Inselanlage bei 22MW Stromverbrauch/Jahr

  • Hallo PV Freunde,


    ich habe ein 2 Familienhaus mit insgesamt 6 Personen und einen Stromanschluss mit HT und NT. Der NT geht von 22h - 6h täglich und am Wochenende und Feiertag voll. Das Haus hat nur Nachtspeicheröfen und elektrische Fußbodenheizung. Als Warmwasser ist eine 300L Warmwasser-Wärmepumpe (mit Kellerluft) vorhanden, die nur ab 22Uhr sich selbst aktiviert.


    Als Jahresmenge erhalte ich freunlicherweise jährlich 22000kWh vom Betreiber. Ganz klar, das kostet was.

    Da mir eine Umstellung auf Gas, Öl viel zu viel Aufwand ist und sich nach Beratung mehrerer Gas, Wasserinstallateure nicht lohnt habe ich nun beschlossen die Stromfresser etwas einzudämmen.

    Ich besitze einen Uralt Tarif mit wirklich guten Konditionen, den ich mir keinesfalls wegnehmen lassen darf, sonst MUSS ich tätsächlich auf Gas umrüsten da dies sonst nicht mehr bezahlbar wäre!


    Ich selbst bin elektrotechnisch top-fit und bin mit den Batteriesystemen Li-Ion, FiFePo4 täglich vertraut in Entwicklung, Herstellung,...

    Das Haus ist größtenteils SPS gesteuert und somit sind für mich Umschaltungen in den Nachttarif o.ä. sehr leicht umsetzbar.


    Nun mein Vorhaben. Ich habe mich lange hier erkundigt und bin überzeugt, mit einer Inselanlage und 100% Eigenverbrauch die Stromkosten zu senken.


    Als Stromabnehmer sind hier ganz klar die laufenden Fresser:

    Ganzes Jahr: Wärmepumpe, Kühlschränke, normaler Haushalt

    Im Winter zusätzlich : Nachspeicheröfen (nur noch ganz wenige), Infrarotheizungen sowie Fußbodenheizungen


    Mein Plan ist nun auf das Dach knapp 8,8kWp durch 370Wp Module. Die Module werden zu maximal 3 in Reihe liegenden Modulen verschaltet um bis auf 145V Stringspannung zu kommen.


    Die weiteren 3er seriell verschalteten Module werden über "richtige" Dioden parallel zum Wechselrichter gesendet um Rückströme zu vermeiden.

    Zweite Strings mit anderem Dachwinkel werde ich mit einem zweiten MPPT Inverter direkt in die Batterie einspeisen.


    Als Wechselrichter habe ich mir einen MPP Solar 5048MK ausgesucht und möchte mit einem beginnen, später dann auf 2 oder 3 parallel erweitern, je nachdem wie ich den einen ausnutze. Der zweite MPPT Inverter wird dann verkauft wenn ein zweiter 5048MK angeschafft wird.


    Das Haus wird dann für die ganze Jahr-Verbraucher auf 1 phasig umgerüstet um die Räume inkl. Kühlschränken und Wärmepumpe mit dem Wechselrichter zu betreiben.

    Sollte dann eine Batterie (Größe noch unbekannt) zu einem gewissen Prozentsatz durch die PV geladen sein, aktiviert sich über die SPS die Wärmepumpe und mein Brauchwasser wird über PV Strom erhitzt. Am Tag und nicht mehr in der Nacht!


    Ich denke, so komme ich gut über den Sommer und kann mir einiges einsparen. Sollte die Batterie leer sein und die PV liefert keinen Strom mehr, wie sich das im Winter verhält, kann ich keinesfalls beurteilen. Mein Strombedarf ist durch die Heizung einfach stark in den Winter verlagert. Im Winter könnte dann die SPS sich um Fußbodenheizung kümmern, diese je nach Bedarf durch die PV aktivieren. Die Nachtspeicheröfen (ist der Plan) nach und nach zu entsorgen. Vielleicht helfen diese auch die Energie im Winter direkt zu speichern die tagsüber vorhanden ist und nachts nicht mehr aufgeladen werden müssten.


    Dieser Wechselrichter hätte die Möglichkeit bei leerer Batterie und keinem Strom vom Dach auf Netzstrom umzuschalten. - Der Wechselrichter kann nicht einspeisen. Soweit ich das gelesen habe müsste ich diese Insel auch nicht beim Marktstammdatenregister und auch nicht bei meinem Netzbetreiber anmelden da ich nicht einspeisen werde.


