Rentabilität einer Anlage // Wochenblatt

  • Abend,


    als ich den ganzen Beitrag im Wochenblatt (Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt) gelesen hab, stand ich erst mal etwas schockiert da ......


    Nach derren Berechnungen "Rentieren" sich Anlagen (30 / 60 KW !!!!) nur bei Einstrahlungswerten von 900 kwh/kwp besser 1000 kwh/kwp.
    Aber auch nur mit mageren Renditen. :!:


    Rechnen die etwas passiv oder ist daran was "dran" ??!!


    Meine Anlage (13 kw) soll weitestgehen voll finanziert werden, was das Wochenblatt gleich abrät da KEINE Rendite erreichbar ist.


    Ich versuche schnellstmöglich den Artikel einzuscannen und Online zu stellen und bitte dringend um Meinungen.


    Betatester

  • Hallo Betatester,
    dieser Artikel hat Dich doch nicht wirklich erschreckt?
    Rechne mal die gleichen Bedingungen auf Deine vorgesehene Anlagengröße herunter....


    Es ist so, wie es ist. Meine Rede seit Monaten. Hier z. B.:
    http://www.photovoltaikforum.c…s=0&postorder=asc&start=0
    am 10. Februar 2006 irgendwo in der Mitte der Beiträge:

    Zitat

    ...Tja, sieht so aus, dass ich mit meinem Kalkulationsergebnis in meinem Beitrag vom 27.12.2005 http://www.photovoltaikforum.c…=0&postorder=asc&start=15 nicht so sehr daneben liege.
    Ich hatte Brutto 5.800 als Schmerzgrenze errechnet.
    Leider hat sich in der Branche noch nicht herumgesprochen, dass man über den Preis auch einen PV-Boom ganz schnell abwürgen kann und die Folgen dann vom jeweiligen Unternehmer auszubaden sind, wenn die Aufträge ausbleiben und die Cashcow plötzlich trocken steht...


    .... und ich dachte schon, ich hätte mich geirrt...


    In einem anderen Postig schrieb mppPeak:


    ...Lohnen wird sich das wohl nur für zwei.
    1) Der Umwelt (das finde ich gut)
    2) Deinem Solarteur und den Zwischenhändlern ....


    Dem habe ich nichts hinzuzufügen.
    Und dem Beitrag in Deiner Zeitung auch nicht.


    Tschüss
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Ich habe auch schon in mehreren Beiträgen auf diesen Sachverhalt hingewiesen, z.B. in http://www.photovoltaikforum.c…ing.php?mode=quote&p=6967


    Mein Beitrag:


    ++++++++++++++++


    Die Anlage wird sich voraussichtlich selbst amortisieren, ein nenenswerter Gewinn wird wohl nicht dabei abfallen. Denke auch an die Alterung der Module, einen möglichen Austausch des Wechselrichters und den Aufwand mit dem Finanzamt. Die KfW garantiert den Zins nur die ersten 10 Jahre, was danach kommt ist reine Spekulation.


    Aber wenn es auf dem eigenen Haus ist, kann man die Anlage auch nach Ablauf der garantierten Einspeisevergütung nutzen.


    Vielleicht gibt es auch ein günstigeres Angebot, bei 4700 €/KWp sieht die Sache entspannter aus. Aber keine unbekannten Module oder WR akzeptieren.


    ++++++++++++


    Ich selbst investiere höchstens noch in preiswerte Dünnschichtmodule auf dem Dach. Alles andere kommt einer Kapitalvernichtung gleich. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der Modulmarkt doch noch kollabiert wenn die ersten Schieflagen öffentlich werden. Oder besser, ich kaufe die Anlagen dann zu vernünftigen Preisen auf :D

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • nunja, wie gesagt meine wirtschaftlichkeitsberechnungen gehen von über 10 % rendite aus ! :?:


    bei 2000 € eingenkapital und rest von der bank.
    sanyo-module für 5000€/kw
    mitsubishi-module für 47000€/kw


    wobei die rendite bei sanyo-modulen etwas besser ist da die mehr runterbringen, trotz des höheren preises.


    einzig bei den jahresstromerträgen kann der fehler liegen, da dies ja keiner so richtig voraussagen kann.
    bin aber bei mir mit den sanyomodulen von einem wert von 1050 (mitsubishi 950) ausgegangen.


    wie gesagt hier sprechen alle wirtschaftlichkeitsbrechnungen die ich bekommen hab bzw. selber erstellt hab krass gegen den beitrag und euren meinungen.




    ich steh kurz vor der unterschrift und nun sowas :shock:


    betatester

  • Zitat von Betatester

    nunja, wie gesagt meine wirtschaftlichkeitsberechnungen gehen von über 10 % rendite aus ! :?:


    bei 2000 € eingenkapital und rest von der bank.
    sanyo-module für 5000€/kw
    mitsubishi-module für 47000€/kw


    betatester


    Zunächste muss man unterscheiden zwischen den verschiedenen Renditeformeln. Die wichtigsten sind:


    -Gesamtkapitalrendite ( bezogen auf den gesamten Herstellungspreis + Betriebskosten )
    -Eigenkapitalrendite ( bezogen auf das tatsächlich eingesetzte Kapital + Kosten )


    Wenn man 2000 € einsetzt und rentieren sich diese 2000 € mit 10 %, so erhält man jährlich 200 € Gewinn. Dafür haftet man dann mit der Gesamtsumme ! Geht nur ein Wechselrichter kaputt, ist die Jahresrendite weg !


