450€ Grenze, Zinsen aus Hauskredit und MwSt Rückerstattung

  • Hallo zusammen,


    ich habe mal ein paar kurze Fragen die ich so nirgendwo anders finden konnten.

    Die Anlage soll noch diesen Monat (Okt 2020) oder spätestens November 2020 montiert werden und in Betrieb gehen.

    Ich habe beide Szenarien durchgerechnet und komme bei 20 Jahren Laufzeit fast auf den gleichen Wert der Erlöse, da ich jetzt eine höhere Vergütung um im Januar ein Jahr mehr bekomme. Mir wäre daher Oktober lieber, da sie sich die Anlage so früher amortisiert.


    Fragen:

    1. Wenn ich meinen Ertrag pro Jahr (IBN Oktober) von ca. 2085€ bei 100% Einspeisung nehme und davon die Afa mit 5% von 31200€ nehme, komme ich auf gut 520€.

    Bei IBN im Januar wäre mein Ertrag nur noch 1996€ und ich würde bei Abzug der 1560€ auf 436€ kommen, also unter 450€. Spielt das steuerlich eine Rolle, da ich die 450€ nicht versteuern muss oder spielt diese Grenze keine Rolle?

    Mit Eigenverbrauch sieht das Thema nochmals anders aus, aber den kann ich jetzt noch nicht abschätzen.

    2. Ich baue die PV mit Geld das vom Hausbau übrig geblieben ist. Wir haben uns quasi einfach zu viel Geld von der Bank geliehen und können es nur durch Sondertilgung zurück zahlen. Jetzt würde ich natürlich gerne die 1,5% Zinsen p.a. ansetzen die wir darauf bezahlen. Ich habe jedoch keinen Nachweis der Bank, dass dieser Kredit acuh für die PV gilt. Ist das trotzdem möglich? Da der Kredit 25 Jahre läuft, kann ich die Zinsen dann auch so lange ansetzen oder nur auf die Abschreibungsdauer?

    3. Bei einer Einspeisung von unter 74% (26% Eigenverbrauch) der Erzeugung, bekomme ich so viel Einspeisevergütung wie ich Abschreibung auf die Anlage habe. Komme ich hier dann schon in die Liebhaberei? Hat das irgendwelche negativen Auswirkungen?

    4. Wenn ich dieses Jahre noch bauen lasse und erst am Januar die Anlage anmelde, soll ich das ganze Steuerthema wie Anmeldung beim FA, Rückerstattung MwSt auch noch dieses Jahr machen und das Unternehmen in 2020 sogesehen einfach mit 0€ Einnahmen laufen lassen? Die Rechnung erst im Januar zu bezahlen ist wohl keine Option, ausser ich verschiebe die Montage in diesen Zeitraum.


    Danke schon mal

  • Strom den du selbst verbrauchst wird umsatztechnisch auch als Einnahme gezählt. Der wird gebucht unter unentgeldliche wertabgabe. Für deine gewinnrechnung spielt es also keine Rolle ob du einspeist oder selbstverbrauchst. Der Staat ist ja nicht ganz dum.


    Zu Punkt 4. Dem Finanzamt ist egal wann du die Anlage inbetrieb nimmst. Hier zählen nur geldflüsse. Wenn du die Anlage dieses Jahr bezahlst forderst du auch dieses Jahr die MwSt zurück.

  • Fast,... in der ESt heißt das Sachentnahme und wird wie erwähnt steuerlich mit der EEG-Vergütung bewertet.


    Unentgeltliche Wertabgabe heisst der EV in der USt und da ist die Bewertungsgrundlage aber der Bezugstrom.


    Steuerlich ist EV damit komplett neutral (gleiche MWSt und gleicher Gewinn) und wie Einspeisung zu sehen.


    Die Freigrenze (kein Freibetrag!) liegt übrigens bei 410€, bis 820€ zahlst du aber auch weniger ESt (nur auf doppelte Differenz zu 410€)... Falls du das nochmal rechnen magst. Liebhaberei dürfte damit ausgeschlossen sein.


