PV-Anlage wirtschaftlich und sinnVOLL ohne Speicher/Cloud

  • Hallo Forumsgemeinde,


    ich lese mich schon eine Weile durch verschiedenste Beiträge, insb. dieser hier Planung generelles Setting zu 14-15 kWp PV in Q1/21. Was rechnet sich? hat mich angeregt, endlich "anzufangen".


    Vielleicht können/wollen die meisten das hier nicht mehr lesen, ich schreib's trotzdem: DANKE! Für die interessanten Informationen und Diskussionen, für die Aufklärungen bzgl. Irrglaube (Grenzen, Schwellen, Speicher...) und für die konstruktiven Beiträge, die vielen hier im Forum den Weg zu einer PV-Anlage ebnen. Ich würde mich freuen, wenn ihr auch mich auf diesem Weg begleiten könnt :-). Ich hoffe, dass unten viel wichtige Sachinformationen drin sind. Wenn etwas fehlt, einfach anfragen.


    Haus und Umgebung:

    - Niedersachsen, südlich von Braunschweig

    - im Anhang ein Satellitenbild von GoogleMaps, ein paar Fotos und 3D-Ansichten (erstellt mit PCon.planner, Maße würde ich auf 5cm-genau bezeichnen, auch wenn es programmbedingt bis Zehntel-Millimeter steht

    - das Dach ist 45° geneigt, die Hauptfläche hat 172° Ausrichtung (also Süden, leicht süd-östlich), abzüglich Solarthermie und Fenster sind etwa 90m² frei

    - Satellitenschüssel kommt an die Hauswand, also weg vom Dach

    - Garagen-Flachdach (hat Neigung zur Mitte bzgl. Abfluss und Dachpappe/Schweißbahnen, Holzgarage) und Norddach (inkl. Ost-West-Gaube) wären als Flächen wirtschaftlich zu prüfen

    - Schatten gibt es eigentlich nur vom Nachbarhaus im Osten (rotes Rechteck bei GoogleMaps, auch in 3D-Ansicht) morgens für 1-2 Stunden und vielleicht am späten Nachmittag im Herbst/Winter (Sonne steht tief) vom Haus auf der anderen Straßenseite im Westen. Ein Rotahorn an der südwestlichen Ecke des Grundstücks ist inzwischen ca. 7m hoch, sein Schatten berührt jetzt im Hochsommer (Ende August) gerade so das Haus, im Winter könnte die untere linke Ecke des Hauses etwas abbekommen- aber dann ist der Baum ja ohne Laub.

    - Im Verteilerschrank ist hoffentlich ausreichend Platz (für was auch immer, siehe Foto). Den oder die Wechselrichter kann man vielleicht hinter die Heizung an die Wand setzen (Foto), hier kommt übrigens auch ein 4cm-Leerrohr vom Dach an.



    Umstände und Anforderungen an die PV-Anlage:

    - das Projekt soll vor allem wirtschaftlich sein, aller spätestens nach 15 Jahren rentieren, wenn es geht schon nach 10

    - Es steht ein Budget von 20-25T€ sofort zur Verfügung (es müssen noch 1-2T€ für eine Heizungsoptimierung übrig bleiben: Solarpumpe läuft unzuverlässig, Netzwerksteuerung...), wobei eine (Voll-)Finanzierung zu prüfen wäre

    - Unser Jahresstromverbrauch liegt irgendwo zwischen 3500-4000 kWh, Tendenz steigend, keine Wärmepumpe

    - Elektroautos haben wir nicht und noch laufen beide Autos relativ zuverlässig. Wenn es nach mir ginge, würde ich das nächste Auto erst kaufen, wenn sie vollelektrisch und autonom fahren. Realistisch könnte aber in 1-3 Jahren ein Autowechsel anstehen und wenn alles passt sollte es ein elektrisches sein

    - Speicher hätte ich gerne, ursprünglich/naiv um irgendwann nachts das Auto zu laden :-))). In der Realität dauert es aber, bis Speicher sich wirtschaftlich lohnen. Hier wäre die Frage, ob ich irgendwas berücksichtigen sollte, wenn es z.B. in 2-3 oder in 5 Jahren auf einmal doch lohnt.

