Welche Versicherungen braucht man (FAQ ?)

  • Ich hab gerade bei meinem Versicherungs-Onkel mal angefragt wegen der PV-Anlage.

    Da kam Rückfrage / Empehlung für folgende Versicherungsarten =O

    -      Sachversicherung (Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel)

    -      Elektronikversicherung (Allgefahrendeckung)

    -      Ertrgasausfallversicherung (Einnahmeverluste bei Ausfall)

    -      Montageversicherung (bei Eigenbau)

    -      Haftpflichtversicherung

    -      Rechtsschutzversicherung


    Was braucht man denn davon wirklich ???

  • Es gibt spezielle PV-Versicherungen. Hauptsächlich gegen Hagel und Blitz. Die sollte man separat abschließen und nicht über die Wohngebäude ziehen. Allein wegen der steuerlichen Abrechnung.

    Den Rest kann ich entbehren, was Du brauchst, ist Deine eigene Entscheidung.


    Ertragsausfall? Über welche Anlagengröße reden wir denn? Kostet es Deine Existenz, wenn das Teil,sagen wir mal, 1-3 Monate keinen Ertrag bringt? Wenn mal ein Gerät kaputt geht ist das doch meistens eher schnell ersetzt...


    Haftpflicht? Hat man doch sowieso...


    Rechtschutz? Wers braucht, trägt bestimmt auch Hosenträger am Gürtel...

  • Ich habe mittlerweile ein Angebot erhalten:

    Elektronik- und Ertragsausfallversicherung (EEV) 125,66 EUR

    Montageversicherung (MV) 119,00 EUR

    Betreiber-Haftpflichtversicherung (BHV) 53,55 EUR


    Hmm, das sind 300 Euro im Jahr ?

  • Um welche Größe geht es denn?


    Normale Einfamilienhausdachanlagen würde ich bei der Gebäudeversicherung anmelden. Kannst ja vorher nachfragen, ob und wieviel es mehr kostet. Bei mir hat es garnichts mehr gekostet. Dann sind zumindest die gröbsten Totalschäden aus Feuer und Sturm versichert.


    Die Haftpflicht würde ich bei der Privathaftpflichtversicherung unterbringen. Wenn das Risiko nicht abgedeckt ist --> kündigen und anständige Privathaftpflichtversicherung abschließen. Alle paar Jahre ist es ohnehin nicht schlecht, seine Versicherungen auf Aktualität zu überprüfen.


    Meine Hausdachanlage kostet mich somit nichts extra.


    Rechtsschutzversicherung für die Anlage ist Bullshit.


    Montageversicherung würde ich auch für überflüssig halten. Was soll bei Selbstmontage passieren? Modul fliegt vom Dach und geht kaputt. Und? Ruiniert dich das?


    Ertragsausfallversicherung ist bei Einfamilienhäusern GANZ WICHTIG, damit du dir den Wahnsinns-Ertragsausfall (abzüglich der Selbstbeteiligung;)) auf jeden Fall nach einem aufwendigen Schriftverkehr mit dem Versicherer wiederholen kannst.:ironie:.


    Und noch ein Tipp: Wechsel deinen "Versicherungs-Onkel":!:

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Was soll bei Selbstmontage passieren?

    Der einzige Punkt, in dem ich dir widersprechen würde - wenn man Helfer hat, kann denen alles mögliche passieren, für das der Bauherr haftbar ist. Das deckt die Privathaftpflicht in aller Regel nicht (genau wie beim Hausbau).

    Ist zum Glück nciht so, daß trotz ordentlicher Sicherung jeden Tag ein Helfer vom Dach fliegt und sich das Genick bricht, aber ausgeschlossen ist es leider nciht.

  • Ich habe die Wohngebäudeversicherung um die PV erweitert. Dies kostet 57 Euro im Jahr und wird bei unserem Anbieter extra auf der Jahresrechnung ausgewiesen. Insofern ist die steuerliche Ansetzung kein Problem.

  • Ich hänge mich mal hier dran, weil ich auch gerade überlege, inwiefern eine PV-Versicherung notwendig ist.


    Auf Rückfrage hat mir meine Versicherung schriftlich bestätigt, dass die PV im Rahmen der bestehenden Privathaftpflicht mitversichert ist. (Ich hatte nachgefragt, weil ich sichergehen wollte, dass ich den betreffenden Paragraphen der Versicherungsbedingungen richtig interpretiere).


    Die PV haben wir für 60 EUR/Jahr brutto in die Gebäudeversicherung mit aufnehmen können (das beinhaltet auch erweiterte Naturgefahren). Warum?


