Powerwall 2 ja/nein

  • Hallo,


    wir bekommen in wenigen Wochen gut 24kWp aufs Dach (maximal belegt). Offen ist noch die Frage nach dem Stromspeicher, einer Tesla Powerwall 2.

    Die landläufige Meinung ist ja, dass sich dies wirtschaftlich nicht lohnt. Vor der endgültigen Entscheidung versuche ich, die Kalkulation für meinen Fall mal nachzuvollziehen. Ich würde mich über Feedback hierzu freuen.


    Unten die simulierten Werte. Ich rechne im Folgenden mit gerundeten kWh-Preisen. Mein Verständnis ist, dass ich 2.656kWh x 0,30 Euro = 796,80 Euro an zugekauftem Strom spare, dafür aber 2.656kWh x 0,10 Euro = 265,60 Euro an Einspeisevergütung verliere. Die Differenz liegt bei 530,90 Euro pro Jahr.


    Hinzu kommt in unserem Fall eine (einmalige) Ersparnis bei den Anschaffungskosten einer Wallbox (Förderung via progres.NRW, die in Kombination mit einem Stromspeicher höher ausfällt, siehe dort "Bonus für die Errichtung von Ladepunkten in Kombination mit einem stationären Batteriespeicher und einer Erneuerbaren-Energien-Anlage") in Höhe von 956,00 Euro.


    Damit sich die PW2 innerhalb der 10-jährigen Garantiezeit amortisiert (ich gehe nicht zwangsläufig davon aus, dass sie nach 10 Jahren kaputt geht, aber das mal als Annahme), dürfte sie inkl. Installation maximal 956,00 Euro + 10x 530,90 Euro = 6.265 Euro kosten, richtig?


    Bei einer angenommenen Nutzung von 15 Jahren dürfte sie mich inkl. Installation maximal 956,00 Euro + 15x 530,90 Euro = 8.919,50 Euro kosten, richtig?


    Dies nimmt jeweils einen konstanten Strompreis an, d.h. der Spread zwischen Einspeisevergütung und Bezugspreis bleibt konstant bei 0,20 Euro.


    Nehme ich an, dass sich der Strompreis in den nächsten 15 Jahren p.a. um 2% erhöht, dürfte mich der Stromspeicher inkl. Installation 956,00 Euro + 9.795,00 Euro = 10.751 Euro kosten, korrekt? (Kalkulation siehe nächste Tabelle) Nehme ich bei dieser Strompreisentwicklung nur 10 Jahre an, sind dies nur 956,00 Euro + 6.069,00 Euro = 7.025,00 Euro.


    Jahr kWh Spread Ersparnis
    Jahr 1 2.656 0,200 531
    Jahr 2 2.656 0,206 547
    Jahr 3 2.656 0,212 563
    Jahr 4 2.656 0,218 580
    Jahr 5 2.656 0,225 597
    Jahr 6 2.656 0,231 614
    Jahr 7 2.656 0,238 632
    Jahr 8 2.656 0,245 650
    Jahr 9 2.656 0,251 668
    Jahr 10 2.656 0,259 687
    Jahr 11 2.656 0,266 706
    Jahr 12 2.656 0,273 725
    Jahr 13 2.656 0,280 745
    Jahr 14 2.656 0,288 765
    Jahr 15 2.656 0,296 786
    Summe 9.795


    Kapitalkosten in allen Fällen mal ausgeblendet.


    Zur Info: Die PW2 kostet mich inkl. Installation 8.470 Euro netto Aufpreis. Dies entspräche einer Amortisation nach 12 Jahren.


    Hier die Simulation:


    Werte
    in kWh
    Eigenverbrauch
    ohne Speicher
    Eigenverbrauch
    mit Speicher
    Differenz
    Jan 152 393 241
    Feb 176 422 246
    Mär 265 572 307
    Apr 300 502 202
    Mai 316 489 173
    Jun 268 410 142
    Jul 371 533 162
    Aug 313 519 206
    Sep 224 447 223
    Okt 212 520 308
    Nov 201 465 264
    Dez 127 309 182
    Summe 2.925 5.581 2.656
    Werte
    in kWh
    Einspeisung
    ohne Speicher
    Einspeisung
    mit Speicher
    Differenz
    Jan 309 67 -242
    Feb 682 436 -246
    Mär 1.223 916 -307
    Apr 1.975 1.773 -202
    Mai 2.646 2.473 -173
    Jun 2.669 2.527 -142
    Jul 2.682 2.520 -162
    Aug 2.362 2.155 -207
    Sep 1.529 1.307 -222
    Okt 926 618 -308
    Nov 349 84 -265
    Dez 206 23 -183
    Summe 17.558 14.899 -2.659
  • Nein, Speicher rechnen sich nicht.


