Tipps für Selbst-Installation gesucht

  • Hallo zusammen,


    ich bin auf der Suche nach einer PV-Anlage für unser EFH. Wir haben jetzt ein erstes Angebot für eine komplette 9,9 KW-Anlage inkl. Installation bekommen, welches mir aber eigentlich zu teuer ist.



    Daher bin ich jetzt auf der Suche nach einer günstigeren Lösung ;)



    Wir haben ein Süd-Dach, ohne Einflüsse, lediglich Sat auf der Seite. So könnte es z.B. mit 30 Elementen aussehen:

    photovoltaikforum.com/core/attachment/129997/



    Da ich in meiner ersten Ausbildung mal Elektro-Installateur gelernt habe, überlege ich, ob ich die Anlage nicht selbst installieren könnte!?


    (allerdings keine PV-Anlagen und bin darin seit 20 Jahren nicht mehr tätig)



    Daher meine 1. Frage: Wie schätzt ihr Machbarkeit der Selbst-Installation ein?



    2.te Frage: Wer müsste dafür die Abnahme machen und wie realistisch ist es, dass man dafür jemanden bekommt?



    3te Frage: Ich könnte eine Anlage von privat bekommen (unbenutzt, ca 8 Jahre gelagert, ohne Garantie) -> Danfoss 8 TLX+, 45x 195 W PV Module alex solar alm-195d-24, Befestigungs-Material (nicht klar, ob dass passt) -> Preis: 4.500 € -> was haltet ihr davon?



    4te Frage: Habt ihr Alternativen, die ihr zum Selbstbau empfehlen könnt?



    Tausend Dank im Voraus für euer Feedback!!!



    Beste Grüße


    Christian

  • Hallo,


    ich habe als Laie auch selbst ausgebaut, allerdings nur auf 1-stoeckigen Nebengebaeuden. Es geht schon. E-Kenntnisse sind nicht wirklich erforderlich. Fuer die Inbetriebnahme brauchst du dann eh einen Elektriker. Den auf jeden Fall vorher suchen und abklaeren, dass er mitmacht. Karten auf den Tisch legen. Er will nicht mit einer fertigen Anlage ueberrascht werden, die er dann anschliessen soll.


    Bei der Altanlage waere zu klaeren, ob die jemals in Betrieb ging, die Einspeiseverguetung klebt an den Modulen. Ich finde 4.500 € teuer fuer so alten Kram. Von Privat kannst du auch keine Vorsteuer ziehen. Fuer das Geld bekommst du eine 10 kWp Anlage mit modernen Modulen samt WR. Montagematerial nicht inbegriffen.



    Wenn du willst, kannst du dir auch Meinungen zu dem vorliegenden Angebot einholen.

    Ansonsten wird hier auch gerne Planungshilfe angeboten. Stell dazu ALLE Dachflaechen vor, also inkl. Rueckseite, evtl. Garage/Carport, Abmessungen, Dachneigung und -ausrichtung.

  • Beim WR prüfen, ob der heute noch zulässig ist.


    Ansonsten Dächer genauer beschreiben, da passen doch mehr als 10 kWp drauf ...

    20.12.11: 11,28 kWp | 22 (-10°) + 26 (-100°) Q.PRO 235 | STP 10000TL-10

    26.03.12: 9,18 kWp | 18 (80°) + 18 (-100°) Q.PEAK 255 | STP 8000TL-10

    17.08.15: 5,72 kWp | 22 (80°) Q.PRO 260 | STP 5000TL-20

    alle DN 22°


    FTP-Hosting für Photovoltaikanlagen - self.Logger.solar / Virtuelles Kraftwerk

    API für Prognosedaten zur Solarproduktion - Forecast.Solar


    Knut Kohl . Consulting - Beratung und Entwicklung

  • 3. Das ist für eine alte Anlage viel zu teuer, zudem ist der WR wahrscheinlich nicht mehr für eine Neuinstallation zugelassen. Zudem verschwendest du Platz, da du mit aktuellen Modueln natürlich mehr Leistung von derselben Fläche holen könntest. Man kann das machen, aber dann muss das deutlich billiger sein.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Daher meine 1. Frage: Wie schätzt ihr Machbarkeit der Selbst-Installation ein?


