dem Entwurf aus Sicht von Betreibern kleiner Anlagen bis 20 kWp?


    ... nach langem Lesen habe ich hier noch ein paar Formulierungsvorschläge gefunden:

    EEG 2021 - Gesetzesentwurf der Bundesregierung

    und

    EEG 2021 - Gesetzesentwurf der Bundesregierung


    Da werde ich mal was zusammen schreiben an meinen Herrn MdB.

    8,26 kWp, 28xHeckert NeMo 2.0 black 295W + Froinius Symo 8.2-3. 35° Dachneigung, 20° Ost.

    2019: 1152 kWh/kWp, 2020: 1175 kWh/kWp

  • das schätze ich nicht, das weiß ich.

    natürlich sind de Abgeordneten "erreichbar" - dafür haben sie ja ihre Mitarbeiter

    natürlich kriegst du eine Antwort, auch per mail - "direkt vom Abgeordneten" mag es auch geben, halte ich aber für eher unwahrscheinlich. außerdem, wie willst du das feststellen? ob das nicht auch sein Büro schreibt

    Bürgersprechstunde halte ich für geeignet, da muß er sich wenigstens anhören was der Bürger sagt. Weiter geht es dann wahrscheinlich, wie oben geschrieben.

    Nun gut, klar kann die Mail falsch "unterschrieben" werden, aber wie gesagt, davon gehe ich erstmal nicht aus. Ich hatte auch schon kleinere Konversationen per Mail und es wirkte schon so als ob der Abgeordnete sich rechtfertigen wollte. Das ein Büromitarbeiter da eine "Fake-Debatte" in Fremden Namen führt.... glaube ich nicht solange es dafür keinen Anhaltspunkt gibt.


    Unserer Wahlkreisabgeordneter kommt so sogar auf Hausbesuche vorbei wenn man ihn einläd, in Firmen und zu Privatleuten, ob er damit seine Zeit sinnvoll einsetzt bezweifle ich zwar, aber er tut es. Wenn hier Leute aus der Branche sind versucht es doch mal und ladet euren Abgeordneten ein.


    Der gewöhnliche Abgeordnete ist nicht immer der klügste Mensch und oft genug wird nach Parteilinie für Schrottgesetze abgestimmt, aber den meisten Abgeordneten ist schon daran gelegen in der Heimat nicht wie ein abtrünniger und egoistischer Hauptstadt-Politiker anzukommen, der sich nicht mehr für die eigene Region interessiert.

  • Hi flix007,


    vielleicht sind zu viele Fakten auch kontraproduktiv!

    Ich hab unserem MdB auch mal was geschrieben und habe dabei versucht, nicht allzu viele Details anzuführen.

    Ist trotzdem einiges an Text zusammengekommen.

    Einen Versuch ist es allemal wert ;)


    brief Uwe schummer_MdB.docx