Speichersimulation mit realen Daten - Wann lohnt ein Speicher?

  • Genausowenig ist es sinnvoll, exotische Sonderfälle zur Regel zu erklären.

  • Eben.

    Daher finde ich so Nachfragen wie "Ist es?" oder die generelle Aussage, daß sich Speicher lohnen oder nicht, für nicht sinnvoll.

    Es kommt eben auf den Einzelfall an, was manch einer hier bei seiner Argumentation allerdings völlig ausblendet.

  • genau so sehe ich das auch!


    Was mir in dieser Rechnung (in Österreich natürlich auch durch steuertechnische Belange etwas anders!) immer abgeht ist die Veränderung des Bezugstrompreises durch die Netzgebühren!


    Hier nur ein Beispiel von ein und demselben Stromanbieter:

    Bezug pro Jahr Strompreis Netzkosten Preis pro kWh

    5000 kWh 439,00 523,00 0,193

    2800 kWh 252,00 346,00 0,214

    1000 kWh 99,40 203,00 0,302


    ich habe meine Anlage erst seit Juli im Betrieb - schätze aber, dass ich von derzeit ca. 5000 kWh auf ca. 1500 - 2000 kWh Bezug vom Netzbetreiber sinken werde. Das heißt, je weniger ich beziehe, desto höher muss der Preis angesetzt werden.

  • Darum ist der Kompromiss, von den weit verbreiteten Konstellationen auszugehen und richtig festzustellen: für die meisten lohnt es sich nicht im Ansatz ?

  • Mein "Ist es?" bezog sich im Wesentlichen auf die Bemerkung, dass eine WP ALLEINE dazu führen soll, dass der Stromverbrauch jenseits von 10000 KWh liegt. Das dürfte in den allermeisten Neubauten nicht der Fall sein. Dass ein E-Auto zu Mehrverbrauch führt, ist ebenso klar und noch klarer ist, dass man das mit mehreren E-Autos noch besser schafft. Ebenso dürfte das Dauerbeheizen eines Fischteichs oder ähnliches auch dazu beitragen, jenseits von 10 MWh zu kommen.


    Was mir in dieser Rechnung (in Österreich natürlich auch durch steuertechnische Belange etwas anders!) immer abgeht


    Falls du dich mit "dieser Rechnung" auf meine initiale Simulation (um die es hier geht) beziehst: Derlei wird da gar nicht betrachtet. Die Simulation ist einzig dazu da, um anhand eines realen Verbrauchsprofils (meines in dem Fall) nachzuvollziehen, was bei verschiedenen Speichergrößen passiert und zu welchem zusätzlichen Eigenverbrauch das führt.


    Was daraus dann folgt, kommt natürlich auf die individuellen Preise und deren Veränderung an. Anders gesagt, wenn man seine Preise dann ansetzt, dann bekommt man raus, was der Speicher kosten darf, damit man am Ende bei 0 landet. Für meine Zahlen habe ich das gemacht mit dem Ergebnis, dass die Speicherpreise für ein Nullsummenspiel noch deutlich sinken müssen. Wenn jemand jetzt wesentlich teureren Bezug hat oder eine Preisprognose hat, die er für sicher hält oder eine Förderung bekommt, dann verschiebt sich das natürlich alles deutlich. Das ändert aber nichts an der Verwendbarkeit des Simulationswerkzeugs. Es sagt ja nur aus: Wenn ich bei diesem Profil einen Speicher mit x KWh und einer Lade/Entladeleistung von y KW verwende, dann erzeuge ich damit einen zusätzlichen Eigenverbrauch von z und habe Verluste v. Mit den Daten kann man dann seine eigene Wirtschaftlichkeit ausrechnen.

  • JanR .... nein ich wollte nicht auf "deine Berechnung" anspielen, sondern nur allgemein! ... und wie schon erwähnt die Grundeinstellungen sind sowieso für jeden einzeln zu betrachten.


    Ich finde super, dass du hier deine Daten vorstellst - wie geschrieben, ich hab meine Anlage erst seit Juli in Betriebe, denke aber immer wieder über einen Speicher nach!




    Finde auch die Excel-Tabelle von gerd_gue welche hier gepostet wurde recht hilfreich! DAnke!


    LG aus Tirol

    Walter

  • Vielen Dank für die tolle Berechnung!

    Zwei Kommentare:

    (1) "Nicht eingeplant, weil unvorhersagbar, sind Strompreiserhöhungen und Defekte."

    Es ist unmöglich, diese Dinge nicht in eine Rechnung einfließen zu lassen: Wenn man sie schlicht ignoriert, hat man sie trotzdem einberechnet, nämlich mit der Annahme, dass der Strompreis konstant bleibt und es keine Defekte geben wird. Die Annahme, die man dann aus Bequemlichkeit getroffen hat, ist die unwahrscheinlichste und das Bild verzerrendste. Strompreissteigerung um 3 % pro Jahr ist ein Wert, der aus der Vergangenheit plausibel ist und in jedem Fall besser als ein Wert von 0 %.

    (2) Bei solchen Rechnungen sollte man immer die Robustheit überprüfen. Wie stark ändern sich die Ergebnisse, wenn man die Annahmen gerinfügig verändert?

    Wie sieht es z.B. aus mit folgenden Annahmen?

    a) 7,92 Cent Vergütung (März 2021)

    b) Strompreissteigerung von 3 % pro Jahr

    c) Lebensdauer 15 Jahre (10 Jahre ist der Garantiezeitraum)

    Ich rechne mal eine Variante mit b) und c):

    b) Durchschnittspreis Bezugsstrom 33 Cent => 377 € Ersparnis pro Jahr minus 151 € weniger eingespeist => Gewinn pro Jahr = 226 €

    c) 15 Jahre: 226 € * 15 = ca. 3400 €

    Kosten BYD 5.1: ca. 3400 €

    => Das heißt, das ganze lohnt sich sogar ohne Förderung. Plausibel, oder habe ich einen Denkfehler?

    Kosten Wechselrichter:
    Stromspeicher-Inspektion-Testsieger Fronius Symo ist nicht teurer als SMA PV-Wechselrichter plus SMA Batterie-Wechselrichter, eher günstiger!

  • Dann lass doch noch weitere Parameter in die Rechnung einfliessen. Die Stromspeicher werden noch stark im Preis fallen wenn sich die Skaleneffekte aus der E-Auto-Produktion auf die Speicherpreise auswirken. In wenigen Jahren werden die Speicherpreise bei <50% der heutigen Preise liegen.

    Sobald sich ein Speicher lohnt, kann man ihn immer noch installieren.

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