Planung Neuanlage auf den Philippinen

  • Hi liebe Leute,


    ich wohne mit meiner Familie auf den Philippinen und plane eine Solaranlage ggf. mit Windturbine auf das noch zu bauende Haus auf das noch zu kaufende Grundstück...


    Warum ich das jetzt schon zum Thema mache, ich möchte vorab soviel wie möglich planen um es bei der Installation der Solaranlage so leicht und kostengünstig wie möglich zu haben.

    Und dazu benötige ich Eure Hilfe.


    Ich würde gerne die Anlage planen.

    Also -

    1.) wieviele Solar Panel / welcher Typ

    2.) Inverter

    3.) Batterie

    4.) welche Windturbine (Wind zw. 3 - 7 m/s)

    5.) Betriebsspannung (12/24/48 oder 96 V)


    Stromverbrauch habe ich:

    nachts: 8,5 kWh

    tags: 3,0 kWh

    zusammen 11,5 kWh / 24 h


    Stromspannung: 220V / 60 Hz


    Wer kennt sich aus? ;)

  • Hi,


    zuerst solltest Du mal nachsehen, was dort überhaupt zulässig ist bezüglich der Windturbine (Leistung, Höhe, ggfl. Emissionen).

    Grundsätzlich macht eine Windturbine nur dann Sinn, wenn Du ein Grundstück in einer sehr windexponierten Gegend hast, bevorzugt auf einem Hügel oder in einer Schlucht, die als Winddüse wirkt.

    Dazu macht ein Mast unter 15 Metern über den umliegenden Dächern/Bewuchs/Topographie meistens keinen Sinn.

    Kleine Windkraftanlagen sind fast immer unwirtschaftlich, weil der Wind in Bodennähe so gut wie nix bringt über's Jahr gesehen.


    Mit der PV ist's einfacher.

    Du brauchst ein Speichersystem mit mindesten 10 kWh nutzbarer Speichertiefe, etwas mehr wäre als Reserve noch besser.

    Wieviel Leistung der Batterie-WR in der Spitze abgeben können soll hängt von den Geräten ab, die Du nutzt.

    Wenn jegliche Wärme mit Gas erzeugt wird und die Klima einen Anlaufstrombegrenzer hat, ist die nötige Spitzenleistung evtl. gar nicht so viel, was sich dann mit einem geringen Standbyverbrauch des eher kleinen WR bezahlt macht.

    Speicher mit 48 Volt geben immer mehr Reserven wie kleinere, die meisten Hersteller bieten auch mit dieser Spannung Geräte an.

    LiFePo4 ist bewährt und Stand der Technik.


    Wenn das Wetter und die Tag/Nacht Perioden bei Euch immer recht konstant sind, musst Du nur zusehen, dass der Speicher über den Tag voll wird und zeitgleich den Tagesverbrauch deckt.

    Dazu reicht schon eine kleine PV-Anlage mit etwa 2 -3 kWp (5 - 10 Module, je nach dem welchen Typ Du dort bekommst).

    Brauchst Du zwingend Reserven für Schechtwetterperioden, weil Du keinen Generator dafür nutzen willst oder kannst musst Du natürlich mehr Module installieren und die Überschüsse im Normalfall verwerfen.


    Als stabiles System mit hoher Ausfallsicherheit solltest Du etwas von Victron oder Studer einplanen, SMA geht auch.

    Das ist zwar alles viel teurer wie die billigen China-WR, läuft dafür aber solide.


    Falls der Kram netzparallel laufen soll musst Du natürlich noch berücksichtigen, was dort zulässig ist, wenn man an's Netz anschließen will.

  • Hi Ralf,

    danke für Deine Info...


    “zuerst solltest Du mal nachsehen, was dort überhaupt zulässig ist bezüglich der Windturbine (Leistung, Höhe, ggfl. Emissionen).“

    Ob eine WT genehmigungspflichtig ist glaube ich nicht aber werde mich erkundigen.


    “Grundsätzlich macht eine Windturbine nur dann Sinn, wenn Du ein Grundstück in einer sehr windexponierten Gegend hast, bevorzugt auf einem Hügel oder in einer Schlucht, die als Winddüse wirkt.“


    Die Gegend wo wir sind liegt an der Küste und hat folgende Windgeschwindigkeiten:

    Siehe Diagramm, zwischen 3 und 7 m/s

    Ich würde die Windturbine autark betreiben wollen, auch als Reservesystem, falls nichts mehr geht, das die Batterien geladen werden, auch nachts.

    Wäre das vom Aufwand her sinnvoll?

    Geplante Höhe: 20 m

    (Evtl. sogar 2 kleinere WT an einem Mast?)

    Deutsche Produkte?

    Werde an dem Standort dann aber Windmessungen machen, bevor das letzte Wort gesprochen und bestellt wird.


    “Dazu reicht schon eine kleine PV-Anlage mit etwa 2 -3 kWp (5 - 10 Module, je nach dem welchen Typ Du dort bekommst).”

    Wenn kein Stromnetz vorhanden ist, (Wir wollen ausserhalb der Stadt eine Farm aufbauen.) dachte ich an 2 x 2 oder 2 x 2,5 kWh PV Anlagen die autark voneinander betrieben werden können. Falls ein System defekt ist und Ersatzteile aus Übersee bestellt werden müssen.

    Wäre das ebenfalls vom Aufwand sinnvoll?


    “Als stabiles System mit hoher Ausfallsicherheit solltest Du etwas von Victron oder Studer einplanen, SMA geht auch.

    Das ist zwar alles viel teurer wie die billigen China-WR, läuft dafür aber solide.”

    Wäre Super wenn wir dann mal eine Bestell Liste anfertigen könnten?

