Unstimmigkeiten über größe der PV-Anlage mit dem Energieversorger

  • Moin,


    ich habe vor einiger Zeit unsere PV-Anlage (von meinem verstorbenen Bruder errichtet worden, Solarteur von damals pleite...) im Marktstammdatenregister gemeldet.

    Nach der Prüfung des Energieversorgers kam die Nachricht das die Anlage bei denen gar nicht so groß im System ist, wie von uns gebaut.


    Die Anlage wurde in drei Schritten gebaut. Der Anlagengröße nach zu Urteilen wurden Schritt 1 und 2 ordnungsgemäß gemeldet und sind auch so beim Energieversorger angekommen. Anschließend wurde die Anlage ein weiteres mal von ca. 51 kWp auf ca. 73 kWp erweitert. Diese Erweiterung wurde wohl beim Energieversorger nicht angezeigt. Die wenigen Dokumente welche ich gefunden habe, lassen darauf schließen das er den ersten und 2. Schritt gemeldet hat. Zum dritten fehlen mir jegliche unterlagen. Lediglich Rechnungen der Module und der WR sind vorhanden.

    Die Anlage war immer auf 70% gedrosselt, was ziemlich genau auf den ca. 51 kWp endet. Die Drosselung habe ich nie verstanden (da wir einen Rundfunksteuerempfänger haben) und habe Sie ende letzten Jahres deaktiviert. Seit dem "betreue" ich die Anlage.


    Nun ist meine Frage was wir mit den überschüssigen 73 kWp und ca. 100 Modulen machen können. Nachmelden geht vermutlich nicht. Zumindest nicht zu dem Preis von damals und wenn es rauskommt das größer gebaut als Genehmigt vermutlich auch illegal? Oder ist es rechtlich i.O. die Anlage größer zu bauen und auf die Genehmigte größe zu Drosseln?


    Anlage umbauen und als Eigenstromversorgung nutzen? Natürlich mit Genehmigung...


    Was meint ihr... war bzw. ist es illegal? Was sind unsere Möglichkeiten und was habt ihr für Ideen?


    LG Johannes

    LG Johannes

  • 1.

    Wann GENAU wurden die Teilanlagen errichtet?

    2.

    Wie groß (in kWp) waren die jeweiligen Teilanlagen zum Zeitpunkt ihrer Errichtung?

    3.

    Wurden alle Anlagen auf dem selben Grundstück errichtet oder sind es jeweils andere Grundstücke?

    4.

    Wie sind die Dachflächen der jeweiligen Anlagen ausgerichtet und wie ist die Dachneigung?

    (Es könnte sein, daß nicht alle Anlagen am RSE hängen, bei Ost-West kann es sein, dass bewusst die 70/ Regelung gem EEG §9 Absatz 2, Satz 2 gewählt wurde weil sowieso nicht mehr vom Dach kommt).


    5.

    Welcher Wechselrichter ist für die jeweiligen Teilanlagen verbaut, Leistung (in KVA)? 🤔


    Wenn es für alle drei Anlagen eine Einspeisezusage des VNB gibt dann ist da nichts illegal, höchstens beim VNB falsch erfasst.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Moin,


    1. 2012 bis 2013. Genauer kann ich leider nicht sagen, da wir keinerlei Dokumente dazu haben.


    2. Das kann ich leider nicht so genau sagen. Es ist die rede von 7,02 kWp und von 51,52 kWp. Bei den 51,52 kWp liegt das Unterschriftsdatum aber vor den 7,02 kWp.


    3. Die Anlagen liegen alle auf dem selben Dach und speisen alle über das selbe Kabel und den selben Zähler ein. Daher werden auch alle Anlagen von dem selben SL überwacht und durch den RSE gesteuert.


    4. Süd-fast West und nord- fast Ost Aufgeständert.


    5. 9 Schüco (Kaco) 5500 kVA und einmal Kaco Powador 14TL 14 kVA. Die 9 Schüco WR sind Anlagenteil 1 und 2 und der Kaco ist Anlagen Teil 3 (So ist mein Wissensstand).


    Einspeisezusagen habe ich nicht vorliegen, von keiner der Anlagen. Ich könnte allerdings mal ganz nett bei dem Energieversorger nachfragen, Ob die mir einmal alle Unterlagen zukommen lassen....


    LG Johannes

    LG Johannes

  • Naja, das sind leider nur sehr dürftige Informationen.

    Ich könnte mir vorstellen, daß zunächst die 7,02 kWp gebaut wurden und mit der harten 70% Regelung in Betrieb gingen.

    Dazu würde einer der Kaco Wechselrichter passen.

    51,52 kWp brauchten auch damals schon einen RSE, kann sein dass die kleine Anlage dann damit rangehängt wurde und nur vergessen wurde die Drosselung auf 70% raus zu nehmen.

    Oder anders herum, erst 51,52 gebaut und dann kurz danach erweitert um 7,02 und der Elektriker hat fälschlicherweise n auf 70 % gedrosselt.... Sowas kommt vor....

    Zur dritten Anlage gibt es keine Angaben bzgl Inbetriebnahme? 🤔

    Ist es möglich, dass dein Bruder die Anlage noch bauen lassen hat aber die Meldung dann vor seinem Tod nicht mehr geschafft hat? 🤔


    Gibt's den Anlagenerrichter /Elektriker noch der die Anlagen gebaut hat? , vlt hat der noch Unterlagen....

