LBO konformes Doppelglasmodul

  • Hallo zusammen,


    ich lese in diesem Forum nun seit einiger Zeit mit und würde nun gerne auch eine Frage an Euch stellen.

    Leider hat die LBO-NRW auch meinen Plan zur Realisierung einer PV Anlage durchkreuzt. Als Eigentümer eines RMH, würde ich nur ungern auf diese 0,75m pro Seite verzichten und deswegen am liebsten mit 0,5m Abstand planen. So wie ich es nun verstanden habe, sollten Doppelglasmodule schon irgendwie geeignet sein. Trotzdem finde ich mich in diesen ganzen Normen nicht wirklich zurecht. Auch meine bisherigen Gespräche mit Solarteuren waren nicht wirklich zufriedenstellend (teilweise sogar haarsträubend). Nun würde mich einfach mal interessieren, ob es momentan überhaupt Module gibt, die im Falle eines Falles rechtlich standhalten würden (von der weiteren Unterkonstruktion einmal abgesehen).


    herzlichen Dank!

  • Schau mal hier.


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    Die LBO unterscheidet nur Glas/Glas oder Glas/Folie, die Anschlussdose spielt keine Rolle. Das sieht Jodl aber natürlich wieder anders.;-)

  • Schau mal hier.


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    Die LBO unterscheidet nur Glas/Glas oder Glas/Folie, die Anschlussdose spielt keine Rolle. Das sieht Jodl aber natürlich wieder anders.;-)

    die LBO unterscheidet überhaupt nicht zwischen Glas, Folie und Anschlußdosen.

    Die LBO gibt einen Abstand für PV Anlagen vor (1,25 Meter) und einen geringeren (0,50 Meter) wenn nicht brennbare Baustoffe verwendet werden.

    Meines Wissens gibt es keine PV Module die als "nicht brennbar" eingestuft sind.


    So steht es auch in dem verlinkten Artikel der Energieagentur NRW:


    "Auch uns sind leider keine Produktdatenblätter von Modulen bekannt, die eine Bezeichnung „getestet nach DIN EN 13501-1 –A1 bzw. A2, also nicht entflammbar“ bestätigen. Dementsprechend ist es vermutlich bei Reihenhäusern sehr kompliziert die entsprechenden Anforderungen zu erfüllen und Mindestabstände einzuhalten um Photovoltaikanlagen wirtschaftlich zu betreiben."


    Nur ein blinder Idiot kann daraus ableiten, das bei Verwendung von Glas-Glas-Modulen nur die 0,50 Meter einzuhalten wären.


    Die in den Artikelkommentaren geführte Diskussion über eine angebliche Stellungnahme von irgendeinem Hansel aus einem Ministerium ist sinnlos, weil es in der Bauordnung klar anders drinsteht.

  • Frag dein Bauamt. Hab ich auch gemacht und die Antwort passt nicht zu Jodls Interpretation. Blinde Idioten.


    Die LBO fordert auch nicht, dass das Modul als "nicht brennbar" klassifiziert ist, sondern das die Außenseiten aus nicht brennbaren Materialen bestehen. Das ist ein Unterschied.

    In DIN 4102-1 sind Materialen aufgelistet bei denen ohne weiteren Nachweis von "nicht brennbar" ausgegangen werden kann. Darunter sind Alu und Glas.

    Im Kommentar zur LBO NRW wird erklärt das mit Außenseiten "allseitig" gemeint ist. - also auch die Unterseite.


    Die offene Frage ist, ob die Kabel und die Anschlussdose zu "Außenseiten" (LBO) bzw. zum "Photovoltaik (...) Gehäuse" (Kommentar zur LBO) zählen oder nicht.


    Finale Sicherheit wird eine Forumsdiskussion dir dazu nicht bringen, zumal leider auch zu wenige Dächer abbrennen, so dass einschlägige Urteile vorliegen würden.


    Siehe Anfang: Frag dein Bauamt.


    In meinem persönlichen Fall liegen die Anschlussdosen zusätzlich außerhalb der 1,25m Grenze.

    58 x Axitec BLK Premium 335W

    30 x Axitec Protect (G-G) 305W

    an

    1x SMA STP15

    1x SMA STP10

  • Frag dein Bauamt. Hab ich auch gemacht und die Antwort passt nicht zu Jodls Interpretation. Blinde Idioten.

    ein "Bauamt fragen", und dann vielleicht irgend eine Antwort telefonisch oder per Mail zu bekommen, vielleicht vom Hausmeister oder von der Putzfrau, ist doch nur Geblödel und überhaupt nicht rechtlich belastbar.

