PV-Anlage EFH in 47xxx

  • Hallo zusammen,

    erst einmal vielen Dank für dieses tolle Forum. Ich habe hier schon viel gelesen und nützliche Informationen gefunden. Die wesentlichen Punkte sind, dass Dach maximal zu belegen, keine Batterie und keine Cloud.


    Hier die Daten:


    + Freistehendes EFH

    + Fernwärmeanschluss für Heizung und Warmwasser

    + Satteldach mit 45° Neigung

    + Dachausrichtung Süd-West (Azimuth: 35°, mit ca. 94m² Dachfläche 12,4 x 7,6 m. Abzüglich einem Dachfenster und dem Kamin verbleiben ca. 91m² zu belegender Fläche.

    + zusätzlich Garage parallel zum Haus (9,0 x 3,5 m, wegen einer Attika vorne und an einer Seite theoretisch ca. 8,7 x 3,3 m nutzbar, wegen der Verschattung vom Nachbargebäude aber vermutlich nicht wirtschaftlich sinnvoll)

    + Zählerschrank mit 1 Zähler für Haushaltsstrom

    + Verbrauch Durchschnitt Vorjahre p.A.: Haushaltsstrom 2700kWh. Wegen COVID-19 arbeite ich in den letzten Monate verstärkt von zu Hause und dadurch ist bestimmt auch mein Verbrauch im Vergleich zu den Vorjahren gestiegen. (Laptop, Bildschirm, Licht). Dies wird auch dauerhaft für die Zukunft so bleiben.

    + Des weiteren spiele ich mit dem Gedanken mir ein Split Klima Gerät anzuschaffen, mit dem ich im Sommer kühlen und im Winter, wenn sinnvoll etwas heizen kann. Die Anschaffung eines Elektro-PKW´s steht nicht an, könnte ich mir aber für die Zukunft, vielleicht in ca. 2 Jahre vorstellen. Die Punkte erwähne ich nur, da ich nicht weiß, ob dies für die Planung wichtig ist oder nicht.


    Laut PVGIS liegt die jährliche PV Energie Produktion bei 981,9 kWh.


    Beigefügt noch einige Bilder zur Verdeutlichung:





    Mit dem Planungstool von IBC-Solar komme ich auf 38 Module mit einer Gesamtleistung von 12,7 kWp. Leider habe ich keine Details zu den Modulen gefunden. Ich gehe von Standardmodulen mit 60 Zellen und einer Größe von 1650 x 992 mm aus. Die kleine Lücke oben ist für den Kamin. Wenn die gesamte Anlage etwas nach links oder rechts verschoben wird und nicht exakt Mittag montiert wird, kann evtl. noch ein weiteres Modul installiert werden.


    Die größere Lücke unten ist wegen dem Dachfenster notwendig. Das untere Bleiband des Fensters beginnt bei ca. 187 cm von Unterkante Dach. Das bedeutet ich könnte auch zwei Module unterhalb vom Fenster installieren lassen. Würde aber in der Folge trotzdem zwei Module in der Höhe verlieren und daher gefällt mir diese Variante besser. Von Unterkante des Bleibandes bis zum Schnitt der Dachpfanne oberhalb des Dachfensters messe ich ca. 180 cm und die Breite von Dachpfanne zu Dachpfanne liegt bei ca. 123 cm. Von vorne betrachtet kann eine Fläche von ca. 317 cm bis zum Dachfenster belegt werden. Ich hoffe, dies ist verständlich beschrieben.


    Beigefügt noch einige Fotos:


    Übersicht:




    Aufgenommen Mitte Januar um 12:46






    Gleicher Tag, Mitte Januar um 13:32




    Gleicher Tag, Mitte Januar um 14:38




    Aufgrund der tiefstehenden Sonne im Winter wirft das Nachbarhaus einen relativ großen Schatten auf mein Dach. Das Haus liegt parallel zu meinem, ist 9,5m entfernt und hat geschätzt die gleiche Höhe. In den Sommermonaten ist mein Dach schattenfrei.


    Meine Hauptfrage ist, ob eine PV-Anlage aufgrund des Schattens im Winter noch wirtschaftlich sinnvoll ist oder nicht?


    Wenn ja, werden sich weitere Fragen schnell ergeben. Zum Schluss, wie gefordert noch ein Foto vom Sicherungskasten. Reiner Zufall ist, dass ich gestern von den Stadtwerken einen Brief erhalten habe, in dem sie ankündigen, den Zähler auszutauschen.



    Ich hoffe, ich habe keine relevanten Punkte vergessen und bin auf Eure Meinung gespannt.


    Vielen Dank im voraus

    Volker

  • Winterschatten ist irrelevant, wo nicht viel ist, kann nicht viel verloren gehen. Du kannst getrost bauen.


    Deine momentanen und geplanten Verbraucher sind für die Planung auch irrelevant. Die Anlage wird da Jahrzehnte liegen, und bis dahin wird alles auf Strom laufen, auch Wärme und Mobilität. Der Verbrauch von Strom ist wirklich nicht das Problem der Energiewende, eher schon die Erzeugung.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • Meine Hauptfrage ist, ob eine PV-Anlage aufgrund des Schattens im Winter noch wirtschaftlich sinnvoll ist oder nicht?

    Du, bei mir ist nicht nur im Winter sogar nachts Schatten.

    Beim Zählertausch wird der Strom aller Wahrscheinlichkeit nach unterbrochen. Die Chance nutzen, Elektriker dazubestellen, der gleich SLS und ÜSA unterhalb / vor Zähler nachrüstet.