    Du hattest uns gefragt und wir haben Dir unsere ehrliche Einschätzung gegeben. Vor zwei Jahren konnte man bei PV-Anlagen tatsächlich Gesamtkapitalrenditen von 7 bis 9 % erwirtschaften. Mit den gesunkenen Einspeisevergütungen und den höheren Herstellkosten sind die fast komplett weg. Für sichere Geldanlagen erhält man bei langer Laufzeit etwa 4 % Rendite, mit einem Auszahlungsplan der Debeka sogar 4,9 % auf 25 Jahre. http://www.debeka.de/cms/openc…te/konditionen/index.html ( ganz unten ).


    Wenn man auch nur annähernd 6 % erwirtschaften könnte, würde ich mein ganzes Geld in PV-Anlagen investieren


    Ein interessanter Artikel stand auch in der Photon: http://www.photon.de/photon/pd-06-01.pdf

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Zitat von Betatester


    einzig bei den jahresstromerträgen kann der fehler liegen, da dies ja keiner so richtig voraussagen kann.
    bin aber bei mir mit den sanyomodulen von einem wert von 1050 (mitsubishi 950) ausgegangen.


    betatester


    Du bist aber optimistisch. Ich würde immer vom schlechtesten Fall ausgehen, 1050 sind aber fast schon der allerbeste Fall. So kann man sich seine Kalkulation auch schönrechen. Im Jahr 2007 gehen wir dann von 1200 Kwh/kwp aus und die Rendite stimmt (auf dem Papier)


    Kato

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Zitat von kato

    Du bist aber optimistisch. Ich würde immer vom schlechtesten Fall ausgehen, 1050 sind aber fast schon der allerbeste Fall. So kann man sich seine Kalkulation auch schönrechen. Im Jahr 2007 gehen wir dann von 1200 Kwh/kwp aus und die Rendite stimmt (auf dem Papier)


    Kato


    nunja, ich hab meinen solateur darauf natürlich auch angesprochen, dieser meinte bei den sanyo-modulen dieser wert gerechtfertigt ist zumal wir hier in einem gebiet wohnen wo der ertrag nahezu am besten ist (süd-westliches oberbayern).
    er gibt mir hierfür auch eine garantie von 2 jahren....(1050)
    ....ok...in 2 jahren könnte ich falls der ertrag nicht so hinkommt den kredit natürlich nicht abezahlen..etc.... :?


    er hatte mir einige beispiele genannt wo bei den sanyo-modulen werte von 1200 (jahr 2005 !!) erreicht worden sind, mit dem angebot das ich diese anlagen mal selber anschauen soll.
    daher das vertrauen in den wert 1050.


    ich bin dankbar für ehrliche antworten, nur sind eure warnungen bisweilen im forum eher selten aufgetaucht bzw. wurden nicht so gewichtig angesehen. zumindest habe ich noch keinen einzigen beitrag gesehen wo davor dringen abgeraten wird wenn sich einer eine anlage anschaffen will mit "rendite-hintergedanken"


    hinzu kommt das viele aus norddeutschland hier anlagen aufgestellt haben die nicht unbedingt den "ökologischen" hintergrund hatten.


    meine grundeinschätzung war bis jetzt das sich photovoltaikanlagen dieses jahr mehr oder weniger garantiert noch rentieren nächstes jahr nur noch in aller besten sonnenlagen.


    was ich jetzt mach, so kurz vor der angebotsunterzeichnung...hm...



    betatester

  • Ich habe bei unserer Anlage wie folgt kalkuliert: (das ist antürlich nur ein Beispiel von vielen)


    4,9kWp Anlage mit Sanyo Modulen kostet uns ca. 24.000€ (ohne MWSt und mit Eigenmontage)


    Das Geld steht zu 100% als Eigenkapital zur Verfügung.


    Als Zinssatz (was ich bei der Bank bekommen würde) wurden mal 3% angenommen.


    Für das Jahr 2006 ab Inbetriebnahme (in 3 Tagen) rechne ich noch mit 75% des üblichen Jahresertrags in kWh pro kWp.


    Ich gehe von einer Abnahme der Leistung der Anlage von 1% pro Jahr aus.