    Wenn schon, dann einen formgerechten Bauantrag stellen, und wenn ein entsprechender Genehmigungsbescheid kommt hat man wenigstens etwas offizielles mit Stempel in der Hand.

  • 1. ist das halt auch nur irgendeine Einzelmeinung von irgendjemandem, und

    2. bezieht der sich auch nur auf eine angebliche Klarstellung seitens eines Ministeriums, die m.E. keine Rechtsgültigkeit hat, und

    3. heißt es darin, daß die "Außenseiten" der Module aus Glas sein müssten.


    Bei Glas-Glas-Modulen sind meines Wissens aber nur die zwei (großen) Seiten aus Glas, die anderen vier Seiten bestehen aus Glas und Folie. Dann hat es da auch noch Anschlußdose und Kabel, das alles ist nicht "nicht brennbar".


    Da müsste schon etwas offizielles her , am besten eine Baugenehmigung.

    Wobei ich da aber vermute, daß sich so eine Genehmigung nicht speziell auf eine Modulart beziehen würde, sondern daß sie den Einsatz von "nicht brennbaren" Modulen fordert - und dann sind wir wieder so weit wie wir jetzt auch sind.


    Am sichersten wäre es, wenn ein Hersteller seine Glas-Glas- Modulen zertifizieren lassen würde, dann wäre die ganze Diskussion hinfällig.

  • Die LBO fordert auch nicht, dass das Modul als "nicht brennbar" klassifiziert ist, sondern das die Außenseiten aus nicht brennbaren Materialen bestehen. Das ist ein Unterschied.

    In DIN 4102-1 sind Materialen aufgelistet bei denen ohne weiteren Nachweis von "nicht brennbar" ausgegangen werden kann. Darunter sind Alu und Glas.

    Im Kommentar zur LBO NRW wird erklärt das mit Außenseiten "allseitig" gemeint ist. - also auch die Unterseite.


    Die offene Frage ist, ob die Kabel und die Anschlussdose zu "Außenseiten" (LBO) bzw. zum "Photovoltaik (...) Gehäuse" (Kommentar zur LBO) zählen oder nicht.

    Erstmal vielen Dank für die Antworten,


    um ehrlich zu sein interpretiere ich die LBO genauso wie es oben beschrieben ist. Also wenn alle sechs Seiten aus Materialien bestehen, die als nicht brennbar klassifiziert sind, sollte es passen. Auch wenn das Modul selber nicht zertifiziert ist. Eine waagerechte Verlegung würde dann auch die Anschlussdose bei >1,25m positionieren. Fakt ist aber auch, dass ein zertifiziertes Modul hier einen echten Pflock setzen würde!!! Vermutlich ist der Markt aber wohl zu klein bzw. nicht rentabel genug. Toll wären übrigens noch ein paar Modulempfehlungen. Da der Platz relativ begrenzt ist, sollten sie relativ Leistungsstark sein. Die optimale Größe wäre ca. 1750x1000mm.


    besten Dank!

  • [...]


    Da müsste schon etwas offizielles her , am besten eine Baugenehmigung.

    [...]

    Zumindest in NRW sind PV-Anlagen genehmigungsfrei, d.h. Du benötigst keine Baugenehmigung. Die Bauvorschriften müssen selbstverständlich dennoch eingehalten werden - dafür ist dann der Bauherr zuständig. Durch die Verwaltungsvereinfachung entsteht im konkreten Fall eine große Unsicherheit mit ungewissen Konsequenzen (z.B. kein Versicherungsschutz). Ob eine Baugenehmigung auch bei genehmigungsfreien Vorhaben (trotzdem) gestellt werden kann, weiß ich nicht.


    Ich habe ein ähnliches Problem mit einer Doppelhaushälfte gehabt. Aufgrund technischer Rahmenbedingungen waren Glas-Glas Module nicht wie gewünscht realisierbar (möglichst große Fläche), so dass nun Glas-Folie-Module mit einem Abstand von 1,25 m auf der Dachfläche liegen. Insofern hat sich mein Problem gelöst.


    Marc