    Den MSB bzw. Zählermonteur bitten, gleich einen 2RZ einzusetzen da PV kommt. Zu diesem Zweck würde ich an deiner Stelle gleich heute ein NAB mit 20 kWp an den VNB mailen.

    Laut Bild ist noch einiger Platz auf dem Dach. Fang mit der Skizze mal links oben an.

  • Klasse Forum und Danke für die schnellen und hilfreichen Antworten.


    Winterschatten ist irrelevant, wo nicht viel ist, kann nicht viel verloren gehen. Du kannst getrost bauen.

    Gut zu wissen. Ich habe vermutet, dass die heutigen Module auch im Winter die Sonne, wenn sie mal scheint, effektiv nutzen können. Habe mich anscheinend geirrt.


    Du, bei mir ist nicht nur im Winter sogar nachts Schatten.

    Bei mir auch ;-). Mein Punkt war, dass ich mit PVGIS die Strom-Erzeugung berechnet habe. Dabei unterstelle ich, dass das Programm die Nacht berücksichtigt aber die individuelle Beschattung meines Daches nicht kennen kann.


    Zu diesem Zweck würde ich an deiner Stelle gleich heute ein NAB mit 20 kWp an den VNB mailen.

    Was passiert wenn ich einen Antrag stelle, die Anlage aber so teuer ist, dass sie sich nicht rechnet oder aber nicht mehr in 2020 montiert werden kann?


    Laut Bild ist noch einiger Platz auf dem Dach. Fang mit der Skizze mal links oben an.

    Das Dach ist 12,4 m breit. Mit den 11 Modulen pro Reihe hätte ich noch ca. 1,2 m Manövriermasse um die ganze Anlage etwas nach linke oder rechts zu schieben, je nachdem wie es am besten mit dem Dachfenster auskommt. Zusätzlich hätte ich noch an beiden Seiten etwas Abstand zum Rand. Zieht optisch ganz gut aus, evtl. könne dies ein Dachdecker mal als Aufstiegsmöglichkeit nutzen und wegen der zunehmenden Stürme wollte ich nicht bis an die Ränder gehen. Oder besser doch versuchen, 12 Module in Reihe zu platzieren?

  • die heutigen Module auch im Winter die Sonne, wenn sie mal scheint, effektiv nutzen können. Habe mich anscheinend geirrt.

    nein, da hast du dich nicht geirrt, natürlich können Module auch Wintersonne effektiv nutzen. Wegen der niedrigen Temperaturen sogar besser als im Sommer. Aber das ändert nichts daran, dass so ein typischer Dezember- oder Januartag eben nur 10-20% eines Sommertags bringt.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • 12,4 m mit 12 Modulen belegen. Wenn gewünscht mittig oder neben dem Fenster einen Wartungsgang lassen. Füße sind keine 120 cm breit.

    Wenn eine Einspeisezusage nicht vollständig gentutzt wird explodiert das Netz in deinem Bundesland. Enthält Ironie.

  • Danke für die Rückmeldungen.


    12 Module plus 11 mal 2 bis 3 cm Abstand zwischen den Modulen ergibt eine Breite von ca. 12,22 bis 12,33 m. Bei 12,40 Dachbreite bleibt nicht mehr viel Platz.


    Benötigt man einen Wartungsgang?

    Muss ein Abstand von 2 bis 3 cm zwischen den Modulen sein? Wenn der Abstand nicht notwendig ist, hätte ich Platz für vier weitere Module (1 pro Reihe).

    OK wenn die Module bündig mit dem Dachrand abschließen?


    Wenn es Euer Dach wär, würdet Ihr nun 11 oder 12 Module pro Reihe nehmen?

  • Kalkuliere mal lieber mit Modulgröße 1 x 1.70 m.

    Dann bist du bei knappen Maßen auf der sicheren Seite.


    lg

    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • Bin gespannt ob die Installateure die 12 Module in Reihe akzeptieren oder sich weigern, da zu knapp. Ich werde es auf jeden Fall versuchen.


    Kalkuliere mal lieber mit Modulgröße 1 x 1.70 m.

    Ich habe mit 1 x 1,65 gerechnet und dann jeweils 2-3 cm Luft zwischen den Modulen gelassen. Bei der Höhe habe ich keine Probleme und kann auch locker mit 1,7 leben. Auf dem Foto mit den Modulen in meinem ersten Post fehlt das Ende vom Dach. Daher sieht es evtl. in der Höhe knapper aus als es ist.


    Gerade mit den Stadtwerken telefoniert. Den Antrag stellt der Installateur normalerweise und wenn es schnell gehen soll, schaffen die Stadtwerke die Bearbeitung zur Not auch an einem Tag.


    Jetzt werde ich mal die Betriebe in meiner Gegend zwecks Angebot anrufen.


    Von der Optik gefallen mir rahmenlose Module komplett in schwarz ganz gut. Sind diese empfehlenswert oder ist der Aufpreis zu groß oder evtl. die Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit geringer als bei Standardmodulen mit Metallrahmen?


    Noch eine Frage zur Befestigung der Trägerkonstruktion auf dem Dach. Zum einen gibt es Haken, die unter die Ziegel geklemmt werden und zum anderen werden Löcher in die Pfannen gebohrt und die Trägerkonstruktion verschraubt. Auf meinem Dach liegen Pfannen aus Beton die eine stake Erhöhung/Vertiefung haben. Ich selbst bin kein Freund davon, Löcher in die Ziegel zu bohren, da dies für mich Schwachpunkte in Bezug auf die Dichtigkeit des Daches sind.


    Was würdet Ihr empfehlen?