    Wartungskosten+Versicherung+Reperatur haben ich mit 400€ pro Jahr angesetzt (eher zu hoch, schätze ich, aber besser positiv überrascht werden als negativ)


    Der Jahresertrag aus der Anlage (Vergütung - laufende Kosten) wird über die dann verbleibenden Jahre ebenfalls zu 3% verzinst...


    Ab 850 kWh pro Jahr und kWp (Startjahr!) erhalten wir nach 20 Jahren und 8 Monaten dann aus der Solaranlage denselben Betrag wie wenn die 24.000€ heute für 20 Jahre und 8 Monate zu 3% verzinst würden, nämlich ca. 44.300€


    Bei 950kW pro Jahr und kWp (Startjahr!) würde die Solaranlage unter denselben Rahmenbedingungen dann schon ca. 50.800€ an verzinsten Einnahmen erwirtschaften.


    Ich denke (hoffe), dass dies bei unserer Anlage keine unrealistische Einschätzung ist.


    Nehme ich eine der üblichen "geschönten" Rechnungen mit 1000 kWh pro Jahr und kWp und gehe von keiner Leistungsabnahme über die 20 Jahre hinweg aus und setze ich die laufenden Kosten mit nur 250€ pro Jahr an (1% der Investitionskosten), dann erreiche ich am Ende einen phantastischen Wert von 64.800€ an kummulierten und verzinsten Erträgen.
    Das fällt dann aber eher unter die Kategorie Wunschdenken.


    Alles unter 850kWh pro Jahr (nach 20 Jahren sind das dann bei 1% Leistungsabfall pro Jahr nur noch 680kWh pro Jahr !) halte ich für ein Süddach (10° Ost) mit 27° Neigung in Bayern mit Qualitätsmodulen ebenfalls für unwahrscheinlich. Dann würden wir für die 24.000€ eingesetztes Kapital allerdings eine geringere Rendite als 3% erhalten.


    Soweit aus meiner Sicht.


    WENN Eigenkapital und ein guter Standort vorhanden sind, sollte/könnte es sich schon rentieren. Zumindest, wenn ich nichts übersehen und mich nicht verrechnet habe.


    Nach diesen 20 (21) Jahren steht die Anlage im übrigen weiterhin auf dem Dach und liefert dann vielleicht noch 80% der Leistung.


    Angenommen, die Leistung nimmt dann um 1,5% jährlich weiter ab, dann produziert diese Anlage (950kWh pro Jahr und kWp im ersten Jahr als Berechnungsgrundlage angenommen) zu den ca. 77.000 kWh, die 20 Jahre + 8 Monate dank EEG mit 51,8ct vergütet werden in den folgenden 20 Jahren nochmal ca. 53.000 kWh an Energie, vorausgesetzt, die Anlage überdauert tatsächlih 40 Jahre lang, bis die Leistung dann auf 50% der ursprünglichen Leistung abgesunken ist.


    Das wird sich dann zeigen müssen, doch für völlig unrealistisch halte ich dies nicht.


    Was dann mit diesen 53.000kWh ab dem Jahre 2027 passieren wird, muss und wird sich dann ebenfalls zeigen. Ganz ohne ökonomischen und vor allem ohne ökologsichen Nutzen wird das sicherlich auch nicht sein.


    Auch wenn man dann kein hohe Vergütung mehr bekommt, so blieben es dennoch emissionsfrei erzeugte kWh von haargenau derselben Qualität als die, die einem noch teuer bezahlt wurden. Warum diese also nicht weiterhin nutzen, vorausgestezt man lebt noch *g* ?


    Ein bißchen "grünes Denken" ist da also bei mir schon auch noch mit dabei. Aber das gibts ja in diesem Falle dann gratis dazu...


    mfg


    PS: Wie man aber sieht, kann man mit nur klein erscheinenden Abweichungen in der Berechnung zu gravierenden Unterschieden beim Ertrag kommen.


    Würde es mir bei einer PV Anlage einzig und allein um die maximale Rendite gehen, dann würde ich auf alle Fälle sehr genau und eher pessimistisch kalkulieren, um ja kein Risiko eingehen zu müssen. Da aber auch die Freude an der Anlage eine Rolle spielt und auch der "ökologische Gedanke" wird wohl in meinem Fall auch eine geringer als erwartete Rendite kein Weltuntergang sein. Tiefer als damals mit den Aktien kann man ja mit einer PV Anlage beim Spekulieren wohl kaum in den Dreck fassen... ;o)

    24x Sanyo 205 HIP = 4,92kWp

  • Hallo cephalotus
    kann Dir nur zustimmen allerdings fehlen da noch die Steuerabschreibungen die ebenfalls zur Renditeerhöhung beitragen dürften.
    Mit sonnigem Gruß Eberhard