    Da ich noch in der Planung stehe, bin ich gerne Bereit eure Ratschläge aufzunehmen was Ihr davon haltet. Gekauft ist noch nichts.




    Beste Grüße Herry

  • Hi.


    Mit PV kann man in der Übergangszeit Heizen.

    Nachtspeicherofen kann man dafür gut Nutzen.


    Im Winter kann man froh sein wen genug für den normalen Tagesverbrauch vom Dach kommt.



    Die MPPSolar PiP sind soweit ok.

    Der Eigenverbrauch mit etwa 50W ist halt hoch, da würde ich keine 2/3 hinhängen ausen man schaltet die je nach last zu/ab.


    Da kann man sich mal Victron Anschauen.



    Die Module sind wohl 72 Zeller ?

    Das wird zu knapp mit 3s an einen 150Voc Regler.

    Im Winter muß man noch mal etwa 10% auf Vmp/Voc draufrechnen.


    Dioden braucht es nicht, da reichen einfache Sicherungen.

    Entweder MC4 Sicherungen zum zwischenstecken oder baut sich eine Verteiler mit Sicherungen.

    Insel mit Schütz Netzumschaltung über BMV702
    3,24kWp O/S, 1,44kW W/N, 0,54Wp S/W an MPPT

    ~1-2kWp Restleistung O 14x250W Hagelschadenmodule an PWM, 1,4kWp W/N Dünnschicht an MPPT

    10-12kWp die noch warten verbaut zu werden....
    PZS 48V 420Ah ~10jahre alt ~360Ah Restkapazität SD 1,21-1,25, 1400kWh runter

    ECTIVE SI 4kW Sinus Wechselrichter.

    6000kWh Jahresverbrauch, Boiler im Sommer.

  • Dieser Wechselrichter hätte die Möglichkeit bei leerer Batterie und keinem Strom vom Dach auf Netzstrom umzuschalten. - Der Wechselrichter kann nicht einspeisen. Soweit ich das gelesen habe müsste ich diese Insel auch nicht beim Marktstammdatenregister und auch nicht bei meinem Netzbetreiber anmelden da ich nicht einspeisen werde.


    da du ja einen Stromzugang im Haus hast zählt das nicht als Insel


    Das gleiche Problem hatte ich auch deswegen hab ich mich gegen einen Anschluss an das Stromnetz entschieden, um nichts anmelden zu müssen und um nicht als Schwerverbrecher betrachtet zu werden.


    Wenn du dann auf einmal einen geringeren Stromverbrauch hast werden die evtl mistrauisch aber welche Nachteile sich ergeben wenn man eine Anlage die nicht einspeist nicht anmeldet, da musst du andere fragen.

    EEG vergütung können sie dir ja nicht wegnehmen also denke ich mal die werden sich mit der Zeit was anderes einfallen lassen um dich zu ärgern.


    Arbeitslager im AKW oder Folter mit heißer Kohle ^^

    ne spass beiseite keine ahnung


    um mit dem wahnsin nichts zu tun haben zu müssen musst du offiziell gesehen dein Stromanschluss abmelden...


    aber dann musst du definitiv auf Gas umrüsten im Winter wird es echt schwer(bei deinem Stromverbrauch sowieso)

  • elektrotechnisch magst du ja vielleicht topfit sein, aber deine Idee ist ziemlicher Schwachsinn .

    Rechnen scheint auch nicht deine Stärke zu sein.

    Bei 22 MWh Verbrauch zu glauben daß man mit einer Pipifax 8 kWp Inselanlage Geld sparen könnte ist schon arg neben der Spur.

  • elektrotechnisch magst du ja vielleicht topfit sein, aber deine Idee ist ziemlicher Schwachsinn .

    Rechnen scheint auch nicht deine Stärke zu sein.

    Bei 22 MWh Verbrauch zu glauben daß man mit einer Pipifax 8 kWp Inselanlage Geld sparen könnte ist schon arg neben der Spur.

    Inhaltlich korrekt. Im Dez kommen da 10% vom Dach also insgesamt 100KWh bei optimaler Ausrichtung. Das reicht gerade für Kleinvieh ala Standbye Gedöns, Laptop usw.


