Rechnung für Inbetriebsetzung vom VNB

  • Elektro-Michel : Wie schon Energiesparer51 und premultiply schrieben, verwechselst du die Identitäten.


    Als VNB sind sie für die Netzsicherheit verantwortlich, als gMSB nur dafür, eine geeignete und funktionstüchtige Messeinrichtung zu stellen und zu installieren. Die VNB reden ja gerne von "gemeinsamer IBN, Kontrolle etc.". Ich stelle in Frage, ob eine solche Kontrolle überhaupt flächendeckend erforderlich und bei hoffentlich künftig weiter steigendem Ausbau überhaupt praktikabel ist.


    Der zugelassene Installateur (wie du und deine Kollegen) dokumentiert mit seiner Unterschrift, dass er die Technischen Regeln/VDE eingehalten hat, vorher wurde bestenfalls ein NAB in der geplanten Größenordnung gestellt. Da bedarf es nicht bei jeder Anlage eines Netzbetreibers, der den Zugelassenen misstraut. Stichproben (auch zur Fortbildung seiner MA) kann der VNB sicher - auf eigene Kosten - machen. Aber ansonsten müssen wir den vom VNB zugelassenen Elektrikern mal etwas mehr Vertrauen entgegenbringen, dass sie wissen, was sie da tun. Sonst braucht es ja gar nicht diesen Zulasssungsprozess.


    Sollte der VNB/gMSB jetzt der Meinung sein, für die Netzsicherheit eine Stichprobenkontrolle machen zu müssen, dann tut er das in seiner Funktion als VNB und nicht als gMSB.


    Deutlicher wird es, wenn man den Fall eines Anlagenbetreibers nimmt, der sich für einen wettberwerblichen MSB (wMSB, z.B. Discovergy/Commetering) entschieden hat. Dann ist es logisch, dass dieser wMSB natürlich nicht die Netzsicherheit zu prüfen hat, genauso wenig trifft das aber auch auf den gMSB zu. Hinsichtlich der Kosten ist aber der wMSB - anders als der gMSB - nicht an die POG gebunden und kann sowohl für die jährliche Gebühr als auch für etwaige Zählerwechsel eigene Preise festlegen und mit den Kunden vereinbaren. Der Markt und damit der Wettbewerb bestimmt dann, inwieweit die Kunden den wMSB mit seinem Preis beauftragen.


    Nochmal zu der von jenso aufgeworfenen Frage, ab wann der gMSB zum Einbau einer geeigneten Messeinrichtung verpflichtet ist. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass dies frühestmöglich erfolgen muss. Klar, wenn der gesamte Zählerschrank getauscht werden muss, muss dies zeitlich gut abgestimmt werden. Aber genau das kann man ja tun - sich abstimmen. Die VNB/gMSB müssen unbedingt mal von ihrem hohen Ross herunterkommen und verstehen, dass es in ihrem Sinne ist, wenn der Zähler frühzeitig gesetzt wird und sich damit möglichst das Thema Ersatzwertbildung auf ein notwendiges Minimum beschränkt. Wenn der Zählerschrank nicht getauscht werden muss, kann der Zähler problemlos ja auch schon vor dem Netzanschluss getauscht werden.


    Die VNB/gMSB haben sich da jahrelang ihre eigene Rechtswelt gebastelt, in der sie zwar ihre internen Prozesse optimieren, das aber zu Lasten der Anlagenbetreiber und der Umwelt, indem sie:

    - NAB der Einspeisewilligen nicht beantworten/Netzverträglichkeitsprüfung nicht durchführen bzw. Ergebnis nicht mitteilen, wenn NAB vom Einspeisewilligen selbst gestellt

    - das Thema Ersatzwertbildung negieren

    - nicht zulässige Kosten für Anschlusspauschale/Zählerwechsel von den Anlagenbetreibern zu fordern

    - eine realitätsfremde Kontrolle Ihrerseits für jede Anlage beanspruchen, bevor diese angeschlossen werden darf

    - Zählerwechsel verschleppen

    - im Widerspruch zum EEG ein Einschalten erst nach ihrer "Baufreigabe"/Zählerwechsel/gemeinsamen Kontrolltermin für rechtmäßig halten und mit irrsinnigen Drohungen untermauern ("Stromdiebstahl", "Gefährdung der Netzsicherheit")


    Besonders spannend wird es dann, wenn der gMSB den Zählerwechsel so lange mit dem Hinweis verweigert, bis man als Anlagenbetreiber eine Kostenpauschale ggü. dem VNB (nicht für den Zählerwechsel, das wäre ja wieder gMSB, sondern für den Anschluss der PV-Anlage, aber genauso illegal) schriftlich akzeptiert hat. In diesem Fall werden definitiv beide Identitäten genutzt, um sich auf Kosten der Anlagenbetreiber zu bereichern.


    Das ganze gilt natürlich nicht für alle VNB/gMSB, aber es scheint hier zumindest einige zu geben, die sich dahingehend in ihrem Umgang mit uns Anlagenbetreibern zumindest abgestimmt haben... Zum Teil gehören diese als Schwesterunternehmen auch zum gleichen Konzern eines Energieriesen, der dann wiederum als Stromverkäufer im Markt unterwegs, und dem die private Energiewende schon deshalb ein Dorn im Auge ist. Ein Schelm, wer...

