53XXX Planung PV Anlage auf Walmdach, 20-25 kWp

  • Liebe Forumsexperten,


    nachdem ich lange hier im Forum mitgelesen habe und auch die Sticky Beiträge durchforstet habe (vielen Dank für die wirklich wertvollen Informationen!) bin ich nun so weit, dass ich mich daran traue, eine PV-Anlage auf meinem im letzten Herbst neu gekauften Haus planen zu wollen. Derzeit bin ich in der Phase, verschiedene Solateure zu kontaktieren um mir entsprechende Angebote einzuholen.


    Das Haus hat ein Walmdach mit einer relativ großen Dachfläche von insgesamt 11,5x16,5 Meter und einer Dachneigung von 25 Grad - also beinahe prädestiniert für eine große PV-Anlage. Haus, Elektrik und Dach sind aus Baujahr 1990. Beheizt wird das Haus mit einer Gastherme, die vermutlich irgendwann ausgetauscht werden muss (vorzugsweise gegen eine WP, was aber möglicherweise schwierig ist, da wir im Wasserschutzgebiet des Rheins liegen), derzeit aber noch problemlos läuft. Zur Heizungsunterstützung hat das Haus im EG einen großen Kachelofen, der im Winter fast das komplette EG wärmt.


    Derzeit fahren wir noch Verbrenner, planen aber kurzfristig nach Installation der PV auf mindestens ein E-Auto bzw. Hybrid umzusteigen.


    Meine Planung läuft derzeit darauf hinaus, das Süd-, Ost- und Westdach voll zu machen und das Norddach auszulassen. Hier möchte ich mir die Option offen halten, eventuell eine Gaube zu installieren, um die Wohnfläche erweitern zu können - würde aber auch das Norddach mit einbeziehen, wenn es ökonomisch extrem sinnvoll wäre.


    Meine erste Planung mit PV*SOL hat ergeben, dass ich etwa 63 Module aufs Dach bekomme, also um die 22 kWp installieren kann. Daraufhin habe ich eine NAB mit 27 kWp gestellt, so dass ich genug Luft nach oben habe.


    Welche Module würdet ihr mir aus Preis-Leistungs-Sicht empfehlen? Besser Glas-Glas oder reicht auch Glas-Folie? Gibt es derzeit ein präferiertes Modul?


    Welcher Wechselrichter wäre für eine solche Anlage optimal? Ich würde prinzipiell zu SMA tendieren...


    Danke schonmal für eure Hilfe, viele Grüße aus Bonn,

    Martin

  • Grundsätzlich würde ich bei DN=25° auch das Norddach mitnehmen wollen. Das musst Du aber für Dich abwägen, ob Dir ein etwas höherer Gewinn wichtiger als etwas mehr Wohngefühl. Wie sieht die Verschattung bei Dir aus? Die Bäume und das südlich gelegene Haus dürften doch bestimmt Schatten werfen? Gerade für den recht kurzen String auf S könnte das recht ungünstig sein. Passen auf diese Dachfläche bei Querverlegung nicht mehr Module? Auf O könnte man das eine Hochkantmodul auch quer legen - das sähe dann nicht so verloren aus. Auch würde ich die zweite Reihe von unten eher mittig ausrichten und die SAT-Schüssel auf Nord versetzen. Abhängig von der Schattensituation könnte man dann den WR wählen und evtl. schauen, ob ein SE-System mit Moduloptimieren nicht sinnvoller wäre.
    Bezgl. Module ist man i.d.R. vom Anbieter abhängig, aber Schrott wird heute eigentlich nicht mehr angeboten. GF-Module reichen IMHO völlig aus - gerade in unserer Gegend, wo wir nicht mit großartigen Schneemassen rechnen. Und ob GG-Module eine höhere Langlebigkeit haben als GF, muss sich erst noch herausstellen.

  • mehr Wohngefühl.

    erreiche ich durch mehr PV. Es tut weh gute Dächer frei zu haben. Funktionierenden Verbrenner verschrotten um auf E umzusteiegen halte ich für fraglich. Gib dem E-Kram paar Jahre, da ist noch viel am Anfang.

  • Klar hatte ich bei der Dachneigung auch an das Norddach gedacht - ich muss es mir nochmal durch den Kopf gehen lassen. Prinzipiell könnte ich doch schlimmstenfalls auch in einigen Jahren einfach einige Module auf dem Norddach entfernen, um eine Gaube errichten zu können. Mit Gaube gewinne ich um die 50qm Wohnfläche...


    Verschattung ist weitestgehend kein Problem. Einzig die Baume auf der Nordseite verschatten ein wenig. Alles andere (inklusive des Süddachs des Nachbarn) verschattet mich glücklicherweise nicht bzw, nur bei extrem niedrigem Sonnenstand.


