Anlage ohne Netzeinspeisung aber mit Netzkopplung möglich?

  • Hallo,

    meine Eltern hatten die Idee sich auf ein freies Schuppendach eine Solaranlage zu bauen und damit das Haus zu versorgen (eigenes Haus), daher habe ich mich in letzter Zeit mit dem Thema beschäftigt. Die grundsätzliche Idee wäre möglichst viel in Eigenleistung aufzubauen und nur den Anschluss der Anlage an das Hausnetz über einen Elektriker machen zu lassen. Gern würden wir auch die Bürokratie mit Stromversorger und der Netzeinspeisung vermeiden. Allerdings bin ich mir unsicher, inwieweit das funktionieren kann oder ob die Bedenken unbegründet sind.


    Inspiriert hatte mich folgendes Youtube Video: https://www.youtube.com/watch?v=Gu4MY-e13BA&t=600s


    Prinzipiell speisen also die PV-Module den Speicher, welcher an den Wechselrichter angeschlossen ist. Je nach Verfügbarkeit wird der benötigte Strom im Haus dann zuerst aus PV-Modulen/Speicher bezogen oder aber über den Netzanschluss. Über den Wechselrichter soll nicht ins Netz eingespeist werden. Es gibt ja inzwischen auch einige Projekte, wo eigene Batteriespeicher aus gebrauchten LiIon-Akkus (18650er) aufgebaut werden. Ich habe mich mit dem Thema jetzt schon etwas beschäftigt und würde auch gern so einen Speicher umsetzen - einerseits aus Interesse am Thema, andererseits kann so einiges an Geld gespart werden.


    Im Moment bin ich nur unsicher, ob es überhaupt Wechselrichter gibt, bei denen eine Einspeisung in das öffentliche Netz ausgeschlossen ist (d.h. keine Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich) und gleichzeitig benötigte Energie aus dem Netz gezogen werden kann, falls der Strom aus den Modulen bzw. Speicher nicht ausreichend ist.


    Könnt ihr mir hier Hinweise geben, was in dem Zusammenhang zu beachten ist?

    1. Gibt es Wechselrichter die Strom nur aus dem Netz beziehen, aber nicht einspeisen.

    2. Was für Pflichten entstehen gegenüber meiner Idee, wenn man einfach den überschüssigen Strom ins Netz einspeist (Abnahme der Anlage, Ist Aufbau in Eigenleistung dann noch ohne Weiteres möglich?, Bürokratie)?


    Wenn das Konzept prinzipiell klar ist, kann ich mir dann Gedanken um Größe, Wirtschaftlichkeit und Komponenten machen.


    Danke für eure Hinweise

    Stefan

  • 1. Die meisten Wechselrichter können abgeregelt werde, bei entsprechender Softwareeinstellung auch auf "0 weich" (Nulleinspeisung)

    2. Wenn du gegen Vergütung einspeist, dann erzielst du unternehmerische Einkünfte, was steuerlich Folgen hat, z.b. möglichen Vorsteuerabzug aber auch Umsatzsteuer auf unentgeltliche Wertabgabe sprich Eigenverbrauch. Über 10 kWp fällt dann noch 40% EEG-Umlage auf Eigenverbrauch an. Für den Anschluss am Netz und die Anmeldung brauchst du einen konzessionierten Elektriker, den Rest kannst du in EIgenleistung machen. Wildes Einspeisen ohne Vergütung wird offiziell nur bis 600 W WR-Anlagen und mit rücklaufgesperrtem Zähler toleriert. Die Sanktionsmöglichkeiten sind jedoch begrenzt.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Bitte lies FAQ - wertvolle Informationen zu PV-Anlagengröße, Stromspeicher, Wirtschaftlichkeit, Eigenverbrauch, Optimierung, Simulation, erwartbarer Ernte, Auslegung, Wärmepumpe, rechtlichen und steuerlichen Grundlagen, Netzanschlussbegehren zwecks EEG-Vergütung uvm

    Einfachste Möglichkeit keine Bürokratie zu haben ist gegen das EEG zu verstoßen und als Sanktion nur keine Vergütung zu bekommen. Es wäre schade und verantwortungslos den Überschuss abzuregeln. Auch für euch wird außerhalb des Maschendrahtzauns Strom verbraucht.

  • Gern würden wir auch die Bürokratie mit Stromversorger und der Netzeinspeisung vermeiden. Allerdings bin ich mir unsicher, inwieweit das funktionieren kann oder ob die Bedenken unbegründet sind.

    Vorkehrungen um nichts einzuspeisen verteuern im allgemeinen die Anlagenkosten nur ohne entsprechend mehr Einnahmen zu generieren. So ist es am einfachsten sich an die geltenden Randbedingungen zu halten. ;)


    Berührungspunkte mit den Stromversorger (EVU) gibt es keine nur mit dem Verteilernetzbetreiber (VNB).

    Baust du bis 600VA am Wechselrichter und/oder verzichtest auf die Einspeisvergütung hast du auch keine Berührungspunkte mit dem Finanzamt. Ich sehe selbst bei meiner kleinen Anlage aber keinen Sinn darin auf die Einspeisvergütung von mindestens 360€ im Jahr zu verzichten oder kleiner zu bauen um dadurch den EV-Vorteil von 250€ auf 100€ zu senken.


