PV-Anlage einschalten vor Zählerwechsel (die 100ste)

  • Hallo liebes Forum,

    ich weiß das Thema ist eigentlich durchgekaut, trotzdem bitte ich um Eure Hilfe.

    Bereits Ende Mai habe ich per Mail ein Netzanschlussbegehren per Mail geschickt und ein paar Wochen später eine Mail erhalten, dass Angaben fehlen:


    "Wir benötigen zur Meldung einer Erzeugungsanlage folgendes:

    - Anmeldung zum Anschluss

    - Datenblatt für Erzeugungsanlagen

    - Messkonzept oder 1poliges Schaltbild

    ..."


    Eigentlich ja unnötig für das NAB. Daraufhin habe ich die Vollmacht zur Anmeldung der Anlage meinem Installateur erteilt. Der hat die Anlage dann im Juli angemeldet.


    Die Inbetriebnahme meiner 18 kWp-Anlage wurde durch den Installateur Ende August durchgeführt. Das elektrische Messprotokoll liegt mir nun auch vor.

    Geplant war die Anlage jetzt einzuschalten und den VNB darüber zu informieren. Momentan ist nur ein nicht rücklaufgesperrter Ferraris-Zähler installiert.

    Es fehlen also der Erzeugungszähler und ein Zweirichtungszähler.


    Nun werden mir folgende Hindernisse in den Weg gelegt:

    -seitens Installateur wurde die Sicherung des WR verplombt.

    Zusätzlicher folgender netter Text an den Schaltkasten gehängt:

    "Das Inbetriebnehmen der PV-Anlage darf der nach dem Zählertausch des Energieversorgers und dessen Zustimmung erfolgen. Bei Zuwiderhandlung kann seitens des Energieversorgers mit rechtlichen Schritten gerechnet werden. Das Entfernen der Plombe darf auch erst nach dem Zählertausch erfolgen".

    - seitens LVN: Heute habe ich ein Schreiben erhalten, das die Netzverträglichkeit gerne geprüft wird (und nicht bereits wurde). Ein NAB im Mai hätten Sie nicht erhalten so die tel. Rückmeldung. Es gilt die Anmeldung des Installateurs (was meiner Meinung nach völliger Quatsch ist, ich habe ja eine Antwort auf mein gestelltes NAB erhalten)


    Kann ich nun die Anlage trotz aller Steine, die mir in den Weg gelegt wurden anschalten? Obwohl die Netzverträglichkeitsprüfung noch nicht abgeschlossen ist?

    Andere Frage, wie kann ich den Eigenverbrauch ermitteln für die EEG-Umlage?

    Theoretisch wäre ja:

    Erzeugung (aus WR ausgelesen) - Eigenverbrauch = Einspeisung (Eigenverbrauch ist nicht bekannt, da 70 % fest eingestellt)

    Zählerdifferenz (rückwarts) = Einspeisung - Strom aus Netzbezug


    Jetzt bin ich doch ziemlich verunsichert, obwohl ich ja eigentlich dem Rat aus dem Forum (einfach einschalten) folgen wollte.


    Momentan wird das Haus saniert, der Strombedarf hält sich in Grenzen. Beim Einschalten wäre der Zählerstand sehr schnell unterhalb der letzten Meldung vom Juni.


    Vielen Dank vorab für Eure Meinungen

  • bin ich doch ziemlich verunsichert

    An der Rechtslage ändert sich nix, auch wenn der Elektriker Zettel mit dummem, falschem Inhalt an den Zähler hängt.

    obwohl ich ja eigentlich dem Rat aus dem Forum (einfach einschalten) folgen wollte.

    Mach das ganz einfach. JETZT!


    Wenn auf das NAB Wochen später eine dumme Reaktion kam "Formulare nachreichen" wie können sie dann behaupten dass das NAB nicht vorliegt?

