Planung PV auf EFH 24xxx

  • Hallo,


    überlege schon länger in eine PV-Anlage zu investieren. Habe auch schon länger hier im Forum mich durchgelesen, würde aber gerne Eure Meinung zu meinem Vorhaben hören.


    Hatte auch schon ein Angebot einer Fachfirma erhalten, die lag mit ~9,7KWp + dicker Sonnen-Batterie bei (je nach Komponentenauswahl) €25T - €30T (netto). Das übersteigt mein Budget, und scheint mir auch ziemlich überteuert. Daher bin ich noch auf der Suche nach besseren Angeboten, überlege aber auch zumindest die Montagearbeiten und Einkauf in Eigenregie zu übernehmen + Elektriker für Abnahme, Netzanschluss etc.


    Nun aber zu den Fakten:


    Standort: 24xxx, Umland nördlich von Hamburg

    Dachausrichtung: Ost/West, genauer gesagt ONO (Azimuth ~67°), WSW (Azimuth

    ~247°), dort aber befindet sich ein "Kapitänsgiebel"

    Dachneigung: 45°

    Jährlicher Strombedarf: ca. 4.000KWh + ~2.000KWh für geplantes E-Auto. Ich und meine Frau arbeiten mittlerweile größtenteils von Zuhause, d.h. überdurchschnittlicher Eigenverbrauch tagsüber ist gegeben.


    Nach Forumslektüre habe ich mich eigentlich bereits schon überzeugen lassen, keine Batterie zu kaufen, dafür aber das Dach großzügig mit Modulen zu belegen.


    Ich habe mal mit dem Designer von Solaredge etwas herumgespielt, im Anhang findet ihr einmal die mögliche Maximalbelegung (60! Module) sowie die Belegung, die mir die der Solateur angeboten hat (29 Module). Dort ist dann entsprechend auch die genaue Dachgeometrie zu sehen, die Ertragsprognose etc. Habe da erstmal Q.Cells 340kWp Full Black Modulen eingeplant, bin da aber noch auf nix fixiert. Die WR-Auswahl bitte dort auch erstmal ignorieren.


    Nun zu meinen Fragen:


    1. Macht es Sinn, die Ost-Seite wirklich maximal zu belegen, oder sollte sich das eher (da weniger ertragsstark) nur daran orientieren, den Eigenverbrauch (vormittags) zu decken? Oder irgendwas dazwischen? (tendiere eigentlich zu ersterem)

    - 1b. Wenn letzteres, dann versuchen gesamt <10KWp zu bleiben (wegen EEG-Umlage)?


    2. Wegen der durch den Kapitänsgiebel gegebenen (Teil-)Verschattung des nördlichen Westdachs hatte ich damit geliebäugelt (bzw. mich damit abgefunden) SolarEdge einzusetzen. Wobei das noch erträgilch bleibt, wenn man die Anlage "klein" hält (<10KWp, siehe 1.). Sollte man die Ostseite doch ordentlich bis hin zur Maximalbelegung ausnutzen wollen, dann gehen die ganzen Optimierer ja schon ordentlich ins Budget, wobei sie bei dieser nahezu verschattungsfreien Seite eher wenig bis gar keinen Sinn machen. Oder lieber einen WR mit Schattenmanagement nehmen?

    - 2b. wenn letzteres, dann mit 2 oder 3 (Ost + West nördlicher Teil + West südlicher Teil) MPP?

    - 2c. oder macht es Sinn, für die Westseite SE zu nehmen, und für die Ostseite einen separaten "einfachen" WR?

    - 2d. Falls kein SE, dann trotzdem den (verschattungsanfälligen) nördlichen Teil der Westseite belegen, oder tatsächlich weglassen, wie das mein Solateur geplant hatte?


    3. Würdet Ihr den kleinen Giebel mitbelegen? Da gehen dank Sat-Schüssel nur 2 Module drauf. Denke das macht eh nur Sinn, wenn man sich für SE (s.o.) entschieden hat. Würde ja mittags schön gen Süden quasi den Maximalertrag pro Modul bringen, gerade wenn die großen Dachflächen (die Sonne scheint in Firstrichtung) nur in ziemlich spitzem Winkel beschienen werden. Oder lohnt das kaum? Scheint mir halt von der Montage her ziemlich anspruchsvoll, da kein Gerüst in Nähe, Absicherung etc.


    4. Sonst noch etwa zu beachten? Konkrete Produktempfehlungen?


    Danke im voraus für jede Hilfe!

    Simon

  • Wenn man beide Simulationen vergleicht dann kommt auf's kWp bezogen in etwa 750 kWh / kWp bei beiden raus, es macht also durchaus Sinn beide Seiten voll zu machen denn 20 kWp sind auf den Preis pro kWp bezogen um einiges günstiger als 10 kWp, liefern hier aber trotzdem doppelt so viel Ertrag.


    Den Kapitänsgiebel würde ich weglassen, für die zwei Module braucht man zwingend Solaredge und der Mehrertrag der beiden Module holt die Mehrkosten für Solaredge nicht wieder rein.


    Moderne Stringwechselrichter (SMA , Fronius etc.) haben eine Schattenmanagement Funktion die mit dem Schatten des Kapitänsgiebel genauso gut klar kommen wie Solaredge, weglassen muss man ausser den zwei Modulen auf dem Giebel also nichts.


    Spontan würde ich als Wechselrichter einen Fronius SYMO 17,5 vorschlagen denn bei dem offenbar recht steilen Dach (wie steil genau? ?) dürfte kaum mehr als 70% der Generator-Nennleistung vom Dach kommen worauf auch die Prognose aus der Simulation (~750 kWh/kWp) hin deutet.


    Das Angebot des Solateurs ist nicht nur sehr teuer sondern auch unsinnig denn an der Sonnenbatterie verdient nur der Anbieter (und zwar nicht zu knapp bei ~10 kWp plus Speicher für zusammen €25T - €30T :rolleyes:) .

    Für Vollbelegung mit ~20 kWp kommt man mit guten Komponenten auf rund 20k€, bei einem wirklich guten Angebot könnte es auch in Richtung 18k€ gehen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Zitat

    wenn das Budget eine Rolle spielt, solltest du als Erstes den Speicher weglassen und stattdessen mehr Module bauen.

    Ja, das hatte ich ja auch schon erwähnt, dass ich mich von der Batterie bereits verabschiedet habe. Aber danke für die Bestätigung noch einmal!


    Zitat


    Moderne Stringwechselrichter (SMA , Fronius etc.) haben eine Schattenmanagement Funktion die mit dem Schatten des Kapitänsgiebel genauso gut klar kommen wie Solaredge, weglassen muss man ausser den zwei Modulen auf dem Giebel also nichts.

    Ok, d.h. dann würden zwei Strings/MPP reichen? Oder macht es dennoch Sinn, einen WR mit 3MPP zu nehmen, und die beiden Flächen auf der Westseite zu trennen?

    Zitat


    wie steil genau?

    Dachneigung ist 45°


    Danke!

  • Oder macht es dennoch Sinn, einen WR mit 3MPP zu nehmen, und die beiden Flächen auf der Westseite zu trennen?

    Nein, auf gar keinen Fall! Das ist gemeinsam ein Super String, wenn du es trennst, wird die Spannungslage unterirdisch, erst recht an einem Kostal.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"