    Ich denke, im Schadensfall kann es böse nach hinten losgehen, wenn man PV und Haus in getrennten Versicherungen hat. Die PV-Versicherung deckt nämlich in der Regel z.B. keine Schäden am Gebäude ab. Angenommen, ein Sturm reißt die PV vom Dach, und die PV ihrerseits beschädigt dabei dann das Dach ...


    • Die PV-Versicherung bezahlt die Module.
    • Die Haftpflicht bezahlt die Schäden Dritter (z.B. Modul fällt auf das Auto des Nachbarn)
    • Die Gebäudeversicherung bezahlt das Dach.
    • Danach holt die Gebäudeversicherung sich das Geld für das Dach bei dem zurück, der mit seinen herumfliegenden Modulen den Schaden am Dach angerichtet hat - genauso wie sie sich das Geld vom Nachbarn holen würde, wenn durch dessen Hausbrand euer Haus mitabfackelt, weil das Feuer überspringt (dabei spielt es keine Rolle, ob der Nachbar den Hausbrand verschuldet hat).
    • Für den Schaden am Dach verantwortlich ist Falle einer PV-Anlage die Betreiberfirma (denn eine PV-Anlage wird ja in der Regel im Rahmen eines Gewerbes betrieben. Die Betreiberfirma ist daher nicht zu verwechseln mit dem Privatmensch, auf den die Gebäudeversicherung ausgestellt ist. Auch wenn beides letztlich oft die gleichen Personen sind. Es sind zwei juristische Personen).
    • Die Betreiberfirma kann diese Kosten aber nicht an die PV-Versicherung weiterreichen, weil dort ja Schäden am Dach ausgenommen sind (jetzt ahnt ihr vielleicht auch schon, warum das in all den Versicherungsbedingungen ausgeschlossen ist).
    • Und damit könnte der Schaden am Haus trotz Gebäudeversicherung an euch hängenbleiben.

    Noch schlimmer wird es, wenn darum gestritten wird, ob die PV-Anlage das Dach, oder sich lösende Dachteile die PV-Anlage heruntergerissen haben. Der Gutachter freut sich, und ihr bezahlt. Außerdem sitzt ihr in zwei Gerichtsprozessen (doppelte Anwaltskosten; damit rechnen, dass eine Versicherung mal eben so freiwillig einen 5- bis 6-stelligen Betrag bezahlt, würde ich nicht. Schon ein Vergleich, der 10% einspart, rechnet sich für die Versicherung. Deshalb geht sowas regelmäßig vor Gericht).


    Und nur weil Richter X im Prozess mit Versicherung A befunden hat, dass der Schaden nicht von A zu tragen ist, sondern in den Bereich von Versicherung B fällt, heißt das noch lange nicht, dass Versicherung B zahlt. Denn dieses Urteil gilt ja nur gegenüber A, weil Versicherung B gar nicht am Prozess teilgenommen hat. B müsst ihr deshalb separat verklagen - und wenn ihr Pech habt, läuft das Verfahren dann bei Richter Y, der dazu eine andere Meinung hat (nennt sich freie Beweiswürdigung). Und dann bleibt alles bei euch hängen. Weil im Verfahren gegen A die Verantwortung B angelastet wurde, und im Verfahren gegen B die Verantwortung A angelastet wurde.


    Was ich damit sagen will: So eng miteinander verwobene Dinge wie eine Hausdach-PV und das Hausdach bei verschiedenen Versicherungen versichert zu haben, kann ich Schadensfall *sehr* nach hinten losgehen.


    Es hat schon seinen Grund, warum manchmal der Aufpreis für eine PV in der Gebäudeversicherung höher ist als in einer separaten Versicherung. Denn ist die PV in der Gebäudeversicherung, dann kann die nichts mehr auf andere abwälzen (Versicherungen kalkulieren mit der Chance, durch systematische Weigerung die Schadenszahlung zu drücken. Entweder durch Urteil, Vergleich oder weil ihr irgendwann kapituliert, weil ihr mit euren Nerven fertig seid.).



    Achso: Eine Ertragsausfallversicherung ist bei der Gebäudeversicherung *nicht* mit dabei. Bei Anlagen typischer Größe (bis 15kWp) beträgt ein Ertragsausfall vielleicht 100 EUR/Monat. Ich glaube, dass sich das nicht rechnet; auch dann nicht, wenn dabei dann noch der WR mit abgesichert ist.



    Mmh. Oder wie sehr ihr das?


    Habe ich evtl. noch was übersehen?

  • Bist du Geschädigter oder Versicherungsmathematiker?

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)