Schwieriges Walmdach mit Gauben + Garage - trotzdem PV ?

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu hier und lese seit ein Paar Tagen mit. Jetzt wo unser Neubau mehr oder weniger fertig ist, spiele ich mit dem Gedanken eine PV Anlage zu installieren. Unser Jahresstromverbrauch liegt bei ca. 6.000 kWh, was u.a. auch der Grund für die Überlegungen war. Das Problem ist, die aus meiner Sicht nicht optimale Dachform für eine PV Anlage. Es ist ein Walmdach mit Gauben auf jeder Seite, siehe Bild. Das Dach hat eine Neigung von 30° und ist 15 Meter lang und 11 Meter breit. Optional steht noch das Flachdach der Garage zur Verfügung (7,5mx6m). Hierbei handelt es sich aber um eine Grenzbebauung, so dass 3 Meter Höhe nicht überschritten werden dürfen. Die Garage ist aber leider schon 3 Meter hoch (Pfannenkranz). Die Fläche für die Module liegt aber ca. 30 cm darunter.


    Unten auf dem Bild ist Süden.


    Was ich bisher aus dem Forum mitgenommen habe ist, die maximal mögliche Fläche mit Modulen zu belegen und keinen Speicher zu verbauen.


    Was meint ihr, ist mit diesem Dach was möglich ? Gibt es Empfehlungen für seriöse Firmen im Bremer Raum (Umland) ?


    Vielen Dank und Grüße !


  • So eine interessante Dachform habe ich auch noch nicht gesehen.

    Zusammen mit der Garage schreit das förmlich nach SolarEdge.


    Ich denke schon, dass man Deine Dächer (Alle!) gut belegen kann.

    Stell' doch bitte mal eine Skizze der einzelnen Dachflächen mit Abmessungen ein.

    Wie groß sind die Gaubendreiecke?


    Da die Garage durch das Haus ja teilverschattet wird kann die nicht ganz belegt werden.

  • Hallo Ralf,


    danke für die Antwort. Die Nordseite (Eingang) wollte ich aus optischen Gründen nicht belegen. Ich denke, dass da vom Ertrag her auch nicht so viel rauskommt. Das Haus ist zweigeschossig, d.h. die Garage wird schon teilweise verschattet. Ich wollte aber sowieso auf der Seite wo die Garage an das Haus anschließt, einen Gang freilassen. Würde denn auf dem Garagendach eine Zickzack (Welle) Verlegung ca. 15° Sinn machen ? Wie gesagt, die Module dürfen nicht groß über den Pfannenkranz hinausragen.


    Auf der Ostseite habe ich blöderweise eine SAT Schüssel, die ich aber evtl. auf die Gaube versetzen könnte. Wandmontage möchte ich nicht so gerne machen, wegen der ganzen Verkabelung.


    Ich habe mal ein Paar Skizzen vom Dach inkl. Garage und Abmessungen angehängt.


    Viele Grüße !

  • Die Nordseite (Eingang) wollte ich aus optischen Gründen nicht belegen. Ich denke, dass da vom Ertrag her auch nicht so viel rauskommt.

    Bei 30° Neigung rechnet sich das schon, dürften knapp 700 kWh/kWp sein.

    Aber optische Gründe sind natürlich immer ein Argument, besonders bei so einem schönen Haus.


    Ich wollte aber sowieso auf der Seite wo die Garage an das Haus anschließt, einen Gang freilassen. Würde denn auf dem Garagendach eine Zickzack (Welle) Verlegung ca. 15° Sinn machen ?

    Ja, würde ich so machen.


    Auf der Ostseite habe ich blöderweise eine SAT Schüssel, die ich aber evtl. auf die Gaube versetzen könnte. Wandmontage möchte ich nicht so gerne machen, wegen der ganzen Verkabelung.

    Oder südlich direkt vor die Klimaanlage.

    Da kommt man dann durch's Fenster gut bei und der Schattenwurf nach Norden ist auch egal.


    Ich habe mal ein Paar Skizzen vom Dach inkl. Garage und Abmessungen angehängt.

    Auf der Garage würde ich 15° Nord-Süd aufständern, zwei 144er Halbzeller quer nebeneinander und 7 Reihen hintereinander.