    Das mit den Zinsen würde ich versuchen, wenn sie aber nen Nachweis anfordern hast ev. ein Problem, wenn da nix von PV steht. Aber mehr als Nein sagen können sie nicht...


    Und ich würde wohl auch noch im Oktober IBN machen... Ab November haben wir recht wahrscheinlich 1.8% Degression. FA aber in jedem Fall noch dieses Jahr...

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Franky1927 ,

    normalerweise ist es das Beste möglichst bald ans Netz zu gehen wenn die Einspeisevergütung mtl. sinkt.


    Bei der Steuer denke ich wirfst du einiges durcheinander.

    Keine Einkommensteuer auf Gewinn aus selbständigen Einkünften zahlst du unter 410€, bis 820€ gibt es eine Anpassung bis dann dein individueller Steuersatz angewendet wird.


    Für die EÜR ist es egal ob du einspeist oder selbst verbrauchst. Die gesamte Erzeugung ist mit deiner Einspeisevergütung je kWh zu bewerten. Hast du die 2085€ Einnahmen in 1) so errechnet?


    Wäre damit dein Gewinn wie oben erwähnt 520€ müsstest du dann davon ca. 220€ mit deinem individuellem Steuersatz versteuern. Bei 40% also 88€, es blieben dir daher 432€, das wäre immer noch mehr als wenn du nur 410€ Einnahmen hättest bei späterer Anmeldung und geringerem Einspeisevergütungssatz.


    Du solltest noch dieses Jahr dein Unternehmen anmelden, dann hast du nur Verluste für die Steuer denn Zahlungen vom Netzbetreiber auf dein Konto werden vmtl. dieses Jahr nicht mehr ankommen. Durch die Nachzahlung in 2021 gibt es dann aber mehr Steuern zu bezahlen. Vorteil ist aber auch das man nach 2 USt-Jahreserklärungen von den VA meist befreit ist.

    D.h. evtl. 11 Monate früher als wenn du erst im Januar anmeldest. Der Aufwand ist wenn es sich mal eingespielt hat zwar nur wenige Minuten, aber doch eine lästige Pflicht.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • Ok danke. Es ist ja irgendwie logisch, dass man EV auch wie Einnahmen zählt.

    Meine Rechnung sieht so aus:

    Erzeugung [kwh/a] nach pvgis: 24.767

    Anlagenkosten: 31.200€ netto -> 5% davon sind 1560 € Abschreibung


    IBN Oktober:

    Einspeisevergütung Oktober: 8,40 cent/kwh

    Vergütung pro Jahr: 2080€

    Auf 20 Jahre gerechnet (20 Jahre + Nov. 2020 + Dez. 2020): 41.749€

    Einnahmen - Abschreibung pro Monat (Überschuss): 520€

    Zu versteuern: 230€ (ca. 92€ bei 40%)

    Gewinn nach Steuern: 290€ + 138€ = 8560€ in 20 Jahren


    IBN Januar 2021:

    Einspeisevergütung Januar (Annahme): 8,04 cent/kwh

    Vergütung pro Jahr: 1991€

    Auf 20 Jahre gerechnet (20 Jahre + ganzes Jahr 2021): 41.816€

    Einnahmen - Abschreibung pro Monat (Überschuss): 431€

    Zu versteuern: 52€ (ca. 21€)

    Gewinn nach Steuern: 31€ + 380€ = 8.631€ auf 21 Jahre


    Dazu kommen folgende Faktoren:

    - Evtl. Abschreibung Zinsen (1,5% aus 31.000€): 465€ jährlich sinkend

    - Einkünfte aus sonstigen Nebeneinkünften (Landwirtschaft) - ist aktuell aber defizitär


    Stimmt das in etwa?

    Wie man sieht kommt also in der Summe ca. der gleiche raus. Dazu kommt dass sich die Anlage bei IBN Oktober schneller amortisiert und bzgl. Einspeisevergütung im Januar eine gewisse Unsicherheit besteht.

