20 kWp auf Süddach, oder mit Norddach auf 30 kWp auffüllen?

  • Nach gut zwei Jahren stiller Mitleserschaft in diesem Forum steht jetzt die Anschaffung der ersten eigenen PV-Anlage an und es ist an der Zeit, sich hier anzumelden.



    Zu den Eckdaten:

    Einfamilienhaus mit ELW in Holzständerbauweise mit KfW 55-Standard, beheizte Fläche ca. 295 m², bewohnt von einer Familie mit zwei Kleinkindern in der Hauptwohnung und einer Einzelperson in der ELW. Alle Erwachsenen arbeiten im Schichtdienst und sind somit regelmäßig unter Tags zu Hause. Ein E-Auto gibt es bislang noch nicht. Dass zumindest innerhalb der Lebensdauer der Anlage eines angeschafft wird, erscheint allerdings wahrscheinlich. Geheizt wird mit einer modulierenden LWWP (Buderus WLW196i-11 ARE). Standort der Immobilie: 74xxx



    Zum Dach:

    Satteldach mit 28° Dachneigung und Betonziegeln, Azimuth 5°, Ertrag Süddach laut PVGIS: 1.070 kWh/a, Ertrag Norddach laut PVGIS: 652 kWh/a, Breite: 17,0, Länge der Ortgänge: 6,7 m


    Das Süddach ist quasi unverschattet . Das Norddach wird spät abends durch ein hohes angrenzendes Gebäude und einige hohe Bäume leicht verschattet. Das habe ich mit mit PVSol Premium simuliert und komme auf eine (Schattenhäufigkeit von max. 3,6%) auf zwei Modulen in der untersten Reihe.


    Auf dem Süddach befindet sich ein Sat-Schüssel und der Windwächter für die Raffstoreanlage. Beides würde ich auf das Norddach verlegen. Weitere störende Auf- oder Einbauten sind nicht vorhanden.


    Weiter belegbare Dachflächen sind nicht vorhanden.



    Zur Anlage:

    Ich plane eine möglichst große Anlage, gerne mit komplett schwarzen Modulen. Ein Speicher soll möglicherweise nachgerüstet werden, sobald dies wirtschaftlich ist. Aktuell warte ich auf ein Angebot mit Hyundai HiE-S345SG-Modulen mit 345 Wp. Diese sind nur 1622 mm lang, bei Querverlegung sollten somit 60 Module auf jede Dachhälfte passen, was 20,7 kWp pro Dachhälfte machen würde.


    Die Anlage wird vollfinanziert. Sie sollte eine ordentliche Rendite erzielen.



    Das Süddach vollzumachen erscheint mir bei meinen Rahmenbedingungen als selbstverständlich. Aber was ist mit dem Norddach? Lohnt es sich bei 652 kWh/a und bei der Anlagengröße, die ich auf das Süddach bekomme, mit Belegung des Norddachs auf bis auf 30 kWp aufzufüllen?


    Welche weiteren Tipps habt ihr zur Anlagenplanung?


    Ich freue mich auf eure Antworten. Die Angebote werde ich nach Erhalt einstellen.

  • Gönn dir und bau 35-40 kWp an 30 kVA Einspeiseleistung. Green_Pirate ist mehr im Bild wie stark 'überbelegt" werden kann.

    Satan an die Fassade, zugänglich.

  • Ich persönlich würde auf die 30kWp gehen und dann mit 70%

    wieso das denn? RSE kostet meist keine 2500kWh - dir kommen im ersten Jahr durch den großen Generator.


    Huawei 33 KTL-A geht bis 42kWp. No Problem.

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Naja, da habe ich schon ganz andere Preise gesehen. Mal davon abgesehen, das meiner Meinung nach von der Nordseite eh nicht soviel kommt, so dass es eh nicht oft zur Abregelung kommt, vor allem wenn noch im Haushalt jemand da ist.