    Danfoss 8 TLX+, 45x 195 W PV Module alex solar alm-195d-24, Befestigungs-Material (nicht klar, ob dass passt) -> Preis: 4.500 € -> was haltet ihr davon?

    Wenn man selbst E Installateur gelernt hat und auch sonst am Haus alles selbst kann, ist die PV easy. Etwas einlesen, dann Haken auf Sparren, Ziegel mit Flechs anpassen, Schiene dran, Module drauf und fertig. Strippen ziehen kann der E Installateur ja selbst. Daß 1KV DC weh tut weiß jener auch selbst. In gültige Normen einlesen sowieso.


    Wer lagert 8 Jahre lang eine PV ein? :D

    20x ~400W 2m Module ~2,5k€, WR 1,5k€(muss sowieso) UK 1k€ und man hat neueste Technik, Garantie und kann problemlos einspeisen.

    Preise z.B. hier: https://new-energy-light-solut…ndenpreise-inkl-mwst.html


    Würde da mit 33 2m Modulen planen was 14KWp macht. Sat natürlich runter vom Dach.

  • Hallo ChrisKon,


    wenn ich Selbstbau lese, dann geht mir immer etwas das Herz auf.

    Kurzform:

    Klar, das ist machbar. Mit deiner Ausbildung sicher noch etwas einfacher.


    Langform:

    Ich habe vor knapp einem Jahr im Forum hier begonnen eine 21,45kWp Anlage zu planen und befinde mich nun im Ausbau in Richtung 29,5kWp - das Thema macht ein wenig "süchtig".


    Ich würde wie folgt vorgehen:

    1.) Dach möglichst genau ausmessen

    2.) Haus mit der Software PVSol Premium in der 30 tägigen Testversion nachbauen und simulieren

    3.) Schauen was da für Ergebnisse raus kommen, Belegung hier in deinem Thread vorstellen

    4.) Alles durchkauen, NAB beim VNB stellen, Elektriker suchen der dir das anschließt (idealerweise kannst du ihm die Planung schon zeigen, dann weiß er dass das Hand und Fuß hat), Material bestellen (Tipps kann ich gerne geben)

    5.) Bauen


    Ganz lange Form:

    Das hier ist mein Thread, ich habe mal Seite 55 verlinkt da dort dann die fertige Anlage zu sehen ist - alles in Eigenleistung bis auf den Anschluss, der Eli konnte viel Kaffee trinken. Meine Planung war sicher etwas "krass", aber ich bin ein Typ der das, was er tut verstehen will und dann lieber 100x nachfragt. Ich bin durch das Forum eigentlich erst an das Thema PV herangeführt worden, mittlerweile fragen Freunde und Bekannte an die bauen, ob ich mal aufs Dach kommen könnte ;)

    Haus: SO 14,3 kWp + NW 7,15 kWp | Carport: flach 4,08 kWp | Gartenhaus: flach 3,40 kWp in Planung

    Haus 68 x 325 Wp | Carport 12x 340 Wp | Gartenhaus 10x 30Wp = 28,93kWp im Vollausbau (da geht noch was)

    Huawei SUN2000 KTL33A ausgelesen über Solaranzeige.de, Weiterverarbeitung mit ioBroker & MQTT

    2x Go-E Charger Home 22 kW, Steuerung über openWB (Überschussladen)

    Hyundai Ioniq Elektro und super zufrieden


    Eigenbauer aus Überzeugung, siehe hier (Bilder: Seite 55 & 73)

    Zusammenfassung zum Eigenbau siehe hier, Sammelthread Eigenbau hier.


  • Wir haben ein Süd-Dach, ohne Einflüsse, lediglich Sat auf der Seite. So könnte es z.B. mit 30 Elementen aussehen:

    Hi Christian,


    da passt doch mehr drauf!


    Ich sehe da 11 Module nebeneinander, Abstände zum Rand kannst Du vernachlässigen.

    Und untereinander geht auch noch eine Reihe mehr hin, mit 44 Modulen kannst Du auf Deinem Dach zwei schöne 22er Strings bauen mit Standard-60-Zellern und 14 - 15 kWp!


    Oder wie sind die Abmessungen Deiner Dachfläche?

    Welche Neigung hat es übrigens?


    Da ich in meiner ersten Ausbildung mal Elektro-Installateur gelernt habe, überlege ich, ob ich die Anlage nicht selbst installieren könnte!