    Eigentlich sollte eine PV Netzparallel deinen Tarif nicht antasten?

    Wenn möglich, dann Netzparallel mit max möglicher Leistung bauen. Die hilft dann im Sommer ordentlich.

    Wenn im Winter irgendwas Heizungstechnisch "ankratzen" willst, dann mit >50kwp.

  • Der Sommerverbrauch dürfte doch Pipifax sein, den Löwenanteil wirst du im Winter verbrauchen. Und das kommst du mit Elektrotechnik auch nicht weiter, das ist simple Physik: man muss heizen, WEIL keine Sonne scheint. Daran können auch Photovoltaik plus Akku nichts ändern.


    Was du vorhast, würde bedeuten, gutem Geld schlechtes hinterher zu werfen. Die Anlage würde im Winter ständig den Akku leer lutschen, noch bevor er sich auch nur halbwegs füllen konnte, und dein Gesamtbezug wird trotzdem höchstens um ein paar Prozentchen reduziert.


    Besser das gleiche Geld in Effizienzmaßnahmen investierten wie eine anständige energetische Sanierung. Was nützt einem SPS-Steuerung in einer Lehmhütte ohne Energiekonzept?

  • Ich besitze einen Uralt Tarif mit wirklich guten Konditionen, den ich mir keinesfalls wegnehmen lassen darf

    Kannst du mal grob mit deinen angenommenen Zahlen hier vorrechnen, wie du mit deinem "Projekt" den Strom billiger bekommst, als eingekauft?


    Wie hoch ist denn dein aktueller Stromverbrauch in den Sommermonaten im Monat oder pro Tag?

    Weil, mehr wie das kannst du ja auf gar keinen Fall sparen. Eher einiges weniger. Hier mal 3 Tage vom Juni. Gelb ist die Prduktion, Rot der Gesamtstromverbrauch und Grün die direkte Abdeckung durch PV. Mit Speicher könnte ich also max. den Gesamtverbrauch abdecken. In deinem Fall siehst du ja selbst, was du an Ertrag "Wegschmeißen" würdest, weil du ja nicht einspeist.



    und hier mal den Ertrag eines Novembers. Dann siehst du gleich was mit rund 9kWp auf dich zukommt ;)


    Gruß PV-Express


    46 x Sunowe 195Wp Mono, SMA STP8000TL10, Ausrichtung - 40°Az, Dachneigung 35°, IBN 5/2012

  • ...kannst Du Deinen (Wärme-)Bedarf mal aufsplitten?

    Allein auf PV zu setzen ist mit so einer kleinen Anlage und dem Bedarf nur was für den Sommer.

    Hast Du alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft?


    Bei 6 Personen und einem gut isolierten Haus, ist der Treiber nicht die Heizung, sondern Warmwasser.

    Die LWWP im Keller ist nicht schlecht, weil Du Strom fürs Abtauen des Verdampfers im Winter sparst, aber nicht optimal.

    Ich habe eine direkt verdampfende kleine (900W inkl. Umwäzpumpe usw) WP für einen 300l Speicher und die macht bei 4 Personen aus 2000kWh Strom etwa 12500kWh Wärme im Jahr.

    Das EFH braucht nochmal 4500kWh Heizung (KfW60)


    Vielleicht bringt ja eine Wärmedämmung noch was für den Heizungsanteil?

    Warmwasser mit ner WP tagsüber bereitstellen heisst, über Nacht bis zum nächsten Morgen die (geringe) Temperatur halten. Sonst springt die im WInter an, bevor PV da ist - evtl also grösserer Speicher?

    Mit PV direkt WW zu heizen lohnt nur, wenn man die WP nicht hat, bei so einer kleinen Anlage. Ob sich ein Batteriespeicher zur Lastverschiebung wirklich lohnt musst Du mal ausrechnen.

  • Hallo Herbert80.

    Das Du mit 8,8kwp im Winter Deine E-Heizung nicht versorgen kannst wurde ja schon geschrieben.

    Kannst Du evtl. Module für die Wintersonne ausrichten? Das würde enorm viel bringen.

    Überlege ob Du nicht auch die Nordseite des Daches belegst. Denn bei Schlechtwetter bringt Nordseite fast das gleiche wie Süd, manchmal sogar das Gleiche. Kommt natürlich auf die Gegend an wo Du wohnst u. wie es da mit Schnee aussieht.