    Auf den restlichen Stuss lohnt es sich gar nicht einzugehen, schalt ein, lass laufen. Dein E macht keine Gesetze. Plombe am Zähler entfernen, Zange nehmen, durchschneiden, fertig. Das ist ein Trauerspiel was dein E da abzieht. So eine Pfeife!

    Beim Einschalten wäre der Zählerstand sehr schnell unterhalb der letzten Meldung vom Juni.

    Sehr gut, das ist zu vegüten. Das geht aber nur wenn die Anlage nicht nur als Sonnenschutz fürs Dach verwendet wird sondern EINGESCHALTET ist!


    Warum hast du 70% hart? Welche Anlage, wie verstringt, welche Ausrichtungen?

  • 70 % hart deswegen weil der Installateur meinte, dass sich weich nicht rechnet, da bei Kostal Piko die Hardware / Software für die dynamischen 70 % teurer sind als die hinzunehmenden ertragseinbussen


    3 Strings a 18 Module SSW Ausrichtung, 45 grad dachneigung

  • Ich fühle mich bzgl NAB auch im Recht, nur was wenn die noch nicht erledigte Netzberträglichkeitsprüfung wider erwarten ergibt, dass das Netz erst ausgebaut werden müsste und ich aber meine Anlage bereits am laufen habe?

  • Ja ich flieg vom Stuhl - bei 18 kWp Süd 70% hart wählen ist nun wirklich daneben. Schau mal was ein RSE bei deinem VNB kostet. KSEM hab ich grad für 350 gesehen, mit Einbau vlt. 450 EUR, sind 25 im Jahr, zeichnet auch deinen Verbrauch auf, hilft dadurch Strom sparen wenn man was draus macht. Die 22,50 EUR sind ca. 270 kWh im Jahr - ich wette die holst du locker rein. Große Südanlage auf 70% hart laufen lassen ist eine Strafe, das tut richtig weh. Oder hast du so gut wie keinen Verbrauch, keine Geräte die tags laufen können?

    fühle mich bzgl NAB auch im Recht, nur was wenn die noch nicht erledigte Netzberträglichkeitsprüfung wider erwarten ergibt, dass das Netz erst ausgebaut werden müsste

    Wie viel PV ist in der direkten Nachbarschaft? Die haben 8 Wochen Zeit für die Zusage, die sind seit Ende Mai mehr als verstrichen. Ich werte allein das als Zusage weil keine Absage kam.

    Laufen lassen. Spannung beobachten. Wenns Richtung 240 V geht frag hier nach! Ansonsten sehe ich keine Veranlassung an Netzüberlastung zu glauben. Die WR sind intelligent genug sich vom Netz zu nehmen wenn es überlastet ist.


    Jetzt schalt halt mal ein und schau die Werte / Spannung an.

    12,6 kW abzüglich EV werden das Netz nicht zur Explosion bringen. Zeigt wie verängstigt du bist - aber aus elektrischer Sicht ist das ein Witz.

    Welcher WR wurde verbaut? Aber erst einschalten, dann antworten.

  • Hab den Beitrag ergänzt, lad neu. Ja, mit WP ist 70% hart auf Süd 100% dumm.

  • Die nicht selten direkte Leitung zum Trafo haben oder in Mittelspannung angeschlossen sind. Wie gesagt passen sich die WR an die Spannung an und regeln ab bevor die Spannung zu hoch wird. Die Haus-PV sind das alles sinnVOLLE Anlagen oder so Alibi-Spielzeuge? Ist aber egal - die Netzspannung zählt und 10 kW machen kein Netz kaputt.

  • Die Haus-PV sind das alles sinnVOLLE Anlagen oder so Alibi-Spielzeuge?

    Teils, teils.


    D.h. ich habe folgende Aufgaben:

    1) Anschalten

    2) Installateur mit KSEM beauftragen / Kosten anfragen

    3) LEW widersprechen mit NAB Datum


    Wie schätze ich den Eigenverbrauch bis dahin. Ist wahrscheinlich sehr gering. Aber ich muss ihn ja versteuern, und EEG-Umlage zahlen?