    - Ich bin sehr technikaffin (daher auch Sympathie für Speicher) und wäre am modulgenauen Monitoring interessiert, wenn das Sinn macht (irgendwelche Anpassungen für bessere Leistungen). Ich habe bereits die Testversion von PV*Sol installiert und könnte euch mit weiteren Informationen beliefern, z.B. Modulauslastung der "suboptimalen Dächer"

    - Von Strom-Clouds bin ich inzwischen weg (zu undurchsichtig und noch keine nachvollziehbar wirtschaftliche Rechnung gesehen)


    Bis zur fertigen PV-Anlage sind viele große und kleine Entscheidungen zu machen, ich fange mit ein paar grundlegenden an:


    1. Nord/Süd-Garage und Norddach inkl. Ost/West-Gaube (ich hoffe, die Begriffe sind verständlich)

    Lohnt es sich, Garage und Norddach mit Modulen vollzumachen?

    Im Hochsommer:

    - gibt es morgens (gefühlt) 1-2 Stunden aus dem Osten Sonne, bis diese dann hinter dem Nachbarhaus (für 1-2h) verschwindet, davon würde die "Ost-Gaube" profitieren

    - hat die Nord-Garage fast durchgehend Sonne

    - hat tagsüber sogar das Norddach Sonne, wenn auch nur ganz schräg (bringt vielleicht nichts)

    - steht ab Nachmittag die Sonne ganz weit im Westen (große Freifläche), das Norddach (insb. West-Gaube) bekommt sie 1-2h auf jeden Fall ab

    In anderen Jahreszeiten wird die Ausbeute sicherlich schlechter. Daher muss der Ausbau auch dieser Flächen sich wirtschaftlich lohnen und nicht die Rentabilität übermäßig runterziehen. Auch ist es eine "Holzgarage" mit Schweißbahnen und Abfluss-Neigung in der Mitte. Kann man hier (statisch und bzgl. Regendichtigkeit) überhaupt was drauf stellen? Oder kann man es mit geringem/lohnenswerten Dachdecker-Aufwand dafür herrichten?


    2. 70% weich / RSE / "Alibi-Module"

    Klingt nach einem Detail-Thema für später, die Idee könnte aber die suboptimalen Flächen "aufwerten".

    Vermutlich wird es bei den genannten Umständen auf eine 15-25 kWp Anlage hinauslaufen. Wahrscheinlich wird dann die Abwägung kommen RSE oder 70%. RSE soll ja kosten, dafür dürfte man evtl. mehr einspeisen. Angenommen, man erhöht die Modulzahl, stellt diese aber in den Schatten (suboptimale Flächen), dann kann die Anlage ja nur theoretisch mehr einspeisen, in der Praxis würde man aber nie über diese theoretischen 70% kommen. Wären also Module auf dem Norddach nicht eine Art Alibi-Module, die die PV-Leistung künstlich nach oben treiben und die 70%-Lösung (ohne Zusatzkosten für RSE) dann die bessere Variante? Es wäre ein (wenn auch nur kleines) Zusatz-Argument für suboptimale Flächen. Oder bin ich hier auf dem Holzweg und schmeiße was durcheinander?


    3. Finanzierung und Förderprogramme

    Wo findet man heraus, ob es bei mir in der Gegend irgendwelche Förderprogramme gibt?

    In einem Beitrag habe ich eine Vollfinanzierung als Vorschlag gelesen und musste sofort daran denken, dass man vielleicht die "Kreditkosten" (Zinsen) und die Einnahmen der PV steuerlich gegeneinander rechnen kann. Ist das so und lohnt sich sowas? Vor allem würde ich dann mit dem vorhandene Budget den Hauskredit tilgen (entspräche einer "Investition" mit 2% Zinsen, weil diese beim Hauskredit dann nicht anfallen, weil schneller abgezahlt). Ist diese Idee überlegenswert.


    4. Generalunternehmer vs. Eigenleistung

    Ich habe bereits 2 Angebote. Beide wurden scheinbar mit PV*Sol erstellt. Allerdings habe ich mit Speicher und unwissend/diffus angefragt, daher sind sie schlecht vergleichbar. Lohnt es sich, diese durchzusprechen, um die Seriösität der Unternehmen zu prüfen? Welche Details bräuchtet ihr?

    Ich habe ganz neutral einen Dachdecker in der Nähe gegoogelt und ihn angerufen. Er meinte, dass er auch PV-Anlagen aufs Dach setzt aber die Elektrik lieber fremdvergibt bzw. könnte ich selbst beauftragen. Auch könnte ich bei diesem Dachdecker Selbstleistung einbringen.

    Kann man Geld sparen und mehr lernen (für spätere Wartungszwecke), wenn man die Gewerke separat vergibt und wie gesagt einiges selbst macht? Bin durchaus handwerklich geschickt und wäre sehr neugierig. Allerdings habe ich durch verschiedene Umstände nicht wirklich Zeit übrig.