    88 x JA Solar JAM60S10-340/MR mit 45 Solaredge P730 an Solaredge SE27.6K

    2 Wallboxen DaheimLaden V2 (auf 11 kW gedrosselt)

    Nissan Leaf

  • Nochmal zu der von jenso aufgeworfenen Frage, ab wann der gMSB zum Einbau einer geeigneten Messeinrichtung verpflichtet ist. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass dies frühestmöglich erfolgen muss. Klar, wenn der gesamte Zählerschrank getauscht werden muss, muss dies zeitlich gut abgestimmt werden. Aber genau das kann man ja tun - sich abstimmen.

    Meiner Meinung nach sollte man schon beim NAB angeben können, ob der Zähler bei positiver Entscheidung getauscht werden soll. Der MSB hätte dann vier Wochen Zeit, den Zähler zu tauschen. Selbstverständlich muss der Kunde dann die erhöhte Gebühr für den Zähler zahlen.

    Je 4,65 kWp im Norden, Süden und Westen, 4,34 kWp im Osten auf dem Dach mit 25 ° DN, 4,56 kWp aufgeständert auf 15 °

    Kostal Plenticore 8.5 und Kostal Plenticore 10.0 mit BYD HVS 10,2 kWh

    Plus-Energie-Haus mit Gas-Heizung

  • Welche erhöhte Gebühr?

    In der Regel dürften weiterhin die 20 EUR/Jahr gelten.


    Aber in der Tat hätte der MSB durch die Angabe der geplanten Inbetriebnahme mehr als ausreichend Zeit seine Messstelle nochmal selbstständig kritisch zu hinterfragen und ggf. auf geeignete Weise zu ertüchtigen.

    Und eines muss man nochmal deutlich sagen: Ein elektronischer 2RZ ist absolutes Standardwerk und wird normalerweise bei allen Neuanschlüssen oder mitdenkenden gMSBs überall verbaut.

    Ist ja nicht so dass die Vorzeichenumkehr erst gestern mathematisch erforscht worden wäre und hier etwas ganz spezielles vom MSB verlangt würde.

  • Antwort heute vom VNB / MSB nachdem ich die Anlage als fertig gemeldet habe und keine weitere Inbetriebnahme durch den VNB beauftragt habe. Dazu der Hinweis, dass ich jetzt mit der Erzeugung anfange:


    "der zuständige Netzbetreiber muss die Anlage abnehmen, kontrollieren und in Betrieb setzen (siehe auch NAV § 14).


    Eine Abnahme bzw. Inbetriebnahme durch die Fa. Elektro XYZ kann somit nicht erfolgen (was H. XYZ auch bewusst ist).


    Aus dem o.g. Grund ist es nicht erlaubt, die Anlage vor der Inbetriebsetzung durch den Netzbetreiber laufen zu lassen. Bitte diese umgehend abschalten. Wir werden uns bemühen einen möglichst schnellen Termin für die Inbetriebnahme und Zählersetzung mit dem Elektriker zu vereinbaren. Dieser muss mit vor Ort sein."

  • der zuständige Netzbetreiber muss die Anlage abnehmen, kontrollieren und in Betrieb setzen (siehe auch NAV § 14).

    Lese- und Interpretationsfehler des VNB! Es besteht bereits doch bereits ein Hausanschluß.

    Von daher einfach NAV §1 zitieren:

    Sie gilt nicht für den Netzanschluss von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien und aus Grubengas.


    Aber selbst NAV §14 zöge nicht, weil dort steht:

    1) Der Netzbetreiber oder dessen Beauftragter hat die Anlage über den Netzanschluss an das Verteilernetz anzuschließen und den Netzanschluss in Betrieb zu nehmen. Die Anlage hinter dem Netzanschluss bis zu der in den Technischen Anschlussbedingungen definierten Trennvorrichtung für die Inbetriebsetzung der nachfolgenden Anlage, anderenfalls bis zu den Haupt- oder Verteilungssicherungen, darf nur durch den Netzbetreiber oder mit seiner Zustimmung durch das Installationsunternehmen (§ 13 Abs. 2 Satz 2) in Betrieb genommen werden. Die Anlage hinter dieser Trennvorrichtung darf nur durch das Installationsunternehmen in Betrieb gesetzt werden.


    Die Anlage befindet sich hinter der Trenneinrichtung... ;)


    Die Anlage keinesfalls abschalten!

  • Das übliche Vorgehen ist doch:

    • Installation der Module
    • Verlegen der Kabel in den Keller / Hauswirtschaftsraum / wo auch immer
    • Umbau des Zählerschranks wenn erforderlich
    • Installation der Komponenten (Wechselrichter / Batterie / SmartMeter / Notstrom / ...)
    • Erstinbetriebnahme samt E8-Protokoll durch den Elektroinstallateur welcher die Genehmigung durch Netzbetreiber hat, den Anschluss der Anlage ans Netz vornehmen zu dürfen
    • Zählersetzung und Inbetriebnahme durch den Netzbetreiber