PV Planung mit Speicher

  • Hallo zusammen,


    ich beschäftige mich schon rund 6 Monate mit dem Erwerb einer PV Anlage mit Speicher.

    Derzeit habe ich ein Balkonkraftwerk von greenakku mit 600W Leistung.

    Selbst bei bewölkten Wetter wie heute schafft die Anlage konstant 300W.


    Zu meiner Ausgangslage.

    Dachfläche für theoretisch 20x 370 Wp Module (1,80m * 1,10m)

    Himmelsrichtung und Dachneigung sehr gut geeignet für PV.


    Derzeitiger Stromverbrauch im Jahr 5500Kwh.

    Durch Corona und vermehrter Heimarbeit wird dieser für dieses Jahr bestimmt noch steigen =O


    Meine Anlagenkonfiguration:


    18x Longi LR4-60HPH Solarmodul Monokristallin 370wp = 6,6Kwp

    3x Victron Smart Solar MPPT 250/60 = 3 Strings je 6 Module in Reihe

    1x Victron MultiPlus-II 45/3000/35-32

    1x Victron Venus GX für die Steuerung

    1x Pylontech LiFePO4 9,6Kwh im Set (nutzbar 8,5Kwh)


    Zusätzlich kommt noch Kleinzeug wie PV Kabel DC-Trennschalter, Monatageprofile und Haken für Ziegeldach.


    Bis ich die Anlage auf das Dach baue (kommendes Jahr nach dem Winter) ist die Einspeisevergütung so niedrig das sich nur noch der Eigenverbrauch interessant sein wird. Wir schaffen es sogar heute mit 300W den groben Verbrauch zu deckeln, abends ist halt Schicht im Schacht und dort kocht man und schaut TV etc.

    Der Durchschnitts Wert am Tag liegt rechnerisch bei 15Kwh am Tag. Somit sollte der Speicher mit 9,6Kwh einiges deckeln. Anteilig Abends wenn die PV nichts mehr produziert liegen wir bei 5-6 Kwh. Wäsche waschen, Spülmaschine, Trockner legen wir schon heute auf den Tag wo die PV etwas produziert.


    Meint ihr die PV Anlage ist richtig ausgelegt oder habt ihr Verbesserungsideen bezüglich Kwp Leistung im Verhältnis zum Speichergröße etc.


    Danke euch !

  • Bis ich die Anlage auf das Dach baue ist die Einspeisevergütung so niedrig das sich nur noch der Eigenverbrauch interessant sein wird.

    Na, wenn du das sagst.


    Dass sich PV Einspeisung nicht mehr lohnt hoert man seit vielen Jahren. Es ist aber immer noch so, dass die Einspeiseverguetung die komplette Anlage bezahlt und obendrein noch Gewinn abwirft. Eigenverbrauchsvorteil kommt on top. Speicher kosten dagegen immer noch mehr als sie bringen.


    Meint ihr die PV Anlage ist richtig ausgelegt oder habt ihr Verbesserungsideen bezüglich Kwp Leistung im Verhältnis zum Speichergröße etc.

    Ja. Nicht so einen Wildwuchs bauen. 20 Module wenn 20 passen und nicht 18. Kein Speicher. Ein dreiphasiger WR statt x kleine WR.



    Du redest davon, dass du das baust und planst es auch selbst. Hast du einen Elektriker, der das Ganze dann auch in Betrieb nimmt?

  • Bis ich die Anlage auf das Dach baue (kommendes Jahr nach dem Winter) ist die Einspeisevergütung so niedrig das sich nur noch der Eigenverbrauch interessant sein wird.

    Wer behauptet so etwas?

    Wie hoch wird denn die Vergütung nächstes Jahr sein und was kostet die PV-Anlage?


    Dein Speicherstrom ist sicher teurer als Netzstrom, rechne auch mit Wartungskosten, defektes BMS usw.!

  • Zitat

    Na, wenn du das sagst.


    Dass sich PV Einspeisung nicht mehr lohnt hoert man seit vielen Jahren. Es ist aber immer noch so, dass die Einspeiseverguetung die komplette Anlage bezahlt und obendrein noch Gewinn abwirft. Eigenverbrauchsvorteil kommt on top. Speicher kosten dagegen immer noch mehr als sie bringen.

    Naja lohnen tut sich das einspeisen nicht mehr. Zum 1.10 Inbetriebnahme 8,64Cent/Kwh kann sich nicht rechnen...

    Aber das ist ein anderes Thema.


    Zitat

    Ja. Nicht so einen Wildwuchs bauen. 20 Module wenn 20 passen und nicht 18. Kein Speicher. Ein dreiphasiger WR statt x kleine WR.

    Ich würde 3x Solar Laderegeler und 1x Wechselrichter verbauen. Leistungstechnisch kann ich pro Laderegeler nur 6x Module in Reihe schalten da ich sonst über die max. Spannung der Laderegeler komme. Der Wechselrichter ist ein 3 Phasen Wechselrrichter bzw. ein Hybrid Wechselrrichter für 48V Batterie Systeme. Hochvolt Batterien sind mir persönlich noch zu teuer.

    Zitat

    Du redest davon, dass du das baust und planst es auch selbst. Hast du einen Elektriker, der das Ganze dann auch in Betrieb nimmt?