    Die hoffentlich kommende 30 kw Grenze auf die EEG Befreiung gilt ja hoffentlich rückwirkend.

    Wenn ich dazu noch Verlust aus Landwirtschaft oder durch Zinsen abschreiben kann, sieht es nochmal "besser" aus.


    Zu dem Vorgehen:

    Oktober IBN und direkt Anmeldung beim FA

    MwSt zurück fordern -> Hohe Ausgabe in 2020 und hohe Einnahme in 2021

    In einem anderen Thread wurde etwas zu "Sonder Afa" zur Kompensation der Rückzahlung geschrieben. Ich habe dazu aber leider nichts weiter finden können. Wie geht das?

  • vergiss bitte nicht die neuen Regelungen im EEG 2021 bei IBN 2021!


    das dürften bei dir ja um die 30kw bzw 35-40 kwp sein.

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!


    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!

    Oberer Zähler: 156kwp an 3 Huawei mit 139 kw Max. Wirkleistung!


  • Bei dem zu versteuernden Gewinn hast noch nen kleinen Fehler (2*(520-410)=220) und ich glaube ja Januar eher an 7,93ct/kWh. ;)


    Die SonderAfA trägst du in der AVEÜR zusätzlich zu normalen 5% Abschreibung ein. Bis zu 20% innerhalb 5 Jahren wie es beliebt. Nach 5 Jahren wird die normale AfA dann neu berechnet...

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • vergiss bitte nicht die neuen Regelungen im EEG 2021 bei IBN 2021!


    das dürften bei dir ja um die 30kw bzw 35-40 kwp sein.

    29,7kW sind es. Welche Regel meinst du hier genau?





    Bei dem zu versteuernden Gewinn hast noch nen kleinen Fehler (2*(520-410)=220) und ich glaube ja Januar eher an 7,93ct/kWh. ;)


    Die SonderAfA trägst du in der AVEÜR zusätzlich zu normalen 5% Abschreibung ein. Bis zu 20% innerhalb 5 Jahren wie es beliebt. Nach 5 Jahren wird die normale AfA dann neu berechnet...

    Ok Danke.

    Bei 7,93 cent/kwh sähe die Sache schon anders aus. Wahrscheinlich steigt sie wieder auf 9 cent/kwh und alle ärgern sich :)

  • Hallo Franky,

    deine Rechnerei passt schon ungefähr, einige Hinweise kamen oben schon von anderen.

    Die hoffentlich kommende 30 kw Grenze auf die EEG Befreiung gilt ja hoffentlich rückwirkend.

    Vom EEG wirst du nicht befreit nur ggf. von 40% Umlage auf auf den EV. Das mit der EEG-Umlage ist nicht so tragisch zu sehen, denn ohne PV hättest du 100%-EEG Umlage auf deinen Verbrauch so hast du immer noch 60% weniger für den Anteil den du als EV realisieren kannst. ;) Desweiteren ist es so das momentan in den meisten Konstellationen nur zwischen 10 und 12kWp eine kleine Ertragsdelle auftritt, ab 12kWp geht es schon wieder bergauf. :)

    Wenn ich dazu noch Verlust aus Landwirtschaft oder durch Zinsen abschreiben kann

    Es stimmt das du durch die Zinsen den Gewinn drücken kannst hinsichtlich der 410€-Grenze.

    Du solltest aber berücksichtigen das die 410€ nicht pro Unternehmen gelten sondern für den Unternehmer.

    Für Landwirtschaft gibt es ggf. Sonderregelungen wo ich keine Ahnung habe, aber Einkünfte aus Vermietung müssen z.B. auch dazugerechnet bei Betrachtung der 410er Grenze.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • 29,7kW sind es. Welche Regel meinst du hier genau?

    Ims

    ständige ist Leistung dem Netzbetreiber bereitstellen

    stufenlose Regelung der Anlage

    und alles was noch so im EEG 2021 ausgebrütet wird.

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!


    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!

    Oberer Zähler: 156kwp an 3 Huawei mit 139 kw Max. Wirkleistung!