    Das wären meine ersten (allgemeineren) Fragen, bevor es an die detaillierte Ausplanung geht (Anordnung/Auswahl der Module, Strings/Wechselrichter, Angebote einholen...).

  • Oh, so viel Text. Ich frag mal zurück: Wenn du schon ein PVSOL-Modell hast, dann stell doch mal die Verschattungswerte vor allem der Garage und den Belegungsplan auf dem Süddach ein. Dann braucht man nicht im allgemeinen zu spekulieren, sondern hat echte Werte.


    Gefühlt sag ich bei der Dachneigung und der hohen Breite nahe am Polarkreis, dass da wohl hauptsächlich das Süddach interessant ist. Deine Idee, der Aushebelung der 70%-Regel durch schlechte Module funktioniert schon, aber vermutlich verlierst du durch die 70%-Regel weniger als durch ein 45 Grad Nordddach. Aber wie gesagt, fundierter kann man das sagen, wenn du PVGIS-Prognosen für beide Dächer und konkrete Preise für einen zusätzlichen Nordstring hast.


    Finanzierungskosten kann man gegen die Gewinne rechnen, sicher. Steck dein Geld also lieber in die Sondertilgung.


    Edit: Was die Bemerkung zur Solarthermie betrifft: Die klingt vielleicht etwas schroff, aber das wäre wirklich eine vernünftige Entscheidung. Die ist sowieso viel zu groß, und auf dem Platz könntest du mit Modulen höherwertige und wertvollere und sogar überschussverwertbare elektrische Energie ernten. Eine Brauchwasserwärmepumpe (oder gleich eine richtige WP) macht dir dann dein WW. Irgendwann in den nächsten Jahren sschmeißt du die sowieso runter, und dann ärgerst du dich über das "Loch in der PV".

  • Das ist zu viel Text.

    Das Haus sieht noch sehr neu aus ... Thermie ... Gasbüchse ... warum?


    Plan:

    Süddach voll machen, Garage flach nach Osten geständer mit belegen.

    Norddach geht nicht. SAT weg ist klar.


    Ich würde keine Geld mit in die Thermie investieren.

    1-2T€ für die Optimierung der Heizung, was soll da im Neubau saniert werden.


    Wallbox mit planen, keine n Verbrenner mehr neu kaufen.

    Autonomes fahren ... welcher Verbrenner kann das ... ZOE und Co existieren ... ID1 bestellen ... aktiv werden.

    Es gibt ansonsten IMMER einen Grund, es nicht zu machen.


    Keinen Speicher, in der Wallbox ist das Geld besser investiert, auch wenn sie erst in 1-3 Jahren genutzt wird.


    Auch Garage belegen wird sich sicher deutlich besser rentieren, als jeder Speicher.



    Um 20KWp baut man i.d.R. in 70-weich und damit auch mit Verbrauchslogging.

    Mit WP und EAuto hast Du zukünftig gute Verbraucher in der Mittagszeit.


    Finanzierung zur Bank gehen.

    Wenn das Geld da ist, dann bar zahlen, Zins kostet Rendite, ist aber sicher kein Hinderungsgrund für die Anlage.

    Bauen, so schnell es geht.


    Komplettangebote anfragen, auch vom Dachdecker mit Elektiker dabei.

    Stelle mal ein Angebot von deinen zwei vor, aber recht sicher sind beide Schrott.

    Du musst wissen, was Du haben willst und wenn es um Geld geht, sollte ein Speicher dabei nicht vorkommen.

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    ... bei Interesse einfach melden!

  • Haus ist 2011 gebaut worden, wir haben es 2017/2018 als bestehende Immobilie gekauft.


    Solarthermie vs. PV (Gasbüchse vs. WP):

    Die Heizung ist eine SolvisMax 656 mit 635L Speicher. Sie macht nicht nur WW sondern auch die Fußbodenheizung. Im Sommer definitiv zu groß, im Winter vielleicht effektiv. Lediglich die Solarpumpe war schon immer sehr laut und jetzt im Sommer habe ich bemerkt, dass sie ab und zu einfach nicht anspringt. Angebot zum Austausch (und anderen Kleinigkeiten) war irgendwas um 1500€ netto, das eine oder andere ist vielleicht unnötig, ein Fernsteuerungs-Modul beispielsweise für ca. 400€ wollte ich aber einfach haben.