    Ich bin selbst Elektromeister auch wenn ich mittlerweile in einer anderen Branche tätig bin. Das berechnen habe ich irgendwann mal gelernt, die Technik schreitet aber voran. Nachdem ich selbst nicht in die Handwerksrolle eingetragen bin, muss das System von einem Elektrofachbetrieb abgenommen werden was auch passieren wird/muss.

    Für mich selbstredend.

  • Zum 1.10 Inbetriebnahme 8,64Cent/Kwh kann sich nicht rechnen...

    Mal ganz grob betrachtet für ein Süddach mit 1000kWh/kWp:

    0,0864€/kWh*1000kWh/kWp = 86,4€ Einspeisevergütung pro Jahr je kWp. Macht in 20 Jahren 1700€/kWp.

    Solange die Anlage deutlich günstiger als 1700€/kWp ist, kann man mit Einspeisung also Gewinn erzielen.

    Vorteile durch Eigenverbrauch habe ich mal vernachlässigt, Nachteile durch WR-Ausfall u.ä. ebenso.

    Nach 20 Jahren ist die Anlage aber noch nicht am Ende ihrer Lebensdauer angekommen.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Zum 1.10 Inbetriebnahme 8,64Cent/Kwh kann sich nicht rechnen...

    Du liegst voellig falsch.


    Ich würde 3x Solar Laderegeler und 1x Wechselrichter verbauen

    Meine Meinung dazu habe ich schon gesagt. Das ganze Vorhaben ist in meinen Augen Unfug.



    Alternativvorschlag:

    - 20 LONGi Module 365 Wp: 2.000 €

    - SMA STP8.0-3AV-40: 1.418 €

    - Spedition: 95 €


    Da kannst du auf die 20 Jahre noch einen Ersatz-WR einplanen, dann sind das immer noch keine 5.000 €.


    Wenn das Dach so gut ist wie du meinst, dann erzeugst du mit der Anlage in 20 Jahren 146.000 kWh. Zu 8 Cent verguetet macht das 11.680 €.


    D.h. du hast fuer Montagematerial, Kleinkram, Anschluss durch den Elektriker noch mehr als 6.600 € Spielraum. Nicht vergessen: einen Ersatz-WR haben wir vorsichtshalber schon mit drin. Und du glaubst das reicht nicht?


    Für mich selbstredend.

    Gut, du solltest die jedenfalls frueh genug ins Boot holen und nicht am Ende vor vollendete Tatsachen stellen. Auch wenn du alles richtig machst, das will ja keiner.

  • @qwerty


    Danke Dir für die Alternative. Du würdest also bewusst nicht auf einen Energiespeicher setzen?

    Die Longi Module mit 365Wp sind ja deutlich günstiger wie meine mit 370Wp.

    Was hältst du von Longi als Marke? Ist das was gutes oder eher ein billig Zeug?


    @Larry03


    Tatsächlich liegt laut dem Energie Atlas mein Wohnort in einem Bereich mit 1150Kwh/m²

    Auch du würdest weiter einspeisen und nicht auf einen PV Speicher setzen?

  • Du würdest also bewusst nicht auf einen Energiespeicher setzen?

    Ja.


    Davon abgesehen kennt der Preis bisher nur eine Richtung. Wenn man unbedingt will, das Zeug weiterhin billiger wird und die Strompreise durch die Decke gehen kann man in ein paar Jahren immer noch einen Speicher AC-seitig nachruesten. PV wird wohl nicht mehr so schnell besser, das wird zwar auch billiger aber die Verguetung sinkt und die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden auch laufend verschaerft.


    Ich kann zu der Firma nichts sagen, ich habe die Module nur rausgesucht, weil du die schon im Blick hattest. Der Shop hatte keine mit 370 Wp.


    Den erwartbaren Ertrag fuer deine spezifische Flaeche kannst du mit PVGIS ermitteln. Anleitung PVGIS, Ertragsprognose


    Nimm auch die Rueckseite des Satteldachs(?) mit und belege moeglichst alle Flaechen (Garage, Carport, ...?). Auch eine Nordseite kann noch rentabel sein, insbesondere wenn man selbst baut. Du hast jetzt gesehen, dass es sehr guenstig geht. Wenn du voll belegst hast du mehr Spielraum fuer Eigenverbrauch, auch bei schlechterem Wetter, fuer ggf. zukuenftiges E-Auto, Speicher, was auch immer.

  • lohnen tut sich das einspeisen nicht mehr. Zum 1.10 Inbetriebnahme 8,64Cent/Kwh kann sich nicht rechnen

    Falsch. Wer das behauptet kann nicht rechnen oder hat nicht gerechnet.

    Lies erstmal FAQ - wertvolle Informationen zu PV-Anlagengröße, Stromspeicher, Wirtschaftlichkeit, Eigenverbrauch, Optimierung, Simulation, erwartbarer Ernte, Auslegung, Wärmepumpe, rechtlichen und steuerlichen Grundlagen, Netzanschlussbegehren zwecks EEG-Vergütung uvm bevor du teuer Geld in nutzlosen Speicher steckst der dich dann enttäuscht oder nicht so lang hält wie er müsste um auch NUR SEINE KOSTEN einzuspielen.

  • Auch du würdest weiter einspeisen und nicht auf einen PV Speicher setzen?

    Ja. Kann man ja ausrechnen, dass sich ein Speicher bei den derzeitigen Preisen nicht lohnt.

    Durch die E-Autos werden die Speicherpreise in den nächsten Jahren massiv fallen. Jetzt ist noch nicht der richtige Zeitpunkt für die Ansschaffung.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909