    Vielleicht 2, eine mit Grid und eine ohne Grid?


    Wenn Grid vorhanden ist, habe ich Infos das man ins Grid einspeisen kann und vergütet bekommt.



  • Die Gegend wo wir sind liegt an der Küste und hat folgende Windgeschwindigkeiten:

    Siehe Diagramm, zwischen 3 und 7 m/s

    Geplante Höhe: 20 m

    Gute Voraussetzungen würde ich sagen! Da macht eine Kleinwindanlage höchstwahrscheinlich Sinn.

    . . . dachte ich an 2 x 2 oder 2 x 2,5 kWh PV Anlagen die autark voneinander betrieben werden können. Falls ein System defekt ist und Ersatzteile aus Übersee bestellt werden müssen.

    Nee, das macht keinen Sinn. Wenn an der PV etwas ausfällt, dann mal der Wechselrichter.

    Die Module sind nix, was einfach mal so ausfällt und wenn die mal von einem Orkan oder Tsunami weggeblasen werden nutzt Dir auch die Backup-Anlage nix mehr.


    Wenn Du Dir wirklich was in Reserve hinlegen willst, dann einen Wechselrichter.

    Die Dinger sind aber arschteuer.

    Wäre Super wenn wir dann mal eine Bestell Liste anfertigen könnten?

    Das überlasse ich lieber KalleBond, der kann das viel besser.

    Ich hab' da nur gefährliches Halbwissen. ;)


    Ist auch die Frage, ob Du für europäische Geräte mit 50 Hz eine Insel aufbauen willst oder eine 60 Hz Insel.

    Da brauchst Du möglicherweise verschiedene WR für. Und wenn's netzparallel werden soll brauchst Du noch andere Wechselrichter, das muss vorher klar sein.


    Du weisst schon, dass der Spaß incl. Wind 5-stellig kosten wird?

  • Ist auch die Frage, ob Du für europäische Geräte mit 50 Hz eine Insel aufbauen willst oder eine 60 Hz Insel.

    Da brauchst Du möglicherweise verschiedene WR für. Und wenn's netzparallel werden soll brauchst Du noch andere Wechselrichter, das muss vorher klar sein.


    Du weisst schon, dass der Spaß incl. Wind 5-stellig kosten wird?

    Ja die Anlage muss mit 60 Hz betrieben werden falls Grid da ist zum Einspeisen, weiterhin laufen die Elektrogeräte mit 60 Hz...

    (50 Hz Geräte gehen garnicht.)


    Kosten, ja 5 - stellig

  • Schau' Dir mal diese hier an:

    https://www.studer-innotec.com/de/produkte/xtender-reihe/

    https://www.victronenergy.de/inverter-charger-mppt

    https://www.sma.de/produkte/batterie-wechselrichter.html


    PV-Module ist fast egal, müssen dann später zum Wechselrichter passen.


    Kleinwind hab' ich von den aktuellen Modellen keinen Plan.

    Muss aber auch noch einen speziellen Wind-WR dazu haben.

  • Hallo Stiege,


    wie sieht es bei dir mit dem Stromnetz aus?

    Gibt es häufig Stromausfälle?


    Wirst du dich denn außerhalb der Stadt ansiedeln und dein Haus bauen?


    Leider habe ich zur Zeit nur PVGIS zur Verfügung und das reicht nur bis Bataraza/Palawan.

    Ist zwar fast gleiche Höhe, aber 500 km entfernt, deshalb kann ich zur Zeit keine richtige Auslegung machen.


    Nächste Woche habe ich wahrscheinlich wieder mein gewohntes Auslegungstool FLOW zur Verfügung, da sind auch die kompletten Philippinen mit drin.


    Jetzt kommt es darauf an, welchen Standard du bei der Anlage zu Grunde legen möchtest und ob speziell die Akkus für einen längeren Einsatz geplant sind.


    Wenn ein Stromanschluß und Netzstrom vorhanden ist, würde ich den mit einbinden und dafür eher auf den Windgenerator verzichten.


    Falls du komplett unabhängig sein möchtest, könnte das bei den gegebenen Daten (11.5 kWh/24 h) auch nur mit PV realisiert werden. Allerdings müßtest du den Verbrauch vorher noch mal durchgehen, das möglichst nicht wichtige Verbraucher vergessen wurden. Oder es kann eine Reserve eingeplant werden.


    Falls man nicht sicher ist, würde ich unbedingt einen Generator dazu nehmen.


    Aus den Auslegungsdaten von Bataraza entnehme ich, das die Monate Juni/Juli am einstrahlungsschwächsten sind.

    Ist das bei euch auch so?


    Wo würden die Module installiert werden? Wenn es auf einem Dach ist, welche Abmaße hat das und wie ist es ausgerichtet?

    Ist in diesen Breiten nicht so gravierend, der Modulanstellwinkel beträgt dort ca 10-20°.


    Im Moment komme ich auf einen Solargenerator von 6 - 8 kWp und einen Akku mit 600 Ah @ 48 V.

    Dazu ein geeigneter Generator. Bei der Akku Type würde ich OPzS bevorzugen, die Module könnten 60 Zeller mit 300 + Wp sein.

    Den Inverter sollte man auslegen, wenn die großen Verbraucher bekannt sind, mit Anlaufstrom und welche gleichzeitig laufen könnten. Nach deinen Werten können es im Moment allerdings nicht so viele sein.


    Da wohl noch genug Zeit bis zum Bau der PV vergeht, kannst du Ausschau nach lokalen Solarteuren halten.

    Die sollten natürlich Referenzen haben und sich möglichst mit Victron oder SMA Sunny Island Geräten auskennen.