    Das Entfernen der Solarthermie gegen PV-Module ist keine leichte Entscheidung (Läuft die Heizung dann überhaupt ohne und/oder verschleißt vielleicht schneller? Wie viel Gas kann ich sparen und wie viel würde ich durch zusätzliche PV-Module einnehmen? Zusatzkosten Rückbau [Module sind in die Dachhaut eingelassen]?...). Vielleicht sollte ich hierzu im HTD-Forum (http://www.haustechnikdialog.de?) nachfragen oder habt ihr ein paar Entscheidungshilfen?

    Vielleicht kann ich auch selbst eine 350€-Pumpe auswechseln und die Solarthermie läuft wieder ein paar Jahre. Grundsätzlich kann ich mir aber den Austausch der Solarthermie gegen PV sehr gut vorstellen, auch die Kombi WP/PV klingt mittel- und langfristig vernünftig. Allerdingst kenne ich mich null bei WP aus, weiß auch nicht, ob man unsere komplette Heizung einfach durch eine WP ersetzen kann. Bei einigen Nachbarn im Baugebiet gibt es wohl eine WP und die stehen draußen. Wo stelle ich das bei mir hin und der ganze Umbau mit Leitungen etc....Es graut mir einfach vor dem Rattenschwanz an Zusatzaufwänden und unerwünschten Nebenwirkungen.


    (Verschattungs-)Werte für die Belegungsflächen:

    Wie kann ich bei PV*Sol Verschattungswerte für alle in Frage kommenden Flächen bekommen, um die Belegung bzgl. Wirtschaftlichkeit zu bewerten?

    Süd-Dach ist ja klar, maximal belegen. Aber Norddach, die Gaubenflächen, Garage und die unterschiedliche Modulausrichtung inkl. aufständern.

    Hab ein bisschen rumprobiert, Belegungsflächen gemacht (5x: süd, nord, Garage, Gaube Ost und Gaube West) und erst wenn ich irgendwelche Module drauflege kann ich bei Modulbelegung => Schattenhäufigkeit was machen, aber auch nur für jede Fläche einzeln, die anderen werden dabei gelöscht und dann haben sich die Nord- und Süd-Werte kaum unterschieden, der nördliche Garagenteil war was mit 8%.

    Sind PVGIS-Prognosen einfacher/aussagekräftiger? Wie erwähnt habe ich das Haus als 3D-Modell und kann es auch in obj exportieren. Hilft das für PVGIS?

  • Du solltest kein Geld mehr in die Thermie stecken.

    Kauf für 400,- Dachpfannen und rupf das Ding runter, wenn die PV kommt.


    Es gibt Rechnungen auch hier im Forum, dass eine Thermie im Jahr ca. Gas im Wert von 20,- wenn es hoch kommt 50,- spart. Rechne Dir selbst aus, wie nach die Thermie einwandfrei und ohne weitere Kosten laufen muss, wenn Du jetzt wieder 2500,- bis 3000,- drin versenkst. Netto zählt ja nicht und die Rechnung wird immer höher ausfallen als angeboten.


    Ja, HTD Forum aufsuchen.

    Du hast beste Voraussetzungen für WP mit jungem Haus, Fußbodenheizung drin und bald PV auf dem Dach.

    Mit WP und PV machst Du März bis Oktober WW ohne Gas zu verbrennen und CO2 freizusetzen.

    Auch in den Übergangszeiten hilft die WP noch bei der Heizung.

    Als Stromversorger mal aWATTar ansehen, das passt sehr gut zu WP und auch zum späteren EAuto.


    Auch bei WP gilt, man sollte wissen, was man haben will, damit man nicht vereimert wird.

    Den Rattenschwanz muss man einmal abarbeiten. Die WP gehört nach draußen. Unternehmen für die Kernbohrung suchen. Guten Heizungs- oder Kältebetrieb suchen, der deine Wunsch WP verbaut. Der riesen Puffer muss raus, WW Speicher mit 200l bis 300l hin stellen je nach Personen im HH.


    Nimm diese Schattenwerte nicht zu ernst.

    Es kommt im ersten Schritt auf möglichst genaue Dachmaße und einen guten Belegungsplan an.

    Danach kann man auch alleine anhand von Bildern der Dächer entscheiden, welches Modul man noch legt und welches nicht mehr.

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  • Ich werde das Entfernen der ST gründlich prüfen. Vielleicht können wir dieses Teilthema damit auch abschließen. Für die PV spielt es nur beim Belegungsplan eine Rolle. So weit bin ich aber noch nicht.