    Der Aufwand ist/war minimal ob VNB oder Finanzamt, lass dich nicht verwirren durch die lauten Rufe der Nörgler. Die Masse ist hier sehr zu frieden mit den geltenden Regelungen. Das sieht man auch daran wie heiß diskutiert wird wie viel schlechter es in Zukunft finanziell sein könnte. :)

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • Im Moment bin ich nur unsicher, ob es überhaupt Wechselrichter gibt, bei denen eine Einspeisung in das öffentliche Netz ausgeschlossen ist (d.h. keine Anmeldung beim Netzbetreiber erforderlich) und gleichzeitig benötigte Energie aus dem Netz gezogen werden kann, falls der Strom aus den Modulen bzw. Speicher nicht ausreichend ist.

    Hi Stefan,


    vergiss den Plan, nicht in's Netz einzuspeisen, damit Du Dir die Anmeldung beim Netzbetreiber sparst, das funktioniert nicht.

    Nicht einzuspeisen entbindet Dich von keinen Pflichten!


    Sobald Du netzparallel bist mit Deiner Erzeugungsanlage , bist Du verpflichtet, das beim Netzbetreiber anzumelden, die entsprechenden Vorgaben der AR-N 4105:2018-11 für den Wechselrichter einzuhalten und Dich im Marktstammdatenregister anzumelden.

    Ohne all das ist die Anlage illegal. Das kann scheißegal sein, das kann aber auch Ärger geben.


    Darum solltest Du eine ganz normale EEG-Anlage beim Netzbetreiber anmelden und fertig.

    Um den Zirkus mit dem Finanzamt zu vermeiden kannst Du, wie pflanze schon sagt einfach gegen das EEG verstoßen, indem Du weder die 70% Einspeisebegrenzung erfüllst noch einen Rundsteuerempfänger montierst.

    Das hat als einzige Konsequenz den Verlust der Einspesevergütung zur Folge und das ist Dir ja sowieso egal.

  • Ich habe mich mit dem Thema jetzt schon etwas beschäftigt und würde auch gern so einen Speicher umsetzen - einerseits aus Interesse am Thema, andererseits kann so einiges an Geld gespart werden.

    offensichtlich hast du dich mit dem Thema noch nicht genug beschäftigt, oder vielleicht solltest du nach dem ganzen intensiven YouTube Studium erst einmal selbst ein wenig rechnen.

    Dann kommst du auch selber drauf wieviel "einiges an Geld" du mit so einer Investition sparen kannst - oder auch nicht.

  • Um den Zirkus mit dem Finanzamt zu vermeiden kannst Du, wie pflanze schon sagt einfach gegen das EEG verstoßen, indem Du weder die 70% Einspeisebegrenzung erfüllst noch einen Rundsteuerempfänger montierst.

    Das hat als einzige Konsequenz den Verlust der Einspesevergütung zur Folge und das ist Dir ja sowieso egal.

    vorsicht mit solchen Äusserungen!


    da die Anlage weil Netzparallel, anmeldepflichtig ist, kann der netzbetreiber die Einspeisung verweigern und die Anlage vom netz trennen.

    Denn auch wenn man 0 Einspeisung einstellt, kann es sein das der WR doch geringe Mengen ins Stromnetz speist.

    ( bei einem 33 KTL A waren es an einer Anlage 24 Watt laut Erzeugungszähler!)

    Dies muss der VNB dann nicht akzeptieren.


    denn die Einspeisevergütung sinkt auch nicht auf 0 sondern auf den Monatsmittelwert

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!


    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!

    Oberer Zähler: 156kwp an 3 Huawei mit 139 kw Max. Wirkleistung!


  • vorsicht mit solchen Äusserungen!


    da die Anlage weil Netzparallel, anmeldepflichtig ist, kann der netzbetreiber die Einspeisung verweigern und die Anlage vom netz trennen.

    Steht wo?

  • weil der Netzbetreiber sagt: ok sie wollen nicht einspeisen, dann überprüfen wird das mal ob das auch so ist.


    Der VNB kommt dann und misst bei laufender Anlage und eingestellter 0% Einspeisung ob tatsächlich 0W eingespeist werden.


    wie gesagt bei einem 33 KTLA waren es nicht 0W sondern 24W, das wurde , weil normale Anlage aber akzeptiert.

    ( Prüfung ob bei RSE 0% signal auch 0% eingespeist werden)


    soll heißen: nur weil Du am WR 0 W Einspeisung einstellst, das das in der Realität, mit geeichtem Messgerät gemessen, nicht 0 W sein müssen, es können trotzdem ein paar Watt ins Netz gehen.


    Und das kann der Netzbetreiber eben ablehnen, das ist zwar Korintenkackerei aber der VNB hat trotzdem Recht.

    Wenn der Anlagenbetreiber nicht einspeisen will, dann hat er das auch bis zur letzten Konsequenz umzusetzen.

    Kann er das nicht kann der VNB eben sein Recht durchsetzen.

    Die Gedanken die uns lenken, führen uns in ein großes Nichts. Wir illusionieren das Vollkommene und vergessen die Welt in der Wir Leben!


    Gefangener des EEG mit Volleinspeisung und Netzbezug!

    Oberer Zähler: 156kwp an 3 Huawei mit 139 kw Max. Wirkleistung!


  • weil der Netzbetreiber sagt: ok sie wollen nicht einspeisen, dann überprüfen wird das mal ob das auch so ist.

    Ah jetzt verstehe ich was Du meinst.

    Die völlig sinnlose Nulleinspeisung hatte ich schon gar nicht mehr auf dem Schirm, weil die sowieso nix bringt.


    Einfach ganz normal einspeisen, nach EEG hat man ja Einspeisevorrang, da kann der NB gar nix machen.

    Nur halt kein Einspeisemanagement umsetzen und fertig.

    Dann passiert - gar nix. Man bekommt keine Einspeisevergütung und das war's dann auch schon.