Neubau EFH von Grund auf richtig mit PV planen

  • Moin,


    wir sind noch ganz am Anfang der Planung unseres EFH. Dementsprechend grob sind meine Angaben. Ein Grundstück ist schon vorhanden. Das tolle: Ich kann jetzt das Haus an die Photovoltaikanlage anpassen und nicht umgekehrt.


    Mein Ziel ist:

    • Maximal CO2 freie Energie für alle Bereiche in und um mein Haus zu verwenden (Strom, Wärme, Verkehr)

    Mein Ziel ist nicht:

    • Die bestmöglichste Wirtschaftlichkeit zu erreichen. Klar wäre es nett nach ein paar Jahren die investierte Summe wieder raus zu haben und vielleicht sogar ein Plus zu machen und auch ist mein Budget nicht unendlich hoch. Aber ich möchte vor allem keinen Kohlestrom, Benzin und Gas kaufen zu müssen.


    Folgendes ist Stand der Dinge:

    • Grundstück in Schleswig-Holstein vorhanden, siehe Lageplan unten. (rechts Knick, ca. 5m hoch wird regelmäßig gekürzt, sonst keine Bäume)
    • Zwei Erwachsene, ein Kind (soll auch so bleiben)
    • Eine Person arbeitet tagsüber von zu Hause (Bürojob, selbstständig, Freiberufler (kein Gewerbe)), die andere Person auswärtig
    • Ein PKW, soll zukünftig durch Elektroauto ersetzt werden
    • Haus soll 1,5 oder 2 stöckig und so klein wie möglich, so groß wie nötig gebaut werden. (mehr Platz im Garten, keine ungenutzten Räume, geringerer Ressourcenbedarf)
    • Holzhaus aus Gründen der Nachhaltigkeit, CO2
    • Kein Holzofen oder ähnliches zur Unterstützung im Winter...


    Meine Fragen:

    • Wie komme ich meinem Ziel im Jahr 2020 bzw. 2021 möglichst nah?
      • Auf welche Heizmethode sollte ich setzen? (Sole-Wasser-Wärmepumpe wäre voraussichtlich möglich (wässriger Lehmboden))
      • Was wäre mit aktuellem Stand der Technik die beste Ausrichtung des Hauses (siehe Lageplan). Ost West um möglichst lange Sonne abzubekommen?
      • Akku, ja oder nein? Nachtstrom überbrücken (nachts scheint keine Sonne und auch hier im Norden weht nicht immer Wind)
      • Was wäre die optimale Dachneigung und wieviel Dachfäche brauche ich überhaupt damit das alles Sinn macht?


    Damit wir bei der weiteren Planung etwas sicherer in die richtige Richtung gehen können, würde ich mich freuen eure Gedanken dazu zu hören. :)


    Danke und Gruß!


    Lageplan vom unbebauten Grundstück:

  • Die Energie auf die Grundfläche bleibt dieselbe, egal welches Dach du wählst.

    Ca. OW mit 20-25 Grad DN, NO/SW geht auch, genau wie alles andere wenn es nicht zu steil wird, Kniestock möglichst auf angenehmer Höhe, bietet sich an. Dann Module auf die Flächen skizzieren und justieren.

    KfW 40+ gibt Zuschuss, neulich hieß es der so sogar ohne Speicherzeug möglich.

    Ökostrom von Polarstern, Greenpeace Energy, EWS oder Naturstrom kannst du schon jetzt für den alten Standort buchen.

    Speicher verbraucht ca. 20 Prozent der hineingeladenen Energie statt damit Kohlestrom zu verdrängen. Dazu Elektroschrott, Ressourcenausbeutung samt evtl Kinderarbeit - ökologisch sind die Dinger m.E. noch lang nicht.

    FAQ - wertvolle Informationen zu PV-Anlagengröße, Stromspeicher, Wirtschaftlichkeit, Eigenverbrauch, Optimierung, Simulation, erwartbarer Ernte, Auslegung, Wärmepumpe, rechtlichen und steuerlichen Grundlagen, Netzanschlussbegehren zwecks EEG-Vergütung uvm lesen samt Hausbautipps.