    Die nördliche Reihe kann ganz an die Attika gebaut werden, so hast Du nach Süden mehr Platz zur Attika wegen Schatten.

    Also insgesamt 14x 400 Wattp in einem String, insgesamt 5,6 kWp auf der Garage.


    Auf der Fläche "Dach1" (Süden) von unten beginnend:

    Auf jeder Seite 3x 120er Halbzeller nebeneinander.

    Die Reihe darüber genau so, nur nach innen versetzt.

    Oberste Reihe passen dann nur noch 2 Module quer nebeneinander.

    Dazu noch je ein Modul auf die beiden Gaubenseiten, die in die gleiche Richtung zeigen.

    Also insgesamt 16x 340 Wattp in einem String, insgesamt 5,44 kWp nach Süden.


    Auf der Fläche "Dach2" (West + Ost) von unten beginnend:

    Hier würde ich 144er oder besser noch 156er Halbzeller (430 Wattp) quer legen, immer nur eins und dann darüber genau so, nur nach innen versetzt.

    So passen 5 große Module quer auf jede Fläche.

    Dazu noch je ein Modul auf die beiden Gaubenseiten, die in die gleiche Richtung zeigen (falls die großen passen, wenn nicht die kleinen nehmen).


    Also insgesamt 7x 430 Wattp, insgesamt 3,01 kWp nach Ost und das gleiche nochmal nach West.



    Gesamtanlage

    Süd: 16er String mit 5,44 kWp

    Ost: 7 Module mit 3,01 kWp

    West: 7 Module mit 3,01 kWp

    Garage: 14er String mit 5,6 kWp

    Gesamt ca. 17 kWp an einem 15 kVA Wechselrichter.


    Aufgrund der z.T. kurzen Strings und der 4 Ausrichtungen sehe ich hier SolarEdge als gesetzt.


    Prüf' nochmal, ob das vom Platz her so passt, insbesondere die Seitenflächen der Gauben und ob die Module so passen ohne über die Diagonale des Daches seitlich herauszuragen.

  • Besten Dank für die Ideen und Vorschläge !


    Hätte nicht gedacht, dass man da 17+ kWp rausholen kann 8|


    Die SAT Schüssel auf die Südseite zu versetzen ist tatsächlich überlegenswert, da ich in der Nähe eine Dachluke habe und notfalls die LNBs wechseln könnte. Die Kabel sind auch lang genug. Die "Klimaanlage" ist ein zweizügiger Schornstein :) DIeser ist ca. 1 Meter hoch.


    Wenn auf der Nordseite tatsächlich 700 kWh/kWp möglich sind, dann muss ich mir das mit der Optik nochmal überlegen. Dann würde zumindest alles gleich aussehen.


    Deine Vorschläge der Modulanordnung finde ich super. Jetzt muss ich mal ein wenig zeichnen und schauen ob das so passt.


    Was mir noch etwas Kopfzerbrechen bereitet, sind die Leerrohre, die vom Dachboden zum HWR (Zählerschrank) gehen. Ich habe ein 32mm und notfalls noch zwei 18mm Leerrohre (Innendurchmesser). Reichen diese aus ?


    Vielen Dank und Grüße !

  • Hätte nicht gedacht, dass man da 17+ kWp rausholen kann 8|

    Wir holen hier im Forum immer das mögliche Optimum 'raus, geht nicht gibt's nicht! ;)


    Die "Klimaanlage" ist ein zweizügiger Schornstein :) Dieser ist ca. 1 Meter hoch.


    Wenn auf der Nordseite tatsächlich 700 kWh/kWp möglich sind, dann muss ich mir das mit der Optik nochmal überlegen. Dann würde zumindest alles gleich aussehen.

    Dann wird der Schornstein auch noch ordentlich Schatten werfen und den möglichen Nordertrag weiter reduzieren.

    Musst Du mal mit PVSol simulieren und/oder in PVGIS-4 ausrechnen.


    Was mir noch etwas Kopfzerbrechen bereitet, sind die Leerrohre, die vom Dachboden zum HWR (Zählerschrank) gehen. Ich habe ein 32mm und notfalls noch zwei 18mm Leerrohre (Innendurchmesser). Reichen diese aus ?