    Ok, bei in deinem Fall rechnet der sich jetz nach 12 Jahren, aber: nein Speicher rechnen sich nicht.


    Bei mir sinds auf Brutto Preise 13 Jahre bis sich der Speicher rechnet, aber er rechnet sich natürlich nicht.


    Für die dies nicht erkennen: Achtung Sarkasmus!

  • Wie kommst du auf 2656kWh? Das scheint mir sehr hoch gegriffen zu sein. Ist das geschätzt oder gemessen?


    Du verlierst mehr Einspeisevergütung, da der Wirkungsgrad des Akkus nur bei ~80% liegen wird. Der Wert muss also um 20% höher sein.


    30ct/kWh für den Netzstrom ist auch hoch angesetzt, bei mir sind das 22,2ct/kWh (aWATTar), selbst Ökostromtarife liegen nur bei 28-29ct/kWh.


    Wenn du keine KUR wählst, musst du die ersten 5 Jahre auch noch USt auf den Eigenverbrauch zahlen.


    Die verminderte EEG auf selbstverbrauchten Strom hast du vergessen.


    Wenn du das alles einrechnest, wird sich die Amortisation des Speichers deutlich nach hinten schieben.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Die 2.656kWh wurden mit einer Software simuliert. Die würde ich gerne nicht in Frage stellen.


    Die 20% ziehe ich ab, danke!


    Bezogener Strom soll Ökostrom sein, da ich ihn ja auch mit selbstproduziertem PV-Ökostrom vergleiche. Was anderes kommt mir auch nicht ins Haus :-) Die 0,30 Euro sind gerundet, die Einspeisevergütung liegt ja mittlerweile auch unter 0,10 Euro. EDIT: Ich sehe gerade, dass ich selbst mit Ökostrom nur 0,24 Euro zahle... Einspeisevergütung 0,0865 Euro in meinem Fall.


    Danke für den Hinweis zur Umsatzsteuer und zur EEG-Umlage.

  • Die PW2 (mit dem alten Gateway ohne Notstromfunktion) hat einen Wirkungsgrad von 85-86%.


    Wenn Speicher, dann gleich mit rein, denn dann ist das ein Wirtschaftsgut und er geht üblicherweise in die Abschreibung mit rein.

    Nachträglich verschiebt es die Amortisation deutlich hinten.


    Was ich ebenfalls für fraglich halte, ist die (fast) Verdopplung des Eigenverbrauchs mit Akku. Das wird so wohl eher nicht hinkommen.

    Du solltest eher vom Gesamtverbrauch ausgehen und was dann bei deinem üblichen, auch zeitlichen, Verbrauchsverhalten aus dem Akku kommt bzw. kommen kann.

    Selbst bei meinem fast schon intensiven Verbrauchsverhalten erhöhen die Akkus den Eigenverbrauch nur um ca. 50%, also etwa das 1,5fache (absolut in kWh ist es bei mir mehr als in deiner Kalkulation). Ok, ich könnte die E-Autos ausschließlich nachts laden ... würde den Eigenverbrauch aus dem Akku immens erhöhen.

  • Die PW2 (mit dem alten Gateway ohne Notstromfunktion) hat einen Wirkungsgrad von 85-86%.

    Das lässt sich so pauschal doch garnicht sagen, das hängt auch davon ab, mit welcher Leistung geladen und entladen wird.

    Nachträglich verschiebt es die Amortisation deutlich hinten.

    Aber nur wenn die Preise nicht fallen. Die Preise für PV-Akkus sind derzeit extrem überteuert, wenn man mal schaut, wie teuer die Zellen nur noch sind. Da werden die Preise in den nächsten Jahren noch massiv einbrechen, dann schiebt es die Amortisation wieder nach vorne.

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  • Gute Nachrichten: Die Förderung progres.nrw wurde ja nun angepasst (wurde in einem separaten Thread hier behandelt - man muss nicht mehr auf 50% "abriegeln"), so dass ich gepflegte 2.700 Euro Förderung erhalten werde. Die Gesamtkosten für den Speicher liegen somit inkl. Installation bei 5.770 Euro netto bzw. 427 Euro pro kWh Speicherkapazität.