    Daher meine 1. Frage: Wie schätzt ihr Machbarkeit der Selbst-Installation ein?

    Das ist kein Problem, mit Unterstützung von uns kannst Du das auch selbst.

    Ich hab` bei meiner ersten Anlage schon mitgemacht, die drei weiteren dann selbst geplant und gebaut und bin gerade bei meiner fünften Anlage.



    2.te Frage: Wer müsste dafür die Abnahme machen und wie realistisch ist es, dass man dafür jemanden bekommt?

    Du musst von Anfang an einen vom Netzbetreiber zugelassenen E-Meister mit im Boot haben, der das abnimmt und unterschreibt (er haftet dafür!) was Du baust.

    Er muss die Anlage auch beim Netzbetreiber anmelden.



    3te Frage: Ich könnte eine Anlage von privat bekommen (unbenutzt, ca 8 Jahre gelagert, ohne Garantie) -> Danfoss 8 TLX+, 45x 195 W PV Module alex solar alm-195d-24, Befestigungs-Material (nicht klar, ob dass passt) -> Preis: 4.500 € -> was haltet ihr davon?

    Der Wechselrichter ist leider Edelschrott.

    Er entspricht nicht der jetzt gültigen Norm AR-N 4105:2018-11 sondern nur der alten Vorgängernorm, daher wird er von Netzbetreiber für Neuanlagen nicht mehr zugelassen.

    Danfoss wurde von SMA übernommen und der Support für die alten Danfoss-Geräte wurde eingestellt, ein Update auf die aktuelle Norm ist mir nicht bekannt.


    Die Module sind noch kleine 72-Zeller, die werden heute nicht mehr hergestellt.

    https://www.photovoltaikforum.…r-alm-190d-24-series-pdf/


    Evtl. sind die noch brauchbar, falls Du damit mehr an Leistung auf Dein Dach bekommst.

    Glaube ich aber nicht, weil die damals noch viel leistungsschwächer (Wattp/qm) waren wie die Module heute.

    Darum sind die auch weniger wert wie neue Module heute, also unter 20 Cent/Wattp.


    Der Preis, den Dein Bekannter da aufruft ist also völlig unrealistisch, nagelneu kostet das Zeug heute auch nicht mehr!


    Falls die Module schonmal als EEG-Anlage angemeldet waren und Du den Vergütungsanspruch mit übertragen bekommst kann`s interessant sein, sonst sicher nicht!

  • also bei 1300€ wäre meine Schmerzgrenze für die alten Module erreicht. Falls das Montagematerial passt dann halt etwas mehr.

    Ich würde aber auch klar dafür plädieren im Zweifel neue Module zu kaufen.

  • wow, vielen Dank für das schnelle und tolle Feedback!!!!!!!



    ich war erst skeptisch, ob ich mich da ran trauen sollte, aber jetzt bin ich durch euch mega motiviert :)



    Ich bin gerade im Urlaub, werde mich aber dann zu Hause direkt an die Planung machen und euch dann nach eurer Meinung fragen.



    Jetzt bin ich aber doch Neugierig und habe 3 Fragen (eine Einschätzung als Antwort wäre super, Details kommen dann ja später ;) :(



    1. Anlagengröße: machen mehr als 9,9kwp überhaupt Sinn? Der örtliche Solateur hat davon abgeraten bzw. bietet das auch gar nicht an (Zitat: bei privat mach nur bis 9,9kwp Sinn)


    2. Flächen: wir hätten an Fläche noch

    2.a) die Dach-Nordseite (abzgl. kl.Entlüftungs-Rohr und ein Dachfenster)

    2.b) 3 zusammenhängende Fertig-Garagen je 3x6m, d.h. ca. 50qm Flach-Dachfläche -> Südausrichtung, keine Verschattung

    macht es Sinn davon etwas mit einzuplanen? Wegen Nordseite, bzw. Flachdach (davon rät unser örtl. Solateur generell ab)


    3. Kosten: habt ihr eine Einschätzung, wie hoch die Gesamtkosten der Anlage bei Selbstbau ca. sein werden? (kommt nicht auf ein paar Euro an, nur damit ich mal ein Gefühl dafür bekomme)

    3.a) bei den 9,9kwp

    3.b) was schätzt ihr, wie viel Kwp max. realistisch sind und was kosten diese?


    Danke im Voraus und sonnigen Grüße

    Christian