    Mit SolarEdge ist das kein Problem, da bleiben nur zwei oder vier Stringleitungen à 10 mm Durchmesser übrig, der PA und vielleicht eine Datenleitung, wenn Du noch irgendwelche Sensoren auf dem Dach haben willst.

  • Hallo zusammen,


    habe mittlerweile bei drei Solateuren angefragt. Einer ist total überlastet und hat aktuell keine Zeit. Der zweite ist raus. Hier liegt das Angebot für eine 9,4 kWp Anlage bei ca. 1500€/kWp. Der dritte ist mir sympathisch und hat aus meiner Sicht einen vernünftigen Preis. Für die Belegung der Südseite mit 18 Modulen und der Garage mit 12 Modulen möchte er 1290€/kWp. Hierbei handelt es sich um eine 9,9 kWp Solaredge Anlage mit Heckert Modulen und einem Smartmeter. Nord- und Westseite ist bei mir aus optischen Gründen raus. Wobei Ost und West laut dem Solateur sowieso zu wenig Platz bieten, um die Module optisch ansprechend anzubringen.


    Für Solaredge habe ich mich grundsätzlich schon entschieden. Finde das System cool und evtl. macht es bei mir durch die Nordmodule (10°) auf der Garage sogar Sinn.


    Als WR habe ich den SE9K im Angebot und überlege diesen durch den SE10K-RWS zu ersetzen, um für eine evtl. später anstehende Batterie vorbereitet zu sein. Ich kenne die ganzen Batteriediskussionen hier im Forum und möchte ungerne hier eine Grundsatzdiskussion starten. Es wäre halt ein gutes Gefühl vielleicht später eine Batterie anschließen zu können, ohne gleich den WR tauschen zu müssen. Mehrkosten hierfür liegen bei ca. 800 bis 900€. Müsste ich noch erfragen. Was meint ihr dazu ? Alternativ könnte man eine Batterie auch über einen zusätzlichen Batterie WR und AC-Kopplung später anschließen, hätte aber größere Verluste. Habe ich das richtig verstanden ?


    Noch eine Sache geht mir nicht aus dem Kopf. Die 12 Module auf der Garage sind laut Angebot ganz links (Westseite) angeordnet. Vermutlich, um die Verschattung durch das Haus so gering wie möglich zu halten. Theoretisch könnte ich die Garage mit 20 statt 12 Modulen vollmachen (Ost-/Westausrichtung) und komme so ca. auf 12,5 kWp Gesamtleistung. Machen, oder unter 10 kWp bleiben mit der aktuellen Planung ? Mein Gefühl sagt mir unter 10kWp bleiben.


    Und dann noch eine optische Sache. Ich habe mich jetzt für Module mit Silberrahmen und weißer Hintergrundfolie entschieden, um den Kontrast zu dem roten Dach nicht zu extrem zu machen. Am Ende wird man die Module sowieso fast nicht sehen, da die Südseite und das Garagendach nicht wirklich einsehbar sind. Trotzdem überlege ich, ob Module mit schwarzem Rahmen und weißer Folie nicht besser aussehen würden. Zudem sieht man auf dem schwarzen Rahmen den Dreck nicht so schnell ;) Fullblack möchte ich nicht, hier ist der Kontrast zu heftig.


    Vielleicht hat ja jemand wieder einen Tipp oder eine Anregung für mich.


    Vielen Dank und Grüße !

  • Die Garage ist aber leider schon 3 Meter hoch (Pfannenkranz). Die Fläche für die Module liegt aber ca. 30 cm darunter.

    Das ist schlecht denn der "Pfannenkranz" wird Schatten werfen und dann hilft auch Solaredge nur bedingt.


    Für die Garage sollte man deshalb auf alle Fälle eine exakte Simulation mit Pvsol machen und dann nur die Module legen wo die Verluste durch Verschattung unter ~ 20 % liegen.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Kann mir noch jemand sagen, ob man den SE WR überdimensionieren kann ? d.h. könnte ich für die 9,9kWp Anlage statt dem SE9K z.B. einen SE15K nehmen, um später evtl. das Ost- und Westdach anzuklemmen ? Würde mir die Option gerne offen lassen. Vermutlich geht es aber wegen dem Wirkungsgrad nicht.


    Danke und Gruß !