    Als Wechselrichter habe ich mir einen MPP Solar 5048MK ausgesucht und möchte mit einem beginnen, später dann auf 2 oder 3 parallel erweitern, je nachdem wie ich den einen ausnutze.

    Die WP mit einem 5048MK zu betreiben könnte am Anlaufstrom der WP scheitern. Da der Anlaufstrom einer WP ein X-faches des Betriebsstroms beträgt ist der 5048 mit seiner kurzfristigen Leistung von 2x5000W schnell überfordert.

    Wichtig!! Prüfe daher zuerst den Anlaufstrom der WP. Angabe lt. Hersteller! Den kurzen Anlaufstrom messen geht mit handelüblichen Zangenampermetern nicht, bzw. es wird viel zu wenig angezeigt.

    Die 5048 nacheinander zu kaufen ist auch nicht ratsam, da es immer baugleiche aus der gleichen Serie sein müssen, wenn sie zusammen geschalten werden. Wenn MPP was ändert hast Du mit Nachkaufen ein Problem.

    Wegen der WP brauchst Du evtl. 2 Stück oder sogar 3 Stück vom 5048 parallel geschalten nur wegen Anlaufstrom. Kommt halt auf Deine WP an. Sobald die WP läuft reicht 1er. Das kann man über die Steuerung realisieren.

    Mit dem 2ten u. evtl. dem 3ten würde der zusätzliche Mppt den Du für den Anfang planst überflüssig u. Du könntes alle Module + die Nordseite an die 5048 anschliessen.


    Nachspeicheröfen: Der Strombedarf schon von einem dürfte die Leistung des 5048 übersteigen. Auch wenn er auf Netz umschaltet, den auch die Leistung die er durchleitet ist begrenzt. Dann noch das Problem mit der Schlieflast.

    Die Nachspeicheröffen bleiben daher mit NT am 3-p-Netz (auch wegen kleiner PV).


    Du wirst im Frühjahr, Herbst (auch mit einer etwas grösseren Anlage) Haushalt, WP u. an machen super Sonnentagen auch teilweise die E-Fussbodenheizung versorgen können. (Im Winter sieht's aber wesentlich schlechter aus.)

    Dazu müsste die E-FBH (sind das mehrere Räume?), die ja vermutlich jetzt 3-phasig am NT hängt umgeklemmt werden auf die MPP (1-phasig). Wenn dann der/die 5048 auf Netz umschalten weil zu wenig PV oder Akku leer, bekommst Du evtl. unzulässig hohe Schieflast auf die Phase. Kommt halt drauf an was an den anderen P angeschlossen ist.

    Falls Du mehrere Räume (FBH) mit PV-Strom betreiben willst, könnte es sein das Du die aufteilen mußt auf mehrere MPP (jeder auf anderer P).

    Die Einfachversion: Du hast Glück, Deine WP startet schon mit einem 5048, Du versorgts damit den Haushalt u. einen Raum mit E-FBH.

    Die Superversion: Die WP braucht wegen Anlaufstrom die Leistung von 3 Stück 5048, Haushalt u. ein Raum mit E-FBH sind dann kein Problem. Für weitere Räume mit E-FBH je nach Leistung dann weitere 5048 auf anderen Phasen.


    Daher:

    Wenn Du auf ein wenig Unabhängigkeit wert legst, evtl. nur eine kleine Inselanlage mit einem 5048 für den Haushalt u. falls möglich die WP. Denn Rest an einer normalen Netzeinspeiseanlage.

    Oder gleich nur eine Netzeinspeiseanlage! Dürfte für Dich die günstigste Lösung sein.


    Natürlich wirst Du Deinen Strombedarf um viele kwh senken, aber mit E-FBH u. Nachtspeicheröfen ist "viele" halt relativ.

    Evtl. auch über andere Energieformen nachdenken. Z.B. zusätzlich Luft/Luft Kollektoren an der Südseite vom Haus.


    Gruss Schraubermeistro

    13 kwp gesamt, ost, süd, west, nord, auch süd senkrecht, Akkus 24V ca. 1000Ah. Solarthermie mit 20m³ Speicher + WW WP. Kleine LW WP. Steuerung mit UVR16x2.