  • Dach möglichst flach und ohne Hindernisse wie Türmchen, Erker, Gauben, Fenster, Antennen, Auspuffe, ...., dann kannst du die ganze Fläche belegen. Besser wäre nur ein Südpultdach, falls das möglich ist. Maße gleich auf das Rastermaß der Modulgröße anpassen. Kannst statt teurer Ziegel auch ein gutes Trapezblech drunter machen - günstig, dicht, einfach zu belegen, ewig haltbar und gut zu recyceln.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Auf welche Heizmethode sollte ich setzen? (Sole-Wasser-Wärmepumpe wäre voraussichtlich möglich (wässriger Lehmboden)

    Entweder Sole-WP mit Ringgrabenkollektor (Durch Eigenleistung kann der Kollektor nur ~2000€ kosten), damit kann man im Sommer auch kühlen. Luft-WP wird in SH aber auch sparsam zu betreiben sein.

    Auf jeden Fall die Heizflächen auf möglichst niedrige Vorlauftemperaturen auslegen und das Haus sehr gut dämmen.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Bezüglich Heizung empfiehlt sich ein Besuch im haustechnikdialog.de Forum, dort werden Sie geholfen;-)


    In SH empfiehlt sich aber wahrscheinlich eine LWWP, im HTD-Forum wird hier oft eine Panasonic Jeisha empfohlen, weil konkurrenzlos günstig. Musst aber erstmal einen finden, der dir das baut.


    Ansonsten wie Monsmusik schon geschrieben hat, bieten sich für das Dach Sandwichpaneele bzw. Schwedenbleche an, die werden komplett auf Maß gefertigt und halten ewig.


    Man könnte dann vielleicht auch helle nehmen und dann bifasziale Module nehmen. Durch die Reflexion dürfte dann auf der Rückseite auch noch einiges an Ertrag drin sein.

  • Bezüglich Heizung empfiehlt sich ein Besuch im haustechnikdialog.de Forum, dort werden Sie geholfen;-)

    Richtig, wird quasi wenn es möglich ist auf einen RGK oder eine "normale" Sole Wasser Wärmepumpe hinauslaufen.


    Haus soll 1,5 oder 2 stöckig und so klein wie möglich, so groß wie nötig gebaut werden.

    Ich votiere stark für 2 Vollgeschosse, bei einem 25 Grad DN.

    Ca. OW mit 20-25 Grad DN, NO/SW geht auch

    Das was pflanze sagt.

    Holzhaus aus Gründen der Nachhaltigkeit, CO2

    KfW40+ sollte damit "easy" machbar sein. Haben wir auch so gemacht. Wir haben eine Installationsebene was das verlegen von Rohren, Kabeln und co sehr viel einfacher gestaltet hat und wir nicht in die Außenhaut eingreifen zu mussten. Zellulose und co sollten Standard als Dämmstoff sein, der einfach verfügbar sowie gut zu verarbeiten ist. Wir haben Zellulose in der Außenwand davor Holzhartfaserplatten (plus Putz und co) sowie innen Holzweichfasermatten als Dämmungen. Die "Dampfbremse" sind 12mm oder 15mm OSB Platten.


    Zu deiner eigentlichen PV:


    Ich würde hier immer mit 340W Modulen rechnen. die habe ca. 1,7qm Platzbedarf. Schauen wieviel drauf geht und dann schauen wie groß der Dachüberstand sein muss 8) meine wurde dann 20cm breiter an jeder seite und zack: 8 Module passten mehr :saint:

  • 2-geschossiger Würfel oder Quader mit Pultdach gen Südosten oder Südwesten (anders geht ja nicht) als Passivhaus wäre anno 2021/2022 sicher nicht zu spacig und abgehoben. Zumal oft jemand zu Hause ist und somit passiver Wärmeeintrag gegeben ist.