    Stefan

  • Lohnt es sich bei 652 kWh/a und bei der Anlagengröße, die ich auf das Süddach bekomme, mit Belegung des Norddachs auf bis auf 30 kWp aufzufüllen?

    Bei 652 kWh/kwp lohnt das nur, wenn Du einen sehr guten Preis bekommst.


    Ob Du über 30 kWp gehst, würde ich vom Preis des Rundsteuerempfängers bei Euch abhängig machen.

    Ist der sehr teuer, würde ich durch Einsatz schwacher (und damit preiswerter) Module drunter bleiben und 70% machen.

    Ist der RSE preiswert, alles maximal vollmachen, wenn der Preis vom Solarteur stimmt.


    Ich würde dazu von jedem Solarteur zwei Angebote einholen, eins nur für Süd und eins mit voller Belegung.

    Ist der Aufpreis für die volle Belegung so, dass sich die Differenz mindestens amortisiert in den 20 Jahren der Vergütung (seriös und mit ausreichend Reserve kalkuliert) würde ich vollmachen.

  • Bei 650€ darf das Norddach 1000€/kWp kosten - als vorsichtiger würde ich einen ErsatzWR einkalkulieren und dafür n 100€/kWp zurücklegen - also 800-900€/kWp investieren.

    Von einem fairen Solateur (der Süd in der Größe für <~1100€) anbietet muss das sein sein.

    Achtung Schattentheoretiker!

  • Und das Ganze dann an EINEN WR.

  • Vielen dank für die zahlreichen Antworten. Die gehen ja soweit in die Richutng, in die ich schon gedacht habe.


    Das erste Angebot liegt mir vor. Dieses liegt allerdings bei 1.310 € für eine 9,9 kWp-Anlage und 1.250,- € für eine 19,2 kWp-Anlage. Der Anbieter hat gleich gesagt, dass das Norddach nicht lohnt (was bei diesen Preisen ja stimmt). Viel mehr hat er dazu geraten jetzt eine 9.9 kWp-Anlage auf das Süddach zu bauen und nächstes Jahr das Süddach dann mit einer neuen 9,9 kWp-Anlage voll zu machen. Angeboten wurden Solarwatt ECO Style 60 m Glas-Folie-Module. Allerdings hat der Anbieter aufgrund der Leistungsgarantie (87% nach 25 Jahren) eigentlich zu Gals-Glas-Modulen von Solarwatt geraten. Diese kosten jedoch 150,- €/kWp mehr. Das finde ich schon nicht unerheblich. Lohnen sich Glas-Glas-Module tatsächlich? Ein anderer Anbieter würde mir welche von Longi für einen geringen Aufpreis (ca. 10,- Euro pro Modul) gegenüber den Fullblack-Modulen von Hyundai anbieten. Dafür wären diese halt nicht schwarz...


    Das 19,2 kWp-Solarwatt-Angebot das enthält auch zwei Wechselrichter: 1x Kostal Plenticore 10.0 unnd 1 x Kostal Plenticore 8.5. Wie Pflanze geschrieben hat, sollte man lieber alles an einen WR hängen. Warum das? Weil ein großer WR in der Regel günstiger ist, als zwei kleine?


    An über 30 kWp hatte ich noch nicht gedacht. Dachte das wäre so die sinnvolle Obergrenze und darüber gibt es Probleme mit dem Netzeinspeisepunkt und noch weiter sinkender Einspeisevergütung. Wer kann mir sagen, was ein RSE kostet? Mein Netzbetreiber?

  • Welche PLZ

    ZOE intens 10/2014, Kona 12/2018, Peugeot e-208 11/2020, 2021

    Hyundai I5, P45 Paket seit 07/2021 :), Enyaq 80 01/2022
    9,69 kWp = 38 St. WSP-255P6, STP10000-10
    6,7 kWp = 28 St. Risen 240, STP5000-20
    Solar-Lamprecht - 90765 Fürth - mail: info @ solar-lamprecht.de