    ,

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Nach der Prüfung des Energieversorgers kam die Nachricht das

    Die Materie ist scheinbar neu für dich, daher noch ein Hinweis.


    Die Prüfung macht dein VNB (Verteilernetzbetreiber) und nicht der Energieversorger (EVU).

    Dies ist lt. EEG streng zu trennen, nur Stadtwerke haben evtl. noch eine Ausnahmegenehmigung noch als gemeinsame Firma zu agieren. In deinem Fall stellen ggf. die Stadtwerke dann den VNB dar bei dieser Thematik.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

  • Zum dritten fehlen mir jegliche unterlagen. Lediglich Rechnungen der Module und der WR sind vorhanden.

    Und wann war das?


    Versuche die Abrechungen zu finden, da kann man viel rauslesen. Schlimmstenfalls sollte man auch aus den Steuererklärungen oder Kontoauszügen etwas rausfischen können.


    Such mal selbst im Register nach der Anschrift, eigentlich sollte es da portierte Anlagen geben.


    Gibt's den Anlagenerrichter /Elektriker noch der die Anlagen gebaut hat? , vlt hat der noch Unterlagen....

    Genau, auch wenn der Pleite ist, so hat der dennoch Aufbewahrungspflichten.

    OT: Wenn er das als seine Auslegung von 70% verkauft hat, ist es aber kein Wunder, wenn er nicht mehr im Geschäft ist. Das war und ist schlicht falsch.

  • Was ist aus der Buchführung zu lesen? War der Installateur auch der Elektriker oder war das ein Dritter?

  • So langsam könnte etwas Licht ins dunkle kommen.


    Der Solarteur war nur der errichter der Module mit Wechselrichtern. Elektroinstallateur war ein befreundeter meines Bruders. Leider mehr schlecht als recht. Werden dort noch deutlich Umbauen müssen, Hitzeprobleme, kein FI um nur die gravierenden Mängel zu nennen.


    Also Solarteur und Elektroinstallateur waren zwei unterschiedliche Personen / Unternehmen. Installateur hat auch keine Unterlagen mehr. Solarteur auch nicht. Dort war ich vor Ort nachdem ich niemanden ans Telefon bekommen habe und dort wurde gesagt das bei der Insolvenz alle Unterlagen "verschwunden" sind. Er betreibt den Laden unter dem Namen seiner Frau weiter...


    Laut Antrag des EVU welcher auch VNB ist, weshalb ich es nicht getrennt habe, wurden die ca. 51 kWp als erstes (zum 30.06.2010 Inbetrieb genommen. Diese Unterlagen liegen mir, sowohl als auch dem EVU vor. Diese habe ich heute morgen erhalten.


    Laut Marktstammdatenregister wurde die Anlage zwar am 29.06.2010 in Betrieb genommen. Wie dem auch sein.


    Laut meinen Unterlagen, welche dem EVU wohl nicht vorliegen, wurde dann am 31.12.2011 ein Antrag ausgefüllt, welcher eine Erweiterung um 7,02 kWp und 14,72 kWp vorsieht. In dem Zuge ist die Rede von dem 9. Schüco SGI WR und dem einen Kaco Powador. Insgesamt kommen wir dann auf eine Leistung von 73,26 kWp. Meines Wissens nach ist die Anlage auch genau so groß und wird auch von uns Betrieben (allerdings mit der 70% Drosselung, welche aber auch auf die Hitzeprobleme in Leitungen und Sicherungsstrang zurückzuführen sind).


    Nun warte ich mal ob das EVU etwas von dem Erweiterungsantrag weiß und denke dann darüber nach, was wir machen könnten.


    Unsere PV-Anlage ist ziemlich bescheuert aufgebaut worden, leider. Da unser Netzanschlusskabel Leistungstechnisch voll ist, wird die PV über das Mittelspannungskabel der WKA mit eingespeist. Soweit so gut.

    Nur muss, damit die Spannung der PV auf Mittelspannung hochtransformiert wird, vorher noch eine 400V -> 690V Stufe eingebaut werden. Da der Trafo der WKA 690V auf 10 kV macht... Der Trafo von 400 V auf 690V hat allerdings nur 50 kVA. Daher haben wir (mittlerweile) zwei Trafos eingebaut, welche die volle Leistung übertragen können. All das war bis letztes Jahr noch nicht geschehen und auch somit war die PV Anlage auf 70% gedrosselt.


    Ich werde mal abwarten...


    Meint ihr ein Nachtrag funktioniert? Oder doch ein Umbau auf Eigenversorgung mit den überschüssigen 21,74 kWp? Natürlich mit Absprache des EVU. Außerdem denken wir über diesen Schritt sowieso nach.


    LG Johannes

    LG Johannes

  • Wenn die IBN nachweislich zu den damals gültigen Bedingungen stattgefunden hat dann kann man diese nachmelden. Dazu braucht es das Inbetriebnahmeprotokoll des Elektrikers. Wenn es den noch gibt lässt sich vlt. was finden?

    Das ist erstmal nur ein Gedanke - keine Handlungsempfehlung.

  • da wird einiges an Rückzahlungsforderung des Netzbetreibers auf dich zukommen, wenn du über so viele Jahre mit nicht angemeldeter / registrierter Anlage eingespeist hast.