    Irgendwie muss ich doch entscheiden können, ob die anderen Flächen wirtschaftlich mit PV-Modulen zu belegen sind? Ist PV*Sol oder PVGIS der richtige Weg und wie genau mache ich das?

  • und dann haben sich die Nord- und Süd-Werte kaum unterschieden, der nördliche Garagenteil war was mit 8%.

    Schattenwerte sind keine Ertragsprognose, sondern nur das, was von der Ertragsprognose durch Schatten zusätzlich abgeht. Für eine Ertragsprognose (auch der einzelnen Flächen) musst du diese verstringen und die Simulation laufen lassen. Einfacher geht es in PVGIS, das nur Standort, Ausrichtung und Neigung berücksichtigt, nicht jedoch Verschttung durch nahe Objekte oder die Kennlinien und Wirkungsgrade spezieller Hardware. Das reicht für eine Abschätzung völlig aus.

    Entfernen der Solarthermie gegen PV-Module ist keine leichte Entscheidung

    Ich stimme dir zu, ist nicht leicht. Ich hab das auch hinter mir. Es ist aber eine fast zwingende Entscheidung, die Frage ist eigentlich nur, ob du es gleich oder später machst. Gutes Geld schlechtem hinterherwerfen würde ich auf gar keinen Fall machen. Für meine eigene ST habe ich eine Gasersparnis im Wert von maximal 75 Euro pro Jahr berechnet. Vielleicht sind es bei deiner Größe hundert. Davon ab geht dann noch der nicht unerhebliche Betriebstrom. Wenn du auf die Fläche stattdessen um die 10 PV-Module bekommst, dann ernten die 3000-4000 kWh Strom im Wert von um die 300 Euro pro Jahr, bei Eigenverbrauch mehr.

    weiß auch nicht, ob man unsere komplette Heizung einfach durch eine WP ersetzen kann

    Wahrscheinlich ja. Das wichtigste Kriterium ist die Vorlauftemperatur (und Rücklauftemperatur) deines Heizsystems. Falls du die nicht genau kennst, solltest du die erstmal eine Heizsaison lang ermitteln und abhängig von der Außentemperatur loggen. Vor allem solltest du ausprobieren, wie weit du sie durch Maßnahmen wie z.B. Öffnen aller Ventile und Verzicht auf Nachtabsenkung ohne Komfortverlust absenken kannst. Solange deine alte Heizung funktioniert, kannst du eine WP ohne Druck in aller Ruhe planen und vorbereiten. Wenn die irgendwann den Geist aufgibt, funktioniert das auf die Schnelle nicht.


    Was mich dabei angetrieben hat, war auch die Angst, dass die Politik meiner Meinung nach irgendwann in den nächsten Jahren auf die Idee eines Anschlusszwangs ans vorhandene Gasnetz kommen wird, so wie das bei Fernwärme ja heute schon häufig der Fall ist. Ich hoffe dann auf Bestandschutz, wenn man den Anschluss rechtzeitig vorher los wird. Wenn erst mal der Run weg vom Gas richtig los geht, ist es wahrscheinlich zu spät. Die Kosten der Gasnetze werden den verbliebenen Nutzern sonst um die Ohren fliegen. Wenn du schon mal erlebt hast, wie bei einer Christbaumlichterkette zuerst langsam und dann immer schneller die Birnchen durchbrennen, weißt du, was ich meine...

  • Solange deine alte Heizung funktioniert, kannst du eine WP ohne Druck in aller Ruhe planen und vorbereiten.

    Das ist auch meine jetzige Haltung. "ST raus" bin ich mehr oder weniger schon überzeugt. "Neue WP, vielleicht erstmal nur WW" wäre mir zu halbherzig. "Eine komplette WP mit allem drum und dran (Heizung austauschen, Durchbrüche nach draußen...)" habe ich jetzt nicht das Geld und auch nicht die Zeit für. Außerdem eine 9 Jahre alte Heizung einfach rausschmeißen erscheint mir nicht als vernünftig.


    Hat jemand für mich ein paar Stichpunkte/Schritte, wie ich mit PVGIS oder PV*Sol in überschaubarem Zeitaufwand die Wirtschaftlichkeit der anderen Flächen überprüfen kann? Aus dem Bauch heraus sollte mir das Süddach schon reichen, insb. wenn ST weg kommt. Aber ich will mich nicht später ärgern. Und beides gegeneinander zu rechnen (nur Süddach oder mit anderen Flächen), Angebote einholen und Finanzierung zu prüfen erscheint mir zu komplex.