    Das wäre MEINE Entscheidung. Wieso:

    - Dämmung bracuhst du sowieso, mehr Dämmung kostet nur wenig mehr

    - kontrollierte Wohnraumlüftung brauchst Du sowieso

    - Heizflächen können komplett entfallen, fängt obige Mehrkosten vermutlich auf

    - Heizung kann komplett entfallen, fängt obige Mehrkosten vermutlich auf

    - PV erzeugt Deinen Strom für Haushalt, Klima und E-Auto + Reserve (+ ggf. EEG, wie auch immer es dann geregelt sein mag)


    Für Komfort und als Backup bei Abwesenheit (Winterurlaub) würde ich eine SplitKlima mit Heizfunktion in EG und OG installieren. Für Gemütlichkeit würde ICH einen kleinen Ofen installieren.


    Haus (BxL) ca. 6x10m + 2 x Carport/Garage daneben hättest du eine Seite des Grundstücks schon mal komplett abgeschirmt zur Straße und nicht allzuviel Garten verbaut...


    Bitte kein Bungalow mit 200m² Walmdach auf solchen Mini-Grundstücken... Das tut immer so weh...

  • Bitte kein Bungalow mit 200m² Walmdach auf solchen Mini-Grundstücken... Das tut immer so weh...

    Du hast zwar recht mit dem "Bungalow", aber das ist doch kein Mini-Grundstück! Da würde man in unserer Gegend 2-3 Häuser draufsetzen :(.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Ja, ich kenne auch solche Siedlungen. Und bin dort jedesmal gern wieder weg...


    Sorry, aber da würde ich lieber in einer Eigentumswohnung oder zur Miete leben.

    Aber ich bin hier im Osten auch verwöhnt mit 2500m² plus 2ha Wald...


    Meine Devise: lieber ein kleines Haus auf großem Grundstück.

    Grund und Boden ist halt leider nicht vermehrbar.

    Und billiger wie jetzt wird es vermutlich nicht so schnell wieder.


    Aber egal.


    Meine Empfehlung nochmal:

    Denkt bitte auch über ein Passivhaus nach!

    Egal welche Heizung: die kostet Geld (und nicht nur einmal im Leben!) sondern auch Wartung und Gehirnschmalz. Dämmung ist dumm und billig und vermutlich lebenslang...


    Nur mal als Beispiel:

    Ich habe in mein kleines Haus mit 45m² Grundfläche:

    Fußbodenheizung im EG eingebaut: 10000€ ca.

    HK im OG erneuert: 5000€ ca.

    HK im DG erneuert: 3000€ ca.

    Ölheizung gegen WP getauscht: 12500€ ca.

    20 Jahre Öl verbraucht: 20.000€ (ok, das wird DRASTISCH weniger in Zukunft, 500€ Strom in Summe ca. per anno)


    Für 50.000€ kannst Du viele Zentimeter zusätzliche Dämmung für beschaffen...

    Und ich brauche trotz obigen Invest weiterhin Heizenergie und die WP geht auch wieder mal kaputt und die Pumpen und die Regelungstechnik und, und, und... Leider ist die Umwandlung eines Gesindehauses von 1884 in ein Passivhaus dann doch noch eine andere Hausnummer. KfW 40 sollte ich aber mal schaffen, aktuell ca. 65kWh/m² anno noch ohne Dämmung am EG.

  • Den Gedanken mit einem Passivhaus möchte ich unterstützen, das ist ein MUSS heute!


    Wenn Du dazu noch mutig bist, was die Architektur betrifft, dann schau' Dir mal einige energieautarke Häuser im Netz an.

    Bei diesen Häusern ist die maximale Belegung mit PV immer der Kern der Sache, um den alles andere herum gebaut wird.


    Wenn Du dann noch genug Kohle am Start hast, kannst Du Dich mit einem Wasserstoffsystem elektrisch und thermisch völlig autark stellen, nur mit Sonnenenergie.

    Völlig klar, dass das nicht wirtschaftlich ist, aber das ist ja auch nicht Dein Ziel . . .


    Picea - der Wasserstoffspeicher

    https://www.homepowersolutions.de/produkt

    https://hoermann-solar.de/wasserstoffhaus/


    Architekturkonzepte

    https://www.byak.de/planen-und…u-textilfassade-berg.html

    https://www.vrbank-ostalb.de/i…en/autarkes-wohnen-2.html