    S hatte ich hochkant und liegend simuliert und hoch passen etwas mehr Module. Das würde ich aber noch gemeinsam mit dem Solateur optimieren. O passt das Modul leider gerade nicht quer - aber auch da nehme ich an, kann der Solateur etwas optimieren. SAT-Schüssel würde ich vermutlich tatsächlich verlegen (zumal ich ohnehin mittlerweile Unity Media für das TV nutze :) ).

    Was genau macht denn den Unterschied bei SolarEdge? Können andere WR komplexe Schattensituationen nicht optimieren? Wahrscheinlich ist aber - wie oben schon erwähnt - die Schattenproblematik ohnehin nicht so komplex.


    Okay, dann werde ich ein GF-Modul nehmen. Ist ja deutlich ökonomischer in der Anschaffung, wenn man annimmt, dass sie i.d.R. auch 20 Jahre problemlos durchlaufen.


    Funktionierenden Verbrenner würden wir definitiv nicht verschrotten wollen. Der Wagen meiner Frau ist aber schon aus 2012 und in dem Alter kann man bei einem Franzosen durchaus schon darüber nachdenken, ihn auszutauschen. Zwar nicht verschrotten, aber verkaufen - die Reparaturkosten steigen in dem Alter ja bekanntlich gern an :)


    Bezüglich Wallbox: ich finde die OpenWB interessant. Hat damit schon jemand Erfahrung? Ich würde die Wallbox jetzt schon montieren lassen, da es derzeit dafür ja relativ hohe Fördermittel gibt. Ist das sinnvoll? Muss ich etwas beachten bei der Auswahl der Wallbox oder kann ich eine beliebige 22 kW nehmen und nachher anpassen an die Fahrzeuge?

  • erst Module kaufen und dann wieder entfernen ist ziemlich teuer. Du solltest jetzt die Entscheidung treffen. Eine Alternative könnte sein, dass du dich für SE entscheidest und einen etwas größeren Wechselrichter kaufst um in 1-2 Jahren noch problemlos weitere Module auf Nord legen zu können. Wenn du die Module dann aber doch nicht legst, hast du totes Kapital... wie du es drehst und wendest, triff eine Entscheidung jetzt.


    Lohnt sich die Förderung wirklich? Die meisten Programme die ich gesehen hatten, lohnten sich eigentlich nicht, da es zusätzliche Anforderungen gab, die die Förderung mehr als aufgefressen haben.

  • Ja, stimmt. Drauf und wieder runter ist auch Unfug... Sorry, ich überlege derzeit noch hin und her & bin entsprechend unschlüssig, wie ihr merkt :)


    Eigentlich sieht die Förderung ganz brauchbar aus:

    Das Land Nordrhein-Westfalen fördert den Kauf und die Errichtung von fest mit dem Stromnetz verbundenen Ladestationen mit 60 % der Ausgaben, bis maximal 2.000 € je Ladepunkt. Voraussetzung ist, dass der Ladestrom aus erneuerbaren Energien oder aus vor Ort erzeugtem Öko-Strom (500 € Bonus bei neuer PV-Anlage mit ≥2 kWp) stammt.


  • wenn die Anforderungen so niedrig sind, mach es einfach. Ich würde die box halt einfach selbst ab die wand schrauben. Da frisst der Handwerker die Förderung auf.

  • Was genau macht denn den Unterschied bei SolarEdge?

    Bei einem SE System wird mit Moduloptimierern gearbeitet, also Optimierung auf Modulebene. Bei einem String WR werden verschattete Module des Strings über deren Bypassdioden ausgeblendet; hier wird also versucht, den String zu optimieren. Beides ist aber an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, dass das auch entsprechend funktioniert. Dazu solltest Du einfach mal googlen, wenn Du ins Detail gehen willst.

  • Ich würde den kleinen Anbau auf der Ostseite auch noch belegen, dann bekommst Du auf Süd und West eine bessere Stringlänge mit dann guter Spannungslage.


    Wenn Du auch noch Nord belegst wäre zu SE die Alternative mit 2 normalen Wechselrichtern mit je 2 Trackern zu arbeiten.

    Bei 25° Würde ich Nord mit belegen, das rechnet sich.

  • Ich würde den kleinen Anbau auf der Ostseite auch noch belegen, dann bekommst Du auf Süd und West eine bessere Stringlänge mit dann guter Spannungslage.

    wundert mich dass der Tipp nicht früher kam - bei mir wars der erste Gedanke als ich das Luftbild gesehen habe.

    Was jetzt eichtig wird sind genaue Maße - oder Fotos von den Dachflächen und das gemessene sichtbare Deckmaß.


    Ansonsten wie immer:

    alles quer belegen - SAT vom Dach holen.

    Achtung Schattentheoretiker!